Nach Titel durchsuchen

HerausgeberInnen: Ulrich Breuer und Nikolaus Wegmann
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.
Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Reisekultur im Alten Europa
AutorIn: Antoni Maczak
HerausgeberIn: Igor Kakolewski
Von den Bedingungen, unter denen Menschen im Europa der Frühen Neuzeit Reisen unternahmen, haben wir heute kaum eine Vorstellung. Alte Reiseberichte übergehen meist Beschreibungen der Straßenzustände, die Unbequemlichkeit der Kutschen, die Trostlosigkeit durchquerter Landstriche – obwohl vor allem solche Umstände den Reisealltag ausmachten.
Antoni Ma?czak lässt die Erfahrung des Unterwegsseins zwischen 1500 und 1700 lebendig werden. Er zeigt, warum man reiste, was man sich vom Reisen erhoffte und wie man durchs Reisen verändert wurde. Probleme wie die Gefahr von Kutschenunfällen, die mühsame Suche nach erträglichen Herbergen oder zuverlässigen Begleitern geraten in den Blick. Wir hören von widrigem Wetter und Gelände, wilden Tieren, marodierenden Soldaten und Wegelagerern. Uns begegnen lästige Bettgenossen und eilfertige Gastwirte, zweideutige Reisebekanntschaften und strenge Zollkontrolleure. All dies verbindet der Autor mit farbigen Porträts verschiedener Typen von Reisenden – von Bischöfen und Gesandten mit prächtigem Gefolge bis zum einsamen Pilger und zum Gelehrten, der sich aus Wissensdurst und Fernweh auf den Weg machte.
Schriftsteller, Radikalaufklärer und gelehrter Soldat
AutorIn: Guido Naschert
HerausgeberIn: Guido Naschert
Friedrich Christian Laukhards (1757–1822) Schriften werden im vorliegenden Band erstmals von einer Gruppe von Forschern aus verschiedenen Disziplinen in den Blick genommen. Jenseits mancher Klischees vom fahrenden Magister und berüchtigten Burschen soll neues Interesse an diesem schillernden Aufklärer geweckt werden.
Laukhards Texte sind Quellen ersten Ranges, wenn es um die Erforschung der besonderen Situation der Spätaufklärung, ihrer Kultur und Klandestinität geht. Milieus und Praktiken der Radikalaufklärung, die in den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht worden ist, werden in seinen Texten ungewöhnlich freimütig benannt. Die Beiträge dieses Bandes bahnen Wege in den literarischen Untergrund der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts. Das Buch richtet sich an Germanisten, Philosophen und Historiker, vor allem jedoch an Laukhards Leser.
Discourses of Martyrdom in the Eighteenth- and Nineteenth-Century United States
AutorIn: Heike Jablonski
Heike Jablonski untersucht, wie John Foxes berühmtes Märtyrerbuch in den USA des 18. und 19. Jh. rezipiert und interpretiert wurde und zeigt, wie wichtig Märtyrergeschichten für die amerikanische Identität sind.
Die Autorin stellt die US-Publikationsgeschichte des »Book of Martyrs« dar und analysiert, wie sich unterschiedliche religiöse und politische Gruppierungen in den USA als Märtyrer in der Foxeschen Tradition sahen. Auf der Grundlage umfassenden Archivmaterials zeigt sie, dass der amerikanische Antikatholizismus sehr stark von der englischen Martyrologie beeinflusst wurde. Auch im Kontext des Strebens nach Religionsfreiheit wurden Foxes Geschichten rezipiert. Heike Jablonski beschreibt weiterhin, welche tragende Rolle Märtyrergeschichten in der amerikanischen Kinderliteratur des 18. und 19. Jh. spielten und stellt dar, wie stark die Abolitionisten von Foxes Buch geprägt waren.
HerausgeberInnen: Jürgen Trabant und Bettina Lindorfer
Der Band enthält die beiden großen Textfragmente Wilhelm von Humboldts, die er als Einleitungen zu seinem Buch über die amerikanischen Sprachen begonnen hat, die aber nach einer kurzen Skizze des geplanten Werkes in die Entfaltung der Grundlagen des Sprachstudiums übergehen.
Obwohl ihre Entstehungszeit mehr als zehn Jahre auseinanderliegt, verbindet dieser gemeinsame Gestus des Übergangs von der Amerikanistik in die Sprachphilosophie die hier vorgelegten Texte. Der erste ist zu Beginn des amerikanischen Projekts entstanden, als Wilhelm von Humboldt ein französisches Buch über die Sprachen Amerikas für das Reisewerk seines Bruders zu schreiben beginnt, der spätere markiert das Ende der Beschäftigung mit den amerikanischen Sprachen durch den Übergang zum »allgemeinen Sprachtypus«.
Das Denken rechter katholischer Intellektueller in Deutschland und Großbritannien 1918-1939
AutorIn: Johannes Tröger
Die Antworten rechter katholischer Intellektueller auf die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen nach dem Ersten Weltkrieg markieren eine eigenständige Position in der fragmentierten Ideengeschichte der Zwischenkriegszeit.
