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König im großen Welttheater
AutorIn: Sven Externbrink
Hinter die Kulissen des Lebens Ludwigs XIV. schauen, eines Monarchen, mit dem sich so viele Klischees verbinden, und einen Eindruck vom „wahren“ Leben hinter dem roten Samtvorhang vermitteln – das will die Biographie von
Sven Externbrink.
Ausdrücklich richtet sich dieses Buch nicht nur an Fachhistoriker, sondern bringt auch dem historisch interessierten Laien eine sehr ferne und fremde Epoche nahe. Dabei bricht das Buch mit der traditionellen chronologischen Darstellung eines Lebens, beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod. Statt dessen blicken wir aus verschiedenen Perspektiven auf den Sonnenkönig – beginnend mit seiner Person, zweitens mit dem Blick auf Zeitgenossen, Untertanen, Monarchie und Ludwigs Regierung, drittens auf Ludwig und Europa. Eingeschoben werden „Miniaturen“, in denen aus nächster Nähe Schlüsselereignisse seines Lebens thematisiert werden. Wie kaum ein anderer Monarch vor ihm in Europa hat Ludwig XIV. die Kunst in den Dienst der Monarchie gestellt. In der Person Ludwigs tritt dem Leser daher auch ein „Künstler“, und zwar ein „Schauspieler“ entgegen, der zeitlebens die Rolle des König gespielt hat, als Schauspieler auf der Bühne der Welt und des Lebens.
Eine Stoffgeschichte der Steinkohle im 19. Jahrhundert
AutorIn: Nora Thorade
Die Steinkohle gilt als das „Schwarze Gold“ der deutschen Industrialisierung. Das Buch zeigt, wie sich die Wahrnehmung und Bedeutung dieses Rohstoffs begleitet vom wirtschaftlichen und technologischen Wandel dieser Zeit veränderte.
Was ist Steinkohle? Woraus besteht sie und woher kommt sie? Welche Vorteile hat sie und warum? Wozu war sie zu gebrauchen und wozu nicht? Fragen wie diese rückten im 19. Jahrhundert zunehmend in das Blickfeld von WissenschaftlerInnen und Bergbautreibenden. Anlass waren der steigende wirtschaftliche Wert der Steinkohle, die zunehmende Notwendigkeit einer sicheren Versorgung aber auch die flächendeckende Nutzung der Steinkohle. Dennoch ist bisher wenig darüber bekannt, wie die Zeitgenossen der Industrialisierung die Materialität dieses Rohstoff betrachteten. Dieses Buch blickt hinter die Kulissen der Industrialisierung und macht mit der Steinkohle einen ihrer zentralen und bedeutendsten Rohstoffe zur Akteurin der Geschichte.
„Kosmologische Religiosität“ nennt Monika Neugebauer-Wölk ein Muster der Religions geschichte, das sich auf Räume und Wesen des Kosmos konzentriert und Beziehungen herstellt zur irdischen Existenz und zu den Seelen der Menschen. In ihrer großen Studie richtet die Autorin den Blick auf Magie, Astrologie, Hexenglauben und gelehrte Antikenrezeption im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.
Neugebauer-Wölk untersucht Modelle des kultischen Kontakts zwischen Menschen, Göttern und Dämonen oder fragt nach dem Einfluss von Platonismus und Hermetik auf die Vorstellungen vom Schicksal der Seelen. Diese und andere Tendenzen Kosmologischer Religiosität nach 1400 werden von ihren Gegnern als Dechristianisierung wahrgenommen und führen zu offenen Kämpfen zwischen säkularem Milieu und Klerus. Es werden aber auch überraschende Querverbindungen sichtbar, besonders an den zahlreichen Konzilien dieser Zeit zwischen Schisma und dem Wunsch nach Einheit des Glaubens. Als Essenz ihrer langjährigen Forschungsarbeit entfaltet die Autorin souverän das Panorama der Wechselwirkung zwischen Nigromantenszene, Gelehrtendiskurs und kirchenpolitischer Debatte an einer religionsgeschichtlichen Wegscheide.
