Sozialwissenschaftliche und sozialethische Analysen
Welches „Wohl“ und welche öffentlichen Güter werden in der Konturierung einer global dimensionierten Sozialethik angestrebt, wem kommen sie zugute und welche Akteure verfügen über welche Einflussmöglichkeiten, um die Herstellung, Bereitstellung oder Erhaltung dieser Güter zu bewerkstelligen?
„Gemeinwohl” ( common good) galt über lange Zeit als eine Schlüsselkategorie christlicher Sozialethik. Diese Selbstverständlichkeit ist einem selbstkritischen Sozialkatholizismus theoretisch wie praxisbezogen abhandengekommen. Ist der Appell an die Gemeinwohlverpflichtung mehr als ein diffuses und hilfloses Postulat? Lässt sich, zumal unter den Bedingungen globaler Verflechtungen und Abhängigkeiten, mit dieser Kategorie auf neue Weise sozialethische Relevanz erzeugen?
The Portrayal of Destruction and Mass Violence
HerausgeberInnen: Frank Jacob und Mor Presiado
The present volume provides a critical insight into the relationship of art and war. It shows how artists perceive war and how they depict it, to warn the spectator but to cure their own trauma at the same time.
War causes destruction, loss, and trauma. Many artists have used their art to express feelings and memories related to these losses and their own traumatic experiences. The artwork that came into existence due to such processes reflects on events of our past, but should be considered a warning at the same time. To deal with human suffering means to fully engage with the artist remains of human war experiences. The present volume aims to provide a first critical insight into the relationship between art and war, showing how artists dealt with human losses, destruction, and personal trauma.
Emotions- und Alltagsgeschichte polnischer 'Zivilarbeiter' in Berlin 1939-1945
Das Buch bietet eine Analyse der Lebenswelten polnischer Zwangsarbeiter in Berlin aus einer individuellen Perspektive. Ausschließlich anhand zeitgenössischer Ego-Dokumente beschreibt die Autorin weniger die Erlebnisse der Betroffenen, sondern vielmehr die Deutung und emotionale Wahrnehmung des Zwangsarbeiteralltags, der mindestens genauso heterogen war, wie ihre „Zwangswelten“.
Die Studie schreibt sich damit in die aktuellen europäischen Diskurse zum Zweiten Weltkrieg ein und mit ihrer Perspektive „von unten“ trägt sie zum Forschungsstand mit neuen Impulsen bei. In Zeiten, in denen es immer weniger Zeitzeugen gibt, können ihre zeitgenössischen Ego-Dokumente helfen, die historischen Vorgänge zu verstehen. In diesem Sinne bietet das vorliegende Buch eine intensive Annäherung an die Lebenswelten der Zwangsarbeiter. Denn die Heranziehung von justiziellen Personalakten aus der NS-Zeit sowie der Briefe und Tagebücher der Betroffenen ermöglichte es, die Gefühle und Handlungen aus ihrer Perspektive zu schildern.
Eine Rückfrage der Tradition an die fundamentaltheologische Vernunft
Im philosophisch geprägten Begründungsdiskurs der Fundamentaltheologie spielen die Leiber der Heiligen gegenwärtig keine Rolle, zu oft haftet an ihnen der Status des »Exotischen«. Der Verdacht liegt nahe, dass die »Krise der Reliquie« und ihre zunehmende Musealisierung zugleich eine »Krise des Leiblichen« im Christentum anzeigt, also auch ein Schlaglicht auf die Ernsthaftigkeit christologischer Diskurse wirft, auf die Frage nach der Gestalt der Erlösung zwischen Inkarnation communio sanctorum auf der einen sowie einer Ubiquität des Heiligen auf der anderen Seite.
Das Buch bringt die Tradition der Reliquien und die theologische Vernunft in ein Gespräch miteinander und versucht sich anhand der Krise der Reliquienverehrung an der theologischen Standortbestimmung eines Christentums zwischen Leiblichkeit und Mythos.
HerausgeberIn: Heinz-Dieter Heimann
Der zweite Band der »Geschichte der Sächsischen Franziskanerprovinz von der Gründung bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts« deckt den Zeitraum von der Reformation bis zum Kulturkampf (15001870) ab.
Die Beiträge behandeln die Ordensspaltung im 16. Jh. und ihre Folgen (B. Schmies), die Stellung der sächsischen Franziskaner zur Reformation und ihre Auseinandersetzung mit der Reformation (K.B. Springer, P. J. Schlageter OFM). Die Situation des Ordens und der Klöster in und nach der Reformation, strukturelle und wirtschaftliche Probleme sowie Chancen durch Aufhebung und Wieder bzw. Neugründung - auch der franziskanischen Frauengemeinschaften - werden
durch die Beiträge von Chr. Loefke, G. Gleba und R. Butz beleuchtet. Weitere Kapitel sind der Entwicklung von Bildung und Wissenschaft vom 17.19. Jh. in der Saxonia (D. Burkard/Br. A. Fieback OFM), dem saxonischen Selbstverständnis und der Seelsorge (P. W. Einhorn OFM) sowie der Alkantarinerbewegung unter G. Janknecht (K. Schmies) gewidmet.
