Eine politische Biographie
Diese erste umfassende Biographie Bernhard Wilhelm von Bülows, 1930–1936 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, eröffnet einen neuen Blick auf die deutsche Haltung zum System internationaler Friedenssicherung vor dem Hintergrund der Bestrebungen, die Folgen des Versailler Vertrags zu revidieren.Das bislang vorherrschende Bild von Bülows als Locarno- und Völkerbundgegner, der als Staatssekretär ab 1930 bewusst die Abkehr von der Verständigungspolitik Stresemanns einleitete, erfährt dabei eine Neubewertung. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung bilden von Bülows Verhältnis zu den Systemwechseln von 1918/19 und 1933 und die Frage nach den Handlungsspielräumen des Auswärtigen Amtes unter dem NS-Regime.
Bildungspionier zwischen Münster und Pennsylvania 1770-1840
AutorIn: Andreas Oberdorf
Im transatlantischen Raum war die Katholische Aufklärung als globale Reformbewegung besonders wirksam. Anhand des Lebens und Wirkens von Demetrius Augustinus von Gallitzin (1770–1840) werden ihre grenzüberschreitenden Verflechtungen nun erstmals sichtbar.
Andreas Oberdorf stellt mit Demetrius von Gallitzin eine bisher weitgehend unbekannte Gestalt der deutsch-amerikanischen Bildungsgeschichte in den Mittelpunkt seiner Studie. Aufgewachsen und erzogen im Fürstbistum Münster, das im späten 18. Jahrhundert von einer Katholischen Aufklärung geprägt wurde, reiste Gallitzin 1792 in die Neue Welt. Von dieser Bildungsreise in die Vereinigten Staaten von Amerika kehrte er nicht zurück, sondern wurde Priester und wirkte fast ein halbes Jahrhundert als Missionar, Pfarrer und Publizist in den westlichen Gebieten Pennsylvanias. Die Rekonstruktion seiner Lebensgeschichte, die Auswertung seiner Briefe und Schriften bettet der Autor in die dichten Kommunikationsnetze des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts ein. So erschließen sich neue Erkenntnisse zu den transatlantischen Dimensionen der Katholischen Aufklärung als Reform- und Bildungsbewegung.
AutorIn: Wolfgang Curilla
Mehr als 40.000 deutsche Ordnungspolizisten bildeten nach der Wehrmacht und der Waffen-SS die zahlenmäßig größte Besatzungstruppe im westlichen Europa. Wolfgang Curilla, einer der besten Kenner der Materie, beschreibt den Einsatz der Ordnungspolizei erstmalig im Zusammenhang für alle besetzten Länder des westlichen Europas.
Ordnungspolizisten bewachten von Norwegen bis Italien die Deportationstransporte mit Juden in die Vernichtungslager im Osten. In Dänemark, in den Niederlanden, im Raum Marseille und in Rom führten sie Razzien gegen Juden durch. Die Einsätze der Ordnungspolizei waren aber keineswegs auf die jüdische Bevölkerung beschränkt. Breiten Raum nahmen die Aktionen gegen Partisanen, den örtlichen zivilen Widerstand und Streiks ein. Als Quellen dienen dem Autor unter anderem eine Fülle von großenteils bisher unveröffentlichten Dokumenten und Zeugenaussagen aus Strafverfahren gegen NS-Täter. Die nach Einheiten und Einsatzgebieten gegliederte Darstellung macht das Buch zu einem hochinformativen Nachschlagewerk.
Die Publikation ergänzt die weithin beachteten Veröffentlichungen Wolfgang Curillas zur Ordnungspolizei im Baltikum und Weißrussland sowie in Polen.
Identity, Freedom, and Moral Imagination in the Baltics
Does it make sense to refer to the social and political existence of the Baltic countries as to being between civilizations of East and West, or as being on the boundary of two worlds? What are the most characteristic features of modern moral imagination? How does it manifest itself in the politics and cultures of the Baltic countries? These will be the main foci of the book series intended and launched as a critical examination of identity, politics, and culture in the Baltic countries. We are not going to confine this series to Soviet and post-Communist studies. By offering a wide scope of the social science and humanities disciplines, we would like to encourage intercultural dialogue and also to pursue interdisciplinary research in the field of Baltic studies.

