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Zur politischen Philosophie von Rawls, Nozick und Hayek
AutorIn: Jochen Ostheimer
Soziale Gerechtigkeit ist ein kontrovers diskutierter Leitbegriff im politischen Diskurs. Zur Klärung dieses Konzepts analysiert der Band einflussreiche Ansätze der zeitgenössischen liberalen politischen Philosophie: von John Rawls, Robert Nozick und Friedrich August von Hayek. Durch deren Vergleich wird deutlich, dass der sinnvolle Bezugspunkt des Konzepts sozialer Gerechtigkeit die Gesellschaft als Ganze und nicht nur der Sozialsektor ist. Es sind daher nicht primär ökonomische (Um-)Verteilungen in den Blick zu nehmen, sondern im Zentrum steht die gesellschaftliche Institutionenordnung, die die Verteilung der vielgestaltigen sozialen Güter bedingt. Um diese Vielfalt angemessen zu erfassen, ist soziale Gerechtigkeit in ihrer Ausdeutung als Verteilungsgerechtigkeit plural zu konzipieren. Leitidee für eine Theorie sozialer Gerechtigkeit kann dabei das liberale Ideal sein: die soziokulturell vermittelte individuelle Kompetenz, das eigene Leben aktiv zu führen.
Religiöses Erleben im Mittelalter
In der religiösen Kultur des Mittelalters spielten Visionen eine viel größere Rolle als in allen früheren oder folgenden Epochen. Sie traten in den verschiedensten Lebensbereichen auf, darunter bisher noch kaum beachtete.
Ein Magier schafft sich seine eigene Welt aus visionär eingegebenen Ritualen, Zauberer werden visionär entlarvt, das Wesen der Nekromantie basiert auf Totenerscheinungen, die Gesichter der Hexen und der Besessenen zeichnen eine Gegenwelt voller Dämonen. Um diese Phänomene zu verstehen, ist ein psychologischer Zugang unabdingbar: Inwieweit lassen sich auf die mittelalterlichen Visionen moderne Studien zur Halluzination anwenden? Sind Visionen generell als Krankheitssymptome zu verstehen und differieren mittelalterliche und moderne Psychen? Wie wurden Visionäre im Urteil der Zeitgenossen rezipiert? Ein Ausblick auf Vision und Visionsliteratur in der Neuzeit beschließt den Band, wobei auch die konträre Entwicklung im Katholizismus und Protestantismus thematisiert wird.
Zweisprachige Ausgabe, Teil 1: Genesis–Exodus, Teil 2: Levitikus–Richter
Dieses Alterswerk Augustins, das hier als erste deutsche Übersetzung vorgelegt wird, ist das einflussreichste exegetische Werk zu Genesis bis Richterbuch in der lateinischen Kirche bis zum Beginn der Neuzeit. Er behandelt darin Details der Philologie, der Auslegung nach dem Wortsinn und im übertragenen Sinn sowie dogmatische und moraltheologische Probleme.
Augustinus behandelt darin 625 Fragen exegetischer und systematischer Art, die er sich bei einer lectio continua der alttestamentlichen Bücher Genesis (ab 4,17) bis Richter (bis 15,12) stellt. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war es als exegetisches Standardwerk und als Fundgrube dogmatischer und moraltheologischer Thesen von größtem Einfluß. Seine Bestimmung des Verhältnisses Altes – Neues Testament wurde vom II. Vatikanischen Konzil aufgenommen und ging in nachkonziliare römische Dokumente ein.
Prestigious Manuscripts from around the Fifteenth Century in the Bavarian State Library Collection
From the outset, Christian theology was occupied with the question about the Son of God born as a child, and particularly with the birth of Jesus. Not until the late Middle Ages did artistic depictions begin to suggest the familiar atmosphere with which we associate Christmas celebrations today. During that time, artists transferred the event of God's incarnation into the environs of the affiuent European city-states, and they placed their conceptualizations of nature into surroundings not unlike our own. This exhibition presents the Christmas story as observed in European book illumination from around the fifteenth/sixteenth centuries in German, Flemish, French, and ltalian manuscripts. They belong to the most beautiful and valuable codices of this epoch held by the Bavarian State Library, and present illustrations of the Christmas story from the annunciation to the flight to Egypt.
