Die Erfindung der Realpolitik
AutorIn: Harro Zimmermann
Harro Zimmermann begibt sich auf die Spur einer schillernden Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Er stellt Gentz in allen seinen Facetten vor: den staatsphilosophischen Theoretiker des moderaten Konservatismus, den antifranzösischen Publizisten, den Glücksspieler und Verführer von Theaterschönheiten, den altersmild gewordenen Sekretär Metternichs. Die lange überfällige neue Biographie einer zentralen Gestalt im Zeitalter des Wiener Kongresses!
Mit großer Sachkunde lässt der Autor die Epoche der Französischen Revolution und des Wiener Kongresses lebendig werden, wenn er seinen Helden an dessen Wirkungsstätten begleitet, die heißen Debatten für und wider Revolution und Napoleon erneut aufleben lässt oder nachspürt, mit wessen Hilfe Gentz seine immensen Spielschulden in letzter Minute begleichen konnte.
Ausgewählte Aufsätze 1979-2011
AutorIn: Heinz Duchhardt
HerausgeberIn: Martin Espenhorst
Der vormoderne Frieden in Europa ist eine zentrale Koordinate im wissenschaftlichen Werk des Frühneuzeithistorikers Heinz Duchhardt.
In diesem Band sind Duchhardts grundlegende Aufsätze zur historischen Friedensforschung gesammelt. Die Beiträge behandeln völkerrechtliche Schlüsselbegriffe, Instrumente und Figuren der Friedenstheorie und -praxis, die »Traktatistik« des 17. Jhds. wie auch die Gestaltung von Vertragstexten und die Technik des Vertragsschließens. So werden tiefe Einblicke in den frühneuzeitlichen Umgang mit dem Wert Frieden vermittelt.
in Deutschland und Frankreich
Erstmals in der deutschen Historiographie liegt ein Sachbuch vor, das die Themen jüdische Soldaten und jüdischer Widerstand in Deutschland und Frankreich umfassend darstellt und dabei Schlussfolgerungen für beide Länder und den weiteren Weg der europäischen Einigung zieht. Wenn europäische »aufgeklärte« Nationalstaaten Juden aus ihrem Nationalstaatsverständnis herausdefinierten, wofür kämpften dann jüdische Soldaten Seite an Seite mit ihren nichtjüdischen Kameraden? Wofür kämpfte der jüdische Widerstand? Wie wird heute diese Vergangenheit im Sinne eines Erinnerns zur Gegenwart? Diesen Fragen gehen die Herausgeber mit vielen renommierten Mitautoren in einer umfangreichen Fallbeispielsammlung nach.
Die liberale Gelehrtenfamilie Schücking im 19. und 20. Jahrhundert
AutorIn: Ulf Morgenstern
Die Geschichte der Schückings - das ist die mehrere Jahrhunderte umspannende Saga einer bedeutenden Familie aus Westfalen. Bereits im 18. Jahrhundert traten Angehörige als hohe Amtsträger im Fürstbistum Münster hervor, doch der heute bekannteste Schücking ist der Schriftsteller Levin Schücking, ein Freund der Droste. Über ihn und seine ebenfalls schreibende Ehefrau Louise von Gall kamen literarische Bestrebungen in die Familie; fast alle Nachfahren griffen zur Feder. Fast vergessen sind heute hingegen die linksliberalen Brüder Lothar Engelbert, Walther und Levin Ludwig. Ihre im Mittelpunkt des Buches stehenden pazifistischen Lebenswege sind eingebettet in die Gesamterzählung einer im 15. Jahrhundert beginnenden Familiengeschichte.
Internationale Beziehungen 1648/1659-1713/1714
AutorIn: Klaus Malettke
HerausgeberInnen: Heinz Duchhardt und Franz Knipping
Band 3 des HGIB behandelt eine Zeit, die weithin noch im Zeichen des bourbonischhabsburgischen Gegensatzes stand. Der Westfälische Frieden und der Pyrenäenfrieden ersetzten das von Habsburg-Spanien dominierte Staatensystem durch ein von Frankreich geführtes multipolares System. Nach den Friedensschlüssen von Nijmegen schien Ludwig XIV. der Verwirklichung der französischen Hegemonie sehr nahe gekommen zu sein. Ihr dauerhafter Ausbau scheiterte jedoch an der wachsenden Solidarität der durch Frankreich bedrohten Staaten, an dem sich unter Führung der Seemächte formierenden Widerstand im Zeichen des Gleichgewichtsprinzips (Tripel-Allianz, Ausbildung des französisch-englischen Gegensatzes) und an der Überforderung der wirtschaftlichfinanziellen Möglichkeiten Frankreichs. Hinzu kamen die politischen Veränderungen durch die »Glorious Revolution«, die sich im Dritten Nordischen Krieg vollzogen.
