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Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis
AutorIn: Aram Mattioli
Silvio Berlusconis Aufstieg zum mächtigsten Mann Italiens wurde durch einen tief gehenden Kulturwandel ermöglicht. Die Gesellschaft rückte nicht nur nach rechts. Das vom »Cavaliere« angeführte Bündnis baute die Erinnerungskultur immer mehr in ihrem Sinn um. Weshalb konnte der Faschismus im »Bel paese« wieder salonfähig werden? In die gleichermaßen brisante wie brillante Analyse des prominenten Italienkenners Aram Mattioli werden nicht nur Politikerreden, Memoiren, Bestseller und Filme einbezogen, sondern auch Gedenkrituale, Fernsehdiskussionen und die Errichtung von lokalen Denkmälern. Kurz, der populistisch und zunehmend illiberal regierende Mailänder Medienmogul hat das Land weit mehr verändert, als selbst informierte ausländische Beobachter meinen. Zur Anomalie des heutigen Italiens gehört, dass der grassierende Geschichtsrevisionismus nur noch von einer Minderheit als Skandal empfunden wird. Eine souveräne und konzise Darstellung des gesellschaftlichen Wandels in Italien von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart.
Ein Handbuch: Von Australien bis Neuseeland, von Samoa bis Vanuatu
Klimawandel und Klimadebatte, aber auch die wachsende geostrategische Bedeutung haben die Inselwelt Ozeaniens in den Focus der internationalen Politik gerückt. Das Handbuch vermittelt grundlegende Fakten und Informationen zur Außenpolitik der ozeanischen Staatenwelt und kann als erstes deutschsprachiges Buch für sich in Anspruch nehmen, umfassend den Themenbereich zu analysieren. International re-nommierte Fachwissenschaftler behandeln, alphabetisch geordnet, sämtliche unab-hängigen Staaten (Australien bis Vanuatu) sowie alle abhängigen Gebiete (Amerika-nisch-Samoa bis Wallis und Furuna). Ergänzt werden die Län¬derbeiträge durch Bei-träge zur APEC (Asia-Pacific Economic Conference) und zum PIF (Pacific Islands Fo-rum) als prägende Regionalorganisationen. Jedem Beitrag vorangestellt sind eine Karte, relevante landesspezifische Angaben (offi-zieller Name, Hauptstadt, Fläche, Bevölkerung, Staatsform, Staatschef, Außenminister, Sprachen, Religionen, Währung, Mitgliedschaften in internationalen Organisationen) sowie historische Grunddaten. Eine Zeittafel zur Entdeckung und Geschichte Ozeaniens sowie ein Personen- und Sachregister ermöglichen einen schnellen Zugriff zu den gesuchten Informationen.
Die Orientierung staatlichen Verhaltens an Maßstäben der Rationalität bildet eine Grundfrage jeder Rechtsordnung. Intersubjektiv vermittelbare Entscheidungskriterien sichern Berechenbarkeit und Bestimmtheit des Rechts. Die Berücksichtigung empirisch oder sonst wissenschaftlich begründeter Wirkungszusammenhänge ist Bedingung möglichst genauer Wirk samkeit staatlichen Handelns. Sie schützt individuelle Freiheit vor überschießenden Eingriffen. Der Blick auf die Wirklichkeit und deren Vielgestaltigkeit drängt zur Differenzierung und setzt der Typisierung Grenzen. Rationalität baut auf einer vorgegebenen Zwecksetzung auf, die ihrerseits in bestimmten Werten und Präferenzen wurzeln. Insoweit entfaltet jede Staatsordnung mit ihren normativ begründeten Werten ihre eigene Rationalität. Die Eigenrationalität der rechtlich verfassten Gemeinschaft konkurriert vielfach mit einer ökonomischen Rationalität und steht zu dieser in unterschiedlicher Nähe oder Distanz. Zugleich steht das Bemühen um Rationalität in einem Spannungsverhältnis mit weltanschaulich und sonst subjektiv begründeten Präferenzen. Das Grundgesetz, die Wirtschaftsordnung der Europäischen Union und völkervertragliche Regime nähern sich diesem Spannungsverhältnis in jeweils eigener Weise. Der Autor: Matthias Herdegen, Prof. Dr. iur. utr.; Direktor des Instituts für Völkerrecht sowie des Instituts für Öffentliches Recht der Universität Bonn; Mitglied des Menschenrechtsausschusses der International Law Association; Mitherausgeber des Grundgesetzkommentars Maunz/Dürig.
