Historische, systematische und praktische Perspektiven
Der universale Geltungsanspruch der Menschenrechte und der humanitäre Anspruch des Christentums konvergieren in der Erwartung, die Menschenrechte auch innerkirchlich anzuerkennen und umzusetzen.
Die Beiträge dieses Bandes dokumentieren die schwierige Aneignung der Menschenrechte durch die katholische Kirche u. a. unter folgenden Fragestellungen: Welche geschichtlichen Konstellationen und theologischen Gründe bedingen das ambivalente Verhältnis der Kirche zu den Menschenrechten in der Moderne? Welche Faktoren behindern bis heute die volle Anerkennung der Menschenrechte in kirchlicher Lehre und Rechtspolitik?
Zweisprachige Ausgabe, Teil 1: Genesis–Exodus, Teil 2: Levitikus–Richter
Dieses Alterswerk Augustins, das hier als erste deutsche Übersetzung vorgelegt wird, ist das einflussreichste exegetische Werk zu Genesis bis Richterbuch in der lateinischen Kirche bis zum Beginn der Neuzeit. Er behandelt darin Details der Philologie, der Auslegung nach dem Wortsinn und im übertragenen Sinn sowie dogmatische und moraltheologische Probleme.
Augustinus behandelt darin 625 Fragen exegetischer und systematischer Art, die er sich bei einer lectio continua der alttestamentlichen Bücher Genesis (ab 4,17) bis Richter (bis 15,12) stellt. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war es als exegetisches Standardwerk und als Fundgrube dogmatischer und moraltheologischer Thesen von größtem Einfluß. Seine Bestimmung des Verhältnisses Altes – Neues Testament wurde vom II. Vatikanischen Konzil aufgenommen und ging in nachkonziliare römische Dokumente ein.
Ein fragmentarischer Versuch
AutorIn: Dieter Burkert
‚Theologie‘ ist zwar einer der ältesten Kulturbereiche überhaupt; nichts-destoweniger ist er wissenschaftlich immer wieder umstritten. Deshalb bedarf er grundlegender Absicherung (Fundamentierung), aber auch Verdeutlichung (Strukturierung). Dies geschieht methodisch durch Sichtung und Beschreibung, didaktisch durch dadurch mögliche Wahl von Gegenstandsbereichen. – Als Grundlage der Grundlagen (fundamentum fundamentorum) gilt dem glaubenden Menschen Gott, dem Christen in Leben, Tun und Leiden Jesu Christi erkennbar, bezeugt in der Heiligen Schrift (Bibel), zumal den Evangelien (im Neuen Testament). Die seit Luther basale Position der Bibel berechtigt, von ‚protestantischer‘ Fundamentaltheologie zu sprechen.
Prestigious Manuscripts from around the Fifteenth Century in the Bavarian State Library Collection
From the outset, Christian theology was occupied with the question about the Son of God born as a child, and particularly with the birth of Jesus. Not until the late Middle Ages did artistic depictions begin to suggest the familiar atmosphere with which we associate Christmas celebrations today. During that time, artists transferred the event of God's incarnation into the environs of the affiuent European city-states, and they placed their conceptualizations of nature into surroundings not unlike our own. This exhibition presents the Christmas story as observed in European book illumination from around the fifteenth/sixteenth centuries in German, Flemish, French, and ltalian manuscripts. They belong to the most beautiful and valuable codices of this epoch held by the Bavarian State Library, and present illustrations of the Christmas story from the annunciation to the flight to Egypt.
Die kirchenpolitischen Schriften
Konrad von Gelnhausen griff die Vorstellung, dass nur ein Konzil die durch das Schisma von 1378 hervorgerufene Kirchenspaltung werde beseitigen können, auf und entwickelt sie weiter. Mit seinen kirchenpolitischen Schriften trug er maßgeblich zum Erfolg der konziliaren Theorie bei.
Das Große Schisma von 1378–1417 hatte die abendländische Kirche gespaltet. Erst die Einberufung eines allgemeinen Konzils öffnete den Weg zu seiner Beseitigung. Bei der Entwicklung der zugrundeliegenden „konziliaren Idee“ spielte Konrad von Gelnhausen eine bedeutende Rolle. In der Abhandlung zeigt der Autor auf, worin genau diese Rolle besteht, aus welchen Wurzeln Konrad schöpfte und wie sein Werk dazu beitrug, den Weg zu den Reformkonzilien des 15. Jahrhunderts vorzubereiten. Dies analysiert der Autor mithilfe einer mit Übersetzungen versehenen Edition seiner kirchenpolitischen Schriften.
