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In dem groß angelegten interdisziplinären Forschungs- und Editionsprojekt Kleine und fragmentarische Historiker der Spätantike an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf werden die sogenannten kleinen oder nur fragmentarisch überlieferten Werke zur spätantiken Geschichte systematisch erfasst und in zweisprachigen Textausgaben mit einem ausführlichen philologischen und historischen Kommentar für die weitere wissenschaftliche Erforschung zugänglich gemacht.

Darüber hinaus ermöglicht die deutsche Übersetzung auch dem Nicht-Spezialisten eine Beschäftigung mit diesen zum Teil nur schwer zugänglichen und wenig beachteten griechischen und lateinischen Quellentexten – nicht zuletzt im Studium, wo die Epoche der Spätantike inzwischen zum festen Bestandteil des Curriculums geworden ist. Die Edition ist sowohl gedruckt wie auch als E-Book erhältlich.

Herausgeber der Reihe sind Prof. Dr. Bruno Bleckmann (Alte Geschichte) und Prof. Dr. Markus Stein (Klassische Philologie)
Das um 360/61 n. Chr. verfasste Geschichtswerk des Aurelius Victor behandelt die römische Kaisergeschichte von ihren Anfängen unter Augustus bis in die eigene Gegenwart des Verfassers. Die vorliegende Ausgabe bietet einen revidierten lateinischen Text und eine neue Übersetzung.Im Unterschied zu anderen Breviarien des 4. Jahrhunderts zeichnet sich das Werk durch seine moralischen Bewertungen sowie seinen anspruchsvollen Schreibstil aus. Seinen besonderen Quellenwert verdankt es den oft wichtigen und einzigartigen Nachrichten für die Geschichte des 3. und 4. Jahrhunderts, die im historischen Kommentarteil erörtert werden. Der philologische Kommentar erläutert Textgestaltung, Übersetzung und die eine oder andere sprachliche Besonderheit des Autors.
Untersuchungen zum Prosarhythmus im Corpus Cyprianaeum
Author: Elisa Groth
Die Kunstprosa des Märtyrerbischofs Cyprian von Karthago war für zahlreiche spätantike und mittelalterliche Autoren stilbildend. Die Analyse seiner Rhythmuspraxis und des Verhältnisses von Form und Inhalt zeigt die bewusste Nutzung der Stilmittel für die Glaubensverkündigung. Ausgehend von einer statistischen Analyse des Gesamtwerks bietet die Interpretation ausgewählter Texte weitergehende Einsichten in das literarische Schaffen Cyprians. Außer den als echt geltenden Abhandlungen und Briefen werden auch die pseudocyprianischen Schriften hinsichtlich des Prosarhythmus untersucht. Dabei wird deutlich, dass die Rhythmuspraxis bei der Echtheitsdiskussion nicht unbeachtet bleiben sollte. Die separat – online – publizierte kolometrisch-rhythmische Gesamtausgabe von Cyprians Schriften verschafft Fachkundigen wie interessierten Laien einen Überblick über die von ihm verwendeten Rhythmen und kann als Übungsmaterial an der Universität sowie im Schulunterricht vielfältig eingesetzt werden.
Eine Untersuchung der griechischen Alltagssprache, die anhand der dokumentarischen Papyri der römischen Zeit aus Ägypten (1. – 4. Jh. n. Chr.) einen Beitrag zum Verständnis der Sprache der nachklassischen Zeit und ihrer Entwicklung leistet.
Die dokumentarischen Papyri aus Ägypten dokumentieren die dortige griechische Alltagssprache in unmittelbarem, nicht durch spätere Überlieferungsprozesse vereinheitlichtem Zustand. So bezeugen sie damals gängige Sprachformen und ihre sprachgeschichtlichen Kontexte.
In diesem Band werden syntaktische Phänomene des Griechischen anhand von Textstellen aus solchen Papyri erläutert und mit vorherigen Sprachstufen sowie mit anderen Arten von Zeugnissen verglichen. Die Arbeit ergänzt die grundlegende, aber unabgeschlossen gebliebene Grammatik zur Sprache dokumentarischer Papyri der römischen Zeit von F. Gignac (1976/1981) mit der Behandlung ausgewählter syntaktischer Phänomene und behandelt einige der bedeutendsten Veränderungen des Griechischen in der nachklassischen Zeit, die der heutigen griechischen Sprache zugrunde liegen.
Author: Carmen Messerer
