Nach Titel durchsuchen

AutorInnen: Florian Leese und Rüdiger Graf
HerausgeberInnen: Rüdiger Graf und Florian Leese
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – dieses Sprichwort betont das Potenzial von Visualisierungen bei der Vermittlung von Wissen. Zugleich reduzieren Abbildungen komplexe Wirklichkeit aber auch auf bestimmte Aspekte und blenden andere systematisch aus. In sechs Beiträgen untersuchen Mitglieder des Jungen Kollegs Praktiken und Probleme des Sichtbarmachens von Wissen. Die Beiträge aus der Geschichts- und Musikwissenschaft, der Medizin und Biologie sowie der Physik und Mathematik zeigen, dass Visualisierungen nicht nur zur effizienten Kommunikation bekannten Wissens, sondern an vielen Stellen auch im Erkenntnisprozess selbst eine bedeutende Rolle spielen.
Ansichten und Erfahrungen eines Heilpraktikers
AutorIn: Gerd Heinrichs
Ausgehend vom Titel Der Aberglaube an die Ärzte und an die Heilmittel des Philosophen Constantin Brunner (1862-1937) aus dem Jahre 1927 werden Beispielfälle aus der Praxis des Autors labortechnisch aufgelistet und mit psychologischer Erklärung philosophisch diskutiert. Es kommen Hashimoto-Schilddrüsenentzündungen, Herpeserkrankungen und Krebs zur Sprache und sollen die Diskrepanz zwischen etablierter Schulmedizin und naturheilkundlichen Behandlungen skizzieren. Es stehen folglich die naturwissenschaftlichen Betrachtungen moderner Medizinpraktiken den psychologischen und philosophischen Erkenntnissen aus 35 Jahren Praxis des Autors zur Diskussion und sollen allgemein verfestige Denkprozesse in Bewegung bringen.
Eine kritische Bestandsaufnahme
AutorIn: Harald Schmid
Der vorliegende Text kombiniert erkenntniskritische Aspekte mit mythologiegeschichtlichen Fragestellungen. Dabei wird die bewusst provozierende These aufgestellt, dass es nicht nur Mythen der Vergangenheit, sondern auch solche der Gegenwart gibt. Im weiteren Verlauf werden solche Strukturen nachgewiesen und durch Beispiele belegt. Im Hintergrund steht ein philosophischer Begriffsapparat, der die einzelnen Textteile miteinander verklammert und sie bis in die Gegenwart fortführbar macht.
Zum Kollaps einer Bildungsinstitution
AutorIn: Rudolf Brandner
Es ist zum zeitgeschichtlichen Paradox geworden, daß die Philosophie innerhalb der maßgeblich durch sie «aufgeklärten» Welt der Moderne auf eine universitäre Marginalexistenz reduziert ist. Warum ist das so – und welche Besinnung muß die Universitätsphilosophie selbst leisten, um sich als Bildungsinstanz des Menschseins zurückzugewinnen?
Aphorismen-Sammlung I
AutorIn: Reimar Hartge
In diesem überhastigen Zeitalter – wo kein Tag die Ereignisse des nächstfolgenden mehr mit einiger Wahrscheinlichkeit erahnen lässt – entsteht ein Bedürfnis nach beständigen Werten. Am überzeugendsten finden solche nicht in materiellen Dingen Ausdruck, sondern in kurzen, prägnanten Worten der Mitmenschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe. Es geht da also um eine Sprache, die jedermann momentan verstehen kann, und befinde er sich auch – innerlich getrieben – nur auf einer Durchreise. Der Leser mag diese Aphorismen-Sammlung beliebig an irgendeiner Stelle aufschlagen; und wenn er dann zu lesen beginnt, wird er rasch in eine Aura innerer Sammlung geraten. Solcher Bewußtseinszustand seinerseits verleiht die Kraft, mit Zuversicht und Selbstvertrauen Zukunft zu begrüßen.
Szenen einer Nicht-Karriere in der Düsseldorfer Philosophie, 2. überarbeitete Auflage
AutorIn: Rudolf Heinz
„Revival 2“ – der Versuch eines zwar intransignenten, ultimativ jedoch um Konsenz anhaltenden Leidensabtrags – beinhaltet eine Art von institutions- und fachkritischem Selbsterfahrungsbericht über die langjährige Berufszeit des Autors in der Düsseldorfer Philosophie und demonstriert so die obligaten, wenngleich aufklärbaren Fatalitätsverschränkungen zweier Kontingenzen: des Philosophensubjekts und des – über sich hinausweisenden – aktuelle Philosophiestatus.
Schizophrenie aus psychologischer Sicht
AutorIn: Irmgard Authaler
Der chronisch schizophrene Patient hat einen eigenen Sprachstil entwickelt, wodurch er sich jeglicher Verantwortung entziehen kann. Er drückt sich mehrdeutig aus, spricht in Symbolen und Analogien, monologisiert und sagt über sich, dass er sich auf einem höheren, abstrakten Bereich bewegt. Auf diesen Bereich ist er stolz. Er will nur mit den Menschen Kontakt haben, die sich um ein Verständnis seiner Probleme bemühen. Dieses Sprachverhalten dient der Abwehr und wird in diesem Buch diskutiert.
