Protagonist der böhmischen Erinnerungskultur
AutorIn: Stefan Samerski
HerausgeberIn: Stefan Samerski
Wie keine andere historische Persönlichkeit dominiert Wenzel das kulturelle Bewusstsein des aktuellen und historischen Böhmens. Wie stark sich die Erinnerung an diese Gründerfigur über die Jahrhunderte gewandelt hat, zeichnen renommierte Autoren anschaulich nach. Kaum ein Land kann auf eine ähnlich kontinuierliche Staatssymbolik zurückblicken wie Böhmen bzw. das heutige Tschechien: Der heilige Wenzel/Vaclav galt als Staatsgründer, mittelalterlicher Schlachtenhelfer, als ewiger Herrscher und unangefochtener Mittelpunkt des kulturellen Gedächtnisses. Das ist er bis heute geblieben. Der böhmische Fürst Wenzel forcierte im 10. Jahrhundert die Christianisierung sowie den kulturellen Ausbau des Landes. Mit ihm verbindet sich noch heute eine doppelte Tradition: Sowohl Slawen als auch Deutsche nahmen und nehmen ihn für ihre eigene kulturelle Identität in Anspruch. Ein internationales Expertenteam untersucht die Bedeutung der zentralen Erinnerungsfigur für die unterschiedlichen gesellschaftlichen und konfessionellen Gruppen über die Jahrhunderte hinweg.

Stefan Samerski ist Professor für Kirchengeschichte und lehrt in München und Berlin.
HerausgeberInnen: Marco Bonacker und Gunter Geiger
Nicht erst seit der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 bewegen die Herausforderungen der Migration westliche Gesellschaften: Haben Staaten ein Recht, Menschen abzuweisen? Was bedeutet Integration und wie kann sie gelingen?
Die Autoren richten zunächst den Blick auf die Fluchtursachen. Darf dabei etwa zwischen Flüchtlingen unterschieden werden, die vor Krieg und Terror fliehen, und jenen, die aus purer wirtschaftlicher Not ihre Heimat verlassen? In einem zweiten Schritt thematisieren die Autoren die Aufnahmegesellschaften. Im Fokus stehen dabei die Fragen nach einem legitimen Eigeninteresse von Zielgesellschaften und deren Recht auf Zuwanderungsbeschränkung. Zudem kommen politische Herausforderung zur Sprache, die etwa sicherheits- und sozialpolitische Fragestellungen umfassen. Schließlich soll der Blick speziell auf die kulturelle und religiöse Sphäre der Migration gerichtet werden.
Reformvorschläge aus der Kirchenrechtswissenschaft
HerausgeberInnen: Matthias Pulte und Thomas Meckel
Das Kirchenrecht ist kein unveränderbarer monolithischer Block, sondern stets ein Ius semper reformandum. Rezeptionslücken des II. Vatikanischen Konzils und das Leben der Kirche in der Gegenwart erfordern eine dynamische Rechtsentwicklung, die die Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft unterstützt.
Papst Franziskus hat wie seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bereits zahlreiche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, etwa des Codex Iuris Canonici von 1983 sowie des Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium von 1990. Die Kirchenrechtswissenschaft begleitet seit jeher die kirchliche Rechtsentwicklung und hat vor allem seit dem letzten Konzil vielfältige Reformvorschläge gemacht. Der Band nimmt die Frage nach möglichen Reformvorschlägen de lege ferenda in zentralen Rechtsbereichen aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick.
Die Prinzipien der christlichen Sozialethik haben im Laufe der abendländischen Geschichte ganz wesentlich zur ethisch-normativen Orientierung und zur sozialen Ausgestaltung marktwirtschaftlicher Ordnungssysteme beigetragen. Sie müssen aber immer wieder neu an die sich verändernden gesellschaftspolitischen Bedingungen der Gegenwart angepasst werden. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den akademischen Studien von Joseph Höffner auseinander, die das ökonomische und gesellschaftspolitische Denken der spätscholastischen Schule von Salamanca umfassen. Außerdem werden Höffners Beiträge zur Grundlegung der christlichen Gesellschaftslehre als systematisch-theologische Disziplin erarbeitet. Dabei wird der Versuch unternommen, die Konvergenz zwischen der christlichen Sozialethik und der Sozialen Marktwirtschaft sowie zwischen Höffner und der Enzyklika Caritas in veritate von Benedikt XVI. zu zeigen. Höffners Auffassungen sind von herausragender Aktualität für die heutige Gesellschaftskrise und bieten eine solide theoretische Fundierung der Wirtschaftsethik sowie eine Antwort auf die Frage nach der Identität und Relevanz der Katholischen Soziallehre.
A Christian Socio-ethical Perspective
Imagine having a property that your family has been building for generations. One day, a foreign company submits documents and demands ownership of the land. What should the village community do about it?