Johannes Tröger analysiert mit den Mitteln einer systematisch vergleichenden Ideengeschichte die Strukturen rechten katholischen Denkens in Deutschland und Österreich auf der einen und Großbritannien auf der anderen Seite. Im Mittelpunkt stehen Intellektuelle wie G.K. Chesterton, Hilaire Belloc, Dietrich von Hildebrand, Othmar Spann, Martin Spahn, ihre radikale Kritik an den Zuständen und ihre Alternativvorstellungen für die Zukunft. Der Vergleich offenbart sowohl die Gemeinsamkeiten in einer vor allem historisch begründeten Kapitalismus- und Liberalismuskritik als auch die sehr unterschiedlichen, aus einem idealisierten Mittelalter abgeleiteten Überlegungen zur zukünftigen Organisation von Politik und Wirtschaft.
Kriegserfahrungen österreichisch-ungarischer Offiziere 1914–18
AutorIn: Martin Schmitz
Im Sommer 1914 zogen die Offiziere Österreich-Ungarns an der Spitze einer einzigartigen multiethnischen Armee in den »Großen Krieg«. Doch bislang weiß man nur wenig über die Erfahrungen, die sie dort machten.
Veränderte sich im Verlauf des Krieges das Selbstbild der Offiziere? Welche Rolle spielten Vorkriegserwartungen bei der Bekämpfung von Partisanen und »inneren Feinden«? Wie lässt sich die unterschiedliche Bewertung der Militärelite der Donaumonarchie im Laufe der Zeit erklären? Welche Faktoren erwiesen sich während des Krieges als entscheidend für die Kampfkraft der österreichisch-ungarischen Truppen? Und warum blendete man diese Erkenntnisse in der Nachkriegszeit systematisch aus?
Auf Basis neuentdeckter Quellen beantwortet Martin Schmitz diese und andere offene Fragen und widerlegt zählebige historische Mythen.
Die Geschichte der katholischen Sioux
AutorIn: Manuel Menrath
Ein nahezu unbekanntes Kapitel in der Geschichte der europäischen Eroberung Nordamerikas wird entdeckt: die Bekehrung der Sioux. Manuel Menrath nimmt seine Leser mit in die Zeit des »Wilden Westens« und an die Orte eines Geschehens, an das sich die Nachfahren der damaligen Indianer vielfach nur mit Trauer und Bitterkeit erinnern. Kaum jemand in Europa weiß, dass heute ein Großteil der Sioux der katholischen Kirche angehört. Einst galten sie als das kriegerischste Volk auf dem Gebiet der heutigen USA. Unter ihren Anführern Red Cloud und Sitting Bull lehrten sie die weißen Eindringlinge das Fürchten. Doch als die Büffel beinahe ausgerottet waren und die Armee ihre Jagdgründe endgültig besetzte, mussten sich auch die letzten Widerstandskämpfer mit ihren Familien ins Reservat begeben. Dort wurden sie vom Benediktiner Martin Marty aus Einsiedeln und dessen Gehilfen missioniert und »zivilisiert«. Während sich Red Cloud katholisch taufen ließ, blieb Sitting Bull standhaft. Der berühmte Chief hielt an seiner traditionellen Weltanschauung fest. Damit forderte er Marty und seine Missionare immer wieder aufs Neue heraus. Das Buch erzählt erstmals diese Bekehrungsgeschichte, der Martin Marty sein Leben widmete. Dem Kirchenmann wurden Ehren und Wertschätzung bis heute zuteil. Die Sioux hingegen erlebten die Missionierung als Trauma und Tragödie: Zu spät erkannten sie, dass der neue Glaube nicht mit dem alten verbunden werden durfte.
Herausforderungen von der Antike bis zur Gegenwart
Die demographische Entwicklung in Deutschland bringt große Herausforderungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit sich. Der vorliegende Band thematisiert aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven die Faktoren, die für den Umgang mit einer stets älter werdenden Bevölkerung an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen die medizinischen Aspekte und die rechtlichen Rahmenbedingungen, welche die Reaktionen auf den Bevölkerungswandel beeinflussen. Gleichzeitig wird aber auch ein umfassender Blick auf verschiedene historische Vorbilder für den Umgang mit älteren Menschen geworfen, der die Perspektive des heutigen Betrachters um mögliche Antworten aus der Vergangenheit erweitert.
Eine Kulturlandschaft im deutsch-polnischen Grenzraum
AutorIn: Marta Bakiewicz
HerausgeberIn: Marta Jadwiga Bakiewicz
Der Band stellt das Kennenlernen des Nachbarn ins Zentrum und will ein Beitrag zum deutsch-polnischen Dialog über eine gemeinsame, aber auch geteilte Geschichte sein.
Wie geht man mit einer Region um, die nach dem Austausch der dort ansässigen Bevölkerung und der Verschiebung der Staatsgrenze neu geschaffen worden ist? Wie lässt sich die Kulturlandschaft einer solchen Region erkunden? Dieses Buch widmet sich der Region an der mittleren Oder, die auch als »Lebuser Land« (poln. Ziemia Lubuska) oder Lebuser Wojewodschaft bekannt ist. 18 Beiträge polnischer und deutscher Autorinnen und Autoren befassen sich mit der Kulturgeschichte, Literaturgeschichte, dem Kulturerbe dieses Raums und mit Fragen des Kulturtransfers zwischen Deutschland und Polen. Das Ziel einer gemeinsamen, grenzüberschreitenden kulturellen und geschichtlichen Landschaft des »Mittleren Oderraumes« ist der Leitgedanke dieses Sammelbandes.