Begründungen und Grundlagen religiöser Bildung in der Schule
Der konfessionelle Religionsunterricht gerät in Schule und Öffentlichkeit immer stärker unter Legitimationsdruck. Inwiefern ist er in Zeiten religiöser Pluralität für die Heranwachsenden noch relevant? Wie müssen religiöse Bildungsprozesse gestaltet sein, damit sie auf die Fragen und Bedürfnisse der Heranwachsenden eingehen, ohne Religion auf »Lebenshilfe« hin zu funktionalisieren? Wenn der bekenntnisorientierte Unterricht weiterhin ordentliches Schulfach sein soll, dann ist die Frage nach dessen unersetzlichem Eigen-Wert zu stellen. Studierenden als auch Lehrkräften wird gezeigt, dass und wie er notwendiger Bestandteil öffentlicher Bildung in einer postsäkularen Gesellschaft sein muss. Auf dieser Grundlage werden didaktische Handlungsprinzipien (neu) ausgerichtet und es wird zugleich innovativ in die Religionspädagogik eingeführt.
Neurobiologie und Neue Medien
Theorie und Praxistipps rund um das mediengestützte Lernen
Ausgewiesene Experten und Expertinnen berichten über aktuelle Entwicklungen und neue Konzepte des Lernens und des schulischen Unterrichts. Neben der Vermittlung von Erkenntnissen aus der Neurobiologie zum erfolgreichen Lehren und Lernen liegt der Schwerpunkt auf dem Bereich des mediengestützten Lernens. Wie sieht das Lernen der Zukunft aus? Wie können neue Medien das Lernen unterstützen? Ändert sich die Art und Weise, wie wir lernen? Diese und viele weitere Fragen von Lehrern und Lehrerinnen, Pädagogen und Pädagoginnen, aber auch Eltern und allen anderen Interessierten werden in diesem Buch beantwortet. Der Leser erhält neben theoretischem Grundlagenwissen aber auch praktische Ratschläge für das Lernen in Schule und Alltag.
Zwischen Gerechtigkeitsversprechen und pharmazeutischem Hirndoping
AutorIn: Alfred Schäfer
Sollten Gedächtnis und Aufmerksamkeit steigernde Psychopharmaka auch für gesunde Lernende zugelassen werden? Die bioethische Diskussion um die Nutzung von leistungssteigernden Psychopharmaka für Gesunde wirft viele Fragen auf. Diese Fragen kreisen nicht nur um die gesundheitlichen Risiken, sondern – ähnlich wie im Hochleistungssport – auch um (pädagogische) Grenzen individueller Förderung oder sozialer Gerechtigkeitsvorstellungen. Eine Zulassung derartiger Medikamente und ihrer Einnahme durch Schüler unter den Bedingungen der Leistungskonkurrenz fordert sowohl das pädagogische Selbstverständnis wie auch die Funktionslogik der Schule zumindest heraus. Inwieweit sind gedopte Schüler noch für ihre Leistungen verantwortlich? Ist es gerecht, die Leistungen solcher Schüler mit den Leistungen anderer Schüler zu vergleichen, die solche Mittel nicht eingenommen haben?
Eine Einführung
AutorIn: Ralf Koerrenz
»Reformpädagogik« dient in Wissenschaft und Öffentlichkeit sowohl zur Bezeichnung von pädagogischen Traditionen als auch von gegenwärtigen Herausforderungen in Schule und sozialpädagogischen Handlungsfeldern.
Fünf Zugänge ermöglichen das Verständnis von Reformpädagogik. Erstens wird gefragt, ob und wie das »Reform«-Motiv für das Verständnis pädagogischer Kernphänomene wie Erziehung und Bildung interpretiert werden kann. Zweitens geht es um die Folgen, die eine solche systematische Zugangsweise für die Deutung von Traditionen und Kulturen der Pädagogik hat. »Reformpädagogik« wird - drittens - historisch als Antwort auf den Modernisierungsschub im Gefolge der Aufklärung gedeutet. Hier geht es um die Einlösung der Ansprüche auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ebenso wie die Klärung der unterschiedlichen Realisierungs-formen menschlicher Vernunft. Der vierte Zugang widmet sich der »klassischen« Reformpädagogik im ersten Drittel des 20. Jh.. Die Einführung mündet in Überlegungen zur Gegenwart der Reformpädagogik, die zwischen einer publizistischen Dramatisierung und einer realen Alltäglichkeit schwankt.
Wenn es keine letzten Sinnbestimmungen mehr gibt, dann stellt sich die Frage, warum bestimmte Bedeutungen, Ordnungsvorstellungen und ihnen entsprechende Praktiken dennoch scheinbar als selbstverständlich gelten. Eine Begründung, die auf rationaler Basis das Vernünftige vom Unvernünftigen, das Sinnvolle vom Sinnlosen, das Wahre vom Unwahren trennt, ist kaum noch vorstellbar, wenn die Kriterien für eine Abgrenzung selbst umstritten bleiben. Selbst dominante oder hegemoniale Sinnordnungen bleiben umkämpft: Sie müssen ihre Akzeptanz und Bindungskraft gegen konkurrierende Perspektiven immer wieder neu hervorbringen und verteidigen. Dies mag einerseits durch die Abgrenzung gegenüber dem als »unvernünftig« oder »sinnlos« Etikettierten geschehen; andererseits wird es aber auch darauf ankommen, für die eigene »Vernünftigkeit« zu werben. Es wird autorisierende Verführungsstrategien geben, die auf unterschiedliche Weise die Bindung an das scheinbar Selbstverständliche sichern sollen.