Geprägt wurde diese Epoche auch durch den Abstieg bisheriger Großmächte (Spanien, Schweden, Osmanisches Reich) und den Aufstieg neuer Mächte wie das Russland Peters des Großen. Die österreichischen Habsburger konnten ihre Positionen nach dem Tiefpunkt von 1648 durch eine geschickte Reichspolitik und durch Erfolge gegen die Osmanen wieder stärken.
Durch den starken Fokus auf den Nationalstaat ist die transnationale Dimension der jüdischen Diaspora aus dem Blick geraten.
Der Band ist der erste Versuch, die Geschichte von Juden in und aus Deutschland seit 1800 aus einer transnationalen Perspektive zu schreiben. Es wird erörtert, wie Juden in Deutschland ihre Position in der weltweiten jüdischen Diaspora nach 1800 bestimmten, und im Umkehrschluss, wie sich die Beziehungen von Juden in der Diaspora zu Juden in Deutschland und zu Deutschland auf einer allgemeinen Ebene entwickelten. Behandelt werden die Geschichte jüdischer Ein- und Durchwanderer in Deutschland sowie von deutsch-jüdischen Auswanderern in verschiedenen Teilen der Welt; die Entwicklung jüdischer Wohltätigkeitsorganisationen, die weltweit tätig waren; und der Aufstieg und Fall Deutschlands als ein prägendes Zentrum der jüdischen Diaspora.
Die Sinndeutung des Krieges in der deutschen Militärelite 1871-1945
Warum gibt es überhaupt Krieg? - Im militärischen Denken standen strategische oder operativ-taktische Überlegungen zwar im Vordergrund, doch haben sich die Militärs auch Gedanken über Bedeutung und Sinn des Krieges gemacht. Die militärische Elite bejahte den Krieg und sah in ihm eine Notwendigkeit. Der Krieg stellte für sie eine unabänderliche Konstante und ein unentbehrliches Element menschlichen Daseins dar. Auf welchen Prämissen aber basierten Apologie und Legitimation des Krieges? Mit welchen Begründungen und Deutungen wurde dem Krieg ein höherer Sinn und Zweck zugeschrieben? Die Studie befasst sich mit dem Kriegsdenken deutscher Militärs zwischen 1871 und 1945. Sie analysiert die verschiedenen Kriegsdeutungen und zeigt auf, wie sich eine fatale Überzeugung von der Unabwendbarkeit und Unentbehrlichkeit des Krieges festsetzen konnte.
Im deutsch besetzten Italien fielen zwischen 1943 und 1945 mehr als 70.000 Menschen dem Partisanenkrieg zum Opfer, darunter etwa 10.000 Zivilisten, die bei Massakern und Geiselerschießungen durch die Besatzer getötet wurden. Diese Ereignisse haben sich tief in das kollektive Gedächtnis Nachkriegsitaliens eingeprägt.
Der Autor, der ein Jahrzehnt lang als Sachverständiger bei Kriegsverbrecherprozessen vor Gerichten tätig war, stellt in diesem Buch erstmals systematisch und auf breite Quellenbasis gestützt das Vorgehen der deutschen Besatzungstruppen dar. Sachlich und differenziert werden u. a. mehrere durch die Prozesse der letzten Jahren bekannt gewordene Kriegsverbrechen wie Sant’Anna di Stazzema, Civitella in Val di Chiana und Marzabotto sowie deren Täter untersucht.
Eine Sozialgeschichte des bayerischen Offizierskorps zur Zeit des Deutschen Bundes.
Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Offizierskorps konzentrierte sich bislang auf Preußen und auf die Zeit nach 1871. Demgegenüber bildeten Untersuchungen zu den militärischen Eliten der deutschen Klein- und Mittelstaaten während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eher die Ausnahme. Die Autorin legt nun eine umfassende Grundlagenstudie zum bayerischen Offizierskorps in der Zeit des Deutschen Bundes vor. Es ergibt sich das Bild einer sozial heterogenen und wenig exklusiven Funktionselite. Die Offiziere blieben im zeitgenössischen Bewusstsein stark auf ihr jeweiliges soziales Herkunftsmilieu bezogen. Erst die Heeresreform nach der Niederlage gegen Preußen 1866 führte in Bayern zu einer zunehmenden Angleichung an die preußischen Verhältnisse.
AutorIn: Klaus-G. Hinzen
HerausgeberIn: Birgitt Haneklaus
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.