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Stadtführer
Ein anderes Berlin entdecken – das kann man mit dem Stadtführer »Polnisches Berlin«. Denn die heute fast 100.000 Menschen umfassende polnischsprachige Gemeinschaft des heutigen Berlin trägt mit ihren Arbeitskräften, Unternehmern, Forscherinnen und Kulturschaffenden Einiges zur Lebendigkeit der deutschen Hauptstadt bei. Dennoch sind viele Spuren in der langen deutsch-polnischen Geschichte Berlins in Vergessenheit geraten.
Dieses Buch bietet als alternativer Stadtführer Wege zu den Orten des einstigen und des heutigen polnischen Berlin: vom Reichstag, dem das Palais des Grafen Raczynski weichen musste, über die Wohnstätten des Kupferstechers Daniel Chodowiecki bis hin zu polnischen Restaurants, dem »Club der Polnischen Versager« oder der deutsch-polnischen Buchhandlung »Buchbund«. Über 150 Berliner Orte stellen die Autorinnen und Autoren vor und regen auf informative und überraschende Weise an, die Stadt abseits der üblichen touristischen Magnete neu kennenzulernen.
Von der Sowjetunion zum Neuen Russland
Gerechtigkeit in Russland – wie fügt sich das zusammen? Die Sowjetunion galt den Dissidenten als Unrechtsstaat; „normale“ Bürger sahen das Versprechen auf Gleichheit und Gerechtigkeit nicht eingelöst. Bezog die Perestrojka Michail Gorbacevs ihre ungeheure Dynamik also auch aus der Forderung, neben der Freiheit mehr Gerechtigkeit herzustellen? Warum gelang es Vladimir Putin, Einheit und Staatlichkeit als zentrale Ziele seiner Politik zu definieren, statt Gerechtigkeitsprobleme zu lösen? Grund genug also, den Zerfall der UdSSR unter dem Blickwinkel von Gerechtigkeit sowie die Usurpation der Gerechtigkeitsidee durch die politische Macht im post-sozialistischen Russland zu analysieren.
Angst vor Deutschland seit 1945: eine europäische Emotion im Wandel
Die Angst vor Deutschland und den Deutschen war und ist eine der am tiefsten sitzenden kollektiven Emotionen in den Gesellschaften Europas. Sie prägt die Wahrnehmung der Deutschen durch andere Europäer und spielt eine Schlüsselrolle bei internationalen politischen Entscheidungen. Aber wie kann man eine Gefühlskultur wissenschaftlich fassen? Pierre-Frédéric Weber schreibt eine Zeitgeschichte der sich wandelnden europäischen Gefühlskulturen in Bezug auf die Deutschen. Seine Methoden gewinnt er aus einer um kulturwissenschaftliche Ansätze bereicherten Soziologie der Emotionen. Er fragt nach Konstruktion, Dauerhaftigkeit, Abbau, Reaktivierung und politischer Instrumentalisierung des ambivalenten Timor Teutonorum. Denn die Ängste der Anderen können wiederum in Deutschland Angst stiften. Ein bemerkenswerter Beitrag zum jungen Forschungsgebiet der Geschichte der Emotionen!
Dimensionen vergangenen Handelns
Historische Praxeologie richtet ihren Blick auf vergangenen Alltag. Ihr Interesse gilt dem historischen Menschen in seinem alltäglichen Tun und Sprechen, das sie in Praktiken verortet. Der Band stellt den historisch-praxeologischen Forschungsansatz programmatisch als neuen Zugriff auf die Kulturgeschichte vergangenen Handelns vor.
Praktiken sind erkennbare Muster im vergangenen Alltag. Sie zeichnen sich durch Routinen und Dynamiken, zeitgenössische Logik und Bedeutungszuschreibungen sowie das Mitwirken von Dingen aus. Als Zusammenhänge menschlichen Handelns sind sie bis heute lesbar. Der historisch-praxeologische Ansatz versteht sich als eine Weiterführung von Alltags- und Mikrogeschichte sowie Selbstzeugnisforschung.
Mit Beiträgen von M. Böth, J. Breittruck, J. Esch, A. Mariss, J. Cáceres Mardones, T. Neu, A. Raapke, B. Reicherdt und D. Sittler sowie einem runden Tisch mit N. Buschmann, D. Freist, M. Füssel, F. Hillebrandt und A. Landwehr.
Kulturgeschichte Polens seit 1945
Author: Markus Krzoska
Das Bild von Polen und seiner Geschichte ist für viele Deutsche von einer vermeintlichen Fremdheit und Andersartigkeit geprägt. Aber sind die polnischen Nachbarn wirklich so anders? Dieses Buch zeigt erstmals, wie stark Polen in den vergangenen 70 Jahren in gesamteuropäische und globale Zusammenhänge einbezogen war und was dies für seine Zukunft bedeutet. Markus Krzoskas überraschende Entdeckung: Die Konsequenzen der ideologischen Teilung des Kontinents im Kalten Krieg waren für die polnische Kultur und Gesellschaft geringer als allgemein vermutet. Viel stärker als in anderen Ostblockstaaten prägten Migration, Mobilität und Verflechtung zwischen Ost und West den Staat zwischen Oder und Bug. In seiner facettenreichen Schilderung schenkt der Autor dem »sozialistischen« Alltag besondere Aufmerksamkeit – bis hin zu Jazz, Beatmusik, Jugendmoden und dem Wodkakauf. Ein Buch, das die Perspektive auf unseren wichtigsten östlichen Nachbarn aktualisiert und verändert.
