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Wehrwissenschaft und Medizinverbrechen im "Ahnenerbe" der SS
Im Nürnberger Ärzteprozess wurde Wolfram Sievers für die unter seiner Verantwortung im Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung begangenen Medizinverbrechen zum Tode verurteilt.

Nun liegt erstmals eine Gesamtdarstellung dieser aus dem »Ahnenerbe« der SS hervorgegangenen Einrichtung vor. Nahezu ausschließlich auf der Grundlage von Archivquellen rekonstruiert der Autor die Arbeit aller Bereiche des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung.

Dabei werden nicht nur bisher unbekannte Abteilungen vorgestellt, sondern auch zahlreiche weitere neue Erkenntnisse präsentiert: Die bislang ungeklärte Identität der Opfer von Kampfstoff-Versuchen wird ebenso aufgedeckt wie die Beteiligung des Instituts an der Entwicklung von B- und C-Waffen oder die Aneignung von Immobilien teils prominenter Voreigentümer.

Ferner wird die komplexe Personal- und Finanzstruktur des Ahnenerbe e.V., der Ahnenerbe-Stiftung, des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung und des Amtes A (Ahnenerbe) im Hauptamt Persönlicher Stab Reichsführer SS sichtbar gemacht.

Das akribisch recherchierte Buch führt in die Welt der SS-Forscher und ihrer Zielsetzungen. Gleichzeitig wird ein plastisches Beispiel dafür gegeben, wie es einem ehrgeizigen und opportunistischen Wissenschaftsmanager durch die Kooperation mit Heinrich Himmler gelang, dass sein Forschungsinstitut noch in der Endphase des Krieges weiter expandieren konnte.

„Das wichtigste Buch über das SS-Ahnenerbe seit Jahrzehnten. Vergleichbar profunde Studien wünscht man sich auch zu anderen Teilen des SS-Imperiums.“
(Sven Felix Kellerhoff, Geschichtsredakteur DIE WELT)