Erinnerung ist Vergewisserung: Berührung einer Vergangenheit, die lebt Darstellung von Denkwürdigem als Protokoll ruhiger Stunden
AutorIn: Reimar Hartge
Vom Italiener Giovanni Guareschi stammt der nachdenklich stimmende Ausspruch, welcher lautet: „Sobald ein Optimist Licht gefunden zu haben meint, kommen Pessimisten und blasen es aus!“ – Wenn diese Einschätzung zutreffen sollte, wo bliebe dann noch Raum für unerschütterlich erfüllende Hoffnung?! – In Wirklichkeit verhält es sich doch wohl so: Selbst der größte Versager hier auf Erden, der aber sein Selbstvertrauen und -zutrauen nicht verloren hat, ist vor dem Spiegel des Gewissens ein Gewinner! – Es handelt sich dann eben um zugeflogenen und empfundenen Gewinn, nicht um tatsächlich erworbenen. Solch positive Einstellung beflügelt und bekräftigt die lädierte Hoffnung, bietet eine Chance zu gleichmütiger Überwindung jeder eventuell aufkeimen wollenden Enttäuschung. – Gewissenhafte Hoffnung schöpft aus der Erkenntnis, dass ihre ´Wasser` jeden duldsam und bescheiden machen, der sie zu trinken wagt. – Wer hoffnungsstarke Gedanken wirklich dialogfähig machen will, der sollte frühzeitig vermeiden, seine Ansichten in einem monologischen ´So-und-nicht-anders-Stil` auszuformulieren, sondern stattdessen versuchen, seinen Hörern bzw. Lesern genügend Raum zum ´Dazwischen-denken` zu gewähren. Dann werden nicht bloß Wissensregister eröffnet, sondern Weiterbildungschancen geboten. – Ich lade meine geschätzte Leserschaft zu solcherart kritikfähigem dialogischen ´Diskutieren` mit meinen gedanklichen Ausführungen ein. Möge ein jeder / eine jede von Ihnen sich am Ende als optimistischer und vor jeglichen pessimistischen Anwandlungen gefeiter Gewinner wiederfinden. –
Zur empirisch apriorischen Dialektik von Hegel zum Holistischen Idealismus
Die jetzige gegenwärtige Zeitsituation ist wesentlich krisenhaft. Dieses Urteil ergibt sich aus den aspektiven Erscheinungen der Zeitsituation. Die Aspekte sind die ökologische und damit existentielle Krise der Biosphäre dieser Erde, die ökonomische Verarmung von immer mehr Menschen und Staaten in exponentieller Verschuldung, die kulturelle Gewalt zwischen religiösen Bekenntnissen, der ethisch-moralische Werte- und Sinnverlust hinsichtlich der Sittlichkeit. Diese Krisenaspekte finden ihre gemeinsame Begründung im vorherrschenden Paradigma der materialistischen und positivistischen Wesenlosigkeit, so dass sie selber als je solche wesenlose positivistische Verhaltensweisen zu charakterisieren sind. Dieses Paradigma von Materialismus und Positivismus ist historisch und zugleich systematisch die Negation des Idealismus. Dieser Zustand der Situation als Negation wird begriffen im Holistischen Idealismus, nämlich eben als Negation, die so aber nur ein Moment der Negation der Negation ist, deren Resultat der sie begreifende und damit dialektisch empirisch apriorische anundfürsich aufhebende Holistische Idealismus ist.
Eine begriffsgeschichtlich ausgewählte Darstellung der semantischen Differenzierungen von der Antike bis heute
Diese Wandlungsgeschichte der menschlichen „Seele“ leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Geschichte der Psychologie vor dem Hintergrund ihrer philosophischen Tradition wie auch ihrer Ablösung hin zu einer eigenständigen Wissenschaft. Dabei werden die klassischen philosophischen Interpretationen des „Seelenbegriffs“ bis zur ihrer Neubewertung im Kontext der Entstehung der modernen Naturwissenschaften aufgezeigt, wie auch hermeneutisch rekursiv unter Hinweis auf mythologisch-philologische Quellen und ihrer Ausdeutung für die Genesis der Erkennbarkeit des „Unbewußten“ sichtbar gemacht. Die sich eigenständig etablierte Psychologie, aber insbesondere die Psychiatrie, hat im Zuge der Etablierung eines multifaktoriellen Funktionsbegriffs der „Seele“ unter der Ägide komplexer neurowissenschaftlicher Ein-sichten und Behandlungsmethoden vorerst den Endpunkt verschiedener auf Mehrebenen dysfunktional-asynchron oder funktional-synchron beschreibbarer Parameter seelischen Erlebens, Wahrnehmens, Verhaltens, Imaginierens und Denkens ihrer bewegten Geschichte gesetzt. Anhand der Wiederaufnahme einer phänomenologisch verstehenden „psychologischen Anthropologie“ Helmuth Plessners wird der Vorzug zu einem grundlegenderen Verständnis psychopathologischer „Irrwege“ aufgezeigt.