Sozialkatholische Ordnungsdiskurse im Deutschen Kaiserreich 1871-1918
AutorIn: Christina Riese
Mit der Industrialisierung endeten die klassischen Hungerkrisen. Hunger blieb aber ein Problem besonders in der Arbeiterschaft. Wie gingen katholische Bürger mit dieser Herausforderung um? Wie kommunizierten sie darüber? Welche Institutionen gründeten sie? Welche Gesellschaftsbilder hatten sie? Die Studie untersucht die sozialkatholischen Ordnungsdiskurse, die innerhalb des Milieus geführt wurden. Sie geht von der Beobachtung aus, dass Unter- und Mangelernährung in der Industriegesellschaft des Kaiserreichs ein brisantes Bedrohungspotential für die herrschenden Ordnungsvorstellungen hatte. Die Studie kann zeigen, dass die katholische Diagnose zerfallender Ordnung erheblich zum inneren Zusammenhalt des Milieus beitrug. Deutlich wird dies an den verschiedenen Diskursorten, die eingehend analysiert werden: von den Katholikentagen, über die vinzentinischen Vereine und Arbeitervereine bis hin zur Caritas.
Katholizismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland
Karl Forster, Priester, Kirchenpolitiker und Pastoraltheologe, war eine herausragende Gestalt des bundesdeutschen Katholizismus. In den 1960er Jahren trieb er an den Schnittstellen zwischen politischer Kultur und Kirche deren Öffnung maßgeblich voran. Als Gründungsdirektor der Katholischen Akademie in Bayern zählte er zu den Wegbereitern des Dialogs mit der SPD. In den nachkonziliaren Richtungsstreitigkeiten setzte er sich als Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz und Mitorganisator der »Würzburger Synode« für einen Ausgleich in bildungspolitischen Fragen und für Mitverantwortung von Laien in der Kirche ein. Als Pastoraltheologe beschritt er neue Wege in der Kirchensoziologie. Erstmals werden sein Leben und Wirken quellennah nachgezeichnet. Sein Verständnis von einer die Demokratie stärkenden Kirche wirkte richtungsweisend.
Band 1: Alte Kirche
Mit dem auf vier Bände angelegten Werk wird erstmalig eine Ikonologie der christlichen Kunst im historischen Ablauf geschildert. Die komplexe Geschichte des Bildes in der Kirche wird ausgehend von der Intention der Darstellungen auf den verschiedenen Bildträgern aufgezeigt und die Weise der damit verbundenen Argumentation fundiert dargelegt. Eingebettet in allgemeine historische Entwicklungen wird der Wandel der Themenkreise beschrieben. In der Einleitung werden die Prinzipien der Arbeit erläutert. Teil 1 (Alte Kirche) behandelt zunächst die Entstehung einer christlichen Bildkunst am Grabe und geht dabei besonders auf die vielfältige Gestaltung der Sarkophage und Katakomben ein. Ebenso wird der spätere Übergang in die Kirchdekoration sowie die mediale Vielfalt in Spätantike und beginnendem Mittelalter (u.a. Münzen, Diptychen, Buchmalerei) aufgezeigt. Nach gleichen Prinzipien werden in Teil 2 die Bildkunst des Mittelalters, in Teil 3 die der Neuzeit und in Teil 4 die andersartige Entwicklung in der Ostkirche geschildert.
Schöpfung – Mutterschaft – Passion
Religion und Wissen waren im vormodernen Europa keine Gegensätze. Sie befruchteten sich vielmehr gegenseitig; und ihr komplexes Zusammenwirken hat kraftvoll dazu beigetragen, dass sich in Europa jene spezifische Wissensgesellschaft ausbildete, die im Selbstverständnis der westlichen Moderne bis heute einen prominenten Platz einnimmt. Der Band untersucht, wie im Laufe der Jahrhunderte die Auseinandersetzung mit drei zentralen Themen der Bibel neue Wissensbestände und Formen des Wissens hervorgebracht hat. Die Autorinnen und Autoren gehen aus von den biblischen Aussagen zur Schöpfung, zur Jungfräulichkeit und Mutterschaft Mariens und zur Passion Christi. Sie beobachten, wie aus der immer wieder neuen Aktualisierung und Aneignung dieser Aussagen in Texten, in Bildern und in Ritualen neues Wissen über die Welt entstand – ein Wissen, das Lebensbereiche auch fern der Religion strukturieren konnte und schließlich auch den Geltungsanspruch des Bibeltextes selbst in Frage stellte.
Umweltpolitik im Bereich von Energie, Boden und Wachstum gehört zu den Kernfragen nationaler und internationaler Politik. Wie können globale, gerechte und nachhaltige Lösungen aussehen?
In diesem Sammelband der Reihe „Sozialethik konkret“ wird die vielschichtige Problematik einer globalen und gerechten Umweltpolitik aufgegriffen und aus der Sicht unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen diskutiert. Im Diskurs der verschiedenen Wissenschaften sollen eine ausgewogene Beurteilung der Thematik erreicht, Vorschläge zur konkreten Gestaltung von Reformprozessen und konkrete Ausgestaltungen der Umweltpolitik erarbeitet und offene und weiterführende Fragestellungen identifiziert werden.
Es handelt sich um ein Paket der Bände 1-5 der Reihe "Katholizismus zwischen Religionsfreiheit und Gewalt."

