AutorIn: Rainer Bölling
Die erste Geschichte des Abiturs von den Anfängen bis heute Auch Karl Marx hat Abitur gemacht, 1835. Seine »sittliche Aufführung war gut«. Und Bismarck wäre auf dem Gymnasium fast zum Republikaner geworden. Wie das kam, erfährt man in diesem Buch, und vieles mehr über die Geschichte des Abiturs. Gut und lebendig geschrieben, führt es vom ersten Abiturreglement in Preußen 1788 über die Oberstufenreform der 1970er Jahre bis zu den aktuellen Neuerungen Zentralabitur und G8. Auch der Weg der Mädchen von der »Höheren Töchterschule« bis zum vollwertigen Abitur wird anschaulich nachgezeichnet. Ein ebenso informatives wie amüsantes Buch über die Wandlungen des Zeitgeistes im Spiegel des Abiturs.
Vom Fürstenbund zur Bundesrepublik
AutorIn: Albert Funk
Die Geschichte des Föderalismus in Deutschland vom Mittelalter bis heute - anschaulich erzählt und erklärt mit allen wichtigen Etappen und Entwicklungen. Die spannende und auch konfliktreiche Geschichte des Bundesstaats erstmals für ein breiteres Publikum aufbereitet.
Der Bundesstaat ist Kern unserer politischen Verfassung. Ob und wie er funktioniert - das geht jeden an. Er ist auch nicht ganz zufällig entstanden. Der Blick in die Geschichte zeigt: Föderalismus, wohin man schaut. »Deutschland wird auf deutsch regiert«, lautete ein Schlagwort schon im 18. Jahrhundert. Föderalismus ist unsere Verfassungstradition. Es ist eine bunte, wechselreiche, bisweilen auch ernüchternde Geschichte: Wie der Föderalismus im Mittelalter entstand, wie 1495 die frühe bundesstaatliche Verfassung geschaffen wurde, wie der Rheinbund sie ins 19. Jahrhundert transportierte, wie man im Deutschen Bund damit umging, was Bismarck daraus machte. Wie der Bundesstaat in der Weimarer Republik fehlschlug und dann von den Nationalsozialisten abgeschafft wurde. Wie er nach 1945 wieder erblühte. Und wie er in der Gegenwart reformiert wird, um in der Zukunft zu bestehen.

Die erste kritische Gesamtdarstellung der Legion Condor, aus der hohe und höchste Offiziere von Hitlers Luftwaffe hervorgingen. Ein spannendes Buch. Die Legion hatte entscheidenden Anteil am Sieg Francos. Hitlers 'fliegende Bruderhilfe' griff in alle bedeutenden Schlachten ein, mehr noch, sie führte den ersten massiven Luftkrieg der Geschichte gegen die Zivilbevölkerung. Das von ihr zerstörte Guernica ist zu einem weltweiten Symbol für die Gräuel des Krieges geworden. Auf breitester Quellenbasis beschreibt die Autorin die Erfahrungen der deutschen Flieger: ihren sozialen und familiären Hintergrund, ihre Motivationen und Vorbilder, ihren Aufbruch nach Spanien, die erste Konfrontation mit einem fremden Land, das Alltagsleben dort, ihren Blick auf die 'Anderen', die spezifischen Kampferfahrungen der Jagd- und Bomberpiloten sowie das Erleben der 'Nachtseiten' des Krieges: Repression, Gefangenschaft und Tod. Ein abschließendes Kapitel widmet sich den späteren Lebensläufen der Legionäre im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit sowie der privaten und öffentlichen Erinnerung an den Krieg. Das hervorragend geschriebene Buch schärft den Blick für die gesamte deutsche Kriegstätigkeit in Spanien 1936–1939 und für die Realität des Luftkriegs, ohne gleichzeitig den Mythos der 'faschistischen Elitetruppe' fortzuschreiben. Ein bedeutender Beitrag zur Alltagsgeschichte der deutsch-spanischen Beziehungen und zur kulturgeschichtlich orientierten 'Neuen Militärgeschichte'.
Darstellung - Deutung - Bewältigung
Im Blickpunkt des Buches steht die Frage, wie die mittelalterliche Geschichtsschreibung mit Niederlagen im Krieg umgegangen ist. Auch für das Mittelalter gilt: Nicht nur die Sieger, auch die Verlierer schreiben Geschichte, ihre eigene. Aus ihr lässt sich sehr viel lernen: über den Krieg im Mittelalter, über die mittelalterliche Geschichtsschreibung und über das Funktionieren von Geschichte. An Beispielen aus dem ganzen Mittelalter (500–1500) werden drei zentrale Aspekte vergleichend untersucht: Wie wurden Niederlage und Krieg dargestellt? Wie wurden Niederlagen gedeutet? Und wie wurden sie bewältigt? Gerade an der Verarbeitung der Niederlagen wird die auch therapeutische Funktion der Geschichtsschreibung deutlich.
Expertise und "Neuordnung" Europas
Völkische Konzepte spielten im 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle. Aktuelle Studien über die Verflechtung ihrer Akteure in die Gewaltpraktiken im »Dritten Reich« rücken auch ihre Transformation danach stärker in den Vordergrund.
