Browse results

Die Fritz Thyssen Stiftung in der Bonner Republik. 2., durchgesehene Auflage
Amélie Thyssen, die reichste Frau in Westdeutschland, stiftete 1960 überraschend die Hälfte ihres industriellen Vermögens: Mit ihrer Tochter Anita errichtete sie die erste große private Stiftung zur Wissenschaftsförderung in der Bundesrepublik.
Dieses Buch erschließt die familien- und unternehmensgeschichtlichen Zusammenhänge sowie die Medienresonanz dieser ungewöhnlichen Transaktion. Neben den Erbinnen Fritz Thyssens tritt der Kreis ihrer Vermögensverwalter und Berater hervor, deren exzellente Verbindungen bis ins Bundeskanzleramt reichten. Erstmals werden die Protokolle dieses »Thyssen-Komitees« ausgewertet, die neues Licht auf interne Spannungen bei der Bildung des Thyssen-Konzerns werfen.
Die Stiftung engagierte sich in den Geistes- und Sozialwissenschaften und in der medizinischen Forschung. Mit Blick auf die Förderinitiativen und die gelehrten Köpfe im Wissenschaftlichen Beirat leistet die Studie einen Beitrag zur intellectual history der Bonner Republik.
Ostasiens Trafalgar. 2. überarbeitete Auflage
Author: Frank Jacob
Die Seeschlacht von Tsushima brachte die Entscheidung im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05. Sie hatte einen prägenden Einfluss auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Dieses Buch schildert nicht nur die Hintergründe und den Verlauf der Schlacht, sondern auch, wie die Ereignisse in Ostasien die Weltgeschichte mitbestimmten.
Wehrwissenschaft und Medizinverbrechen im "Ahnenerbe" der SS
Im Nürnberger Ärzteprozess wurde Wolfram Sievers für die unter seiner Verantwortung im Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung begangenen Medizinverbrechen zum Tode verurteilt.
Nun liegt erstmals eine Gesamtdarstellung dieser aus dem „Ahnenerbe“ der SS hervorgegangenen Einrichtung vor. Nahezu ausschließlich auf der Grundlage von Archivquellen rekonstruiert der Autor die Arbeit aller Bereiche des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung. Dabei werden nicht nur bisher unbekannte Abteilungen vorgestellt, sondern auch zahlreiche weitere neue Erkenntnisse präsentiert: Die bislang ungeklärte Identität der Opfer von Kampfstoff-Versuchen wird ebenso aufgedeckt wie die Beteiligung des Instituts an der Entwicklung von B- und C-Waffen oder die Aneignung von Immobilien teils prominenter Voreigentümer.
„Das wichtigste Buch über das SS-Ahnenerbe seit Jahrzehnten. Vergleichbar profunde Studien wünscht man sich auch zu anderen Teilen des SS-Imperiums.“ (Sven Felix Kellerhoff, Geschichtsredakteur DIE WELT)
Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit
Author: Jens Westemeier
Joachim Peiper (1915-1976), Liebling Himmlers und 1938 bis 1941 sein Adjutant, war der idealtypische »Vorzeigeoffizier« der Waffen-SS, ein Exponent der Junkerschulgeneration, deren Angehörige in der zweiten Kriegshälfte als junge Kommandeure den rücksichtslosen Geist ihrer Trup-pe präg-ten. Nach 1945 wurde der hochdekorierte Regimentskommandeur der »Leibstandarte«, obwohl als Kriegsverbrecher überführt, zur Ikone aller Apologeten der Waffen-SS.
In seiner umfassenden Biographie, 2012 mit dem Werner-Hahlweg-Preis für Militärgeschichte ausgezeichnet, demontiert Jens Westemeier den Mythos Peiper und den der Waffen-SS. Und er tut noch mehr: Er zeigt, wie einflussreiche Kreise der jungen Bundesrepublik mit der NS-Vergangenheit umgingen. Erstmals wird klar, wie und warum der 1946 wegen des Massakers von Malmedy zum Tode Verurteilte zehn Jahre später zum geachteten Angestellten von Porsche avancieren konnte - mit Hilfe eines Netzwerks »alter Kame-raden« in Politik und Gesellschaft.
