Das um 360/61 n. Chr. verfasste Geschichtswerk des Aurelius Victor behandelt die römische Kaisergeschichte von ihren Anfängen unter Augustus bis in die eigene Gegenwart des Verfassers. Die vorliegende Ausgabe bietet einen revidierten lateinischen Text und eine neue Übersetzung.Im Unterschied zu anderen Breviarien des 4. Jahrhunderts zeichnet sich das Werk durch seine moralischen Bewertungen sowie seinen anspruchsvollen Schreibstil aus. Seinen besonderen Quellenwert verdankt es den oft wichtigen und einzigartigen Nachrichten für die Geschichte des 3. und 4. Jahrhunderts, die im historischen Kommentarteil erörtert werden. Der philologische Kommentar erläutert Textgestaltung, Übersetzung und die eine oder andere sprachliche Besonderheit des Autors.
Der Weg zum hauptstädtischen Kaisertum im Römischen Reich des vierten Jahrhunderts
Im 4. Jahrhundert n. Chr. etablierte Kaiser Theodosius das sogenannte Palastkaisertum und verbrachte einen großen Teil seiner Regierungszeit in Konstantinopel. Dieser wichtige Umbruch, der eine Tradition begründete, die in Ostrom bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. andauern sollte, ist insofern erklärungsbedürftig, als sich die römischen Kaiser ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem durch ihre Rolle als Verteidiger des Reiches an der Front legitimierten. Die vorliegende Studie analysiert, wie schon seit der Mitte des 4. Jahrhunderts Vorgänger von Theodosius eine Neudefinition des Kaisertums versuchten und auf welche Weise es erst Theodosius gelang, das Palastkaisertum als akzeptierte Form der Kaiserherrschaft zu etablieren.
HerausgeberInnen: Jan-Markus Kötter und Carlo Scardino
Die Chronik des spätantiken spanischen Bischofs Hydatius, eine der wichtigsten Fortsetzungen der Weltchronik des Kirchenvaters Hieronymus, liegt nun in einer kritischen Neuedition und erstmals auch in einer vollständigen deut-schen Übersetzung vor.

Hydatius ist einer der wenigen erhaltenen Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte des Weströmischen Reichs im fünften Jahrhundert. Gerade in Bezug auf seine Heimat und seinen Wirkungsort Spanien liefert er einzigartige und wertvolle Einblicke in lokale Wahrnehmungsmuster historisch so bedeutsamer Vorgänge wie der Völkerwan-derung oder dem Zerfall der römischen Ordnung in den Provinzen Westroms. Die neu edierte und übersetzte Chronik, zusammen mit ihrer ausführlichen philologischen und historischen Kommentierung, eröffnet dem Benutzer damit ein vertieftes Verständnis für den historischen Prozess des Übergangs von der Antike zum Mittelalter in Westeuropa.
Historische und archäologische Untersuchungen
Formen der Kommunikation, Interaktion und Vernetzung
HerausgeberInnen: Peter Eich und Katharina Wojciech
Das kaiserzeitliche Rom, die Hauptstadt des Imperium Romanum, war die erste Weltstadt des Okzidents. Diese Megalopolis als Herrschaftsraum, Ort der Konsensfindung und des Zusammenlebens von vielleicht einer Million Menschen zu strukturieren, war eine für die Zeit einmalige Herausforderung.

Der Band untersucht die von oben gelenkten Reaktionen auf die „Herausforderung Rom“ in ihren jeweiligen Wechselwirkungen. Um eine Gesamtschau der sozialen, rechtlichen und räumlichen Dimensionen des hauptstädtischen Lebens zu erreichen, versuchen die Beiträge zu klären, wie viel Administration unter den Bedingungen der Zeit notwendig und möglich war, nach welchen Prinzipien Aufgaben verteilt wurden, wie sich Administration innerhalb der Stadt konkretisierte und wie sich die Kaiserrolle und die republikanischen Traditionen zueinander verhielten.
HerausgeberInnen: Bruno Bleckmann und Jonathan Groß
Der Historiker Eutrop hat bald nach 369 eine römische Geschichte von den Anfängen bis zum Jahre 364 verfasst. Die vorliegende Ausgabe bietet einen revidierten lateinischen Text und eine neue Übersetzung. Gesichert ist durch die einzige autobiographische Aussage innerhalb des Textes, dass Eutrop Teilnehmer des Per-serfeldzugs Julians war. Er war dabei wohl kein Soldat, sondern gehörte zu den comites des heidnischen Kaisers. Später amtierte Eutrop wohl – trotz jüngst daran geäußerter Zweifel – als magister memoriae des Kaisers Valens (364–378), dem er sein Geschichtswerk gewidmet hat. Die ersten acht Bücher dieses Werks enthalten Angaben zur Republik und zur Kaiserzeit, die auch anderswo im reichhaltigen Quellenmaterial zu finden sind. Für die Ge-schichte ab dem dritten Jahrhundert, deren Quellen im Rahmen der Edition von KFHist erschlossen werden sollen, bietet Eutrop dagegen oft hochrangige und einzigartige Informationen. Diese sind in dem Band durch einen kurso-rischen historischen Kommentar erschlossen.
Ediert, übersetzt und kommentiert von Bruno Bleckmann, Jan-Markus Kötter, Mehran A. Nickbakht, In-Yong Song und Markus Stein