Theoretische und empirische Grundlegungen zur Gesundheitspädagogik
Sozialwissenschaftliche und sozialethische Analysen
Welches „Wohl“ und welche öffentlichen Güter werden in der Konturierung einer global dimensionierten Sozialethik angestrebt, wem kommen sie zugute und welche Akteure verfügen über welche Einflussmöglichkeiten, um die Herstellung, Bereitstellung oder Erhaltung dieser Güter zu bewerkstelligen?
„Gemeinwohl” ( common good) galt über lange Zeit als eine Schlüsselkategorie christlicher Sozialethik. Diese Selbstverständlichkeit ist einem selbstkritischen Sozialkatholizismus theoretisch wie praxisbezogen abhandengekommen. Ist der Appell an die Gemeinwohlverpflichtung mehr als ein diffuses und hilfloses Postulat? Lässt sich, zumal unter den Bedingungen globaler Verflechtungen und Abhängigkeiten, mit dieser Kategorie auf neue Weise sozialethische Relevanz erzeugen?
Johannes Lepsius und seine Mission
Der evangelische Orientalist und Theologe Johannes Lepsius (1858–1926) wurde zum wichtigsten Zeugen für Armenierpogrome seit den 1890er Jahren und dem nachfolgenden Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich im Jahr 1915. In dem Buch werden seine humanitären Hilfsaktionen zusammen mit seinen publizistischen Aktivitäten auf breiter Quellenbasis dargestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dieser publizistischen Tätigkeit von Lepsius und seinen Mitarbeiter/innen, die einerseits darauf abzielte, den Völkermord an den Armeniern abzuwenden, andererseits auch die Öffentlichkeit in Deutschland und Europa mit der Lage der Armenier vertraut machen sollte und zu Hilfsaktionen zur Rettung von Überlebenden der Todesmärsche und Massaker mobilisierte. Die Darstellung stützt sich auf zahlreiche bislang unbekannte Quellen.
Deutsche Kartographie und Raumwissen im Ersten Weltkrieg
Krieg und Karten gehören untrennbar zusammen. Sie sind dabei nicht bloß militärische Instrumente, sondern transportieren stets auch politische Raumbilder. Diesen bislang wenig beachteten Aspekten des Ersten Weltkriegs geht die Untersuchung nach.
Der Erste Weltkrieg wurde wie kein anderer Konflikt in allen räumlichen Dimensionen geführt. Karten trugen ihren entscheidenden Anteil dazu bei. Die deutschen Operationsplanungen fußten auf den strategischen Generalstabskarten, während insbesondere die Kriegführung im Westen neue Raummedien erforderte. Im gleichen Maße stiegen die Anforderungen an die Soldaten, sich mit den neuen Kartentypen im Stellungskrieg zurechtzufinden. Das führte zu Bildungsanstrengungen in der „Heimat“, von denen insbesondere die Schulgeographie profitierte. Erdkundelehrer stellten ihre Expertise bereitwillig in den Dienst des Krieges und instrumentalisierten geographisches Wissen zu Propagandazwecken.
Nationalitätenkonflikte und globale Kirche in den Grenzregionen Ostoberschlesien und Elsass-Lothringen, 1918–1939
Wie verhielt sich der Katholizismus zu den europäischen Nationalismen? Die vorliegende Studie liefert einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage. Sie nimmt dazu die Grenzregionen Oberschlesien und Elsass-Lothringen in den Blick und geht transnationalen Auswirkungen der vatikanischen Politik nach.
Der Status als nationale Minderheit gewann nach dem Ersten Weltkrieg in beiden Grenzregionen nicht zuletzt eine innerkirchliche Dimension. Es gab erbitterte Konflikte zwischen Geistlichen, welche sich auf die Seite der Nationalstaaten Polen bzw. Frankreich schlugen, und solchen, welche sich mit der regionalen Kultur und der deutschen Sprache identifizierten. Beide Seiten versuchten den Vatikan dafür zu gewinnen, um jeweils die eigene Position zu unterstützen. Unter anderem zeigt die Studie, dass die katholische Kirche die Nationalitätenkonflikte in den Grenzregionen nur in äußerst begrenztem Maße entschärfen konnte.
"Ausländerehen" in Deutschland 1870–1945
Grenzüberschreitende Liebesbeziehungen im Wandel der Zeit; Heiraten über nationale und kulturelle Grenzen hinweg: Solche Liebesbeziehungen, die heute immer häufiger vorkommen, waren in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen umstritten.
Das Buch erzählt erstmals die Geschichte der (erfolgten und verhinderten) Eheschließungen Deutscher mit Nichtdeutschen. Dabei konzentriert sich das Buch auf die Zeit zwischen Kaiserreich und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Deutlich wird für diesen Zeitraum, wie umstritten solche intimen Grenzüberschreitungen immer wieder waren. Bürokratische Hürden und ausländerrechtliche Regelungen, zunehmend aber auch eugenisch-rassistische und stark ethnozentristische Ordnungsvorstellungen haben die Chancen solcher Ehevorhaben stark beeinflusst. Deutlich wird aber auch: Solche Eheschließungen veränderten die Wirklichkeit und Wahrnehmung der Aufnahmegesellschaften, sie führen zu neuen gesellschaftlichen Dynamiken und stellen Gewesenes vor neue Herausforderungen.
Codices Sabaiticus 232 & Holy Cross 104, Jerusalem
HerausgeberIn: Panayiotis Tzamalikos
New text of Origen’s come to light
Origen’s Commentary on Matthew is perhaps his latest work, and reference to this was never made by his detractors. Instead, like modern scholars, they always pointed the finger at a garbled, untrustworthy, and heavily interpolated edition of his De Principiis, in order to cheerfully show how much of a ‘heretic’ Origen was. While Erich Klostermann, in 1941, compiled a series of fragments after having consulted twenty-four codices, he missed Sabaiticus 232. Which, though it is the most important of all, because it contains not only ‘passages’ ,but also unique flowing text from that commentary, (as the author demonstrates) is pretty later than the Contra Celsum. Professor Panayiotis Tzamalikos demonstrates that unless the correlations of Origen’s work to both Greek philosophy and subsequent Patristic literature are perused, it is impossible to recognise the real Origen. Considering the widespread and multi-faced miscomprehension (ancient and modern alike) of Origen’s thought, Professor Tzamalikos, by means of his commentary on this Greek text, demonstrates that this is a terra still calling for informed and unbiased exploration.
The Jena-Plan as a Concept for a Child-Centred School
"School as counter-public" is the hermeneutic key with which Ralf Koerrenz interprets the school model of the Jena Plan. Similar to the Dalton-Plan or the Winnetka-Plan, the Jena Plan is one of the most important concepts of alternative schools developed in the first half of the 20th century as part of the international movement for alternative education, the “World Education Fellowship”. Peter Petersen's "Jena Plan" concept must be understood from his educational philosophical foundations. The didactic levels of action at school (teaching, learning) as well as the reflection of theory in pedagogical practice are made understandable by "school as a counter-public". Not least with a view to the today's Jena Plan schools, the question is asked for a context-independent core of what makes a school a Jena Plan school. The opportunities and ambivalences of the model thus become equally visible.