Friedrich Schlegels altertumswissenschaftliche Manuskripte
HerausgeberInnen: Ulrich Breuer und Christian Benne
Der Band stellt einen ersten Versuch zur wissenschaftlichen Erschließung zweier nachgelassener Manuskriptkonvolute des jungen Friedrich Schlegel dar, die bisher weder gedruckt noch ediert vorliegen.
Die Studien des Alterthums und die Fragmente zur Geschichte der griechischen Poesie entstanden Mitte bis Ende der 1790er Jahre, in der heißen Phase der Frühromantik. Sie behandeln die antike Literatur und ihr Nachleben genauso wie grundsätzlichere Fragen zur Theorie der Philologie und der Literaturgeschichtsschreibung. Für die Romantikforschung und für die Wissenschaftsgeschichte der Philologie sind sie von richtungsweisender Bedeutung. Dies wird hier in ständiger Rücksicht auf die Bedeutung der Philologie selbst reflektiert.
Jahrbuch der Fr. Schlegel-Gesellschaft 21. Jahrgang 2011
HerausgeberInnen: Ulrich Breuer und Nikolaus Wegmann
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.

Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet es neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Frühromantische Kunstkritik und Hermeneutik
AutorIn: Manuel Bauer
Die Genese der modernen Hermeneutik aus der frühromantischen Kunstkritik - zur Theorie und Praxis der Interpretation um 1800.
Friedrich Schlegel und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher gelten als Begründer der romantischen und damit der modernen Hermeneutik schlechthin, zugleich aber auch als Vertreter der frühromantischen 'Antihermeneutik' und Verstehensskepsis. Der Band vergleicht erstmals die hermeneutischen Leistungen Schlegels und Schleiermachers und entfaltet ein differenziertes Bild der Literaturkritik und Textauslegung zwischen ca. 1790 und 1830, indem er die methodologischen Prämissen der untersuchten Autoren an ihrer performativen Umsetzung misst. Die Studie diskutiert früh-romantische Philologie, Kritik und Hermeneutik im praktischen Vollzug anhand exemplarischer, teilweise bislang kaum wahrgenommener Texte. Zu diesem Zweck werden nicht theoretische Einzelaussagen gesammelt und systematisiert, sondern interpretierende Texte in all ihren Widersprüchen ernst genommen.
Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft 19. Jahrgang 2009
HerausgeberInnen: Ulrich Breuer und Nikolaus Wegmann
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.

Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet es neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Literaturhistorische Positionierungen Annette von Droste-Hülshoffs
Was Droste-Hülshoffs OEuvre angeht, fällt es schwer, klare Zuordnungen vorzunehmen. Handelt es sich um eine Autorin der Restauration respektive des Biedermeiers? Oder doch um eine Frührealistin? Weisen eine Reihe von Texten sie als Spätromantikerin aus – oder kennzeichnet das Geistliche Jahr sie gar als Epigonin barocker Rhetorik? Auf eine Weise scheint Droste die Bewohnerin eines literaturhistorischen Niemandslandes – zwischen altmodisch Überkommenem und dessen Transgression – zu sein. Der vorliegende Band leuchtet diese literaturhistorisch prekäre Position Drostes aus, die ihre Texte so spannungsreich und eigenwillig macht. Dabei geht es nicht darum, die Autorin programmatisch als Avantgardistin avant la lettre zu präsentieren: Die ‚Modernitätseffekte‘, die sich an den Texten Drostes beobachten lassen, werden vielmehr in Bezug gesetzt zur Traditionsverfallenheit der Autorin. Mit Beiträgen von Frauke Berndt, Stefan Börnchen, Achim Geisenhanslüke, Martha B. Helfer, Irmtraud Hnilica, Oliver Kohns, Astrid Lange-Kirchheim, Marcel Lepper, Claudia Liebrand, Rüdiger Nutt-Kofoth, Günter Oesterle, Bastian Reinert, Martin Roussel, Franziska Schößler, Ourania Sideri und Thomas Wortmann.
