Das Handbuch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands von Friedrich-Wilhelm Henning ist zu einem Klassiker der historischen Grundlagenliteratur geworden.
Wir bieten dieses immer noch hilfreiche Standardwerk als Komplettpaket zum erschwinglichen Sonderpreis an.
Es ist fraglich, ob jemals wieder ein einzelner Wissenschaftler in der Lage sein wird, so grundlegend, umfassend und souverän die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands vom frühen Mittelalter bis zum Jahr 1945 darzustellen. Der letzte Band des Werkes wurde von Markus Denzel, Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Leipzig auf Grundlage weit fortgeschrittener Manuskripte Friedrich-Wilhelm Hennings ediert.
Ungeschehene Geschichte von der Antike bis zum Steampunk
Wie wäre die Weltgeschichte verlaufen, wenn Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte? Wenn die Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg gesiegt hätten? Wenn die Computerrevolution nicht eingesetzt hätte? Johannes Dillinger nennt solche Gedankenspiele »Uchronien« und lässt seine Leser ein faszinierendes Genre entdecken – in Geschichtsschreibung und Literatur, Film und Popkultur. Dieses Buch voller Überraschungen zeigt, dass die Beschäftigung mit ungeschehener Geschichte nicht nur Ausgangspunkt zahlreicher literarischer Werke war, sondern auch Drehbuchautoren und Künstler inspiriert hat. Im »Steampunk« ist die Idee einer anders verlaufenen technischen Revolution zur Grundlage einer Szene-Ästhetik geworden, die auf die phantastischen Romane von Jules Verne zurückgeht. Doch die Uchronie ist nicht nur heiteres Spiel mit Geschichte – sie kann von Historikern auch dazu genutzt werden, ihre eigenen Auffassungen über das Verhältnis von Gesetzmäßigkeit und Zufall, Individuum und Gesellschaft, Strukturen und Ereignissen zu überprüfen. So bietet dieser unterhaltsame Parforceritt durch überraschende, kuriose und manchmal auch erschreckende Szenarien vielerlei Anregungen, um sich in die Welt der ungeschehenen Geschichte zu stürzen.
Band 1: Geteilt /Gemeinsam
130 Autoren, vier Bände auf Polnisch und fünf Bände auf Deutsch: Das größte gemeinsame deutsch-polnische Projekt im Bereich der Geisteswissenschaften wirft einen neuen Blick auf die nachbarschaftliche Beziehungsgeschichte beider Länder.
Was verbindet Napoleon, Rosa Luxemburg, Flucht und Vertreibung, das Jahr 1989, Solidarnos´c´ und Kreisau? Oder Preußen, die Oder-Neiße-Grenze und Russland? Es handelt sich um (einige) deutsch-polnische Erinnerungsorte.
Erinnerungsorte sind keine topographischen Orte, sondern historische Bezugspunkte der kulturellen Identität einer Gesellschaft. Dies können Personen, Ereignisse oder historische Phänomene sein. Der hier erstmals angewandte bilaterale Ansatz der Erinnerungsforschung hinter-fragt nationale Vorstellungen und entwickelt neue vergleichende Perspektiven.
Deutsche und Polen teilen viele Erinnerungen, die jedoch unterschiedlichen Identitätsbedürfnissen in beiden Gesellschaften entsprechen. Die hier vorliegenden Essays über gemeinsame und geteilte deutsch-polnische Erinnerungsorte erlauben analytische Einblicke in die Erinnerungskulturen beider Länder, in ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die deutsch-polnische Nachbarschaft bringt es mit sich, dass sich ohne die Kenntnis der polnischen Geschichte die deutsche und umgekehrt ohne die Kenntnis der deutschen die polnische Geschichte nur unvollkommen verstehen lassen.
Das Modell der "Zentralen Orte" zwischen NS-Staat und Bundesrepublik
Im Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Raumplanung zum Instrument für die vorgesehene Aneignung großer Teile Europas. Die bedeutendste konzeptionelle Grundlage dafür war Walter Christallers Modell der »Zentralen Orte«, eine Theorie über die optimale Verteilung von Städten und Menschen im Raum. Als Basis für weitreichende Entscheidungen machte dieses Konzept zwei Karrieren – eine im NS-Staat und eine in der Bundesrepublik.
Karl R. Kegler verfolgt die Geschichte der deutschen Raum- und Bevölkerungsplanung bis zum Ende der 1960er Jahre. Er weist erstmals umfassend nach, dass das Modell der »Zentralen Orte« von Beginn an einer ausreichenden wissenschaftlichen Begründung entbehrte – aber dennoch bis heute als Grundlage von Planung dient. Gerade deshalb illustriert der Erfolg des Modells in eindrucksvoller Weise Wunschdenken und Wechselwirkungen von Wissenschaft und Politik.
Krieg im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Gesellschaft
Die Festschrift zu Ehren des Militärhistorikers Bernd Wegner versammelt Aufsätze und Essays von Freunden und Kollegen, die sich im Kern mit Krieg und Gewalt in der Neuzeit im breiten Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Gesellschaft beschäftigen.
