Über einen Zusammenhang von Endlichkeit und personaler Lebensform des Menschen
AutorIn: Michael Quante
Der Tod prägt die menschliche Lebensform und beschäftigt die Philosophie seit ihren Ursprüngen auf vielfältige Weise. Ein zentraler Diskussionsstrang geht von der Frage aus, ob der Tod für den Menschen ein Übel sein kann. Ist es rational, den Tod zu fürchten, oder geht er uns gar nichts an? Eine zweite Diskussion kreist um den Zusammenhang von Personsein und Wissen um den Tod. Muss ich mich angesichts meines Todes radikal vereinzeln, um mich überhaupt als Individuum erfassen zu können? Welche Rolle spielt die Erfahrung des Todes anderer Menschen hierbei? In beiden Debatten geht es um die Frage, wie wir uns zum Faktum der Endlichkeit unserer menschlichen Existenz verhalten sollten.
Migration und Flucht werden in Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Ausgehend von den aktuellen Kontroversen untersuchen Mitglieder des Jungen Kollegs Migration aus sechs Fachperspektiven: Anglistik, Architektur, Mathematik, Medizin, Geschichts- und Rechtswissenschaft. Die Beiträge zeigen, dass es bei den Auseinandersetzungen häufig um Fragen der gesellschaftlichen Ordnung und des Zusammenlebens geht. Die Autorinnen denken über funktionierende Lösungen im Umgang mit Migration nach, reflektieren Stereotype und Vorannahmen über Migrantinnen und Migranten und diskutieren neue wissenschaftliche Erkenntniswege.
AutorIn: Hiroki Matsuzawa
Was ist das Sein? Meister Eckhart versteht das Sein nicht als etwas, was man an sich selber haben kann, sondern etwas, was man allein durch die Selbstvernichtung in einem anderen geben oder empfangen kann.
Dies stellt das Seinsverständnis der Relationsontologie dar. Der Entwurf der neuen Ontologie bei Eckhart lässt sich als
einen großen Wendepunkt in der Geschichte der Philosophie verstehen. Denn die zwei größten Philosophen im Mittelalter, Augustinus und Thomas von Aquin, nahmen hingegen immer noch die Substanzontologie auf, die sich von Aristoteles herleitete. Die vorliegende Arbeit untersucht hauptsächlich die lateinischen Werke Eckharts und rekonstruiert seine Ontologie in den drei Bereichen, nämlich in der Dreifaltigkeitslehre, der Schöpfungslehre und der Anthropologie, um zu beweisen, dass Eckhart die traditionelle Substanzontologie überwand und neulich die Relationsontologie entwickelte.
Präzision ist kein Zufall. Sie wird vom Menschen herbeigeführt, indem Übereinstimmung mit einem Standard oder einem akzeptierten Wert angestrebt wird oder die Reproduzierbarkeit von Experimenten möglichst hoch sein muss. Was aber tun, wenn Präzision mangels verfügbarer Informationen nicht hergestellt werden kann? Wie gehen Wissenschaft und Kunst dann mit dieser fehlenden Eindeutigkeit um? Die Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes beleuchten aus der Perspektive ihrer jeweiligen Fachdisziplin die Chancen bei der Berücksichtigung von Unschärfe(n) in ihrer Forschung und Kunst. Denn Unschärfe ist Realität.
Überlegungen zu einer strukturellen Spieltheorie des Wirklichen
AutorIn: Harald Schmid
Der vorliegende Text versucht, einheitliche Strukturmuster zu erschließen, die auf vorgegebene Wirklichkeitssysteme beziehbar sind und in ihnen ihre eigentliche Basis finden. Deren spielstrukturelle Grundveranlagung ist durch universelle Bindungs- und Reaktionssysteme gegeben, die sich in den entsprechenden Entwicklungssystemen fortsetzen. Im Zentrum solcher Textwelten stehen Welt und Geschichte als die umfassendsten Ausgangs- und Fortsetzungsareale aller Textsysteme und Textentwicklungen. Was die menschliche Textwelt angeht, so gehören Bewusstsein und Sprache zu den bedeutendsten Strukturelementen einer Textgeschichte, die ständig über sich hinausweist und deren Ornamentik sich bis in Wirkliches selbst ausdehnt. Der philosophische Kerngedanke dieser Abhandlung besteht in der Übertragung spieltheoretischer Muster auf eine Wirklichkeitstextik, die auf diese Weise entstand und damit zugleich einen Interpretationsrahmen für alles daraus Herstellbare abgibt, nicht zuletzt im Blick auf bestimmte Problemszenarien der modernen Welt.
