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Profil einer neuen Großmacht
AutorIn: Urs Schoettli
Indien – Entwicklungsland, Schwellenland oder Global Player? Das anschauliche, hochinformative Portrait einer neuen Großmacht, die auf der Bühne der Weltwirtschaft und der Weltpolitik mit wachsendem Erfolg eine immer bedeutendere Rolle spielt. Nachdem Indien sich unter Nehru und seinen Nachfolgern über Jahrzehnte hinweg einer protektionistischen Planwirtschaft verschrieben hatte, hat sich die größte Demokratie der Welt in den letzten fünfzehn Jahren der Welt geöffnet – mit unübersehbarem Erfolg. Ihr rasanter Aufstieg ist vergleichbar nur mit China. Aber das riesige Land hat viele Gesichter und viele Konflikte – religiös, sprachlich, ethnisch, ökonomisch, außenpolitisch. Der glänzende wirtschaft-liche Aufbruch, von Bangalore bis 'Bollywood', zeigt Schattenseiten. Er wirft Umweltprobleme größten Ausmaßes auf und er sorgt für wachsende neue soziale Unterschiede. Der Gegensatz zwischen dem ländlichen, rückständigen Indien und der Welt seiner modernen, wohlhabenden städtischen Mittelklasse wird immer größer. Während indische Konzerne wie selbstverständlich auf den Weltmärkten operieren, leben die meisten Inder weiter wie in einem Entwicklungsland. Ein spannendes Buch über einen Subkontinent zwischen heiligen Kühen und Hightech!
Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert
HerausgeberInnen: Rainer Liedtke und Klaus Weber
In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Begriff 'Zivilgesellschaft' in verschiedenen sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungsfeldern zwar Konjunktur, ist aber keineswegs eindeutig definiert. Philanthropie und organisierte Wohlfahrt sind dabei als gestaltende Elemente zivilgesellschaftlicher Formationen identifiziert, aber bislang unterbewertet worden, und irrigerweise wird Religion von vielen Wissenschaftlern noch immer als Antagonist der Zivilgesellschaft verstanden. Der vorliegende Band macht einerseits die vielfältigen Beziehungen zwischen organisierter Religion, privater Religiosität und philanthropischem Engagement deutlich. Andererseits verdeutlicht er, dass Religion und Philanthropie bzw. Wohltätigkeit wichtige Antriebskräfte bei der Entwicklung zivilgesellschaftlicher Strukturen und Aktivitäten waren. Die Beiträge erörtern dies in verschiedenen nationalen europäischen Kontexten, in transnationaler Perspektive und kulturübergreifend auch für die japanische Gesellschaft.
Eine Standortbestimmung der Verfassungstheorie
Die Verfassungstheorie befriedigt den Theorie-Bedarf, den die anwendungsorientierte Verfassungs-dogmatik nicht zu stillen vermag. Die Verfassungsdogmatik ist als juristische Gebrauchsdisziplin für die Verfassungspraxis dann am wertvollsten, wenn sie sich ganz auf das positive Verfassungsrecht konzentriert, wenn sie im besten Sinne des Wortes verfassungspositivistisch arbeitet. Damit freilich geraten die gleichsam 'hinter' den Verfassungsbestimmungen liegenden Bewegungsgesetze der Verfassung, die Voraussetzungen und Erwartungen für ein Funktionieren der Verfassung, notgedrungen aus dem Blick. Just ihnen wendet sich die Verfassungstheorie zu und stellt auf diese Weise eine Verbin-dung der anwendungsorientierten Verfas-sungs-dogmatik mit den theoretisch ausge-rich-teten Grundlagendisziplinen wie der Rechts-philosophie und der Rechtstheorie, den vergleichend arbeitenden Disziplinen wie der Ver-fassungsgeschichte, der Allgemeinen Staats-lehre und der Verfassungskomparatistik oder auch der empirisch fundierten Verfassungs-soziologie her. Der Verfassungstheorie kommt dabei die stets neu zu leistende Doppel-aufga-be zu, Verfassungslegalität und Verfassungs-legitimität auf der einen Seite voneinander zu scheiden, sie aber auf der anderen Seite miteinander zu vermitteln.
