Zur Theorie des Systematisch-Genetischen in der deutschen Romantik und im deutschen Idealismus
AutorIn: Yu Sang Kim
In einen gemeinsamen Denkraum situiert diese Arbeit die unterschiedlichen kunsttheoretischen und philosophischen Texte zentraler geistesgeschichtlicher Leitfiguren der Jahre 1750 bis 1830. Damit sprengt sie den Rahmen bisheriger Einfluss- und Wirkungsforschung und legt epochenüberschreitend Zusammenhänge zwischen philosophischen Positionen frei, für die keine direkten Abhängigkeiten oder Einflüsse nachzuweisen sind. Das Buch arbeitet den je spezifischen Denktypus in einem analytischen Vergleichsverfahren heraus und erstellt so eine Typologie des systematisch-genetischen Denkens, eingeschränkt auf die beiden Paradigma des Ästhetischen und des Metaphysischen. Die topologische Ordnung zeigt die aus den verschiedenen Theorien sich konstruierenden Denkmuster als prägend für die Bildung eines gemeinsamen Denkraums, unabhängig von historischen Abhängigkeiten und den Intentionen der Autoren. Dieser Denkraum ist nicht an sich vorhanden, sondern wird seinerseits erst durch die Arbeiten der exemplarisch ausgewählten Autoren forschreitend konstituiert.
Blick, Macht und Geschlecht in Annette von Droste-Hülshoffs Verserzählungen
AutorIn: Anja Peters
Annette von Droste-Hülshoffs Ruf als “größter deutscher Dichterin” gründet sich auf eine kleine Auswahl ihrer Lyrik und Prosa. Wenig bekannt und durch ihre Form für den heutigen Leser schwerer zugänglich sind hingegen ihre Verserzählungen. Im vorliegenden Buch werden Drostes Kurzepen in ihrem biographischen und kulturellen Entstehungskontext untersucht sowie durch innovative Lektürevorschläge Drosteforschern und –liebhabern neu erschlossen.
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.
Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet es neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Ein-Rotwelsch-Dialekt von Wandermusikanten aus dem Eichsfeld. Quellen - Wörterbuch - Analyse
AutorIn: Thorsten Weiland
Eine Geheimsprache besonderer Art: gesprochen von den Hundeshagener Musikanten, die seit Ende des 18. Jh. fester Bestandteil der Jahrmärkte Mitteleuropas waren. Erst um 1958, unter den Bedingungen der DDR und als die deutsch-deutsche Grenze unüberwindlich wurde, musste das Musikgewerbe in dieser Form aufgegeben werden. Die Hundeshagener waren oft monatelang auf Reisen. Das Kochum erlaubte ihnen, Gefahren besser aus dem Wege zu gehen, gleichzeitig stärkte es den Gruppenzusammenhalt. Die Arbeit erfasst das Kochum nach seinen heute verfügbaren Quellen vollständig. Heute noch lebende Sprecher konnten befragt, ältere Tonbandaufnahmen ausgewertet werden – insgesamt lagen 90 Stunden Sprachaufnahmen und weit über hundert schriftliche Dokumente vor (u.a. ein Wörterverzeichnis aus einer Stasi-Akte). Insgesamt finden rund 50000 Einzelinformationen Eingang in das Glossar, das so zu einer eindrucksvollen Dokumentation der Rotwelschforschung wird.
Zu einer weltbewegenden Problematik und ihrer Herkunft
AutorInnen: Christina Falk und Walter Falk
HerausgeberIn: Harald Seubert
Das Verhältnis von Glauben und Denken kann als Angelpunkt und Motor der neuzeitlichen Geschichte begriffen werden. Walter Falks Werk zeigt in singulärer Weise, auf welchen teilweise verdrängten Fundamenten der wissenschaftliche Fortschrittsglaube beruhte und bietet eine kritische Analyse der ‘Legitimität der Neuzeit’, die ebenbürtig neben den großen Arbeiten von Hans Blumenberg, Michel Foucault oder Joachim Ritter bestehen kann. Walter Falk geht anhand der Metapher von der Weltmaschine, die sich seit 1770 in verschiedenen Texten und in Modifikationen findet, der Fortschrittsgeschichte und ihrer Kritiker nach. So entwirft er, vor dem Hintergrund einer neuartigen Epochendeutung ein geistesgeschichtliches Panorama, das von Comte und Schlegel und Kleist bis zu Kafka und Heidegger reicht. Das Buch zeigt vor dem Hintergrund der Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, wie die Gestalt des personalen Gottes in den großen geistes- und naturwissenschaftlichen Innovationsschüben der Moderne zunehmend wieder in den Blick genommen wurde. Dabei erfahren die Ansätze von Foucault, Konrad Lorenz oder René Girard eine eigenwillige und profilierte, Natur- und Kulturwissenschaften innovativ miteinander verbindende Deutung. Das eigentliche Interesse des Buches ist aber nicht historischer Natur. Falk demonstriert eindrucksvoll, wie Glauben und Denken in der Gegenwart zugleich differenziert und integriert werden müssen, um auf der Höhe der Moderne wieder fruchtbar in ein Gespräch kommen zu können.
Zu Friedrich Schlegels Charakteristiken
AutorIn: Ute Maack