Ein Wiederaufbau, der vor dem Krieg begann
Das Wiederaufbauprogramm des historischen Stadtzentrums von Warschau, in der Kunstgeschichte als ein einmaliges und einzigartiges Projekt wahrgenommen, war eine Collage europäischer Ideen der Architektur, Stadtplanung, Denkmalpflege, Moderne und Hygiene.
Der Wiederaufbau des gesamten historischen Viertels, wie er in Warschau nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte, wurde von einem bis dato beispiellosen Ausmaß der Zerstörung erzwungen und bildete eine Ausnahmeerscheinung im europäischen Vergleich. Sucht man nach den ideologischen Wurzeln des Wiederaufbauprogramms der Warschauer Baudenkmale, wird ein deutlicher Fortbestand des städtebaulichen und architektonischen Gedankenguts aus der Vorkriegszeit sichtbar, welches insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren zum Ausdruck kam. Die Idee der Kontinuität der Vorkriegstheorie und -praxis polnischer Architekten, die das Zentrum Warschaus wiederaufbauten, bildet die Hauptthese der vorliegenden Dissertation.
AutorIn: Carmen Messerer
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Das Handbuch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands von Friedrich-Wilhelm Henning ist zu einem Klassiker der historischen Grundlagenliteratur geworden.
Wir bieten dieses immer noch hilfreiche Standardwerk als Komplettpaket zum erschwinglichen Sonderpreis an.
Es ist fraglich, ob jemals wieder ein einzelner Wissenschaftler in der Lage sein wird, so grundlegend, umfassend und souverän die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands vom frühen Mittelalter bis zum Jahr 1945 darzustellen. Der letzte Band des Werkes wurde von Markus Denzel, Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Leipzig auf Grundlage weit fortgeschrittener Manuskripte Friedrich-Wilhelm Hennings ediert.
Energieversorgung, Haushaltstechnik und Massenkultur am Beispiel nordenglischer und westfälischer Städte 1880-1939
AutorIn: Karl Ditt
In den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts setzte mit der Entstehung der Elektro-, Chemie- und Automobilindustrie eine neue, zweite Phase der Industrialisierung ein. Die vergleichend angelegte Studie fragt danach, inwieweit Deutschland den Vorsprung Großbritanniens in der industriellen Produktion und im Konsumniveau bis zum Zweiten Weltkrieg aufholen konnte. Als Beispiele dienen die Energieversorgung, die Nutzung der Haushaltstechnik und das Konsum-verhalten in den Bereichen Sport, Film und Rundfunk.
In beiden Ländern bestanden deutliche Unterschiede zwischen den sozialen Schichten im Erwerb von materiellen Konsumgütern, während sich in der Teilhabe an der Massenkultur deutliche Nivellierungen zeigten. Generell bereitete die Zunahme des Konsums in den 1930er Jahren die Voraussetzung dafür, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Großbritannien und Deutschland eine Annäherung des Lebensstandards vollzog und sich in beiden Ländern die soziale Integration verstärkte.
Die Erfindung der Realpolitik
AutorIn: Harro Zimmermann
Harro Zimmermann begibt sich auf die Spur einer schillernden Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Er stellt Gentz in allen seinen Facetten vor: den staatsphilosophischen Theoretiker des moderaten Konservatismus, den antifranzösischen Publizisten, den Glücksspieler und Verführer von Theaterschönheiten, den altersmild gewordenen Sekretär Metternichs. Die lange überfällige neue Biographie einer zentralen Gestalt im Zeitalter des Wiener Kongresses!
Mit großer Sachkunde lässt der Autor die Epoche der Französischen Revolution und des Wiener Kongresses lebendig werden, wenn er seinen Helden an dessen Wirkungsstätten begleitet, die heißen Debatten für und wider Revolution und Napoleon erneut aufleben lässt oder nachspürt, mit wessen Hilfe Gentz seine immensen Spielschulden in letzter Minute begleichen konnte.
HerausgeberInnen: Sönke Neitzel und Bernd Heidenreich
Eine Einführung in die Mediengeschichte des Nationalsozialismus. Die Rolle der Medien im Dritten Reich hat noch immer zu wenig Beachtung gefunden, obwohl sie in ihrer Bedeutung für die Errichtung und Stabilisierung der NS-Diktatur kaum überschätzt werden können. Binnen weniger Jahre haben die Nationalsozialisten die Medien grundlegend umstrukturiert und sie zu einem ihrer zentralen Herrschaftsinstrumente geformt. Kommunikationswissenschaftler, Journalisten und Historiker geben auf Grundlage des neuesten Forschungsstandes einen Überblick über die Rolle des Hörfunks, der Presse und des Films in Hitlers Staat. Sie veranschaulichen die spezifischen Rahmenbedingungen und Erscheinungsformen von Kriegsfilmen und Wochenschauen, von Radioformaten wie dem 'Wunschkonzert' und der Olympiaberichterstattung sowie von überregionalen Zeitungen und der Lokalpresse. Abgerundet wird der Band durch biographische Skizzen dreier in der NS-Medienlandschaft stets präsenter, aber gänzlich unterschiedlicher Personen: Joseph Goebbels, Heinrich George und Heinz Rühmann. Ihre Wahrnehmungen und Deutungen von Staat und Krieg werden einer kritischen Reflexion unterzogen.