Ereignis und Wahrnehmung in Polen und Deutschland
Der Warschauer Aufstand 1944 ist eines der schmerzlichsten Kapitel der deutsch-polnischen Beziehungen. Die 63 Tage vom Ausbruch bis zur Kapitulation der Aufständischen stehen im Zentrum der Erinnerung Polens an den Zweiten Weltkrieg. In Deutschland hingegen wissen nur wenige um die Ereignisse in der polnischen Hauptstadt.
Im vorliegenden Band stellen polnische und deutsche Autorinnen und Autoren die Ereignisgeschichte des Warschauer Aufstandes dar. Die Themen reichen von den politischen Ursachen und dem militärischen Umfeld über die komplexen diplomatischen Begleitaktionen bis hin zu den Folgen für die Warschauer Zivilbevölkerung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wahrnehmung des Aufstandes sowie auf der Erinnerungskultur in den beiden Ländern. Das Buch ermöglicht dem deutschen Leserkreis, sich mit Ergebnissen polnischer Detailforschung vertraut zu machen. Die Fachwissenschaftler betreten darüber hinaus auch bislang weitgehend unerschlossenes Terrain und regen mit ihren Analysen zu neuen Fragestellungen an.
HerausgeberInnen: Sönke Neitzel und Bernd Heidenreich
Eine Einführung in die Mediengeschichte des Nationalsozialismus. Die Rolle der Medien im Dritten Reich hat noch immer zu wenig Beachtung gefunden, obwohl sie in ihrer Bedeutung für die Errichtung und Stabilisierung der NS-Diktatur kaum überschätzt werden können. Binnen weniger Jahre haben die Nationalsozialisten die Medien grundlegend umstrukturiert und sie zu einem ihrer zentralen Herrschaftsinstrumente geformt. Kommunikationswissenschaftler, Journalisten und Historiker geben auf Grundlage des neuesten Forschungsstandes einen Überblick über die Rolle des Hörfunks, der Presse und des Films in Hitlers Staat. Sie veranschaulichen die spezifischen Rahmenbedingungen und Erscheinungsformen von Kriegsfilmen und Wochenschauen, von Radioformaten wie dem 'Wunschkonzert' und der Olympiaberichterstattung sowie von überregionalen Zeitungen und der Lokalpresse. Abgerundet wird der Band durch biographische Skizzen dreier in der NS-Medienlandschaft stets präsenter, aber gänzlich unterschiedlicher Personen: Joseph Goebbels, Heinrich George und Heinz Rühmann. Ihre Wahrnehmungen und Deutungen von Staat und Krieg werden einer kritischen Reflexion unterzogen.
Politik, Ideologie und Kriegführung 1939-1945
Im September 1939 forderte Hitlers Deutschland die Welt heraus - unterstützt vom faschistischen Italien als wichtigstem Bündnispartner.
Die von Mussolini geprägte Metapher von der »Achse« Rom - Berlin wurde zum Sinnbild einer Allianz, die ungeachtet ihrer Bedeutung lange Zeit kaum ernstgenommen wurde. Im vorliegenden Sammelband zeichnen 23 Experten ein facettenreiches Bild der »Achse« zwischen 1939 und 1945. Sie bilanzieren den Stand der Forschung und geben Einblick in ein bisher vernachlässigtes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs.
Legende und Wirklichkeit
AutorIn: Dieter Hartwig
Der letzte »Führer« der Deutschen - Retter von Millionen oder Propagandist des Regimes?

Karl Dönitz gilt als der 'legendäre' Befehlshaber der U-Boote im Zweiten Weltkrieg, von Hitler eingesetztes letztes Staatsoberhaupt des Dritten Reiches sowie - Retter von Millionen’. Diesen Mythen und Legenden stehen sein nachweislicher NS-Fanatismus, seine Hitler-Treue sowie der keineswegs fürsorgliche U-Booteinsatz mit höchsten Verlustraten gegenüber. Die von allen Verteidigungsministern verordnete Distanz der Bundesmarine zu ihm gipfelte im Verbot der Teilnahme an seiner Beerdigung für Soldaten in Uniform, was große Empörung auslöste.

Mit dem vorliegenden Buch werden fast 30 Jahre nach seinem Tod Persönlichkeit und Wirken von Dönitz im und nach dem Zweiten Weltkrieg umfassend dargestellt sowie kritisch bewertet. An die Stelle von Mythen und Legenden treten neue Erkenntnisse auf der Grundlage neuester Forschungen.
Die erste komparative Langzeitstudie zu bilateralen Wanderungsverträgen wirft neues Licht auf die Geschichte der Anwerbung von »Gastarbeitern«.

