Eine Anthologie
Was denn - ein König, der dichtet? In vielen seiner Briefe und Gedichte stellt sich Friedrich der Große selbst diese von Verblüffung zeugende Frage.
Auch wir wissen bis heute kaum etwas über sein poetisches Talent. Bei einer Lektüre seiner Gedichte, in denen der König sich mitunter flehentlich an die Nachwelt wendet, weil er von den Nachgeborenen auch über seinen Tod hinaus gerecht und als vielschichtige Persönlichkeit beurteilt zu werden wünscht, erfährt der Leser manches Unbekannte über Friedrichs intimste Sehnsüchte, aber auch über die philosophischen und sittlichen Maßstäbe seiner aufgeklärten Lebensführung.
Der liebevoll gestaltete Band bietet eine Auswahl der schönsten Gedichte Friedrichs des Großen aus allen seinen Lebensphasen, sowohl in der französischen Originalfassung als auch in meisterhaften, zwischen dem 18. und 21. Jahrhundert angefertigten Übertragungen in die deutsche Sprache.
HerausgeberInnen: Sönke Neitzel und Bernd Heidenreich
Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser ist das Symbol eines Landes im Umbruch. Er prägte Politik und Gesellschaft - wurde aber noch viel mehr selber von diesen beeinflusst.

Das Wilhelminische Reich verkörperte Rückwärtsgewandtheit und Moderne, Aufbruch und Stillstand gleichermaßen. Es hat daher immer wieder zu kontroversen Debatten herausgefordert.
International renommierte Historiker entwerfen auf dem neuesten Forschungsstand ein differenziertes Bild der Außen und Innenpolitik, der Wirtschaft und Kultur des Kaiserreiches. Sie widmen sich ausführlich dem Blick von außen und analysieren wie das Land von den anderen Großmächten - von Großbritannien bis Japan - wahrgenommen wurde.
Politik und Ordnungsvorstellungen Ferdinands II. im Dreißigjährigen Krieg
AutorIn: Thomas Brockmann
In der Regierungszeit Kaiser Ferdinands II. (1619–1637) bündelten sich die bestimmenden Auseinandersetzungen der Epoche um die wahre Religion, die politische Vorherrschaft in Europa und um die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches zu einem großen Krieg, der 30 Jahre dauern sollte. Welchen politischen Prioritäten und Ordnungsvorstellungen Ferdinand II. als prominenter Akteur folgte, ist seit jeher umstritten. Die vorliegende Studie bietet eine neue Interpretation der Politik Ferdinands im Spannungsfeld von Dynastie, Kaiseramt und Konfession. Zu den nach wie vor kontroversen Themen zählen insbesondere das Persönlichkeitsprofil und der Politikstil des Kaisers, die Reichweite seiner verfassungs- und religionspolitischen Ambitionen im Reich, das Verhältnis zur spanischen Schwesterdynastie und ihrer Hegemonialpolitik sowie die Frage nach dem historischen Ort Ferdinands in der Geschichte des frühneuzeitlichen Kaisertums. Die Studie relativiert die gängigen Vorstellungen von Ferdinand II. als Repräsentanten einer auch im katholischen Lager exzentrischen Religionspolitik und als Kaiser außerhalb der Kontinuität des frühneuzeitlichen Kaisertums.
Reichskanzler und Kirchenfürst im Schatten Napoleons
AutorIn: Herbert Hömig
Carl Theodor von Dalberg (1744 - 1817) gilt seit dem 19. Jahrhundert als eine Persönlichkeit, die sich bei den Zeitgenossen zuweilen hoher Wertschätzung erfreute, aber auch heftiger Kritik ausgesetzt war, weil er in seinen politischen Vorstellungen einer früheren Zeit verhaftet blieb.
Der Reichspatriotismus des späten 18. Jahrhunderts hatte sich nach 1789 und unter der Herrschaft Napoleons über Europa erledigt, so dass er im Zeitalter der Nationalstaaten nicht wieder belebt werden konnte. Gerade dies war aber das Anliegen gewesen, dem sich der einstige Koadjutor des Kurfürsten von Mainz und letzte Erzkanzler des Reiches verpflichtet fühlte, als er die Reform der deutschen Kirche zu einem Mittel der späten Reichspolitik machte. Dalbergs Bemühungen gipfelten in unzähligen Versuchen, die deutschen Kirchen- und Staatsverhältnisse neu zu ordnen. In den Auseinandersetzungen um die Säkularisation des geistlichen
Besitzes und einer Reichs- und Kirchenreform sah er den archimedischen Punkt, insbesondere die weltlichen und kirchlichen Konflikte mit den deutschen Fürsten zu lösen. Das Ziel einer Verfassungsreform des alten Reiches im Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl und später auch mit dem Weltherrscher Napoleon bestimmte sein Denken und Handeln.
Abteilung III. 1871-1898 - Schriften Band 6: 1884-1885
Band 6 der Schriften Bismarcks zwischen 1871 und 1898 dokumentiert die Jahre 1884 und 1885, in denen es für den Reichskanzler einmal mehr darum ging, die Gefährdungen des Reichs zu bekämpfen.