Until Volume 43, the series was published by Brill | Rodopi, click here.
Texte von Johannes Schasching SJ. Herausgegeben und eingeleitet von Christian Spieß
HerausgeberIn: Christian Spieß
Johannes Schasching SJ (1917–2013) gehörte zu den profiliertesten Vertretern der katholischen Soziallehre des 20. Jahrhunderts und hat maßgeblich zur Erneuerung der katholischen Sozialverkündigung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil beigetragen.
Schasching verstand es beispielhaft, die christlichen Sozialwissenschaften mit der Praxis des Sozialkatholizismus und mit der kirchlichen Sozialverkündigung zu verknüpfen.
Der vorliegende Band versammelt Texte aus dem Nachlass und gibt einen Einblick in die Denk- und Argumentationsweise des Jesuitenpaters, dessen Anliegen vor allem die Analyse der gesellschaftlichen Wirklichkeit und die Wahrnehmung der Lebenswirklichkeiten der Menschen war.
Schöningh and Fink Early Modern and Modern History E-Books Online , Collection 2020 is the electronic version of the book publication program of Verlag Ferdinand Schöningh and Wilhelm Fink Verlag in the field of Early Modern and Modern History in 2020.

Coverage:
Early Modern History, Modern History, Global History, History of Central and Eastern Europe, Atlantic History, Jewish History, Church History, Reformation History, History of Ideas, History of Science, Book History, History of Warfare
From the Middle Ages to the 1990s
This book aims to create an integral picture of the social, economic and cultural history of the Jews in Lithuania during the course of more than six hundred years – from the Middle Ages to the 1990s. It is a translation of the study “Lietuvos žydai. Istorinė studija” (Engl. “Lithuanian Jews. Historical study”), published in Lithuanian in 2012. The Book was written by an interna-tional group of scholars from Lithuania, Israel, the United States of America and Germany.

The world of Lithuanian Jewry is reconstructed through different aspects of the development of community and society: demography, social and economic activity, self-government institutions of the community, cultural and religious movements, literature and the press, education, discriminative policy of the authorities and relations with the dominant church, segregation, assimilation and changes of identity, anti-Judaism and anti-Semitism, and the Holocaust.
Der letzte Kommandant des Panzerschiffs Admiral Graf Spee. Eine Biographie
Im Dezember 1939 verweigerte Hans Langsdorff vor der La-Plata-Mündung einen letzten, aussichtslosen Kampf gegen überlegene britische Seestreitkräfte, sprengte sein Schiff vor Montevideo, rettete seine Besatzung von 1.200 Mann und nahm sich wenige Tage später das Leben. Um seine Gestalt hat sich ein Mythos gebildet, der eine rationale Auseinandersetzung mit seinen Handlungsmotiven zwischen militärischer Loyalität und moralischer Integrität bisher erschwerte. Langsdorff handelte in einer Grenzsituation, räumte der ethischen Dimension den Vorrang ein und übernahm die persönliche Verantwortung, indem er aus dem Leben schied.
In seiner Gesamtbiographie Langsdorffs beschreibt der Autor einen Offizier, der zeitlebens versuchte, seine geistige Unabhängigkeit – selbst in der hierarchischen Struktur des Militärs – zu bewahren. Die Achtung vor der Würde des Menschen kennzeichnete seinen Wertekanon, den er auch in Kriege einhielt. Indem Kaack seinen Protagonisten in dessen jeweilige politische und soziale Umwelt einbettet, legt er zugleich ein Stück Mentalitätsgeschichte der deutschen Marine in drei Epochen vor.
Von Metternich bis Helmut Schmidt
HerausgeberInnen: Michael Epkenhans und Ewald Frie
Der Wandel von Politik und Gesellschaft seit der Französischen Revolution und die damit einhergehende Notwendigkeit, das eigene Handeln gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, hatte erhebliche Auswirkungen auf das Handeln vieler Politiker. Die Beiträge nehmen in den Blick, wie z. B. Otto von Bismarck, Franz von Papen, Konrad Adenauer, Helmut Schmidt oder Michail Gorbacˇëv mit dem Verlust des Amtes umgingen und wie sie versuchten, auf die Politik weiterhin direkt oder indirekt Einfluss auszuüben.