Grenzüberschreitende Arbeitsmigration veränderte Europa im 20. Jahrhundert tiefgreifend. Das vorliegende Buch verbindet die Migrationsgeschichte der achtzehn wichtigsten Zu- und Abwanderungsländer des europäischen Arbeitswanderungssystems vom späten 19. Jahrhundert bis zum Anwerbestopp 1973/74 mit einer differenzierten Analyse der Genese und der Bedeutung von Anwerbeabkommen mit einem das 20. Jahrhundert überspannenden internationalen und komparativen Ansatz.
AutorIn: Rainer Bölling
Die erste Geschichte des Abiturs von den Anfängen bis heute Auch Karl Marx hat Abitur gemacht, 1835. Seine »sittliche Aufführung war gut«. Und Bismarck wäre auf dem Gymnasium fast zum Republikaner geworden. Wie das kam, erfährt man in diesem Buch, und vieles mehr über die Geschichte des Abiturs. Gut und lebendig geschrieben, führt es vom ersten Abiturreglement in Preußen 1788 über die Oberstufenreform der 1970er Jahre bis zu den aktuellen Neuerungen Zentralabitur und G8. Auch der Weg der Mädchen von der »Höheren Töchterschule« bis zum vollwertigen Abitur wird anschaulich nachgezeichnet. Ein ebenso informatives wie amüsantes Buch über die Wandlungen des Zeitgeistes im Spiegel des Abiturs.
Vom Fürstenbund zur Bundesrepublik
AutorIn: Albert Funk
Die Geschichte des Föderalismus in Deutschland vom Mittelalter bis heute - anschaulich erzählt und erklärt mit allen wichtigen Etappen und Entwicklungen. Die spannende und auch konfliktreiche Geschichte des Bundesstaats erstmals für ein breiteres Publikum aufbereitet.
Der Bundesstaat ist Kern unserer politischen Verfassung. Ob und wie er funktioniert - das geht jeden an. Er ist auch nicht ganz zufällig entstanden. Der Blick in die Geschichte zeigt: Föderalismus, wohin man schaut. »Deutschland wird auf deutsch regiert«, lautete ein Schlagwort schon im 18. Jahrhundert. Föderalismus ist unsere Verfassungstradition. Es ist eine bunte, wechselreiche, bisweilen auch ernüchternde Geschichte: Wie der Föderalismus im Mittelalter entstand, wie 1495 die frühe bundesstaatliche Verfassung geschaffen wurde, wie der Rheinbund sie ins 19. Jahrhundert transportierte, wie man im Deutschen Bund damit umging, was Bismarck daraus machte. Wie der Bundesstaat in der Weimarer Republik fehlschlug und dann von den Nationalsozialisten abgeschafft wurde. Wie er nach 1945 wieder erblühte. Und wie er in der Gegenwart reformiert wird, um in der Zukunft zu bestehen.

Die erste kritische Gesamtdarstellung der Legion Condor, aus der hohe und höchste Offiziere von Hitlers Luftwaffe hervorgingen. Ein spannendes Buch. Die Legion hatte entscheidenden Anteil am Sieg Francos. Hitlers 'fliegende Bruderhilfe' griff in alle bedeutenden Schlachten ein, mehr noch, sie führte den ersten massiven Luftkrieg der Geschichte gegen die Zivilbevölkerung. Das von ihr zerstörte Guernica ist zu einem weltweiten Symbol für die Gräuel des Krieges geworden. Auf breitester Quellenbasis beschreibt die Autorin die Erfahrungen der deutschen Flieger: ihren sozialen und familiären Hintergrund, ihre Motivationen und Vorbilder, ihren Aufbruch nach Spanien, die erste Konfrontation mit einem fremden Land, das Alltagsleben dort, ihren Blick auf die 'Anderen', die spezifischen Kampferfahrungen der Jagd- und Bomberpiloten sowie das Erleben der 'Nachtseiten' des Krieges: Repression, Gefangenschaft und Tod. Ein abschließendes Kapitel widmet sich den späteren Lebensläufen der Legionäre im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit sowie der privaten und öffentlichen Erinnerung an den Krieg. Das hervorragend geschriebene Buch schärft den Blick für die gesamte deutsche Kriegstätigkeit in Spanien 1936–1939 und für die Realität des Luftkriegs, ohne gleichzeitig den Mythos der 'faschistischen Elitetruppe' fortzuschreiben. Ein bedeutender Beitrag zur Alltagsgeschichte der deutsch-spanischen Beziehungen und zur kulturgeschichtlich orientierten 'Neuen Militärgeschichte'.
Darstellung - Deutung - Bewältigung
Im Blickpunkt des Buches steht die Frage, wie die mittelalterliche Geschichtsschreibung mit Niederlagen im Krieg umgegangen ist. Auch für das Mittelalter gilt: Nicht nur die Sieger, auch die Verlierer schreiben Geschichte, ihre eigene. Aus ihr lässt sich sehr viel lernen: über den Krieg im Mittelalter, über die mittelalterliche Geschichtsschreibung und über das Funktionieren von Geschichte. An Beispielen aus dem ganzen Mittelalter (500–1500) werden drei zentrale Aspekte vergleichend untersucht: Wie wurden Niederlage und Krieg dargestellt? Wie wurden Niederlagen gedeutet? Und wie wurden sie bewältigt? Gerade an der Verarbeitung der Niederlagen wird die auch therapeutische Funktion der Geschichtsschreibung deutlich.
Die Technikerfahrung deutscher Luftwaffenpiloten 1910-1945