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AutorIn: Angela Stevens
HerausgeberIn: Birgitt Haneklaus
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Wesen und Normfunktion
»Die Würde des Menschen«, das letzte große Werk des Bonner Philosophen, entwirft eine empirismuskritische transzendentalphilosophische Begründung der Idee der Menschenwürde und plädiert zugleich für eine Neuausrichtung der theoretischen und praktischen Philosophie.
Wagner geht aus von dem Widerspruch zwischen feierlicher Beschwörung der Menschenwürde und deren ständiger Verletzung sowie von der grundsätzlichen Unfähigkeit der empirischen Wissenschaften wie auch zeitgenössischer neoempiristischer und neopositivistischer Philosopheme, die Idee der Menschenwürde zu begründen. Er gibt dieser Idee ein tragfähiges systematisches Fundament in einer an Kant orientierten, aber modernen Transzendentalphilosophie. Der Mensch ist nicht nur Objekt, sondern Wahrheit leistendes Subjekt der Wissenschaft. Wagner leitet aus seinem Konzept konkrete Konsequenzen für die Wissenschaften, das Bildungswesen, das Recht, die öffentliche Meinungsbildung und die Politik heute ab.
Zur Humanismus-Debatte zwischen Atheisten, Pantheisten, Monotheisten und Agnostikern
AutorIn: Hubertus Mynarek
Humanität bedeutet werterfülltes Dasein. Der Besitz der Fülle aller Werte wäre die Vollendung der Humanität. Aber die Werte unterscheiden sich in ihrer Qualität und Bezogenheit auf die wahre Menschwerdung des Menschen. Seine unzerstörbare Struktur als geistiges, seelisches und sinnlich-somatisches Wesen muss auch als Leitlinie für die Klassifizierung der Werte gelten. Ein besonderes Spezifikum des Buches ist die Frage nach der Obergrenze der Humanität, das Problem des Verhältnisses zwischen ethisch-humanen, logisch-theoretischen, ästhetischen und transzendenten, spirituell-religiösen Werten. Das Buch ist ein grundlegender Beitrag zur aktuell intensiv geführten Diskussion aller weltanschaulichen Lager um das wahre Wesen des Humanen.
De mendacio – Die Lüge. Ad consentium contra mendacium ad consentius – Gegen die Lüge. Ad orosium contra Priscillianistas et Origenistas – An Orosius, gegen die Priszillianisten und Origenisten
Darf oder muss ein Christ unter bestimmten Umständen lügen?
In De mendacio definiert Augustinus den Begriff »Lüge« und versucht dann den Nachweis, dass es sich bei den von den Befürwortern der Lüge herangezogenen Exempeln der Bibel um gar keine Lügen handelt. Trotzdem muss er einräumen, dass sich seine Idealvorstellung, man dürfe nie lügen, vor allem im Hinblick auf die sogenannte Nutzlüge im täglichen Leben nicht verwirklichen lässt. Deshalb entwirft er ein auf der Aufrechnung von Nutzen und Schaden beruhendes System von acht zum Besseren hin aufsteigenden Stufen der Lüge, die in jedem Fall hassenswert bleibt.
Contra mendacium verdankt seine Entstehung der zu Augustins Zeit vor allem in Spanien verbreiteten Sekte der Priszillianisten. Diese vertraten die Auffassung, um unentdeckt zu bleiben, müsse man im Notfall sogar einen Meineid leisten. Rechtgläubige Eiferer versuchten sie mit ihren eigenen Mitteln, Lüge und Verstellung, zu schlagen. Einer von ihnen berichtete Augustinus stolz von einem entsprechenden Unternehmen zur Aufdeckung eines priszillianistischen Zirkels. Statt ihn zu loben, betont Augustinus jedoch nachdrücklich, Lüge sei immer verwerflich und in Glaubensfragen dürfe man unter keinen Umständen lügen.
Mit Hans Wagner verstarb am 1.2.2000 der wohl bedeutendste philosophische Systematiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig ein weltweit anerkannter, auch philologisch ausgewiesener Aristoteles-Kenner, -Übersetzer und -Kommentator. Seine reflexions­theoretische Neubegründung der Philosophie als System wurde durch eine umfassende philosophiehistorische Bildung ermöglicht, die, ausgehend von der Philosophie der Antike und die Philosophie des 20. Jahrhunderts integrierend, sich immer mehr der transzendental­philosophisch-kritischen Leistung Kants annäherte. Er nahm deren Prinzipien auf, modernisierte sie und bewahrte zugleich ihren unvergänglichen Kern, den er zu Recht, ausgehend von den logischen Fundamentalprinzipien und ihrer theoretisch-gegenstandskonstitutiven Funktion, abschließend in der Letztbegründung aller Geltungssphären sah. Sein systematischer Ansatz ermöglichte Wagner schließlich die Entwicklung eines von allen Banalisierungen und Mißverständnissen befreiten, absolut begründeten Begriffs der Würde des Menschen.

In Rufen an die Yale University New Haven und an die New School for Social Research in New York dokumentierte sich die Internationale Anerkennung Hans Wagners. Er lehrte in Würzburg, Frankfurt/M und von 1961 bis zu seiner Emeritierung 1982 in Bonn, unterbrochen durch eine Gastprofessur an der Yale University.

Für die Reihe "Hans Wagner - Gesammelte Schriften" sind 10 Bände geplant.

