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  • Ferdinand Schöningh x
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Ereignis - Narrativ - Erinnerungsort
Die »heldenhafte Verteidigung der Brester Festung« vom Sommer 1941 gehörte in der Sowjetunion zu den zentralen Staatsmythen und zu den wichtigsten Erinnerungsorten. Hier soll der Krieg begonnen haben, hier sollen die »ersten Ziegel im Fundament des Großen Sieges« gelegt worden sein. Die Dauer der Kämpfe wurde von realen acht auf 32 Tage aufgebauscht, für Kriegsgefangene war im Narrativ kein Raum. In diesem Buch wird die Militärgeschichte des Ereignisses neu geschrieben. Dabei werden Topoi des offiziellen sowjetischen Narrativs mit Quellenbefunden kontrastiert und dessen Entstehung und Entwicklung nachgezeichnet. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit den in deutsche Gefangenschaft geratenen Festungsverteidigern. Schließlich werden Geschichte und Formen der Erinnerung untersucht. Im Zentrum steht dabei die Gedenkstätte »Brester Heldenfestung« mit ihren Museen.
Nuklearer Alltag und atomarer Notfall in der Schweiz
Author: Sibylle Marti
»Strahlen im Kalten Krieg« untersucht den politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Umgang mit radioaktiver Strahlung in der Schweiz. Im Kalten Krieg avancierten Atombomben zur bedeutendsten Bedrohung, Kernkraftwerke versprachen riesige Mengen an Energie, und Radioisotope befeuerten biomedizinische Forschungen. Strahlen bündelten die Zukunftsversprechen und Visionen, aber auch die Ängste und Bedrohungsvorstellungen der Epoche. Die Studie nimmt Akteure aus Militär, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft in den Blick. Sie zeigt auf, wie in der Schweiz seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl mit Strahlen umgegangen wurde. Sie beleuchtet nicht nur die Vorbereitungen auf einen künftigen Atomkrieg, sondern auch die Vorkehrungen für einen nuklearen Alltag. Die Geschichte von Strahlen und den gegen sie ergriffenen Schutzmaßnahmen gibt Aufschluss über die noch wenig erforschte politische Kultur der Schweiz im Kalten Krieg.
Die Geschichte einer Industrialisierung
Roh, gekocht, kalt, heiß, fettig oder mager – Fleisch ist heute überall und jederzeit verfügbar. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Fleisch als Konsumware unterscheidet unsere Moderne von allen vorherigen Epochen. Wer verstehen will, warum und wie wir Fleisch essen, muss ins Berlin des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Hier erlangte Fleisch jene Selbstverständlichkeit, die im Zentrum der aktuellen Ernährungsdebatten steht.
Christian Kassung beschreibt in diesem Buch die Kulturtechniken der industriellen Schweinefleischproduktion von der Zucht, der Haltung, der Schlachtung bis hin zur Distribution und Zubereitung. Er schildert, wie erst durch die Verschränkung einer Vielzahl industrieller Prozesse und Technologien die energiereiche Ernährung der arbeitenden Bevölkerung sichergestellt werden konnte. Der Fleischkonsum wurde damit im großstädtischen Alltag so stark wirksam, dass unser kulinarisches System dadurch bis heute geprägt ist. All dies fügt sich zu einer Geschichte des Überflusses zusammen – und regt zum Nachdenken über die historischen Bedingungen unserer eigenen Ernährungskultur an.
Mit einem Vorwort von Heinrich Bedford-Strohm
Blick ins Buch

