Nach Titel durchsuchen

Aktuelle christologische Debatten im Horizont koranischer Perspektiven
AutorIn: Cornelia Dockter
Die zentrale Glaubenswahrheit des Christentums ist das Bekenntnis zur Göttlichkeit und Menschlichkeit Jesu Christi. Was kann die koranische Auseinandersetzung mit dem Propheten Jesus zur innerchristlichen Debatte zwischen Logos- und Geistchristologie beitragen?
Das Persongeheimnis Jesu Christi ist eine der meist diskutierten Glaubenswahrheiten des Christentums. Wie kann gedacht werden, dass Jesus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch ist? Die Autorin zeigt, wie die koranische Rede vom Propheten Jesus als Wort und Geist von Gott helfen kann, zu einem vertieften Verständnis der Person Jesu zu gelangen und Jesus Christus als geisterfülltes Wort Gottes zu verstehen. Damit soll nicht nur die innerchristliche Diskussion zwischen Logos- und Geistchristologie weitergeführt werden. Es zeigt sich zudem, wie die Beschäftigung mit einer anderen Religion dazu verhelfen kann, Glaubenswahrheiten aus der eigenen Tradition wieder neu zu entdecken.
Sozialwissenschaftliche und sozialethische Analysen
Welches „Wohl“ und welche öffentlichen Güter werden in der Konturierung einer global dimensionierten Sozialethik angestrebt, wem kommen sie zugute und welche Akteure verfügen über welche Einflussmöglichkeiten, um die Herstellung, Bereitstellung oder Erhaltung dieser Güter zu bewerkstelligen?
„Gemeinwohl” ( common good) galt über lange Zeit als eine Schlüsselkategorie christlicher Sozialethik. Diese Selbstverständlichkeit ist einem selbstkritischen Sozialkatholizismus theoretisch wie praxisbezogen abhandengekommen. Ist der Appell an die Gemeinwohlverpflichtung mehr als ein diffuses und hilfloses Postulat? Lässt sich, zumal unter den Bedingungen globaler Verflechtungen und Abhängigkeiten, mit dieser Kategorie auf neue Weise sozialethische Relevanz erzeugen?
"Ausländerehen" in Deutschland 1870–1945
AutorIn: Christoph Lorke
Grenzüberschreitende Liebesbeziehungen im Wandel der Zeit; Heiraten über nationale und kulturelle Grenzen hinweg: Solche Liebesbeziehungen, die heute immer häufiger vorkommen, waren in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen umstritten.
Das Buch erzählt erstmals die Geschichte der (erfolgten und verhinderten) Eheschließungen Deutscher mit Nichtdeutschen. Dabei konzentriert sich das Buch auf die Zeit zwischen Kaiserreich und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Deutlich wird für diesen Zeitraum, wie umstritten solche intimen Grenzüberschreitungen immer wieder waren. Bürokratische Hürden und ausländerrechtliche Regelungen, zunehmend aber auch eugenisch-rassistische und stark ethnozentristische Ordnungsvorstellungen haben die Chancen solcher Ehevorhaben stark beeinflusst. Deutlich wird aber auch: Solche Eheschließungen veränderten die Wirklichkeit und Wahrnehmung der Aufnahmegesellschaften, sie führen zu neuen gesellschaftlichen Dynamiken und stellen Gewesenes vor neue Herausforderungen.
Johannes Lepsius und seine Mission
AutorIn: Aschot Hayruni
Der evangelische Orientalist und Theologe Johannes Lepsius (1858–1926) wurde zum wichtigsten Zeugen für Armenierpogrome seit den 1890er Jahren und dem nachfolgenden Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich im Jahr 1915. In dem Buch werden seine humanitären Hilfsaktionen zusammen mit seinen publizistischen Aktivitäten auf breiter Quellenbasis dargestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dieser publizistischen Tätigkeit von Lepsius und seinen Mitarbeiter/innen, die einerseits darauf abzielte, den Völkermord an den Armeniern abzuwenden, andererseits auch die Öffentlichkeit in Deutschland und Europa mit der Lage der Armenier vertraut machen sollte und zu Hilfsaktionen zur Rettung von Überlebenden der Todesmärsche und Massaker mobilisierte. Die Darstellung stützt sich auf zahlreiche bislang unbekannte Quellen.
Das lukanische Doppelwerk im Kontext paganer Bildungsdiskurse
AutorIn: Matthias Becker
Der Verfasser des lukanischen Doppelwerks zählt unangefochten zu den gebildetsten neutestamentlichen Autoren. Doch inwiefern lassen sich seine Texte auch in die paganen Gebildetendiskurse seiner Zeit einordnen?