3. Auflage
HerausgeberIn: Bernhard Chiari
Im Frühjahr 2006, als die Erstauflage dieses Bandes erschien, standen in Afghanistan bereits seit längerem US-geführte Kräfte im Rahmen der Operation »Enduring Freedom« im Kampfeinsatz gegen den internationalen Terrorismus. Dieser Auftrag war deutlich von der Mission der internationalen Schutztruppe ISAF abgegrenzt, nämlich günstige Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau im Land zu schaffen. In den afghanischen Südprovinzen eskalierten seither die Auseinandersetzungen mit den wiedererstarkten Taliban. Mittlerweile muss dort neben den Kräften der Antiterror-Koalition auch ISAF einen Krieg gegen deren Verbände führen. Das internationale Engagement im Land wird noch viele Jahre andauern, ohne dass derzeit erkennbar wäre, wann sich der nach westlichen Vorstellungen konzipierte afghanische Staat zu einem allein lebensfähigen und von allen Afghanen akzeptierten, friedlichen Gemeinwesen entwickelt haben wird.
Der »Wegweiser zur Geschichte: Afghanistan« liegt nun in einer dritten, erweiterten und aktualisierten Fassung vor. Er soll es interessierten Lesrinnen und Lesern ermöglichen, sich rasch über Geschichte und Kultur des Landes, aber auch über aktuelle Konfliktstrukturen zu informieren. Die dritte Auflage bildet nicht nur die Entwicklung bis Ende 2008 ab, sondern berücksichtigt gleichzeitig das lebhafte Feedback, welches das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) aus den Reihen von mittlerweile mehr als 90.000 Lesern erreicht hat.
Probleme des Lebensschutzes in der Demokratie
HerausgeberIn: Manfred Spieker
Das Verbot, Unschuldige zu töten, ist die Grundlage der rechtsstaatlichen Demokratie. Die Aufhebung dieses Verbotes rechtsstaatlich regeln zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. In diesen Widerspruch verwickelt sich jeder Gesetzgeber, der glaubt, Abtreibung, Euthanasie oder embryonale Stammzellforschung legalisieren zu können. Vordergründig geht es in den biopoliti-schen Debatten um die Stichtagsregelungen des Stammzellgesetzes, um Spätabtreibungen und Patientenverfügungen. Letztlich aber geht es immer wieder um den Status des Embryos, um seine Menschenwürde und sein Lebensrecht einerseits und in der Debatte um Patientenverfügungen um die Würde des Sterbenden andererseits. An Embryonen forschen, um Stammzellen zu gewinnen, heißt Embryonen zerstören. Der deutsche Sonderweg, die Forschung auf die importierten Produkte dieser Zerstörung zu beschränken, ist nicht weniger problematisch als die Zerstörung selbst. Der Streit um die embryonale Stammzellforschung steht im Mittelpunkt des Bandes, der eine Ringvorlesung der Universität Osnabrück im Sommersemester 2008 dokumentiert. Aber auch die klassischen Fragen der Bioethik und der Biopolitik, die es gibt, seit Menschen existieren, nämlich Abtreibung und Euthanasie, kommen zur Sprache. Zu den Autoren gehören Robert Antretter, Wilfried Härle, Christian Hillgruber, Jörg-Dietrich Hoppe, Angelika Pokropp-Hippen, Eberhard Schockenhoff, Hans Schöler, Robert Spaemann, Christoph Student, der Herausgeber sowie die Bischöfe Andreas Laun (Salzburg), Reinhard Marx (München) und Jozef Zycinski (Lublin), Vorsitzende von Lebensrechtsgruppen und Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Sie bürgen für Kompetenz und klare Positionen.