Grundlagenforschung II: 1814-1917. Gesamtpaket
HerausgeberIn: Hubert Wolf
Ein einmaliges Archiv neuzeitlicher Wissenskultur!
Brennende Scheiterhaufen, Ketzerverfolgungen – das hat sich als Bild der Inquisition festgesetzt. Weniger im Bewusstsein ist die Indexkongregation, das Verbot unliebsamer Bücher. Wissen, wie es gerade durch Bücher verbreitet wurde, zu kontrollieren und zu kanalisieren, das versuchte auch die katholische Kirche mit den Mitteln der Buchzensur.
Durch fundierte Archivstudien in Rom und ganz Europa gelingt es nun, die Arbeit der Inquisition und Indexkongregation zu dokumentieren. Alle verhandelten Bücher, alle Gutachter und Zensoren und alle Urteile zur Buchzensur werden in einem interdisziplinär nutzbaren und international ausgerichteten Grundlagenwerk erschlossen.
Einleitungen und Register dienen als Schlüssel für dieses geheimnisumwitterte und bis vor kurzem unzugängliche vatikanische Archiv.
I: Grundlagenforschung 1701-1813. Gesamtpaket
HerausgeberIn: Hubert Wolf
Ein einmaliges Archiv neuzeitlicher Wissenskultur!
Brennende Scheiterhaufen, Ketzerverfolgungen – das hat sich als Bild der Inquisition festgesetzt. Weniger im Bewusstsein ist die Indexkongregation, das Verbot unliebsamer Bücher. Wissen, wie es gerade durch Bücher verbreitet wurde, zu kontrollieren und zu kanalisieren, das versuchte auch die katholische Kirche mit den Mitteln der Buchzensur.
Durch fundierte Archivstudien in Rom und ganz Europa gelingt es nun, die Arbeit der Inquisition und Indexkongregation zu dokumentieren. Alle verhandelten Bücher, alle Gutachter und Zensoren und alle Urteile zur Buchzensur werden in einem interdisziplinär nutzbaren und international ausgerichteten Grundlagenwerk erschlossen.
Einleitungen und Register dienen als Schlüssel für dieses geheimnisumwitterte und bis vor kurzem unzugängliche vatikanische Archiv.
Der Glaube an Christus. Herausgegeben von Patrick Becker. Übersetzt von Mechthildis Hofmann
HerausgeberIn: Patirck Becker
Eine Stoffgeschichte der Kulturpflanze Raps (1897–2017)
Wer sich im Frühjahr jenseits der Stadtgrenzen bewegt, dem sind sie bekannt: die gelben, wogenden Rapsfelder. Aber kaum einer kennt die wechselvolle Geschichte hinter dieser landschaftsprägenden Pflanze.
Was 1897 auf einer kleinen Ostseeinsel als Liebhaberei eines Züchters seinen Anfang nahm, avancierte in der Zeit der Weltkriege zur Ultima Ratio in der Nahrungsmittelversorgung. Raps war Teil der typisch deutschen Ersatzstoffkultur. Die Entwicklung nach 1945 liefert ein interessantes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte. Der in den 1980er Jahren einsetzende Boom prägt heute sowohl das Bild von ländlicher Natur als auch von gesunder Nahrung. Die Raps-Geschichte ist deshalb auch eine deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die mit den Weltkriegen, der NS-Autarkiepolitik, der deutschen Teilung, der Ära der Ökologie und des Strebens nach erneuerbaren Energieträgern verknüpft ist.
Bayerischer General und Orientkenner. Lebenserinnerungen, Tagebücher und Berichte 1914-1946
Die Quellenedition versammelt Schriften einer schillernden Gestalt der deutschen Militärgeschichte: Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein (1870–1946) war bayerischer General und ging 1913 zur deutschen Militärmission nach Konstantinopel.
Der osmanische Sieg über die Briten in der Zweiten Gazaschlacht 1917 ging vor allem auf die Leistungen von Kreß zurück. 1918 übernahm er das Kommando über die Deutsche Kaukasusexpedition in Transkaukasien und wurde mit deutschen Verbänden in die junge Republik Georgien geschickt, um zu verhindern, dass die Rote Armee in Abchasien eindrang. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Kreß in die Zentralstelle des bayerischen Generalstabs versetzt. Während des Hitlerputsches von 1923 stand er auf der Seite der Reichswehrführung in Berlin.
Die in diesem Band edierten Quellen umfassen eigene Lebenserinnerungen, sein Tagebuch im Sinai, Berichte aus Tiflis, diverse Quellen aus den 1920er Jahren und ein hochinteressantes Tagebuch aus den Jahren 1945–1946. Sie stammen vornehmlich aus seinem Nachlass im Germanischen Zentralmuseum in Nürnberg, in zweiter Linie aus dem Politischen Archiv Berlin und werden hier erstmals publiziert und kommentiert.