AutorIn: Harro Zimmermann
Friedrich Schlegel hat an der Seite von Kaisern und Fürsten gestritten, und war doch ein ironischer Revolutionär und Priester der Sinnenlust. Er war Glanzschreiber einer religiös fundierten Staatsbewahrung und Propagandist eines befriedeten Vaterlandes, und hat dennoch kein Recht erhalten vor dem großen Ernst der deutschen Geistesgeschichte. In Deutschland war er nie erwünscht, seine Heimat lag immer nur hinter ihm oder vor ihm. Vor zweihundert Jahren kam in der Romantik eine nie da gewesene Modernitätskrise zum Ausdruck, auf deren desorganisierte Wissenskultur sie verheißungsvolle Antworten zu geben versuchte. Und noch heute lässt sich die Wiederkunft der Romantik auf dem Buchmarkt und in der Forschung nicht losgelöst betrachten vom globalen Realitätssturz des Jahres 1989 und seinen mentalitätsgeschichtlichen Folgen. Die Erfahrung unabsehbarer Weltkontingenz und Plötzlichkeit der Entwicklung teilt die historische Romantik mit ihrer Renaissance im Zeitreflex unserer Tage. Damals wie heute ist das Bewusstsein vom 'vernünftigen' Fortschritt der Menschheit einem vielstimmigen Zweifel unterworfen, sind die säkularisierten Religionen mit dem Dilemma eines gläubigen politischen Fundamentalismus konfrontiert. Harro Zimmermanns Buch beschreibt den neuen Typus des 'gesellschaftlichen Schriftstellers' am Ende des 18. Jahrhunderts in seinen intellektuellen Anstrengungen, Hoffnungen und Irritationen vor einem differenzierten Zeit- und Wirkungshorizont. Es wird erkennbar, wie das Denken Schlegels die Erbschaft der Aufklärung bewahrt und verwandelt. Der Leser wird Zeuge einer dramatischen intellektuellen Entwicklung, die mit der ironisch-politischen Provokation des Frühromantikers anhebt, um schließlich in einem verjüngten Wissensglauben zu enden, der die Zerstörungskräfte der Moderne noch einmal in die Erziehung des Menschengeschlechts heimholen möchte.
Zur Transformation frühromantischer Konzepte im 19. Jahrhundert
Die Romantikforschung der letzten 25 Jahre hat mit herausragenden Ergebnissen einen neuen Blick auf die Phase der Frühromantik hervorgebracht. Mit der Fokussierung auf einen kurzen, zweifellos besonders produktiven Zeitraum gingen jedoch implizite Bewertungen einher, eine Identifikation mit der als 'progressiv' angesehenen Frühromantik und eine Abgrenzung von der Entwicklung nach 1800, die als politisch und ästhetisch 'konservativ' galt. Der vorliegende Band reagiert auf diese Situation: Untersucht wird, wie frühromantische Konzepte unter den veränderten Bedingungen des 19. Jahrhunderts transformiert wurden. In welchem Konnex stehen die Phasen der Romantik, wie werden ästhetische Formen weiterentwickelt, wie werden die Subjektivitätskonzepte der Frühphase mit dem Bedürfnis nach Integration vermittelt, in welchem Verhältnis stehen das Wissen um die Vorläufigkeit mit der Behauptung von 'Wahrheit'? Fragen dieser Art sollen in diesem Band aus interdisziplinärer Perspektive behandelt werden, um nach einer Phase der Separierung wieder das Gesamtphänomen Romantik in den Blick zu bekommen.
Theorie und Sprache bei Novalis
Wie aus frei schwebenden Ionen und Kationen Salzgitter kristallisieren, so schlagen sich freie geistige Bewegungen in Sprache nieder, sofern nicht zielgerichtet gesprochen wird. Doch wie im Salzgitter die Elementarteilchen der Atome nicht fixiert sind, sondern nach wie vor schwingen, so ist auch die Wahrheit im Sprachkristall nicht fest und verfügbar. Novalis schwebt zwischen einer metaphysischen und einer dekonstruktiven Sprachauffassung, indem er eine dritte propagiert, die beide verbindet: die Theorie der Sprache als oszillierende Kristallisation – ein von Novalis bewusst gewähltes Paradox.
Die Spannung zwischen Kirche und Welt, zwischen Katholizismus und Moderne bildet den Hintergrund dieser Untersuchung zum literarischen Anspruch der 1903 von Karl Muth gegründeten Zeitschrift Hochland. Mit einem kritischen Blick auf die von widersprüchlichsten Strömungen durchsetzte konfessionelle Kultur ist dieses Buch ein unverzichtbarer Beitrag zu einem differenzierteren literaturhistorischen Bild der Epoche von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg. Inwieweit konnte Hochland das katholische Milieu durchbrechen? Wie artikulierte sich der Versuch der Zeitschrift, Anschluss an die deutsche Kultur zu finden und welche 'deutsche Kultur' galt ihr als Leitbild? Welche Funktion hatte Hochland für eine 'Wiederbegegnung von Kirche und Kultur'? In der Diskussion der ästhetischen und literarischen Fragen vor dem Hintergrund der politischen und sozialen, der theologischen und wissenschaftsgeschichtlichen Problemfelder der Epoche bis zum Ersten Weltkrieg wird das ambivalente und spannungsgeladene Verhältnis von katholischem Milieu und Nation deutlich. In einer facettenreichen Analyse entwirft die Autorin ein kritisches und streckenweise korrigierendes Bild des Anspruchs von Zeitschrift und Herausgeber, eine katholische Hochliteratur zu fördern und zu etablieren.