Welche und wie viele Flüchtlinge sollen wir aufnehmen? Über diese Frage wird eine überhitzte öffentliche Debatte geführt. Im Kern geht es um Interessenkonflikte zwischen Schutzsuchenden und Bevölkerungsgruppen in den Aufnahmeländern. In diesem Buch werden die konkurrierenden Ansprüche auf ihre moralische Stichhaltigkeit hin geprüft – und Lösungen vorgeschlagen.
Diskutiert wird die Frage, ob und wie wir Fluchtmöglichkeiten begrenzen dürfen – und ob es wirksame und moralisch akzeptable Alternativen zur Flüchtlingsaufnahme gibt. Schutzsuchende, deren Menschenrechte gefährdet sind, müssen wir aufnehmen. Jedenfalls solange dadurch unsere Fähigkeit nicht gefährdet wird, auch zukünftig wirksam für den Schutz der Menschenrechte einzutreten. Moralisch unabdingbar ist die Öffnung legaler und sicherer Zugangswege nach Europa und Nordamerika, damit Schutzsuchende ihre Rechte überhaupt geltend machen können. 1989 ist der Eiserne Vorhang zwischen Ost- und Westeuropa gefallen – gegen alle Erwartungen. Könnte das auch für die europäischen und nordamerikanischen Außengrenzen ein attraktives und erreichbares Ziel sein: Abrüstung und Durchlässigkeit statt Militarisierung und Abschottung?
Blick ins Buch

Das neue umfangreiche Referenzwerk für Kirchen- und Religionsrecht berücksichtigt über das staatliche Recht und das Kirchenrecht der katholischen und der evangelischen Kirche hinaus auch zentrale Inhalte des Kirchenrechts der orthodoxen Kirchen sowie des islamischen und jüdischen Rechts.
Für Theologen und Juristen in Wissenschaft, staatlicher und kirchlicher Verwaltung sowie in der Seelsorge und der beruflichen Praxis bietet dieses unter Mitarbeit namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstellte Lexikon verlässliche Informationen auf aktuellem Stand. Die Lemmata des dritten Bandes (L-R) behandeln spezifische Themen wie „Laie“, „Menschenrechte“, „Naturrecht“, „Ökumene“, oder „Pfarrer“, als auch einschlägige Begriffe wie„Recht“, „Religionsfreiheit“, oder „Religionsunterricht“.
Frankreichs verkannte Königin
Author: Klaus Malettke
Blick ins Buch

Bis in die Gegenwart ist Katharina von Medici (1519 – 1589) eine sehr umstrittene Herrscherin geblieben. Nach dem Tod ihres Mannes Heinrich II. wurde sie im Alter von vierzig Jahren Regentin Frankreichs in einer Zeit eskalierender innerer und äußerer Krisen. Aus der religiösen Spaltung Frankreichs in Katholiken und Calvinisten (Protestanten) sowie aus sozialen und wirtschaftlichen Konflikten entstand eine Reihe blutiger Bürgerkriege. Katharinas Entscheidung, die politischen Anführer der französischen Protestanten – der Hugenotten – in der „Bartholomäusnacht“ von 1572 ermorden zu lassen, prägt bis heute ihr negatives Bild in vielen historischen Darstellungen, kann aber in der Rückschau als eine notgedrungene Präventivaktion gedeutet werden. Vor wie nach der „Bartholomäusnacht“ hielt Katharina an einer Politik des Ausgleichs politisch-konfessioneller Spannungen fest. Klaus Malettke zeigt, dass Katharina von Medici weder eine „diabolische“ noch eine „eisenharte“ Königin war. Macht und politischer Einfluss waren für sie unverzichtbare Instrumente, um die Krise der Monarchie und der Dynastie überwinden zu können. Sie erweist sich als eine für ihre Zeit erstaunlich modern und pragmatisch anmutende Frau und eine herausragende Persönlichkeit über ihre Epoche hinaus.
Author: Hans Rothe
Tolstojs Hauptwerk, der Roman Krieg und Frieden, ist wahrscheinlich einer der meist gelesenen Romane der Weltliteratur. Dies lag nicht allein am Stoff, der künstlerischen Darstellung der nach-revolutionären Napoleonzeit, sondern ebenso an Tolstojs Erfindungsgabe wie an seiner Schreib- und Darstellungskunst.
Zum Wert des Menschen im Judentum, Christentum und Islam
Author: Herbert Rommel
Die Menschenwürde ist gefährdet: durch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und durch eine grenzenlose Ökonomie. Sogar die Existenz der Menschenwürde wird immer wieder bestritten. – Gibt es eine ethische Basis, von der aus die Menschenwürde gegen ihre Gefährdungen global verteidigt werden kann? Die Studie geht von einem säkularen Begriff der „Menschenwürde“ aus. Im Zentrum des interreligiösen Denkweges steht die Frage, ob es in den Heiligen Schriften des Judentums, des Christentums und des Islams Begriffe oder Metaphern gibt, die dem säkularen Würdeverständnis entsprechen. Als Ergebnis der vergleichenden Vorgehensweise kann festgehalten werden, dass es sehr wohl eine ethische Basis gibt, von der aus religiöse und säkulare Menschen die Menschenwürde gemeinsam verteidigen können. Dabei ist es wichtig, dass die monotheistischen Religionen lernen, ihren theologischen Blick zu weiten: Friedensstiftend sind nicht religiöse Selbstwahrnehmungen, die den Anderen ausgrenzen; friedliebend ist es vielmehr, die universalen Dimensionen in der eigenen Religion zu stärken.