Die kirchenpolitischen Schriften
Konrad von Gelnhausen griff die Vorstellung, dass nur ein Konzil die durch das Schisma von 1378 hervorgerufene Kirchenspaltung werde beseitigen können, auf und entwickelt sie weiter. Mit seinen kirchenpolitischen Schriften trug er maßgeblich zum Erfolg der konziliaren Theorie bei.
Das Große Schisma von 1378–1417 hatte die abendländische Kirche gespaltet. Erst die Einberufung eines allgemeinen Konzils öffnete den Weg zu seiner Beseitigung. Bei der Entwicklung der zugrundeliegenden „konziliaren Idee“ spielte Konrad von Gelnhausen eine bedeutende Rolle. In der Abhandlung zeigt der Autor auf, worin genau diese Rolle besteht, aus welchen Wurzeln Konrad schöpfte und wie sein Werk dazu beitrug, den Weg zu den Reformkonzilien des 15. Jahrhunderts vorzubereiten. Dies analysiert der Autor mithilfe einer mit Übersetzungen versehenen Edition seiner kirchenpolitischen Schriften.
HerausgeberIn: Hubert Wolf
Die ungeheure Informationsdichte und Verwobenheit der sich anschließenden drei Säulen der Grundlagenforschung verlangt nach einem logistischen und methodischen Schlüssel. Diese Funktion übernimmt der vorliegende Einleitungsband in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch) für eine internationale Forschergemeinde.
Anmerkungen zur Kultur des Todes in Europa. 2. Auflage
AutorIn: Manfred Spieker
Seit 30 Jahren schleicht die Kultur des Todes durch Deutschland. Sie gibt vor, Leben zu schützen, die Menschenwürde zu respektieren und die Selbstbestimmung zu fördern. In Wirklichkeit ist sie angetreten, Leben zu vernichten, die Menschenwürde zu relativieren und Ungeborene sowie Sterbende, die der Gesellschaft zur Last fallen, zu entsorgen.
Kultur des Todes ist ein sperriger Begriff. Sie hat nichts zu tun mit der ars moriendi, jener Kunst des Sterbens eines reifen Menschen, der dem Tod ebenso bewusst wie gelassen entgegen geht. Sie hat auch nichts zu tun mit Mord und Tot-schlag. Kultur des Todes meint vielmehr ein Verhalten einerseits und gesellschaftliche sowie rechtliche Strukturen andererseits, die bestrebt sind, das Töten gesellschaftsfähig zu machen, indem es als medizinische Dienstleistung oder als Sozialhilfe getarnt wird. Sie bedient sich vieler Tarnkappen. Von ihnen ist in diesem Buch die Rede - nicht ohne einen Blick aber auch auf jene Entwicklungen zu werfen, die Trendwenden zu mehr Lebensschutz signalisieren.
Band 1: Menschen als Götter der Erde. 1800-1945
AutorIn: Linus Hauser
Zwei Drittel aller Westeuropäer halten sich für religiös. Aber diese Religiosität ist mehrheitlich nicht mehr die christliche. Der theistische Gottesbegriff, der Gott als eine den Menschen individuell ansprechende Person fasst, hat seine Akzeptanz eingebüßt. Neue Glaubensinhalte, Bruchstücke für neue Weltbilder werden sichtbar - Reinkarnationsglaube, Evolutionismus, Dänikens Präastronautik und Parapsychologie seien hier nur als Beispiel genannt. Es sind "religionsförmige Neomythen", die die Weltbilder der Moderne kennzeichnen. Sie werden in diesem großangelegten Werk einer umfassenden Gesamtschau unterzogen. Der erste Band behandelt den Neomythos von seinen Anfängen in der Aufklärung und während des Aufstiegs der wissenschaftsfundierten Technik bis hin zu den neomythischen Gedankenspielen der Nationalsozialisten. Hauser nimmt dabei die gesamte Kultur- und Geistesgeschichte des ausgehenden 18., des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Blick (Stichworte u.a.: Mesmerismus, Spiritismus, Populärdarwinismus, Blavatskys Theosophie, katastrophisch ausgerichtete Kosmologien, völkische Phantastik, Ariosophie). Spätestens die Nationalsozialisten sind ein Fanal dafür, dass es einen Neomythos gibt, der das Humanum global zu gefährden vermag.