Zur Ambivalenz kultureller Begegnungen in Ladakh
AutorIn: Alfred Schäfer
Die durch den tibetischen Buddhismus geprägte Lebenswelt Ladakhs gilt Individualreisenden zwar als anders, aber nicht als unzugänglich. Das Verhältnis zu den Anderen definieren die Touristen durch den Rückgriff auf daheim verfügbare Informationen und auf die mit dem Klischee »Tibet« verbundene Bilderwelt.
In den touristischen Erfahrungdiskursen zeigt sich ein ambivalentes Verhältnis zur Andersheit der Anderen. Einerseits wird diese als bedeutsam für die eigenen Erfahrungsmöglichkeiten betont und andererseits ist sie doch nur als ein Bild zu verstehen, das der Besucher selbst hervorbringt. Die Bewohner Ladakhs werden aufgrund der Veränderungen durch den Tourismus in ein problematisches Verhältnis zur eigenen Identität versetzt. Sie werden dazu gedrängt, sich nicht zur eigenen Identität im Spannungsfeld von Tradition und Veränderung zu verhalten; in ihren Erfahrungsdiskursen zeigt sich zugleich die Unmöglichkeit, das noch von einer gemeinsamen Position aus tun zu können.
Ovide Decroly und sein Weg vom Arzt zum Pädagogen
AutorIn: Annika Blichmann
HerausgeberIn: Ralf Koerrenz
Der belgische Reformpädagoge Ovide Decroly (1871-1932) leistet mit seinen Forschungen einen herausragenden Beitrag für eine Erziehung als Wissenschaft.
Der studierte Arzt mit einem Schwerpunkt auf Nervenheilkunde stützt sich dabei vor allem auf empirische und experimentelle Verfahrensweisen wie systematische Beobachtungen, Intelligenztests oder nachprüfbare Experimente.
Diese wendet er zunächst in einer Schule für psychisch und physisch retardierte Kinder an und erarbeitet ein pädagogisches Konzept, das er in seiner 1907 gegründeten Schule für gesunde Kinder erprobt. Dabei steht auf inhaltlicher Ebene das Interesse des Kindes unter Berücksichtigung psychologischer und pädagogischer Aspekte ebenso im Vordergrund wie auch der sogenannte methodische Dreischritt auf didaktischer Ebene.
International gesehen ist Decroly ein wichtiger Vertreter der weltweiten Organisation »New Education Fellowship« und leitet dort bis zu seinem Tod die belgische Sektion.
Kulturelles Gedächtnis als pädagogische Herausforderung
AutorIn: Sabine Krause
Pädagogen sollen Erinnerung, Erinnerungskulturen und Traditionen so vermitteln, dass an diese angeknüpft, aber die Gestaltung der Zukunft nicht vorweggenommen wird.
Dabei wird auf einen Kanon aus Traditionen und Erinnerungen verwiesen, der vorgegeben, jedoch nicht fixiert ist. Wie kann eine Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit gelingen, die Vergangenes und seinen Einfluss auf die Gegenwart anerkennt, es jedoch nicht die Zukunft bestimmen lässt? Wer entscheidet, was und wie erinnert werden kann und muss? Welche Möglichkeiten der Weitergabe von Wissen und sozialem Miteinander gibt es? Und wie hängt dies mit einem kulturellen oder kollektiven Gedächtnis zusammen? Diesen und anderen Fragen wird im vorliegenden Buch bildungstheoretisch nachgespürt.
Protestantische Perspektiven
Der Umgang mit Armut und Armenfürsorge gehört zu den zentralen Herausforderungen einer jeden Gesellschaft.
Im Vorfeld der Praxis gibt es eine ganze Reihe von offenen Fragen: Wie wird »Armut« gedeutet? Wie ist Armenfürsorge zu begründen? Wie soll Armenfürsorge praktisch gestaltet werden? In heutigen Kontroversen um Armut und Armenfürsorge scheinen dabei gelegentlich wichtige Begründungsmuster für das praktische Handeln nicht mehr bewusst zu sein.
Der Protestantismus gehört im europäischen und im nordamerikanischen Kontext zu den wesentlichen Traditionen, die solche Grundgedanken zum Umgang mit Armut und zur Begründung von Armenfürsorge ausgebildet haben. Der Band zeichnet von den biblischen Grundlagen über historische Wegmarken bis zu aktuellen Herausforderungen in sechs Beiträgen wesentliche Motive dieser protestantischen Perspektiven nach.
Anschlüsse an Günther Buck
Günther Buck (1925-1983) kann als stillschweigend anerkannter Klassiker der philosophisch orientierten Pädagogik des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden.
Die Rezeption seines Werkes konzentriert sich bislang auf ausgewählte Aspekte und Schriften und schlug sich auch nicht in den Monographien, Sammelbänden oder Aufsätzen nieder, die für gewöhnlich den Status eines Klassikers anzeigen. Anerkannt ist Buck dennoch, denn seine Leistungen für die Lern- und Bildungstheorie gelten als unbestritten. Auf seine Werke wird noch in aktuellen Veröffentlichungen verwiesen obwohl sie zumeist nur schwer erhältlich sind. Trotz vierzig Jahren kontinuierlichen Interesses am Werk Günther Bucks stehen dessen Aufarbeitung, produktive Weiterentwicklung und grundsätzliche Kritik sowie wissenschaftsgeschichtliche Verortung bis dato noch aus. Dieser Band macht nun den Anfang.