Die Beiträge knüpfen bewusst an Forschungsinteressen und -entwicklungen an, die Bernd Wegner im Laufe der letzten drei Jahrzehnte vorangetrieben und dabei wesentlich beeinflusst hat. Der Band nimmt wesentliche und in der Forschung intensiv debattierte Fragen aus den Komplexen Krieg, Frieden, Staatenkonflikte und -beziehungen in der Neuzeit auf. Essayistisch gehaltene Gesamtschauen zu neueren Entwicklungen in der Militärgeschichte und der Geschichte internationaler Beziehungen stehen dabei originären Skizzen jüngerer Forschung und Erkundungen neuartigen methodologischen Terrains gegenüber.
Die drei wissenschaftlichen Klassen und die Klasse der Künste der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste führen einmal im Jahr eine gemeinsame Veranstaltung (Plenum) durch, bei der jede Klasse zu einem übergreifenden Thema aus eigener Perspektive vorträgt. Die Vorträge werden anschließend kritisch und transdisziplinär diskutiert. Die Beiträge zu den Plenen werden in dieser Reihe zusammengefasst und publiziert.
Denkräume und Sozialwelten eines Historikers in der Globalisierung 1861-1940
Otto Hintze (1861–1940) gilt als einer der bedeutendsten Historiker seiner Zeit. Er wirkte an der Berliner Universität und an der Akademie der Wissenschaften zunächst mit Forschungsschwerpunkten in der preußischen Geschichte. Am Ende seines Lebens bezeichnete er sich selbst als Soziologen. Eine Biographie Hintzes konnte bisher nicht geschrieben werden. Hintzes Hauptwerke sind ungedruckt im Zweiten Weltkrieg untergegangen. Sie können jetzt rekonstruiert werden. Auf der Grundlage neu entdeckten und erstmals erschlossenen handschriftlichen Materials stellt Wolfgang Neugebauer die Sozialwelten eines Gelehrten dar, der sich, aus kleinen Verhältnissen aufsteigend, an der Berliner Universität sehr bald Denkräume erschloss, die sich zu globalen Dimensionen weiteten. Hintze stieß zu einer Sicht künftiger politischer Ordnungen vor, die geradezu Voraussagequalität hatte. Seine Wirkung wurde bisher überschattet durch eine Epoche der Katastrophen. Es gilt, einen hellsichtigen Denker zu entdecken, dessen Erkenntnisse uns noch heute überraschen können.
»Preußen als Kulturstaat im 19. Jahrhundert« – mit dieser Akzentuierung werden Konstanten und Wandlungen des Preußenbilds im 19. Jahrhundert betrachtet. Untersucht wird einerseits die Konstruktion und Propagierung Preußens als kulturelle Vormacht Deutschlands aus der Sicht der Apologeten und der Kritiker. Zum anderen wird das Verhältnis von staatlicher Kulturpolitik und Zivilgesellschaft näher beleuchtet. Welche Identifikationsebenen, aber auch welches Konfliktpotential wurden durch staatliche Gesetzgebung und bürgerliche Kulturpolitik mobilisiert? Schlossen konkurrierende Konzepte von Kultur, Gesellschaft und Staat ein gemeinsames Bekenntnis zum »Kulturstaat Preußen« aus?
Kulturwissenschaftliche Wege der Religionsforschung
Religion existiert nicht an sich. Sie wird zum sozialen Phänomen in Prozessen des Handelns und der Deutung. Das führen historische, literaturwissenschaftliche und ethnographische Studien für die Zeit vom Mittelalter bis zur Gegenwart vor. Der Band stellt eine Verbindung zwischen historischen, literaturwissenschaftlichen und ethnographischen Studien her, die sich mit dem internen Verhältnis von Religionen und Konfessionen und deren Beziehung zu anderen Bereichen der Gesellschaft beschäftigen. Die Untersuchungen reichen vom Mittelalter bis in die Gegenwart und greifen über Europa hinaus in den Vorderen Orient und nach Afrika. In bewusster Abgrenzung von der religionswissenschaftlichen Tradition verzichten die Beiträge dabei auf eine Definition von Religion. Sie historisieren ihre Gegenstände, analysieren sie in ihrer Prozesshaftigkeit und beschäftigen sich mit der performativen Kraft von Religionsbegriffen.
Welche Folgen hatte die Verbürgerlichung der deutschen Juden im 19. Jahrhundert auf das Geschlechterverhältnis? Inwiefern waren Einbindung, Erfahrung und Verarbeitung dieses Prozesses unterschiedlich für jüdische Männer und Frauen? Diesen für das Verständnis der deutsch-jüdischen Geschichte zentralen Fragen wird in dem Band ebenso nachgegangen wie den Auswirkungen, die Verfolgung, Vertreibung und Massenmord im 20. Jahrhundert auf die Geschlechterbilder und -rollen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft hatten und inwiefern sich deren langfristige Spuren bis in die Gegenwart nachweisen lassen. Ein konsequent geschlechtergeschichtlicher Blick trägt dazu bei, vermeintliche Gewissheiten, etablierte Periodisierungen und verbreitete Interpretationen zu überprüfen - und eröffnet so auch für die deutsch-jüdische Geschichte eine ganze Reihe neuer Perspektiven und Chancen.