Wissenschaft und Politik bildeten im 20. Jahrhundert Ressourcen füreinander aus. Die Politik profitierte von der Legitimation durch Expertisen. Umgekehrt sicherte sie völkische Forschungsprogramme ab. Beide bildeten keine statischen Systeme, sondern flexible Netzwerke aus. Es geht um die Wirkmächtigkeit von Anthropologen, Demographen, Historikern, Geographen, Raumplanern und Soziologen in der radikalen Homogenisierung Europas.
Die 'Krieg-in-Sicht'-Krise mündete in die größte diplomatische Niederlage, die Bismarck je erlitt. Die Ursachen der Krise blieben allerdings trotz intensiver Forschung im Dunkeln. Als im Frühjahr 1875 Gerüchte über einen bevorstehenden Krieg zwischen Deutschland und Frankreich aufkamen, versetzte dies die europäischen Politiker und Militärs in größte Unruhe. Schnell galt Bismarck als Urheber der Krise. War er das tatsächlich? Welches waren seine Ziele? Welche Interessen verfolgten die übrigen Mächte – England, Russland, Frankreich? Die vorliegende Analyse der bestimmenden Faktoren für das Handeln aller Beteiligten in der Krise zeigt, dass die Rolle Bismarcks im Netz europäischer Politik jener Zeit neu zu bewerten ist.
Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit. Neue Horizonte der Forschung
Der Band fasst die innovativen Ergebnisse des Sonderforschungsbereichs 'Kriegserfahrungen – Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit' (SFB 437) an der Universität Tübingen in einem großen Überblick zusammen. Themen des SFB und des Buches sind die Erfahrung, Wahrnehmung und Deutung von Kriegen der Neuzeit in Europa und Nordamerika, ist der 'Krieg in den Köpfen' vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Krieg in Vietnam. Drei Felder stehen im Zentrum: der Zusammenhang von Nation, Nationsbildung und Krieg, die Interaktion zwischen Religion bzw. Konfession und Krieg sowie die Rolle der Medien und der Nachrichtenproduktion, die den 'Krieg in der Ferne' zum 'Krieg in der Nähe' schrumpfen ließ.
Krieg und Militär zwischen staatlichem Monopol und Privatisierung
Spätestens mit dem Krieg der USA im Irak ist die bedeutende Rolle privater Sicherheitsfirmen im modernen Krieg deutlich geworden. Ist die Zeit der großen Armeen zu Ende, kehrt die der privaten 'Unternehmer des Krieges' zurück? Der Band untersucht das historische Spannungsverhältnis zwischen privaten Truppen, Söldnern, Condottieri und Kriegsherren einerseits und der Monopolisierung der bewaffneten Macht, des Krieges und der Kriegführung durch den Staat andererseits, von der Antike bis zur Gegenwart.
Religiöse Gewalttheorien in der Kriegserfahrung des Westens
Ein umfassendes Grundlagenwerk: Die erste Gesamtgeschichte christlicher Kriegserfahrung und christlicher Kriegstheorie von der Antike bis heute. Die Rolle der christlichen Religion im Kontext von Krieg und Kriegführung ist bis heute zutiefst umstritten. War nicht auch das Christentum – wie heute ein militanter Islamismus – in der Geschichte Europas eine Quelle der Gewalt und Radikalisierung? Einleitend entwirft der Herausgeber dieses in seiner thematischen Breite und analytischen Durchdringung einzigartigen Bandes eine umfassende Theorie des Verhältnisses von Krieg und Christentum. Erstrangige Autoren beleuchten sodann den Zusammenhang von Krieg, Kriegserfahrung und religiös begründeter Kriegstheorie, das Verhältnis von Kriegswirklichkeit und theologisch verantworteter Kriegsethik – von den biblischen Grundlagen und den philosophischen Reflexionen der Antike bis zu den religiösen Implikationen des US-Anti-Terror-Krieges im frühen 21. Jahrhundert. Der eindrucksvolle Band ist erwachsen aus dem Tübinger Sonderforschungsbereich 'Kriegserfahrung – Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit'. Er arbeitet mit dem dort entwickelten methodischen Instrumentarium einer Geschichte von 'Religion und Kriegserfahrung', welche konzentriert die Wirklichkeit des Krieges mit ihren religiösen und politischen Deutungen verbindet.
Zum zweiten Prozess gegen die Weiße Rose
AutorIn: Wolfgang Huber
Am 19. April 1943 findet unter dem Vorsitz von Roland Freisler der zweite Prozess gegen Mitglieder der Weißen Rose statt; dabei hält Professor Huber eine Verteidigungsrede, die berühmt ist für ihre philosophische Begründung des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Nach Hubers Hinrichtung gelangte das Manuskript dieser Rede durch Unachtsamkeit des Gefängnispersonals Stadelheim in einem Stapel wissenschaftlicher Schriftstücke in den Besitz seiner Witwe Clara Huber. Die viel zitierte Rede wird hier zum ersten Mal vollständig, originalgetreu und zusammen mit vorbereitenden Notizen in einer historisch-kritischen Edition mit reichem Kommentar vorgelegt. Die Kommentierung verwendet zum Teil noch unveröffentlichtes Archivmaterial.