Während er innenpolitisch manchen Erfolg verbuchen sollte, fiel Bismarcks Bilanz außenpolitisch eher düster aus. Die 563 Dokumente, von denen 60 Prozent erstmals publiziert werden, erlauben tiefe Einblicke in die Politik des Reichskanzlers und lassen sein Handeln in einem differenzierteren, insbesondere in Bezug auf die Kolonialpolitik sogar neuen Licht erscheinen.
Mobilität und Kultur einer Gruppe religiöser Emigranten im 18. Jahrhundert
Um des Glaubens willen von Salzburg nach Amerika.

Vom katholischen Fürstbischof von Salzburg 1731 wegen ihres lutherischen Glaubens des Landes verwiesen, von pietistischen Kreisen in Augsburg, Halle und London unterstützt, als Kolonisten nahe Savannah im neu gegründeten subtropischen Georgia aufgenommen, gelang es trotz aller Widrigkeiten manchen der ehemaligen Mägde und Knechte, zu Wohlstand zu kommen und zu 'Amerikanern' zu werden. Auf den Tausenden Seiten, die ihr Prediger Johann Martin Boltzius nach Deutschland sandte, lassen sich Wege der Akkulturation in Wirtschaft, Religion und Schule verfolgen und z.B. ersehen, wie die Salzburger ihre Traditionen mit der neuen Umwelt verbanden, wie sie Engländern und Indianern begegneten und welche Einstellung sie zur Einführung der Sklaverei hatten. Diskutiert wird zudem, warum es auch nach fast 300 Jahren noch heute die 'Salzburger' als Erinnerungsgemeinschaft gibt.
Polnische Ethnizität in Mitteldeutschland von 1880 bis zur Gegenwart
Integration: der Blick auf vier Generationen.
Um Integrations- und Assimilationsprozesse in einem fremdnationalen und fremdkonfessionellen Umfeld geht es der Studie am Beispiel der polnischen Zuwanderer in das Bitterfelder Braunkohlen- und Industrierevier. Im Mittelpunkt stehen dabei die Hintergründe für ein Verhalten der Zuwanderer, das einerseits auf die soziale und nationale Integration im Gastland gerichtet war, andererseits aber ein Beharren auf ihrer polnischen Identität darstellte. Integration, Assimilation und nationale Identitätsbildung der Betroffenen werden dabei in einem intergenerativen Zugang über bis zu vier Generationen betrachtet.
Deutsche Außenpolitik 1902-1914
AutorIn: Konrad Canis
Nach vorherrschender Auffassung wird Deutschland die Hauptverantwortung für den Ersten Weltkrieg zugeschrieben. Auf breiter Quellengrundlage, vor allem mit ungedruckten Akten- und Nachlassbeständen, begründet jedoch der Autor, dass die Zwänge, denen Deutschland ausgesetzt blieb, größer waren als die Möglichkeiten. Bis zur Julikrise 1914 hat die deutsche Führung mit auf den Frieden gerichteten politischen Mitteln, entweder mit einer Politik der Stärke oder mit einer der Entspannung, auf ei-ne weltmachtpolitische Gleichberechtigung und auf die Sicherung der bisherigen Stellung auf dem europäischen Kontinent gesetzt und versucht, dem Druck der Ausgrenzung durch die Rivalen zu entgehen und die Tripleentente Großbritanniens, Russlands und Frankreichs zu konterkarieren. Unter der sicher- -politischen Zwangsvorstellung, dieser in wenigen Jahren militärisch nicht mehr gewachsen zu sein, hat sie gemeinsam mit Wien im Juli 1914 den Krieg ausgelöst.
Völkerrecht in den internationalen Beziehungen
HerausgeberInnen: Ulrich Lappenküper und Reiner Marcowitz
Angeregt durch die Debatten über die Bewahrung völkerrechtlicher Standards in einer durch die USA geprägten Weltordnung, diskutieren Experten aus Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaft das Spannungsverhältnis zwischen Macht und Recht in den internationalen Beziehungen.
Gehört es zur menschlichen Natur, dass »der Starke über den Schwachen herrscht«? Der Krieg der USA gegen den Irak und die Rechtlosigkeit in Guantanamo könnten den Eindruck erwecken, als ob diese vor fast 2500 Jahren formulierte Erkenntnis an Aktualität nichts verloren hat.
In einem historischen Längsschnitt schlägt der anregende Band einen Bogen von der Genese des Völkerrechts in der Antike bis zur »asymmetrischen Kriegführung« gegen den internationalen Terrorismus des 21. Jahrhunderts.
Die 11. Bayerische Infanteriedivision 1915-1918
Eine repräsentative Fallstudie über die Herausforderungen des industrialisierten Krieges und das Musterbeispiel einer modernen integrativen Operationsgeschichte.

Im Mittelpunkt steht das Bindeglied zwischen den höheren Entscheidungsinstanzen des Heeres und der Ebene des »kleinen Mannes«, die bislang zu wenig beachtete mittlere Führung. Der Autor fragt nach ihrer Lernfähigkeit, nach ihrer Bedeutung für taktische Innovationsprozesse wie auch für die Aufrechterhaltung und Mobilisierung der Kampfmotivation der Soldaten. Seine Ergebnisse relativieren die in vielen angloamerikanischen Studien gerühmte außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres ebenso wie die in Deutschland oft noch verbreitete Auffassung von der Innovationsunfähigkeit der Armee.