Matthias Becker geht dieser Frage auf breiter Quellenbasis nach, indem er erstmals das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte mit den Schriften des Redners und philosophischen Wanderpredigers Dion von Prusa in Beziehung setzt. Mittels vergleichender Begriffs- und Motivanalysen, verschränkter Lektüren und eines heuristischen Leserkonstrukts arbeitet die Studie diskursive Überschneidungen hinsichtlich rhetorischer, ethischer und theologischer Themen heraus. So wird nicht nur ein neuer Blick auf die Inkulturation des lukanischen Christentums möglich. Die Partizipation an zeitgenössischen Bildungsdiskursen lässt vielmehr auch die Konturen einer Bildungsreligion erkennen, die sich im Doppelwerk ein frühes Denkmal setzt.
Hermeneutical, institutional and textual perspectives
The purpose of the volume is to explore how specific historical and socio-cultura conditions of late antiquity shaped the development of Christian thought.
The authors of the volume analyse various aspects of these conditions, particularly those of a textual and institutional nature, as they are reflected in the hermeneutic and philosophical principles of Christian discourse. This focus sheds new light on unexplored features of Christian literature, such as the influence of manuscript culture, early church institutions and practices, exegetical techniques, and philosophical curricula.
Die digitale Transformation führt zu umwälzenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Wie verändert sich vor diesem Hintergrund die Ausgestaltung von Solidarität in Fragen von Sozialstaatlichkeit, betrieblicher Mitbestimmung und Beteiligung?
Solidarität ist eine der entscheidenden Kategorien christlicher Sozialethik und wichtiger Grundpfeiler aller sozialstaatlichen Überlegungen sowie der sozialen Marktwirtschaft. Was bedeutet Solidarität vor dem Hintergrund der Digitalisierung im Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft? Die Reihe Sozialethik konkret greift diese vielschichtige Problematik auf und diskutiert Lösungsvorschläge zur Weiterentwicklung des Solidaritätsbegriffs und der konkreten institutionellen Ausgestaltung von Solidarität vor dem Hintergrund der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.
Der Attentäter Carl Ludwig Sand: Die Geschichte einer Radikalisierung
AutorIn: Harro Zimmermann
Im März 1819 ermordete der Theologiestudent Carl Ludwig Sand den Schriftsteller August von Kotzebue. Dieser Terrorakt sollte eine allgemeine Volksrache auslösen, wodurch alle Deutschen vom Joch der Feudalherrschaft befreit würden. Zweihundert Jahre nach der Hinrichtung Sands im Mai 1820 legt Harro Zimmermann ein Buch vor, das auf der Erschließung von bislang unbeachteten Quellen beruht, und den so bewunderten wie verteufelten Attentäter in ein überraschendes Licht rückt. Im Hinblick auf die heutigen Mordanschläge von Neo­Nazis und selbsternannten Gotteskriegern erweist sich das Buch als ein luzider Beitrag zur Kulturarchäologie des Rechtsradikalismus in Deutschland.


Internationale Statistikkongresse und preußische Professorenbürokraten
In welchem Verhältnis stehen Wissenschaft und Politik? Die transnationale Geschichte der halbamtlichen Statistikkongresse des 19. Jahrhunderts beschreibt die Entstehung, Wechselwirkungen und Widersprüche einer janusköpfigen Verbindung.
Sie zeigt, dass die statistische Wissenschaft seit ihrer institutionellen Einbettung in den modernen Verwaltungsstaat nur noch über eine eingeschränkte Autonomie verfügte und gerade deshalb zu einer der weltweit wichtigsten Ressourcen administrativer Entscheidungsfindung aufsteigen konnte. Ermöglicht wurde ihre steile politische Karriere aber erst durch die Initiative einer kleinen Gruppe enthusiastischer Statistikexperten, welche sich der Idee verschrieben hatten, die bis dato bestehenden nationalen Beschränkungen ihrer quantitativen Gesellschaftsbeschreibungen nachhaltig zu überwinden. Sie gründeten 1853 einen der ersten internationalen Wissenschaftskongresse der Weltgeschichte, dessen öffentliche Strahlkraft und methodologische Standardisierungsdiskurse am Fallbeispiel des zusammenwachsenden Deutschen Reiches analysiert werden.
Orte jüdischen Gottesdienstes, Lernens und Lebens. Festschrift für Wolfgang Kraus
Durch die weite Ausbreitung und Zerstreuung des Judentums entstanden früh Orte des Lehrens und religiösen Lebens neben dem Tempel.
Der Band reflektiert die Entstehung der Synagoge, die Gelehrsamkeit und jüdische Versammlung in der Diaspora von Babylonien über Alexandria bis Rom, das Lehrhaus der Weisheit am Beispiel Ben Siras und die Ausbreitung der Lehrhauskultur nach der Zerstörung des Tempels. Er geht der Bedeutung der Schrift in ihrer griechischen Übersetzung (Septuaginta) für das Nachdenken in der Diaspora nach, prüft exemplarisch Impulse und Abgrenzungen, die bei der Entstehung des Christentums durch jüdische Lehre und Schriftworte entstanden, und greift Spuren des christlich-jüdischen Miteinanders bis in jüngste Zeit auf.