Es kann den Christen nicht darum gehen, bloß verärgert am Zaun der Welt zuzuschauen – Kirche und theologische Ethik sind für die gerechte Gestaltung von Welt und Gesellschaft mit verantwortlich.
Interessiert und mit großer Sachkenntnis, um Differenzierung bemüht und entschieden in der ethischen Argumentation. Joseph Höffners Einlassungen zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft spiegeln die vielfältigen Kompetenzen und Aufgaben wider, die er als Wissenschaftler und Bischof innehatte. Ob es um die Frage nach der Bewertung von Technik und Rationalisierung, die Position der Kirche in einer pluralen Gesellschaft oder die Reaktion auf außereuropäische Anfragen im Gewand der Befreiungstheologie geht: Immer wird sein Ringen um die Frage deutlich, wie sich aus der theologischen und sozialethischen Tradition heraus Konfigurationen finden lassen, die menschliches Zusammenleben unter dem Maßstab der Gerechtigkeit lebbar und lebenswert machen.
Die Reformation zeitigte auf dem Gebiet der Kirchenmusik weitreichende Folgen, die weit über den Einfluss der 36 deutschen Lutherlieder hinausgehen. Die Weitertradierung kunstvoller lateinischer Kirchenmusik durch die lutherischen Lateinschulen entspricht der Musikanschauung der Reformatoren. Die differente interkonfessionelle Praxis in den evangelischen und katholischen Territorien wird besonders am Beispiel bikonfessioneller Reichsstädte wie Augsburg und Regensburg verdeutlicht.
Ein Reiseführer zu alttestamentlichen Kunstwerken
Münster ist eine Stadt der Kunst und auch der Religion. Pablo Picasso, Johannes Brabender, Georg Meistermann und viele andere haben Werke mit biblischen Themen geschaffen, die in Münster zu besichtigen sind: So zum Beispiel Adam und Eva im Paradies, Mose am brennenden Dornbusch, Noach und die Taube ... Diese Bilder sind mehr als Illustrationen von biblischen Texten. Sie legen vielmehr diese Texte auf ihre eigene, bildliche Art aus: in Farben, Linien und Flächen. Bildwerke interpretieren ihre Texte. Sie haben Anteil an der langen Deutungsgeschichte biblischer Geschichten und setzen mit ihrer Bildsprache eigene Akzente. Ein Autorenteam der Katholisch-Theologischen Fakultät widmet sich in diesem Band ausgewählten Darstellungen zum Alten Testament im Stadtraum Münsters. Der Betrachtung der Bildwerke wird die Analyse der ihnen zugrunde liegenden alttestamentlichen Texte zur Seite gestellt. Der Band lädt ein, im Gang durch die Stadt Texte aus dem Alten Testament zusammen mit Stationen ihrer bildlichen Deutungsgeschichte zu besichtigen und zu erschließen.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Kirchenmusikalischen Jahrbuchs liegt auf der geistlichen Musik Ludwig van Beethovens. Ergänzend dazu erhält die Ausgabe Studien zur Musik der Renaissance und der osteuropäischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts.

Die Autoren befassen sich u. a. mit dem Ursprung und der Entwicklung der Musica sacra in der lutherischen Musikgeschichtsschreibung des 16. und 17. Jahrhunderts, dem liturgischen Ort des lutherischen Kirchenlieds im 16. Jahrhundert, mit einer Art der meditatio continua mortis, mit den Collage- und Décollage-Techniken in Arvo Pärts Credo (1968), mit der Intertextualität und Intermedialität im Offertorium des Codes Calixtinus uvm.
Das Kirchenmusikalische Jahrbuch bietet ein ökumenisches Forum für wissenschaftliche Studien zum weiten Feld der liturgischen, geistlichen und religiösen Musik vom Altertum bis zur Gegenwart.
Kirchenmusik im engsten Sinne als Musik zur Liturgie bis hin zu allen Formen religiöser Musik im weitesten Sinne umfasst ein kaum überschaubares Repertoire an Werken aus der kulturgeschichtlichen Spanne von der Antike bis zur Gegenwart. Das Kirchenmusikalische Jahrbuch erforscht dieses Repertoire jenseits konfessioneller Grenzen und zeigt sich offen für analytische, historische, philologische, soziologische, theologische und hermeneutische Methoden.