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Eine kunstwissenschaftliche Betrachtung
AutorIn: Cordula Meier
Anselm Kiefer (*1945) zählt heute zu den renommierten Künstlern unserer Zeit. Sein inhaltlich mehrfach aufgeladenes Werk, das Geschichte und Poetik miteinander verbindet, entzieht sich durch die eigentümliche Herausstellung des Gemachtseins einer eindeutigen Lesart als künstlerische Erinnerungsarbeit. Den oftmals großformatigen Arbeiten ist ein objekthafter Charakter zu eigen. Dadurch überspielt und dekonstruiert Kiefer die Grenzen der klassischen Gattungshierarchie. Die Vermessung des reziproken Zusammenspiels von formalen und inhaltlichen Besonderheiten ist Gegenstand dieser Untersuchung. Dabei rücken die Transformation von Stofflichkeit und die Rezeption mythologischer Denkfiguren in den Mittelpunkt der Betrachtung. In exemplarischen Einzelanalysen von Werken aus der sogenannten deutschen Phase bis 1991 werden die Besonderheiten von Kiefers Arbeiten anschaulich erläutert und fügen sich zu einem hervorragenden Einstieg in das Werk des Künstlers.