Das Werk steht zur Subskription. Die Subskriptionsfrist endet mit Erscheinen des letzten Bandes.
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Philosophie und Reflexion, das Hauptwerk des Bonner Philosophen Hans Wagner (1917-2000), eröffnet die Edition der gesammelten Schriften eines der profiliertesten Erneuerer der Transzendentalphilosophie im Geiste Immanuel Kants.
Mit Philosophie und Reflexion veröffentlichte Hans Wagner 1959 ein Standardwerk systematischen Philosophierens, das aus der kritischen Auseinandersetzung mit Kant und Hegel, mit der Phänomenologie und Ontologie des 20. Jahrhunderts, dem Neukantianismus und der Existenzphilosophie hervorgegangen ist. Wagner wollte der Philosophie ihre Aufgabe als letzte Begründung alles Denkens und Handelns zurückgewinnen. Im Ausgang von den Grundmomenten des Er-kenntnisgeschehens stellt Wagner einen Reflexionsgang vor, der nicht nur die letzten Prinzipien des Denkens und Erkennens und die daraus entspringenden Disziplinen entwickelt, sondern auch ihren notwendigen Übergang in das Problem der Praxis aufweist, die Hauptprobleme der Ethik, Ästhetik, Rechts- und Sozialphilosophie skizziert und den Ursprung der Philosophie der konkreten Subjektivität aufdeckt.
Hans Wagner promovierte in Würzburg und habilitierte sich dort 1949 über in Religionsphilosophie. Durch intensive Studien zu Husserls Nachlasswerken, den systematischen Konzeptionen Kants und des deutschen Idealismus bereitete er einen Gesamtentwurf aller philosophischen Disziplinen vor, der 1959 unter dem Titel Philosophie und Reflexion erschien. Nach seiner Berufung an die Universität Bonn (1961) entstand neben einer Übersetzung der Aristotelischen Physik eine beeindruckende Fülle von systematischen und histori-schen Untersuchungen. 1992 veröffentlichte Wagner Die Würde des Menschen, ein weiteres großes systematisches und zugleich zeitkritisches Werk.
Augustin als Schlüssel für die Interpretation der Sprachreflexionen von Heidegger und Gadamer
Was ist Sprache? Vom Wort als Laut und Gedanke bis zur Verwirklichung der Sprache als bedeutungsgeladenes Schweigen. Das Thema der Sprache kann und wird von verschiedenen Blickwinkeln behandelt: Sprache als Grammatik, als Baustein der Gedanken, als Kommunikationsmittel, als Kunst, als Ausdruck einer Kultur, einer Weltansicht... Aber was ist Sprache in ihrem wahren Sein? Ist Sprache wirklich bloß Wort? Oder ist Sprache doch ein komplexes, dynamisches Phänomen, welches sich auf mehreren Ebenen ereignet: Ebenen, die sich gegenseitig bedingen, voraussetzen und wesenhaft erst definieren? Liegt die wesenhafte Verwirklichung der Sprache vielleicht in einem scheinbaren Paradox: in einem bedeutungsgeladenen Schweigen? Der vorliegende Versuch einer Sprachontologie befasst sich mit diesen Fragen und untersucht Augustinus, Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer auf ihr Verständnis des Seins der Sprache.
Weisheiten der Antike aus Ost und West
AutorIn: Salomon Al-Malik
Menschen, die aus welchen Gründen auch immer leiden, finden in diesem Werk Wege zur Seelenruhe, die über den Widrigkeiten des Schicksals steht. In diesem Tempel, an dem der Einzelne selbst arbeiten kann, findet sich ein ruhiges Herz, das klar denken kann. Menschen, die ihr Leben nicht meistern können, greifen oft zu Suchtmitteln wie Alkohol. Der Grund dafür liegt im Denken des Einzelnen. Denn das persönliche Urteil, das sich der Mensch bildet, ist die Grundlage seines Handelns. Sein falsches Urteil verstellt ihm den Blick auf die Wirklichkeit, in der es allein in seiner Hand liegt, ein gesundes Leben zu führen. Epiktet, ein freigelassener Sklave, gründete im alten Griechenland eine Schule der gequälten Seelen. Zu ihm kamen junge Männer, um zu lernen, sich von ihren seelischen Schmerzen zu befreien. Die Prinzipien der Stoa, der Schule der Seelenruhe von Epiktet, Marcus Aurelius und Seneca, König Salomons Anleitungen zur Disziplin und Weisheitslehren aus dem alten China sind Bausteine zum „Tempel der Seelenruhe“
Eine ethische Typologie von Verhaltensmöglichkeiten
AutorIn: Dieter Witschen
Wie können oder sollen andere sich zu der Gewissensentscheidung eines Individuums verhalten? Da das Spektrum der Verhaltensmöglichkeiten erheblich differenzierter ist als gemeinhin bewusst, sei aus ethischer Sicht eine Typologie entwickelt.
In einer Gewissensentscheidung kulminieren die moralischen Reflexionen und Entscheidungen des Individuums. Mit ihr übernimmt es für das eigene Handeln die höchstpersönliche Verantwortung in letztverbindlicher Weise. Mit ihr wahrt es seine moralische Integrität, seine Würde als Person.
Wie andere als moralische Betrachter oder im Kontext des Rechts auf Gewissensfreiheit als staatliche Organe sich zu einer derartigen Entscheidung zu verhalten haben, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Grundlegend ist die Unterscheidung, ob andere die Berufung des Akteurs auf seine Gewissensentscheidung als eine authentische anerkennen (können), und wie sie die zugrunde liegende Überzeugung samt ihren Konsequenzen beurteilen.