»Schicksalsjahr«, »Entscheidungsjahr«, »Epochenjahr«, »Ende des alten Europa« – so lauten einschlägige Urteile der Geschichtswissenschaft über die Bedeutung des preußisch-österreichischen Krieges von 1866. Ob es sich dabei um einen »Bruderkrieg« zweier deutscher Staaten, um einen »Bürgerkrieg« oder gar um einen »Religionskrieg« mit »‚schmalkaldische[r]‘ Perspektive« gehandelt hat, gilt hingegen als weniger sicher.
Die Autoren fragen nach den Ursachen, dem Ablauf wie auch den Folgen der militärischen Auseinandersetzung. Nach der Analyse der Entscheidungsprozesse bei den drei hauptbeteiligten Akteuren Preußen, Österreich und Italien im Sommer 1866 untersuchen die Autoren, wieso die europäischen Großmächte Russland, Frankreich und Großbritannien eine Politik der bewaffneten Neutralität betrieben. Sie erörtern die Charakteristika des Kriegsgeschehens auf den zentralen Schlachtfeldern von Königgrätz und Custozza. Abschließend werden die Konsequenzen des Waffenganges für Deutschland und Europa betrachtet.
Angeregt von der gesellschaftlichen Diskussion über die Wurzeln des Antisemitismus in Lettland, verfolgt die Autorin die Geschichte der jüdischen Minderheit im Gouvernement Kurland und in Riga in der Zeit zwischen der Dritten Teilung Polens 1795 und der Zwangsaussiedlung der Juden aus Kurland 1915.
Die Darstellung berücksichtigt dabei insbesondere die Bedeutung der durch das Russische Reich gesetzten Rahmenbedingungen, die politische und kulturelle Dominanz der Deutschen im Baltikum sowie die Rolle der seit Mitte des 19. Jahrhunderts stark anwachsenden lettischen Nationalbewegung.
Diplomatische Handlungsformen in den deutsch-französischen Beziehungen 1870-1919
AutorInnen: Verena Steller und Steller
Die Macht der Diplomatie liegt in den Methoden der Verhandlungsführung. Mit kulturgeschichtlichem Zugriff fragt diese Studie nach Handlungsmechanismen der Diplomatie und deren Wandel.

Deutsche und französische Botschafter in Paris und Berlin fungierten als Mittler zwischen ihren beiden Souveränen, Regierungen, auswärtigen Diensten und Öffentlichkeiten. Fragen von Konfrontation und Kooperation hatten sie verhandelbar zu machen. Diese innovative Studie zeigt auf, wie symbolische Handlungsformen ihre Leistungsfähigkeit nach dem deutsch-französischen Krieg, in den französisch-russischen Bündnisverhandlungen (189095), in der Suche nach Regeln gegen den Krieg und 1919 in Versailles entfalteten. Selbst in der Vertrauenskrise der Diplomatie galt: Symbolisches Handeln ist nicht Zierrat der Politik - symbolisches Handeln ist Politik.
Eine Anthologie
Was denn - ein König, der dichtet? In vielen seiner Briefe und Gedichte stellt sich Friedrich der Große selbst diese von Verblüffung zeugende Frage.
Auch wir wissen bis heute kaum etwas über sein poetisches Talent. Bei einer Lektüre seiner Gedichte, in denen der König sich mitunter flehentlich an die Nachwelt wendet, weil er von den Nachgeborenen auch über seinen Tod hinaus gerecht und als vielschichtige Persönlichkeit beurteilt zu werden wünscht, erfährt der Leser manches Unbekannte über Friedrichs intimste Sehnsüchte, aber auch über die philosophischen und sittlichen Maßstäbe seiner aufgeklärten Lebensführung.
Der liebevoll gestaltete Band bietet eine Auswahl der schönsten Gedichte Friedrichs des Großen aus allen seinen Lebensphasen, sowohl in der französischen Originalfassung als auch in meisterhaften, zwischen dem 18. und 21. Jahrhundert angefertigten Übertragungen in die deutsche Sprache.