Das auf vier Bände berechnete Corpus hat zum Ziel, zum ersten Mal alle wesentlichen Texte zu den Beziehungen zwischen dem ägyptischen Klerus und der römischen Verwaltung in der Zeit von Augustus bis Konstantin gesammelt zu edieren. Alle Texte sind neu bearbeitet worden und werden mit einem ausführlichen Kommentar und Übersetzung herausgegeben.
Der Band 3 enthält Texte, die der staatlichen Verwaltung von den Tempeln zum Zwecke ihrer Kontrolle eingereicht worden sind, vor allem Inventare, Personenlisten von Priestern, Pastophoren und Theagoi, Texte zu Einkünften und Ausgaben der Tempel und ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Staat.
Edition dokumentarischer Papyri aus der Kölner Sammlung
Volume Editor: Eleni Skarsouli
Im vorliegenden Band werden dokumentarische Papyri aus den unpublizierten Beständen der Kölner Sammlung ediert, die in die Mitte des 2. Jh. v.Chr. zu datieren sind und dem Archiv des Dorfschreiberamtes des arsinoitischen Dorfes Oxyrhyncha entstammen.
Den überwiegenden Teil der edierten Texte machen Eingaben aus, durch welche die Bewohner von Oxyrhyncha dem Dorfschreiber Petosiris bzw. seinem Vorgänger Horos strafrechtliche Angelegenheiten meldeten. Durch die Dokumente gewinnen wir Einblicke in das Berufs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsleben des Dorfes Oxyrhyncha um die Mitte des 2. Jhs v.Chr. Zudem gelten solche Urkunden als aufschlussreich für die Besonderheiten des alltäglichen Griechisch der hellenistischen Zeit.
Es werden die Ergebnisse der materiellen Studien an Papier-, Papyrus- und Pergamentkodizes der Kölner Papyrussammlung vorgestellt.
Untersuchungsgegenstand waren hierbei 122 Kodizes, die mit koptischen, griechischen und lateinischen Texten beschrieben sind. Diese konnten aus den etwa 10.000 Objekten der Kölner Papyrussammlung identifiziert werden, von denen nicht wenige zuvor als Fragmente von Papyrusrollen eingestuft worden waren. Die 122 Kodizes verteilen sich auf über 200 Inventarnummern. Diese zählen insgesamt über 600 Fragmente. Die eingesetzten Untersuchungsmethoden werden anhand von Einzelobjekten vorgestellt. Darunter befindet sich auch der Mani-Kodex, der mit Abstand berühmteste Kodex der Kölner Sammlung. Die Ergebnisse wurden in einem Katalog zusammengestellt, der nach den drei verwendeten Schriftträgern (Papier, Pergament und Papyrus) gegliedert ist.
Der Weg zum hauptstädtischen Kaisertum im Römischen Reich des vierten Jahrhunderts
Author: Felix K. Maier
Im 4. Jahrhundert n. Chr. etablierte Kaiser Theodosius das sogenannte Palastkaisertum und verbrachte einen großen Teil seiner Regierungszeit in Konstantinopel. Dieser wichtige Umbruch, der eine Tradition begründete, die in Ostrom bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. andauern sollte, ist insofern erklärungsbedürftig, als sich die römischen Kaiser ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem durch ihre Rolle als Verteidiger des Reiches an der Front legitimierten. Die vorliegende Studie analysiert, wie schon seit der Mitte des 4. Jahrhunderts Vorgänger von Theodosius eine Neudefinition des Kaisertums versuchten und auf welche Weise es erst Theodosius gelang, das Palastkaisertum als akzeptierte Form der Kaiserherrschaft zu etablieren.
Die Chronik des spätantiken spanischen Bischofs Hydatius, eine der wichtigsten Fortsetzungen der Weltchronik des Kirchenvaters Hieronymus, liegt nun in einer kritischen Neuedition und erstmals auch in einer vollständigen deut-schen Übersetzung vor.

Hydatius ist einer der wenigen erhaltenen Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte des Weströmischen Reichs im fünften Jahrhundert. Gerade in Bezug auf seine Heimat und seinen Wirkungsort Spanien liefert er einzigartige und wertvolle Einblicke in lokale Wahrnehmungsmuster historisch so bedeutsamer Vorgänge wie der Völkerwan-derung oder dem Zerfall der römischen Ordnung in den Provinzen Westroms. Die neu edierte und übersetzte Chronik, zusammen mit ihrer ausführlichen philologischen und historischen Kommentierung, eröffnet dem Benutzer damit ein vertieftes Verständnis für den historischen Prozess des Übergangs von der Antike zum Mittelalter in Westeuropa.