Studien und Interviews zu Kreativität in Wissenschaft und Kunst
Wissenschaftler und Künstler befinden sich gleichermaßen auf der unentwegten Suche nach „Neuem“. Der Band versammelt Studien zum Thema Kreativität in Kunst und Wissenschaft, deren Spektrum vom kreativen Umgang mit religiösen Diskursformen im Judentum über die Mathematik bis hin zu Medizin, Musik, Recht und Kirchengeschichte reicht. In Interviews im zweiten Teil geben vier Mitglieder der Nordrhein-Westfälischen Akademie Einblick in die Bedeutung von Kreativität für ihr wissenschaftliches oder künstlerisches Schaffen.
AutorInnen: Florian Leese und Rüdiger Graf
HerausgeberInnen: Rüdiger Graf und Florian Leese
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – dieses Sprichwort betont das Potenzial von Visualisierungen bei der Vermittlung von Wissen. Zugleich reduzieren Abbildungen komplexe Wirklichkeit aber auch auf bestimmte Aspekte und blenden andere systematisch aus. In sechs Beiträgen untersuchen Mitglieder des Jungen Kollegs Praktiken und Probleme des Sichtbarmachens von Wissen. Die Beiträge aus der Geschichts- und Musikwissenschaft, der Medizin und Biologie sowie der Physik und Mathematik zeigen, dass Visualisierungen nicht nur zur effizienten Kommunikation bekannten Wissens, sondern an vielen Stellen auch im Erkenntnisprozess selbst eine bedeutende Rolle spielen.
Computational modelling – here with reference to production and medical technology – has the potential to develop into a field of research of not only scientific relevance. Model-based therapy (e.g. simulation-assisted surgery) is still a vision for the next decades but will, if it is put into practice, revolutionize standard medical technology and treatment. Another rewarding field of application is production technology where economic competition requires to shorten production cycles enormously. Computational modelling is the only way to reduce experimental effort. This calls for better models and methods – finally for a deep knowledge of computational mechanics.
Eine philosophische Theorie
AutorIn: Konrad Utz
Wir alle haben Bewusstsein. Wir wissen, dass wir Bewusstsein haben. Aber kaum einer weiß, was es ist. Dieses Buch gibt eine Antwort.
Viele Fragen ranken sich ums Bewusstsein. Wie können wir Bewusstsein von uns selbst haben? Wie können wir Bewusstsein vom Bewusstsein haben? Wie können wir Bewusstsein von der Zeit haben? Wie kann Bewusstsein im Raum verortet sein? Wie kann ein Körper, ein physisches Gebilde in Raum und Zeit, Bewusstsein haben? Die grundlegende Frage aber ist, was das Bewusstsein an ihm selbst darstellt: wie es als solches angemessen zu begreifen ist. Geht man dieser Frage nach, so gelangt man schnell darauf, dass Bewusstsein damit zu tun hat, in Beziehung zu stehen. Aber es ergibt sich, dass das Bewusstsein weder selbst diese Beziehung sein kann, noch diese Beziehung nicht sein kann. Die vorliegende Theorie vertritt, dass es eine Bezüglichkeit gibt, die unterhalb der Schwelle nicht nur der Beziehungen, sondern des Seienden überhaupt und der Begriffe liegt. Allein aus dieser ist das Bewusstsein angemessen zu begreifen – und daraus sind dann die weiteren Fragen zu beantworten.