Zivilisationen und Religionen im antiken Mittelmeerraum
Der antike Mittelmeerraum war unzweifelhaft ein pluriverses Universum. Der vermeintlich einheitliche Raum wurde geprägt von unterschiedlichen Einheiten, die in intensivem Austausch miteinander standen, und so wurde das Mittelmeer zur Wiege zahlreicher Religionen. Wer »Mittelmeerraum« sagt, bringt Fernand Braudels Forschungen ins Spiel und legt eine Analogie zu seinem Grundkonzept für die antike Welt nahe. Von einer longue durée wird auch in diesem Sammelband ausgegangen, in dem die bleibende Bedeutung der antiken und vorantiken Hochkulturen für die Religionen des Mittelmeerraums dargelegt wird. Dabei wird keine umfassende Religionsgeschichte des antiken Mittelmeerraums vorgelegt, sondern entsprechend der dynamischen Komplexität des Raumes werden Akzentuierungen mediterraner Religionsgeschichte des Mittelmeerraums vorgenommen.
Zur Geschichte eines paradoxen Bedürfnisses
Unsere Gesellschaft will immer sicherer werden, sich schützen und möglichst alle Gefahren verbannen. Und dennoch: Immer wieder geben wir freiwillig unsere Sicherheiten auf, suchen gezielt nach Abenteuern. Ein paradoxes Bedürfnis? Das Buch deckt auf, wie Menschen immer wieder ihre einmal erlangten Sicherheiten preisgaben und preisgeben, um Abenteuer zu suchen. Aber was genau suchten sie eigentlich? Was fanden sie? Diesen Fragen gehen zehn Kapitel über Abenteuer und Abenteurer von den Kreuzzügen bis ins 20. Jahrhundert nach. Es zeigt sich: Das Abenteuer ist auf vielerlei Weise ein Ort der Sinnproduktion – nicht nur für den, der auszieht, es zu suchen, sondern auch für diejenigen, zu denen er es zurückträgt.
Die sporadischen und vom Zufall mitbestimmten Zeugnisse für jüdische Ansiedlungen vor den Pogromen von 1096 deuten auf eine Zuwanderung aus Gallien und Italien seit dem 9. Jh. hin. Vor diesem Hintergrund werden die beiden Sonderfälle erörtert, die ein abweichendes Bild bieten: Aachen, wo sich bereits zur Zeit Karls des Großen um 800 Juden aufgehalten haben, und Köln, wo ein Erlass Kaiser Konstantins von 321 den mit weitem Abstand frühesten Hinweis auf eine Judengemeinde nördlich der Alpen gibt.
Band 5: Erinnerung auf Polnisch
Schon einige Jahre bevor Maurice Halbwachs in den 1920er Jahren sein epochales Werk über das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen veröffentlichte, legte ein anderer Durkheim-Schüler, der Pole Stefan Czarnowski, seine ersten Texte zur Erinnerungskultur vor. Seine Überlegungen zur Präsenz von Geschichte in der Gegenwart stehen am Anfang einer polnischen Beschäftigung mit dem kollektiven Gedächt-nis, die auch angesichts der Erfahrungen Polens im 20. Jahrhundert ganz eigene Bahnen einschlug und im Westen kaum rezipiert worden ist. Die Anthologie vereint klassische Texte zu Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur, aber auch aktuelle Untersuchungen zu Geschichtspolitik und Erinnerungsorten.
Kulturgeschichte der Jagd im 19. Jahrhundert
Wer heute auf die Pirsch geht, steht in lebendiger Verbindung zum 19. Jahrhundert – mit seinen Waffen, seiner Kleidung, seiner Jagdtaktik, aber auch mit den Rechten, die er als Jäger und Heger beanspruchen kann. Dieses reich bebilderte Kompendium lädt ein zur Reise in jene faszinierend vielfältige Epoche, in der das Weidwerk, wie wir es kennen, entstand.
Carl Alexander Krethlow und sein Autorenteam berichten von der höfischen Prunkjagd und dem Ende der adligen Jagdprivilegien in den Revolutionen von 1789 und 1848. Auch die bäuerliche Schlingenjagd im alten Europa und ihr Fortbestehen nach 1800 werden anschaulich beschrieben. Die Leser lernen die unterschiedlichen Formen kennen, die Weidwerk und Jagd in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Russland annahmen. Besonderes Augenmerk gilt Jägertypen der Zeit – von den Kaisern Franz Joseph und Wilhelm II. über Zar Nikolaus II. hin zur zwiespältigen Figur des Wilderers. Auch die Rolle der Frau als Jägerin wird beleuchtet. Über den Beginn der Hege auf Grundlage forstwirtschaftlicher und biologischer Erkenntnisse wissen die Autoren gleichfalls kundig zu erzählen. Die Einflüsse der Jagd auf das militärische Scharfschützenwesen, auf die Mode und den Sport kommen ebenso zur Sprache wie ihre Darstel-lung in der uns heute oft erheiternden Trivialliteratur der Zeit.