AutorIn: Helge Sodan
Wer soll Hüter der Verfassung sein? Diese verfassungstheoretische Frage hat die Verfassungspraxis in vielen Staaten längst beantwortet: Verfassungsgerichte tragen in besonderer Weise zur Wahrung der Verfassungen bei.

Diese Schrift ordnet Verfassungsgerichtsbarkeit in das staatliche Gewaltenteilungsgefüge ein. Sie untersucht die Doppelfunktion, die einem Verfassungsgericht als Gericht und Verfassungsorgan zukommt, und zeigt Konsequenzen auf. Diese betreffen etwa das Verhältnis zur Fachgerichtsbarkeit. In einem föderativen Staat können mehrere Verfassungsgerichte existieren, die zusammen ein bundesstaatliches System der Verfassungsgerichtsbarkeit bilden. Durch diese erhält rechtliche Statik den Vorrang vor politischer Dynamik.
Profil einer neuen Großmacht
AutorIn: Urs Schoettli
Indien – Entwicklungsland, Schwellenland oder Global Player? Das anschauliche, hochinformative Portrait einer neuen Großmacht, die auf der Bühne der Weltwirtschaft und der Weltpolitik mit wachsendem Erfolg eine immer bedeutendere Rolle spielt. Nachdem Indien sich unter Nehru und seinen Nachfolgern über Jahrzehnte hinweg einer protektionistischen Planwirtschaft verschrieben hatte, hat sich die größte Demokratie der Welt in den letzten fünfzehn Jahren der Welt geöffnet – mit unübersehbarem Erfolg. Ihr rasanter Aufstieg ist vergleichbar nur mit China. Aber das riesige Land hat viele Gesichter und viele Konflikte – religiös, sprachlich, ethnisch, ökonomisch, außenpolitisch. Der glänzende wirtschaft-liche Aufbruch, von Bangalore bis 'Bollywood', zeigt Schattenseiten. Er wirft Umweltprobleme größten Ausmaßes auf und er sorgt für wachsende neue soziale Unterschiede. Der Gegensatz zwischen dem ländlichen, rückständigen Indien und der Welt seiner modernen, wohlhabenden städtischen Mittelklasse wird immer größer. Während indische Konzerne wie selbstverständlich auf den Weltmärkten operieren, leben die meisten Inder weiter wie in einem Entwicklungsland. Ein spannendes Buch über einen Subkontinent zwischen heiligen Kühen und Hightech!
Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert
HerausgeberInnen: Rainer Liedtke und Klaus Weber
In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Begriff 'Zivilgesellschaft' in verschiedenen sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungsfeldern zwar Konjunktur, ist aber keineswegs eindeutig definiert. Philanthropie und organisierte Wohlfahrt sind dabei als gestaltende Elemente zivilgesellschaftlicher Formationen identifiziert, aber bislang unterbewertet worden, und irrigerweise wird Religion von vielen Wissenschaftlern noch immer als Antagonist der Zivilgesellschaft verstanden. Der vorliegende Band macht einerseits die vielfältigen Beziehungen zwischen organisierter Religion, privater Religiosität und philanthropischem Engagement deutlich. Andererseits verdeutlicht er, dass Religion und Philanthropie bzw. Wohltätigkeit wichtige Antriebskräfte bei der Entwicklung zivilgesellschaftlicher Strukturen und Aktivitäten waren. Die Beiträge erörtern dies in verschiedenen nationalen europäischen Kontexten, in transnationaler Perspektive und kulturübergreifend auch für die japanische Gesellschaft.
Eine Standortbestimmung der Verfassungstheorie
Die Verfassungstheorie befriedigt den Theorie-Bedarf, den die anwendungsorientierte Verfassungs-dogmatik nicht zu stillen vermag. Die Verfassungsdogmatik ist als juristische Gebrauchsdisziplin für die Verfassungspraxis dann am wertvollsten, wenn sie sich ganz auf das positive Verfassungsrecht konzentriert, wenn sie im besten Sinne des Wortes verfassungspositivistisch arbeitet. Damit freilich geraten die gleichsam 'hinter' den Verfassungsbestimmungen liegenden Bewegungsgesetze der Verfassung, die Voraussetzungen und Erwartungen für ein Funktionieren der Verfassung, notgedrungen aus dem Blick. Just ihnen wendet sich die Verfassungstheorie zu und stellt auf diese Weise eine Verbin-dung der anwendungsorientierten Verfas-sungs-dogmatik mit den theoretisch ausge-rich-teten Grundlagendisziplinen wie der Rechts-philosophie und der Rechtstheorie, den vergleichend arbeitenden Disziplinen wie der Ver-fassungsgeschichte, der Allgemeinen Staats-lehre und der Verfassungskomparatistik oder auch der empirisch fundierten Verfassungs-soziologie her. Der Verfassungstheorie kommt dabei die stets neu zu leistende Doppel-aufga-be zu, Verfassungslegalität und Verfassungs-legitimität auf der einen Seite voneinander zu scheiden, sie aber auf der anderen Seite miteinander zu vermitteln.