In Ghana, land has increasingly become an object of trade as a result of new growing, agriculture-based value chains for global biofuel markets. The ethical choices we make about land and its use are at the core of this book. It investigates the challenges of land acquisition for biofuels production exploring the concept of empowerment and Christian ethics within the socio-political power settings of the people of Northern Ghana. It thus considers the historical, theological, ethical and sociological foundations of the Ghanaian land issue.
HerausgeberInnen: Martin Dabrowski und Judith Wolf
Das Armutsrisiko ist in Deutschland in den letzten Jahren auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Statistisch vergrößert sich die Spaltung der Gesellschaft. Die hieraus resultierende Angst in Teilen der Bevölkerung, in die Armut abzugleiten, befördert den Populismus in Deutschland.
Wie sieht ein Blick auf die Armut in Deutschland aber jenseits der rein statistischen Daten aus? Wo sind die tatsächlichen Armutslagen und wie werden sie wirksam bekämpft? Wie können Armutsbekämpfung und Prävention verbessert werden? Der Band greift die vielschichtige Problematik von Armut und sozialer Gerechtigkeit in Deutschland auf und analysiert Lösungs- und Gestaltungsvorschläge zur Verwirklichung von mehr sozialer Gerechtigkeit aus der Sicht unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen.
Controversies and Debates
The attitude of the Catholic church, its bishops, priests and members from 1933 to 1945 is still one of the most controversial topics of contemporary history. Alignment or resistance, collaboration or distance – these are the poles of the controversy up to present day. The dispute over Pope Pius XII. and the holocaust is an especially fierce row.
Well-known historians lead through the no longer transparent batch of assured facts and persevering historical clichés, of historical insights and moral judgements and prejudices. This book provides a reliable guideline through the widely branched and complex landscape of research and opinion. Those who want to discuss the role of the Catholic church in the Third Reich seriously cannot do without this comprehensive survey.
Die biblisch-philosophische Herkunft des Bösen insbesondere bei Thomas von Aquin und Rabbi Moshe ben Maimon
Die Autorin untersucht die Herkunft des Bösen, vor allem bei Thomas von Aquin und Maimonides, und analysiert das Zusammenspiel der natürlichen Begrenztheit des Geschaffenen und der menschlichen Freiheit. Dabei setzt sie sich mit der Frage nach der Herkunft des Bösen auseinander, wobei sie ausgewählte Positionen der philosophischen Theodizeedebatte sowie biblische Texte für die Beantwortung der Frage nach dem Bösen hinzuzieht. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den mittelalterlichen Positionen des Christen Thomas von Aquin und des Juden Moshe ben Maimon. Die große Stärke der beiden Theorien liegt in der Vermittlung zwischen göttlicher und menschlicher Verantwortung für das Böse, indem beide eine schöpfungs-theologische sowie eine anthropologisch-freiheitstheoretische Argumentationslinie verfolgen.
Festschrift für Erzbischof Hans-Josef Becker zur Vollendung seines 70. Lebensjahres
HerausgeberIn: Rüdiger Althaus
Die Theologische Fakultät Paderborn, die auf eine Stiftung von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg im Jahre 1614 zurückgeht, ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft des Erzbischöflichen Stuhles zu Paderborn. Aus Anlass der Vollendung des 70. Lebensjahres von Erzbischof Hans-Josef Becker, ihres derzeitigen Großkanzlers, widmet ihm die Theologische Fakultät vorliegende Festschrift. In sechs Themenfeldern (Das Amt des Bischofs; Theologie und Kirche in der Gegenwart; Kirche und Gesellschaft; Ökumenische Theologie; Die Kirche von Paderborn; Kirche und Musik) nehmen u.a. Lehrende der Fakultät und an auswärtigen Hochschulen tätige Priester des Erzbistums in über 30 Beiträgen zu aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen Stellung und geben Einblick in ihre Forschungsarbeit.
Ein sozialethischer Beitrag zum demografischen Diskurs
Viele Menschen in Deutschland bleiben zeitlebens kinderlos, die Bevölkerung altert und schrumpft. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang von Elternschaft und Gemeinwohl. Zwei Debatten werden geführt: In der einen geht es um die Bewertung der gesellschaftlichen Folgen der demografischen Entwicklung als Bedrohung oder als Chance, in der anderen um die Einordnung der individuellen Entscheidung für oder gegen Kinder als Privatsache oder als Beitrag zum Gemeinwohl. Die Studie systematisiert die unterschiedlichen Positionen, analysiert verschiedene Facetten von Elternschaft und erarbeitet Elemente eines Gemeinwohlbegriffs. Darauf aufbauend begründet die Autorin Elternschaft als „gemeinwohlrelevant“ und skizziert christlich-sozialethische Leitplanken für den praktischen Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen.