Ovide Decroly und sein Weg vom Arzt zum Pädagogen
AutorIn: Annika Blichmann
Der belgische Reformpädagoge Ovide Decroly (1871-1932) leistet mit seinen Forschungen einen herausragenden Beitrag für eine Erziehung als Wissenschaft.
Der studierte Arzt mit einem Schwerpunkt auf Nervenheilkunde stützt sich dabei vor allem auf empirische und experimentelle Verfahrensweisen wie systematische Beobachtungen, Intelligenztests oder nachprüfbare Experimente.
Diese wendet er zunächst in einer Schule für psychisch und physisch retardierte Kinder an und erarbeitet ein pädagogisches Konzept, das er in seiner 1907 gegründeten Schule für gesunde Kinder erprobt. Dabei steht auf inhaltlicher Ebene das Interesse des Kindes unter Berücksichtigung psychologischer und pädagogischer Aspekte ebenso im Vordergrund wie auch der sogenannte methodische Dreischritt auf didaktischer Ebene.
International gesehen ist Decroly ein wichtiger Vertreter der weltweiten Organisation »New Education Fellowship« und leitet dort bis zu seinem Tod die belgische Sektion.
Kulturelles Gedächtnis als pädagogische Herausforderung
AutorIn: Sabine Krause
Pädagogen sollen Erinnerung, Erinnerungskulturen und Traditionen so vermitteln, dass an diese angeknüpft, aber die Gestaltung der Zukunft nicht vorweggenommen wird.
Dabei wird auf einen Kanon aus Traditionen und Erinnerungen verwiesen, der vorgegeben, jedoch nicht fixiert ist. Wie kann eine Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit gelingen, die Vergangenes und seinen Einfluss auf die Gegenwart anerkennt, es jedoch nicht die Zukunft bestimmen lässt? Wer entscheidet, was und wie erinnert werden kann und muss? Welche Möglichkeiten der Weitergabe von Wissen und sozialem Miteinander gibt es? Und wie hängt dies mit einem kulturellen oder kollektiven Gedächtnis zusammen? Diesen und anderen Fragen wird im vorliegenden Buch bildungstheoretisch nachgespürt.
Protestantische Perspektiven
HerausgeberInnen: Ralf Koerrenz und Benjamin Bunk
Der Umgang mit Armut und Armenfürsorge gehört zu den zentralen Herausforderungen einer jeden Gesellschaft.
Im Vorfeld der Praxis gibt es eine ganze Reihe von offenen Fragen: Wie wird »Armut« gedeutet? Wie ist Armenfürsorge zu begründen? Wie soll Armenfürsorge praktisch gestaltet werden? In heutigen Kontroversen um Armut und Armenfürsorge scheinen dabei gelegentlich wichtige Begründungsmuster für das praktische Handeln nicht mehr bewusst zu sein.
Der Protestantismus gehört im europäischen und im nordamerikanischen Kontext zu den wesentlichen Traditionen, die solche Grundgedanken zum Umgang mit Armut und zur Begründung von Armenfürsorge ausgebildet haben. Der Band zeichnet von den biblischen Grundlagen über historische Wegmarken bis zu aktuellen Herausforderungen in sechs Beiträgen wesentliche Motive dieser protestantischen Perspektiven nach.
Anschlüsse an Günther Buck
HerausgeberInnen: Sabrina Schenk und Torben Pauls
Günther Buck (1925-1983) kann als stillschweigend anerkannter Klassiker der philosophisch orientierten Pädagogik des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden.
Die Rezeption seines Werkes konzentriert sich bislang auf ausgewählte Aspekte und Schriften und schlug sich auch nicht in den Monographien, Sammelbänden oder Aufsätzen nieder, die für gewöhnlich den Status eines Klassikers anzeigen. Anerkannt ist Buck dennoch, denn seine Leistungen für die Lern- und Bildungstheorie gelten als unbestritten. Auf seine Werke wird noch in aktuellen Veröffentlichungen verwiesen obwohl sie zumeist nur schwer erhältlich sind. Trotz vierzig Jahren kontinuierlichen Interesses am Werk Günther Bucks stehen dessen Aufarbeitung, produktive Weiterentwicklung und grundsätzliche Kritik sowie wissenschaftsgeschichtliche Verortung bis dato noch aus. Dieser Band macht nun den Anfang.
AutorIn: Annette Linzbach
Nach dem Schulabschluss kommt meist die große Ratlosigkeit statt der richtungsweisenden Erleuchtung. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen als Eltern, wie Sie Ihrem Kind zu erkennen helfen, welche Wege ihm offen stehen.
Modedesignerin oder Maschinenbau-Ingenieurin? Logopäde oder Luftverkehrskaufmann? Die Möglichkeiten sind unzählig und so verschieden wie die Menschen selbst. Die Entscheidung für einen Berufsweg erfordert eine gute Kenntnis der eigenen Interessen und Fähigkeiten. Aber auch die Erfahrung von Menschen, die diese Wahl bereits getroffen haben. Das macht die Eltern zu den wichtigsten Ratgebern bei der Entscheidung ihrer Kinder.
Wie sollen Sie als Eltern mit Ihrem Kind über die Berufswahl sprechen? Wie könnten Sie ihm helfen seine Fähigkeiten und Interessen zu erkennen? Wie mit unsicheren Zukunftschancen umgehen? Wie können Sie Konflikte handhaben, die bei der Berufswahl zwischen Ihnen und Ihrem Kind entstehen?
Die Autorin Annette Linzbach kennt die Sorgen und Nöte der Eltern aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Berufsberaterin. Mit diesem Ratgeber möchte sie Ihnen dabei helfen, Ihr Kind bei der Studien- und Berufswahl zu unterstützen.
Nur einem bildsamen Wesen kann ein Gott sich offenbaren
AutorIn: Dietrich Benner
In seiner Bildsamkeit ist der Mensch ein Abbild der schöpferischen Kraft Gottes. In welchem Zusammenhang stehen dann Bildung und Religion? Inwiefern sollte Religion Bestandteil öffentlicher Erziehung und Bildung sein? Welche Relevanz hat der schulische Religionsunterricht heute?
Zu diesen Fragen thematisiert der vorliegende Band das Verhältnis von Pädagogik, Theologie und Religionspädagogik, indem er Grundbegriffe und Basistheorien erläutert sowie Zusammenhänge zwischen der pädagogischen Grundtatsache menschlicher Bildsamkeit und dem theologischen Begriff einer göttlichen Ebenbildlichkeit des Menschen aufzeigt. Ebenso werden bildungs- und religionspolitische Fragen im Kontext einer angemessenen Institutionalisierung von Religionsunterricht an öffentlichen Schulen diskutiert. Gemeinsames Ziel aller Beiträge ist es, die Entwicklung einer durch schulischen Religionsunterricht geförderten religiösen Kompetenz als Teil öffentlicher Erziehung und Bildung auszuweisen.
Band 3: Neuzeit. Teilband 1: Aufklärung
Mit diesem vierbändigen Werk zur Geschichte der Ästhetischen Bildung wird eine Lücke in der Geschichte der Bildung und der Pädagogik geschlossen. Im Teil 3.1 des Gesamtwerkes werden die Ideen Ästhetischer Bildung und die pädagogischen Denkmodelle der europäischen Aufklärung vorgestellt. Sie sind zutiefst durch die sich im 18. Jahrhundert neu konstituierenden Lebensformen, Weltanschauungen, Bildungs- und Erziehungsvorstellungen geprägt. Die Aufklärung ist das Zeitalter, in dem die Ästhetische Bildung populär zu werden beginnt. Vor diesem Hintergrund behandelt das Buch die Ideen und Theorien Ästhetischer Bildung u.a. von Locke, Rousseau, Baumgarten, Kant, Winckelmann und Schiller.
In pädagogischen Diskursen erscheint »Heterogenität« derzeit als Zauberformel, die aber viele Fragen offen lässt. Der Band bemüht sich aus bildungsphilosophischer Perspektive um Klärung. Zur Unschärfe des Begriffs »Heterogenität« trägt nicht nur die Vielzahl der Kategorien bei, auf die er verweist wie Leistung, Alter, Geschlecht, Behinderung, soziale Herkunft, Ethnizität. Unklar ist auch, welche philosophischen und gesellschaftstheoretischen Konzepte ihm zugrunde liegen, in welchem Verhältnis zu anderen Termini wie Diversity, Alterität oder Pluralität der Begriff steht. Welche Prämissen und Geltungsansprüche sind mit der Rede von Heterogenität verbunden? Was hat die Bildungs- und Erziehungsphilosophie zur Klärung der Sachfragen beizutragen?
Biographisches - Erwachsenenbildung und Volkshochschule - Pädagogische Positionen und Impulse - Würdigungen - Nachkriegszeit - Philosophische Reflexionen und Kulturphilosophie
AutorIn: Wilhelm Flitner
Diese »Nachlese« beschließt als 12. Band die »Gesammelten Schriften« und dokumentiert in über 100 Beiträgen die erstaunliche Breite des Denkens und Wirkens dieses Pädagogen und Kulturphilosophen über acht Jahrzehnte.
Die Spannweite des Denkens und Wirkens Wilhelm Flitners reicht von den Anfängen der Erwachsenenbildung nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Funk- und Fernuniversität nach 1945; sie umfasst Würdigungen bedeutender Zeitgenossen und kulturphilosophische Studien, darunter Beiträge zu einer unveröffentlicht gebliebenen Festschrift für Karl Jaspers aus dem Jahre 1943. Umfangreiche Erläuterungen und ergänzende Materialien sowie eine Gesamtbibliographie von Flitners Veröffentlichungen machen diesen Band zu einem wertvollen Arbeitsinstrument auch zur Erschließung des Gesamtwerks dieses Klassikers der Pädagogik des 20. Jahrhunderts.