Deutsche Außenpolitik 1902-1914
AutorIn: Konrad Canis
Nach vorherrschender Auffassung wird Deutschland die Hauptverantwortung für den Ersten Weltkrieg zugeschrieben. Auf breiter Quellengrundlage, vor allem mit ungedruckten Akten- und Nachlassbeständen, begründet jedoch der Autor, dass die Zwänge, denen Deutschland ausgesetzt blieb, größer waren als die Möglichkeiten. Bis zur Julikrise 1914 hat die deutsche Führung mit auf den Frieden gerichteten politischen Mitteln, entweder mit einer Politik der Stärke oder mit einer der Entspannung, auf ei-ne weltmachtpolitische Gleichberechtigung und auf die Sicherung der bisherigen Stellung auf dem europäischen Kontinent gesetzt und versucht, dem Druck der Ausgrenzung durch die Rivalen zu entgehen und die Tripleentente Großbritanniens, Russlands und Frankreichs zu konterkarieren. Unter der sicher- -politischen Zwangsvorstellung, dieser in wenigen Jahren militärisch nicht mehr gewachsen zu sein, hat sie gemeinsam mit Wien im Juli 1914 den Krieg ausgelöst.
Görres’ Briefe der Münchner Zeit umfassen den Zeitraum von Ende 1827 bis zu seinem Tod 1848, also die letzte Phase seines facetten-reichen Lebens, in der er als Pro-fessor für 'Allgemeine und Litte-rär-geschichte' an der Univer-si-tät München wirkte und zum Vor-kämp-fer und Sprachrohr des Katho-lizismus in Deutschland wurde. Der Briefband, der mehr als 250 Briefe von Görres an verschiedene Adressaten umfasst, darunter etwa 100 bisher unveröffentlichte Stücke, bietet nicht nur Einblicke in den biographischen Kontext und die Genese der Werke der Münchner Zeit und ein Abbild des reichen Beziehungsgeflechts, das Görres mit Persönlichkeiten in ganz Deutschland und darüberhinaus verband, sondern auch einen intimen Blick auf den Menschen Görres, auf seine Familie und seinen Freundeskreis. Daneben bietet die Ausgabe über 500 zum Großteil bisher unveröffentlichte Briefe an Görres in Kurzregesten.
Internationale Beziehungen 1559-1660
AutorIn: Heinz Schilling
Der neue Band des Handbuchs der Geschichte der Internationalen Beziehungen behandelt in einer Kombination von struktur-, ereignis- und kulturgeschichtlichen Ansätzen die Entstehung des europäischen Staatensystems der Neuzeit in dem Jahrhundert zwischen dem Scheitern des Versuchs Karls V., die Staatenvielfalt Europas mit einem universalistischen Kaiserkonzept neu zu ordnen, und der Etablierung der ersten neuzeitlichen Staatenordnung durch die Friedensschlüsse in Westfalen, den Pyrenäen und Oliva zu Mitte des 17. Jahrhunderts. Dem bewährten Aufbau des Handbuchs folgend, beschreibt ein erster Teil die Bedingungen von Außenpolitik und internationalen Beziehungen vor ihrer Monopolisierung durch den Staat. Gegliedert nach regionalen Mächtekreisen stellt der zweite Teil die einzelnen Akteure vor, mit einem Schwerpunkt auf den großen Antagonisten der Epoche: Osmanen, Habsburger resp. Spanien, England, Niederlande. Im dritten Teil werden die Ereignisse geschildert und in ihren struktur- wie kulturgeschichtlichen Bedingungen und Konsequenzen analysiert. Das Buch endet mit den großen Kriegen von 1618 bis 1660, die als Glaubens- und Staatenkriege begriffen werden, und mit einer Würdigung der diese Kriege beendenden Friedensverträge als neue europäische Mächteordnung auf der Basis souveräner, gegenüber den religiös-kirchlichen Kräften autonomer Partikularstaaten unter einem universalistischen Völkerrecht. Die souveräne Synthese der internationalen Beziehungen eines dramatisch bewegten Zeitalters!