„Die gewählte Form stellt nicht nur ein ‚Kompendium‘ zum Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung zur Verfügung. Es gelingt darüber hinaus, Schneisen durch das Dickicht der Polykratie zu schlagen und aus diesem Blickwinkel die Enthegung der deutschen Wehrmedizin zu durchleuchten.“
(Dr. Richard Kühl, Medizinhistoriker)
Deutschland und Russland/UdSSR seit dem späten 19. Jahrhundert
Dass sich die Vorstellungen von innerer und äußerer Sicherheit in Westeuropa und Russland unterscheiden, zeigt aktuell die Krise der Ukraine. Dieser Band russischer und deutscher Forscher gibt Einblick in die jeweiligen Konzepte.
Akteure, Diskurse und Praktiken, die für die Sicherheit im nationalstaatlichen und internationalen Rahmen verantwortlich waren, werden analysiert und konkrete Sicherheitsproblematiken aus russischer oder deutscher Sicht behandelt – von regionalen Konflikten der Zeit um 1920 bis zum Kaukasuskonflikt der Gegenwart. Durch Resümees in der jeweils anderen Sprache gewinnen die Leser dieses Kooperationsbandes Einblick in einen ebenso schwierigen wie notwendigen Dialog zu einem brisanten Thema.
Neue Forschungen
HerausgeberInnen: Jan Erik Schulte, Bernd Wegner und Peter Lieb
Aktuelle Forschungsergebnisse, um die Waffen-SS besser zu verstehen.
Die in diesem Band versammelten Texte einschlägig ausgewiesener Experten erkunden bislang vernachlässigte Themenbereiche und entwickeln neue Fragestellungen zur Geschichte der bewaffneten SS. Zu ihnen gehören biographie-, struktur-, sozial- und operationsgeschichtliche Ansätze. Es wird nach der Rolle des weiblichen Personals in der Waffen-SS, nach Netzwerken innerhalb des Führerkorps sowie nach der Motivation von ausländischen Freiwilligen und Zwangsrekrutierten gefragt. Das Buch bietet auch Studien zu Soldaten, die aus Jugoslawien, Rumänien, Estland, Dänemark und Norwegen stammten. Sowohl Kriegsverbrechen als auch die Beteiligung von Waffen-SS-Einheiten am Holocaust werden beispielhaft erläutert. Die militärischen Leistungen der Waffen-SS auf dem Schlachtfeld sind Gegenstand exemplarischer Analysen. So entsteht ein differenziertes Bild der Waf-fen-SS, ihrer Organisationsstruktur, ihres Personals und ihrer Verbände, das in seiner Gesamtheit über die bislang vorliegenden monographischen Darstellungen hinausgeht.
Bereits beim ersten Vorstoß auf Warschau im September 1939 wurden deutsche Truppen in Kampfhandlungen auf städtischem Gebiet verwickelt, ohne dass man auf deren besondere Anforderungen vorbereitet gewesen wäre.
Nach dem Überfall auf die Sowjetunion zeigte sich empfindlich, dass ohne die Beherrschung der von der Roten Armee oftmals mit äußerster Entschlossenheit verteidigten städtischen Verkehrsknotenpunkte die Kontrolle des okkupierten Gebiets und die Sicherung des Nachschubs unmöglich waren. Das Buch stellt anhand von Vorschriften, Kriegstagebüchern, Erfahrungsberichten und vielen weiteren Quellen die Entwicklung der deutschen Kampfweise in Städten und ihre zeitweiligen Erfolge bis zur Schlacht von Stalingrad dar.
Organisation - Funktion - Bedeutung
Nach den Vorstellungen Himmlers sollte sich die SS eine Führungsposition im deutschen Sport erkämpfen und als selbsterklärte, rassische Elite der Volksgemeinschaft auch mithilfe des Sports ihren Eliteanspruch unter Beweis stellen. Dies ist die erste Studie zur Organisation, Funktion und Bedeutung des SS-Sports von seinen Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Berno Bahro zeichnet die Entwicklung der Organisationsstrukturen nach und gibt einen differenzierten Überblick über die Normen, Ziele und Erfolgsquoten des SS-Sports. Die wesentlichen Akteure und Funktionsträger werden in den Kontext ihrer Handlungs- und Konfliktfelder ebenso dargestellt wie die Position der SS im Kampf konkurrierender Gliederungen um die Vormachtstellung im deutschen Sport während der NS-Zeit.
Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa 1938 - 1944
Fluchten als Reaktion auf Verfolgung und Deportation zählten zu den wichtigsten Überlebensstrategien der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus.
Insa Meinen und Ahlrich Meyer begeben sich auf die Spuren von Juden aus Deutschland und Österreich, die ab 1938 vor der antisemitischen Gewalt nach Belgien flüchteten. Auch berichten sie erstmals über die schon im Zeichen des Genozid stehenden Fluchten von Juden innerhalb Westeuropas ab 1941/42. Der Leser bekommt ein eindrückliches Bild davon, welche immer neuen Anstrengungen die Menschen auf sich nahmen, um sich und ihre Familien vor dem Untergang zu bewahren. Im Mittelpunkt stehen die Rettungsversuche der vielen »namenlosen« jüdischen Flüchtlinge. Ihre Schicksale werden aus verstreuten Akten, Karteien und Transportlisten der Todeszüge nach Auschwitz erschlossen. Das Buch würdigt diejenigen, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen und über deren Widerstand bislang kaum etwas bekannt war.
Hitlers prägende Jahre im deutschen Militär 1918-1920
Mit kriminalistischer Sorgfalt rekonstruiert Othmar Plöckinger erstmals detailliert, wie aus dem Kriegsheimkehrer Adolf Hitler der Parteiführer der NSDAP und ein radikaler Antisemit wurde. Nach der Niederlage 1918 führte die Auflösung des deutschen Heeres, während parallel dazu die neue Reichswehr aufgebaut werden musste, zu Konflikten innerhalb des Militärs. Dies eröffnete einfachen Soldaten wie Adolf Hitler große Spielräume. Die revolutionären Ereignisse trugen dazu ebenso bei wie die vom Militär geduldeten und geförderten völkisch-radikalen Bewegungen – darunter die Deutsche Arbeiterpartei – die zukünftige NSDAP. Auf breiter Quellenbasis schildert das Buch Hitlers Wechsel vom Militär zur Politik, korrigiert verbreitete Annahmen und analysiert die antisemitischen und antibolschewistischen Einflüsse auf ihn.
Rumäniens Vernichtungskrieg und der vergessene Massenmord an den Juden 1941
Anfang Juli 1941 begann Rumänien an der Seite Deutschlands seinen Vernichtungskrieg im Osten. In den ersten Kriegstagen kam es in der Nordbukowina und in Bessarabien zu Massenmorden an der jüdischen Bevölkerung. Täter waren meist rumänische Soldaten und Gendarmen. Vielerorts beteiligten sich die Nachbarn der Juden an den Massakern oder initiierten selbst Pogrome.
Simon Geissbühler schildert die Vorgeschichte der antisemitischen Radikalisierung im Rumänien der Zwischenkriegszeit und rekonstruiert die bislang kaum untersuchten blutigen Ereignisse des Sommers 1941. Er analysiert die Motive und Handlungsspielräume der Täter und fügt die wenigen Zeugnisse zusammen, die vom Leiden der Opfer berichten.
Die Suche nach der Erinnerung an den Holocaust in Ru-mä-nien ist Thema des letzten Teils des Buches. Beeindruckende Fotografien verfallender Mahnmale, Massengräber und Friedhöfe zeigen: Viel ist nicht geblieben; die jüdische Vergangenheit wurde weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verbannt.
Ein eindringliches Buch, das durch den Blick aufs Detail neue Einsichten in die regionalen Variationen des Holocausts in Osteuropa eröffnet und die historische Analyse mit dem kritischen Blick auf die Gegenwart verbindet.
Eine politische Biographie des letzten bayerischen Gesandten am Heiligen Stuhl Otto von Ritter (1909-1934)
Inwiefern beeinträchtigte eine Enzyklika von 1910 den gesellschaftlichen Frieden im Reich? Warum erklärte der Papst das Bayerische Konkordat von 1924/25 zum Mustervertrag für alle weiteren Staatskirchenverträge? Und wieso gelang es 1919, die bayerische Gesandtschaft am Heiligen Stuhl gegen den erklärten Willen des Reichs zu erhalten, 1933/34 aber nicht?
Vor dem Horizont bayerischer wie deutscher Politik wird das Wirken des letzten bayerischen Gesandten in Rom (1909-1934) einer intensiven Analyse unterzogen. War 1871 noch über »finis bavariae« lamentiert worden, stellte die Kirchenpolitik auch unter den Bedingungen von Kaiserreich und Weimarer Republik dasjenige Feld dar, auf dem Bayern weiterhin Deutschland-, ja sogar Außenpolitik betreiben konnte.
Teil II: Deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte 1933-1945
Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundstrukturen des nationalsozialistischen Herrschaftssystems in einem Band.
Dieses Grundlagenwerk behandelt die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Deutschen Reiches von der Machtübernahme der Nationalsozialisten bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Das Manuskript wurde von M. A. Denzel um fehlende Teile ergänzt und zur Druckreife gebracht.