Demoskopin zwischen NS-Ideologie und Konservatismus
Author: Jörg Becker
Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke d. Ä. bis Heusinger
Moltke, Schlieffen, Seeckt, Manstein, Heusinger - sie stehen beispielhaft für die Entwicklung des operativen Denkens im deutschen Heer von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts - von den deutschen Einigungskriegen über das Zeitalter der Weltkriege bis zum Kalten Krieg, von der Armee Preußens bis zur Bundeswehr.
Dem Potsdamer Militärhistoriker Gerhard P. Groß gelingt es in einem souveränen Überblick als Erstem, Kontinuität und Wandel des operativen Denkens in fünf deutschen Armeen umfassend darzustellen. Er beschränkt sich nicht auf eine bloße militärische Perspektive, sondern stellt seinen Gegenstand überzeugend in das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld der jeweiligen Zeit. Ein Buch, das eine große Lücke schließt.
Eine Biographie. Herausgegeben mit Unterstützung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Potsdam
Klaus-Jürgen Müller, einer der namhaftesten Militär- und Zeithistoriker Deutschlands, legt seine seit langem erwartete große Biographie über Ludwig Beck vor. Sie ist die Summe seiner langjährigen Auseinandersetzung mit dem Leben dieses Offiziers, der von 1935 bis 1938 als Generalstabschef des Heeres Mitgestalter der neuen Wehrmacht war, aber während der Sudetenkrise 1938 als einziger unter den militärischen Entscheidungsträgern aus Protest gegen Hitlers Kriegspolitik zurücktrat. Am 20. Juli 1944 opferte Beck als einer der führenden Köpfe des nationalkonservativen Widerstands sein Leben.
Müller stellt das Leben Becks nicht, wie andere es häufig taten, unter einen einzigen zentralen Aspekt, den des Widerstands. Das griffe für einen Mann, der 40 Jahre seines Lebens unter drei verschiedenen politischen Ordnungen im aktiven Dienst verbrachte, viel zu kurz. Müller ordnet Beck vielmehr in die Entwicklung des deutschen Offizierkorps vom Zenit des Kaiserreichs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein.
Ein großes Buch, das viele neue Erkenntnisse eröffnet: über Beck als Person, über die Gruppe, der er angehörte: die preußisch-deutsche Militärelite, und über die Entwicklung und Struktur des militärischen Widerstands gegen Hitler.
Müller begreift Beck als Ausnahmeerscheinung innerhalb seiner Offiziersgeneration – als Typus des kultivierten, gebildeten Bürgers, dessen von der Familie geprägte geradlinige Moral und intellektuelles Ethos sein ganzes Leben bestimmten. Sie befähigten ihn, einmal als richtig erkannten Einsichten gegen alle Zwänge seines beruflichen Milieus unbeirrbar zu folgen. Gerade in Konfliktsituationen erwiesen sie sich als stärker als seine militärische Erziehung oder als Karrierestreben.
Inhaltlich beanspruchte Beck, ganz der preußischen Militärtradition folgend, für das Militär eine der Politik gleichberechtigte Führungsrolle in Staat und Gesellschaft. Dieser politisch-soziale Eliteanspruch unterschied ihn u. a. von seinen Rivalen Keitel und Fromm, die in den Kategorien einer bloßen Funktionselite dachten. Er war überzeugt, dass politische und militärische Entscheidungen ethisch fundiert sein mussten. Beck glaubte zunächst, das Dritte Reich würde seine Ansprüche verwirklichen. Als er aber erkannte, dass das Handeln Hitlers mit seinen Überzeugungen unvereinbar war, führten ihn seine moralische Kraft und seine Prinzipientreue Schritt für Schritt in den Widerstand, bis zur letzten Konsequenz.
Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite. 9. Auflage
Editor: Bernd Wegner
Eines der umstrittensten Themen der Zeitgeschichte bis auf den heutigen Tag ist die Waffen-SS, nicht erst seit Grass. Bernd Wegners auch international hoch gelobtes Buch informiert wie kein anderes über die Entwicklung und die innere Struktur von 'Hitlers Elitetruppe'.