Kanzler des russischen Reiches unter Zar Alexander II.
Blick ins Buch

A. M. Gorcakov gehört zu dem kleinen Kreis herausragender Politiker und Diplomaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, deren Wirken über die Grenzen des eigenen Landes hinaus von kontinentaler und sogar globaler Bedeutung war.
Konfrontiert mit der fatalen Niederlage im Krimkrieg stellte sich der russischen Regierung die Frage: Wie kann das Zarenreich seinen Großmachtstatus zurückgewinnen? Gorcakovs programmatische Antwort lautete: Stärkung des Regimes im Innern durch Reformen und eine Außenpolitik, die mit Augenmaß den Interessen Russlands Geltung verschafft. Die Umsetzung ist bedeutsam und folgenreich gewesen. Die Hürden und Hindernisse fielen zwar gravierender aus als erwartet, aber am Ende der Amtszeit Gorcakovs hatten sich Macht und Prestige Russlands in Europa und Asien doch signifikant gesteigert. Der Verkauf Alaskas an die USA galt überdies als Unterpfand für andauernde gutnachbarliche Beziehungen. Die innenpolitische Entwicklung erwies sich als problematischer. Die realisierten „Großen Reformen“ beförderten die erstrebte Modernisierung und äußere Machtentfaltung Russlands, forcierten aber ebenfalls die Spannungen im Innern, indem sie den Riss zwischen Staat und Gesellschaft vertieften. Gorcakov stand in dieser Auseinandersetzung auf Seiten der Autokratie. Horst Günther Linke legt die erste umfassende, aus den Quellen gearbeitete Biographie des Staatsmannes vor, für die er auch auf bislang nicht erschlossenes Material aus russischen Archiven zurückgreifen konnte – ein unentbehrliches Werk für alle, die sich vertieft für Russlands Geschichte auf dem Weg zur Weltmacht interessieren.
From the Baltics to Central, Eastern and South Eastern Europe 1944–1956
The end of the Second World war did not mean the end of violence for many regions in Eastern Europe. The establishment of Communist-led governments often met not only civil but also armed resistance. These actions were taken by partisan groups and paramilitary forces which in some cases had been formed already during the war to support axis forces. In other cases – like Poland’s Armia Krajowa – they fought Nazi and Soviet occupiers with the same fervour. The aims of the fighters were the end of Communist rule and – like in the Baltic region – independence from the Soviet Union. Difficulties in accessing sources and research taboos as well as a focus on other aspects of the Cold War are reasons why violent resistance in Europe after the Second World War is a topic yet rather underestimated and comparably little investigated by historiography. This book gives a comprehensive first overview of the ultimately futile attempts to end the rule of Moscow and her proxies.