Dieter Thomä: Totalität und Mitleid. Wagner, Eisenstein und die 'Walküre' Maximilian Bergengruen: Signatur, Hieroglyphe, Wechselpräsentation in Novalis Lehrlingen zu Sais Peter Garloff: Die Literaturwissenschaft muß romantisiert werden – law-and-literature und die Poesie im Recht Stephan Pabst: Ein 'märchenähnliches Kanguruh'. Physiognomik und Poetologie in E.T.A. Hoffmanns Des Vetters Eckfenster Wolf Gerhard Schmidt: Zwischen ‚alter’ und ‚neuer Mythologie’. Zur poetologischen Funktion Ossians bei Friedrich Schlegel Brian Tucker: 'Und wer bin ich denn?' Wordplay and Identity in Tieck’s William Lowell Ann-Katrin Zimmermann: Über den gemeinsamen Ursprung von Musik und Sprache bei Richard Wagner und Rousseau Catrin Misselhorn: Das Problem der Freiheit in Wagners Walküre mit einem Prolog zum Rheingold
HerausgeberInnen: Karl K. Polheim und Stefan Schröder
Der renommierte Volksschauspielforscher Karl Konrad Polheim (1928-2004), Prof. em. der Universität Bonn, konnte sich noch kurz vor seinem Tod im März 2004 über das vollständige Erscheinen seiner großen Edition freuen. Diese Edition aus drei Jahrhunderten - allesamt erstmals veröffentlicht - ist die bislang umfangreichste Sammlung solcher Texte überhaupt: ein Quellenfundus ersten Ranges für Germanisten, Linguisten, Volkskundler, Theologen und Kulturhistoriker. "Dem Verlag ist zu gratulieren, dass ihm durch die beiden Herausgeber die Möglichkeit eröffnet wurde, das maßgebliche Werk zur Volksschauspielforschung im Programm zu haben." (Tiroler Heimatblätter) "Wieder einmal ist eine wichtige und gründliche Leistung für die Wissenschaft Kärntens geleistet worden." (Carinthia) "Das Werk wird hoffentlich nicht allein in der Germanistik und Theaterwissenschaft auf Interesse stoßen. Auch die Liturgiewissenschaft (und die ihr eng verbundene religiöse Volkskunde) dürfte die Edition dankbar begrüßen. Eine willkommene, die interdisziplinäre Arbeit der Frömmigkeits- und Mentalitätsgeschichte bereichernde Ausgabe!" (Liturgisches Jahrbuch)
Gesammelte "Hochland"-Kritiken 1952-1965
Wolfgang Grözinger (1902-1965) war zweifelsohne einer der profiliertesten Feuilletonisten in der Bundesrepublik der 50er/60er Jahre. Seine Sammelrezensionen zum „Roman der Gegenwart“ erschienen in der berühmten und traditionsreichen katholischen Monatsschrift Hochland, gehören in der Literaturkritik seiner Zeit mit zum Weitsichtigsten und Urteilssichersten überhaupt. In ihrer Eigenständigkeit und Prägnanz sind sie noch heute lesenswert. Die insgesamt 38 Folgen seiner Hochland-Rezensionen vermitteln über einen Zeitraum von 14 Jahren ein kontinuierliches Bild der epischen Nachkriegsproduktion, in dem die Holocaust- und die Exilliteratur einen ungewöhnlich großen Raum einnehmen. Grözinger beschränkt sich nicht auf deutschsprachige Werke, sondern will, Goethes Begriff der „Weltliteratur“ folgend, seine Zeit im „sehr lebendigen und konkreten In- und Beieinander der Nationalliteraturen“ sichtbar machen: neben deutschen, westeuropäischen, amerikanischen und russischen Romanen stehen ostasiatische, indische, nord- und südafrikanische, mittel- und südamerikanische Bücher. In einer ausführlichen Einleitung informieren die Herausgeber über die wichtigsten Themen- und Problembereiche der Kritiken, Grözingers Wertungskriterien sowie sein Verhältnis zur literarischen Tradition und Avantgarde.
Chemie und Poetik im Werk Friedrich Schlegels
AutorIn: Michael Chaouli
Chemische Bilder lassen sich bei den Frühromantikern – allen voran bei ihrem theoretischen Kopf Friedrich Schlegel – überall finden. Die Poesie, so liest man immer wieder, "verschmilzt", "mischt", "saturirt", "oxydirt". Die zentrale These dieses Buches lautet, dass die Chemie bei Schlegel nicht nur Lieferant hübscher Metaphern ist, sondern dass sie als Leitmodell des frühromantischen Projekts selbst herhält. Dass die Konzeption der modernen Poesie chemisch ausfällt, hängt mit der Verwirrung zusammen, in der sich die Chemie um 1800 befindet. Sie schlägt einen Spagat zwischen mathematischer Formalisierung und alchemistischer Materialität, zwischen Mechanismus und Organismus, zwischen Kombinatorik und Wahlverwandtschaft. Ausgerechnet diese (wissenschaftlich unhaltbare) Zwischenstellung macht sie zur wirksamsten Allegorie des poetologischen Programms der Frühromantik. Ihr Ehrgeiz liegt ja darin, die von der Ästhetik geerbte organisch-teleologische Beschreibung des Kunstwerks mit einer Beschreibung zu ersetzen, die unsere Aufmerksamkeit auf die experimentelle, fragmentarische, unverständliche — mit einem Wort: moderne — Schriftlichkeit der Poesie lenkt. Für ein solches Modell, so zeigt die vorliegende Studie, reichten die vorhandenen poetologischen und ästhetischen Begriffe schlicht nicht aus. Daher erfolgt die weitreichendste Formulierung romantischer Poetik in der Sprache der "Mischungskunde und Scheidekunst".
Zur Theorie des Systematisch-Genetischen in der deutschen Romantik und im deutschen Idealismus
AutorIn: Yu Sang Kim
In einen gemeinsamen Denkraum situiert diese Arbeit die unterschiedlichen kunsttheoretischen und philosophischen Texte zentraler geistesgeschichtlicher Leitfiguren der Jahre 1750 bis 1830. Damit sprengt sie den Rahmen bisheriger Einfluss- und Wirkungsforschung und legt epochenüberschreitend Zusammenhänge zwischen philosophischen Positionen frei, für die keine direkten Abhängigkeiten oder Einflüsse nachzuweisen sind. Das Buch arbeitet den je spezifischen Denktypus in einem analytischen Vergleichsverfahren heraus und erstellt so eine Typologie des systematisch-genetischen Denkens, eingeschränkt auf die beiden Paradigma des Ästhetischen und des Metaphysischen. Die topologische Ordnung zeigt die aus den verschiedenen Theorien sich konstruierenden Denkmuster als prägend für die Bildung eines gemeinsamen Denkraums, unabhängig von historischen Abhängigkeiten und den Intentionen der Autoren. Dieser Denkraum ist nicht an sich vorhanden, sondern wird seinerseits erst durch die Arbeiten der exemplarisch ausgewählten Autoren forschreitend konstituiert.
Blick, Macht und Geschlecht in Annette von Droste-Hülshoffs Verserzählungen
AutorIn: Anja Peters
Annette von Droste-Hülshoffs Ruf als “größter deutscher Dichterin” gründet sich auf eine kleine Auswahl ihrer Lyrik und Prosa. Wenig bekannt und durch ihre Form für den heutigen Leser schwerer zugänglich sind hingegen ihre Verserzählungen. Im vorliegenden Buch werden Drostes Kurzepen in ihrem biographischen und kulturellen Entstehungskontext untersucht sowie durch innovative Lektürevorschläge Drosteforschern und –liebhabern neu erschlossen.
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.
Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet es neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Ein-Rotwelsch-Dialekt von Wandermusikanten aus dem Eichsfeld. Quellen - Wörterbuch - Analyse
AutorIn: Thorsten Weiland
Eine Geheimsprache besonderer Art: gesprochen von den Hundeshagener Musikanten, die seit Ende des 18. Jh. fester Bestandteil der Jahrmärkte Mitteleuropas waren. Erst um 1958, unter den Bedingungen der DDR und als die deutsch-deutsche Grenze unüberwindlich wurde, musste das Musikgewerbe in dieser Form aufgegeben werden. Die Hundeshagener waren oft monatelang auf Reisen. Das Kochum erlaubte ihnen, Gefahren besser aus dem Wege zu gehen, gleichzeitig stärkte es den Gruppenzusammenhalt. Die Arbeit erfasst das Kochum nach seinen heute verfügbaren Quellen vollständig. Heute noch lebende Sprecher konnten befragt, ältere Tonbandaufnahmen ausgewertet werden – insgesamt lagen 90 Stunden Sprachaufnahmen und weit über hundert schriftliche Dokumente vor (u.a. ein Wörterverzeichnis aus einer Stasi-Akte). Insgesamt finden rund 50000 Einzelinformationen Eingang in das Glossar, das so zu einer eindrucksvollen Dokumentation der Rotwelschforschung wird.