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Bestandsaufnahmen zu Sozialethik und Religionssoziologie
Der vorliegende Band repräsentiert den aktuellen Dis-kussionsstand der christlichen Sozialethik auch im in-terdisziplinären Dialog mit angrenzenden Wissenschaf-ten und bietet eine umfassende Orientierung über die gegenwärtige Situation des Faches. In einer Situation zunehmender religiöser bzw. weltanschaulicher Plura-lisierung ist die Sozialethik besonders herausgefordert, ihre Anliegen und normativen Orientierungen, zu denen der Begriff der Solidarität zu allererst gehört, in verständlicher Weise in die öffentlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskurse einzuspeisen. Dazu werden präzise historische und religionssoziolo-gische Analysen der gegenwärtigen Situation von Reli-gion, Christentum und Katholizismus vorgelegt, bisher kaum beachtete Aspekte der Solidarität in Kirche und Theologie beschrieben, der Solidaritäsbegriff systema-tisch weiterentwickelt und die großen Heraus-for-derungen, vor denen christliches Solidari-tätsdenken heute steht, diagnostiziert.
Im Auftrag des MGFA herausgegeben
HerausgeberIn: Bernhard Chiari
Die Bergregion zwischen Russland, Iran und Türkei ist von größtem geostrategischem Interesse, nicht zuletzt wegen ihrer Ölvorkommen. Seit dem Ende der Sowjetunion beschäftigen deshalb die Konflikte im Kaukasus, der Heimat uralter christlicher und islamischer Kulturen, die Welt. Tschetschenien ist nur ein Beispiel. Der neue 'Wegweiser' vermittelt ein umfassendes Bild von Geschichte, Gegenwart und Kultur des Kaukasus und der neuen Staaten Armenien, Georgien und Aserbaidschan sowie von der Rolle Russlands. Seit dem 18. Jahrhundert unterwarfen russische Truppen die Bergvölker des Kaukasus. Als Teil der UdSSR erlangte die Brücke zwischen Europa und Asien strategisches Gewicht. Ihre reichen Bodenschätze stellen bis heute einen Grund für Verteilungskämpfe dar. Seit dem Ende der Sowjetunion und der Entstehung der unabhängigen Staaten Armenien, Georgien und Aserbaidschan gerät der Kaukasus vor allem als Konflikt-herd in die Weltpresse: Abchasien, Ossetien und Nagorny Karabach stehen für ungelöste nationale und territoriale Auseinandersetzungen in ethnischen Mischgebieten. Das zu Russland gehörige Tschetschenien im Nordkaukasus wurde zum Sinnbild eines Krieges, den der russische Staat und muslimische Separatisten mit großer Grausamkeit führen.
Ideen, Krieg und Strategie von Ronald Reagan bis George W. Bush
AutorIn: Patrick Keller
Im Streit um die amerikanische Außen- und Anti-Terror-Politik seit dem 11. September 2001 gibt es einen beherrschenden Kampfbegriff: Neokonservatismus. Eine Clique neokonservativer Ideologen, so der Vorwurf, habe den intellektuellen Hintergrund für den neuen amerikanischen Imperialismus und besonders für den Krieg gegen den Irak geschaffen. Wer aber sind diese Neocons, was macht den Kern ihres Denkens aus und wie haben sie auf die Politik der Weltmacht Einfluss genommen? Patrick Keller, gründlicher Kenner der amerikanische Geistesgeschichte und der internationalen Politik, legt die erste in die Tiefe gehende Studie der Neocons vor. Er schildert, wie eine militante Denkschule und ihre führenden Vertreter unter den Präsidenten Ronald Reagan und George W. Bush die amerikanische Strategie prägten – und die USA schließlich mit ihrer einseitigen Politik der Stärke in das Desaster des Irak-Krieges führten, mit dessen Folgen nun nicht nur sie zu ringen haben. In brillanten Portraits der 'Väter' der Neocons wie Irving Kristol und Norman Podhoretz, Henry Jackson und Nathan Glazer zeichnet Keller zunächst die Entstehungsgeschichte des Neokonservatismus seit dem in den 1960er Jahren erfolgten Bruch mit dem Linksliberalismus nach und entfaltet sodann den ideologischen Hintergrund der Außenpolitiken der Reagan- und Bush-Administrationen. Diese erste umfassende und ausgewogene Studie des Neokonservatismus ist eine fesselnde Pflichtlektüre für alle, die sich in der Beschäftigung mit den USA und ihrer Politik nicht mit Klischees begnügen wollen.