3. Auflage
HerausgeberIn: Bernhard Chiari
Im Frühjahr 2006, als die Erstauflage dieses Bandes erschien, standen in Afghanistan bereits seit längerem US-geführte Kräfte im Rahmen der Operation »Enduring Freedom« im Kampfeinsatz gegen den internationalen Terrorismus. Dieser Auftrag war deutlich von der Mission der internationalen Schutztruppe ISAF abgegrenzt, nämlich günstige Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau im Land zu schaffen. In den afghanischen Südprovinzen eskalierten seither die Auseinandersetzungen mit den wiedererstarkten Taliban. Mittlerweile muss dort neben den Kräften der Antiterror-Koalition auch ISAF einen Krieg gegen deren Verbände führen. Das internationale Engagement im Land wird noch viele Jahre andauern, ohne dass derzeit erkennbar wäre, wann sich der nach westlichen Vorstellungen konzipierte afghanische Staat zu einem allein lebensfähigen und von allen Afghanen akzeptierten, friedlichen Gemeinwesen entwickelt haben wird.
Der »Wegweiser zur Geschichte: Afghanistan« liegt nun in einer dritten, erweiterten und aktualisierten Fassung vor. Er soll es interessierten Lesrinnen und Lesern ermöglichen, sich rasch über Geschichte und Kultur des Landes, aber auch über aktuelle Konfliktstrukturen zu informieren. Die dritte Auflage bildet nicht nur die Entwicklung bis Ende 2008 ab, sondern berücksichtigt gleichzeitig das lebhafte Feedback, welches das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) aus den Reihen von mittlerweile mehr als 90.000 Lesern erreicht hat.
Probleme des Lebensschutzes in der Demokratie
HerausgeberIn: Manfred Spieker
Das Verbot, Unschuldige zu töten, ist die Grundlage der rechtsstaatlichen Demokratie. Die Aufhebung dieses Verbotes rechtsstaatlich regeln zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. In diesen Widerspruch verwickelt sich jeder Gesetzgeber, der glaubt, Abtreibung, Euthanasie oder embryonale Stammzellforschung legalisieren zu können. Vordergründig geht es in den biopoliti-schen Debatten um die Stichtagsregelungen des Stammzellgesetzes, um Spätabtreibungen und Patientenverfügungen. Letztlich aber geht es immer wieder um den Status des Embryos, um seine Menschenwürde und sein Lebensrecht einerseits und in der Debatte um Patientenverfügungen um die Würde des Sterbenden andererseits. An Embryonen forschen, um Stammzellen zu gewinnen, heißt Embryonen zerstören. Der deutsche Sonderweg, die Forschung auf die importierten Produkte dieser Zerstörung zu beschränken, ist nicht weniger problematisch als die Zerstörung selbst. Der Streit um die embryonale Stammzellforschung steht im Mittelpunkt des Bandes, der eine Ringvorlesung der Universität Osnabrück im Sommersemester 2008 dokumentiert. Aber auch die klassischen Fragen der Bioethik und der Biopolitik, die es gibt, seit Menschen existieren, nämlich Abtreibung und Euthanasie, kommen zur Sprache. Zu den Autoren gehören Robert Antretter, Wilfried Härle, Christian Hillgruber, Jörg-Dietrich Hoppe, Angelika Pokropp-Hippen, Eberhard Schockenhoff, Hans Schöler, Robert Spaemann, Christoph Student, der Herausgeber sowie die Bischöfe Andreas Laun (Salzburg), Reinhard Marx (München) und Jozef Zycinski (Lublin), Vorsitzende von Lebensrechtsgruppen und Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Sie bürgen für Kompetenz und klare Positionen.
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.