Band 1: ISBN: 978-3-506-76933-6: Religionsfreiheit und Pluralismus

Band 2: ISBN: 978-3-506-77405-7: Wie fand der Katholizismus zur Religionsfreiheit?

Band 3: ISBN: 978-3-506-76934-3: Religion – Gewalt –Terrorismus

Band 4: ISBN: 978-3-506-77406-4: Die Anerkennung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil

Band 5: ISBN: 978-3-506-77407-1: Modelle des religiösen Pluralismus
Hungerkatastrophen und Konsumkritik im deutschen Katholizismus 1958–1979
Hungerkatastrophen der sogenannten „Dritten Welt“ prägten die Wahrnehmung einer ganzen Generation in der Bonner Republik: Das „Biafrakind“ weckte enorme Emotionen und forderte zu umfangreichen Hilfsaktionen heraus, „Biafra“ wurde aber auch zur Chiffre für die neue Herausforderung globaler Gerechtigkeit.

Erstmals werden in diesem Band die Auswirkungen des weltweiten Hungerszenarios auf den Katholizismus in Deutschland behandelt. Im Kontext neuer gesellschaftlicher Bewegungen trat in Teilen engagierter Katholiken die politische Aktion für die „Dritte Welt“ an die Stelle des traditionellen Verständnisses karitativer Fürsorge und Hilfe und löste im Kampf um gerechtere Utopien heftige Konflikte aus. Ihr Engagement trug kirchlichen Institutionen jedoch auch viele Sympathien ein und ermöglichte ihnen bis heute geltenden Einfluss im entwicklungspolitischen Bereich.
Rudolf Steiners Ideen zwischen Esoterik, Weleda, Demeter und Waldorfpädagogik
AutorIn: Helmut Zander
Die Anthroposophie Rudolf Steiners (1861–1925) ist eine esoterische Großmacht. Zu ihrem Netzwerk gehören Hochschulen und die Waldorfpädagogik, biodynamische Bauernhöfe und Krankenhäuser, irgendwie auch profitable Banken und der „Omnibus für direkte Demokratie“, Kosmetika und dm-Märkte, eine Esoterische Schule und der Mondkalender nach Maria Thun. Silvio Berlusconi und Helmut Kohl haben ihre Kinder auf Waldorfschulen geschickt, der ehemalige Innenminister Otto Schily hielt die Existenz von „Luzifer“ und „Ahriman“ für verbürgt. Aber welche Überzeugungen stehen dahinter? Welche anthroposophischen Organisationen gibt es? Wie sieht ihre Innenwelt aus? Und welche Macht besitzen sie? Helmut Zander kartiert die schwer überschaubare Welt der Anthroposophie und bietet Einschätzungen von Stärken und Schwächen der anthroposophischen Pädagogik, Landwirtschaft und Medizin.
Die Entwicklung der Vertonungen des Ordinarium Missae von 1743 bis 1798
AutorIn: Gunnar Wiegand
St. Peter galt in ihrer spirituellen Bedeutung als Haupt- und Musterkirche des Christentums, heutzutage wird sie gar als bedeutendste neuzeitliche Kirche Roms angesehen. Das Domkapitel wählte für das Profiensemble der »Cappella Giulia« nur die besten Bewerber in das Amt des Kapellmeisters, sodass die Messen den neuesten musikalischen Geschmack widerspiegelten. Der Band lädt Musikwissenschaftler und andere an klassischen Klängen Interessierte dazu ein, eine neue musikalische Facette des Vatikans kennenzulernen, denn er präsentiert zum ersten Mal die faszinierende Musik, die zu den Messen in der Basilika erklungen ist, identifiziert sämtliche vertonte Messordinarien, die zwischen 1743 und 1798 entstanden sind, ordnet sie in den historischen Kontext ein und charakterisiert sie exemplarisch.
Katholischer Solidarismus im Ringen um die Wirtschafts- und Sozialordnung
Gustav Gundlach SJ gehört – schon in der Zeit der Weimarer Republik – zu den zentralen Figuren der katholischen Soziallehre. Der Band rekonstruiert das theoretische Profil dieses heute nur noch wenig beachteten Autors. Die katholische Soziallehre hat sich seit dem frühen 20. Jahrhundert – wesentlich geprägt von den Jesuiten Heinrich Pesch, Oswald von Nell-Breuning und Gustav Gundlach – als katholischer Solidarismus profiliert, der nach einem „Dritten Weg“ jenseits von Kapitalismus und Sozialismus Ausschau hielt. Dieser Solidarismus konnte – in der Weimarer Republik ebenso wie in der frühen Bundesrepublik – einige Impulse zur Entfaltung des nicht allein an Markt oder Staat, sondern an korporatistischen Konflikt- und Konsens-Arrangements orientierten deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells setzen. Am Beispiel Gundlachs werden wichtige Einsichten des katholischen Solidarismus zur Sprache gebracht, die auch heute noch relevant sind.