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Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa 1938 - 1944
AutorInnen: Ahlrich Meyer und Insa Meinen
Fluchten als Reaktion auf Verfolgung und Deportation zählten zu den wichtigsten Überlebensstrategien der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus.
Insa Meinen und Ahlrich Meyer begeben sich auf die Spuren von Juden aus Deutschland und Österreich, die ab 1938 vor der antisemitischen Gewalt nach Belgien flüchteten. Auch berichten sie erstmals über die schon im Zeichen des Genozid stehenden Fluchten von Juden innerhalb Westeuropas ab 1941/42. Der Leser bekommt ein eindrückliches Bild davon, welche immer neuen Anstrengungen die Menschen auf sich nahmen, um sich und ihre Familien vor dem Untergang zu bewahren. Im Mittelpunkt stehen die Rettungsversuche der vielen »namenlosen« jüdischen Flüchtlinge. Ihre Schicksale werden aus verstreuten Akten, Karteien und Transportlisten der Todeszüge nach Auschwitz erschlossen. Das Buch würdigt diejenigen, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen und über deren Widerstand bislang kaum etwas bekannt war.
Hitlers prägende Jahre im deutschen Militär 1918-1920
Mit kriminalistischer Sorgfalt rekonstruiert Othmar Plöckinger erstmals detailliert, wie aus dem Kriegsheimkehrer Adolf Hitler der Parteiführer der NSDAP und ein radikaler Antisemit wurde. Nach der Niederlage 1918 führte die Auflösung des deutschen Heeres, während parallel dazu die neue Reichswehr aufgebaut werden musste, zu Konflikten innerhalb des Militärs. Dies eröffnete einfachen Soldaten wie Adolf Hitler große Spielräume. Die revolutionären Ereignisse trugen dazu ebenso bei wie die vom Militär geduldeten und geförderten völkisch-radikalen Bewegungen – darunter die Deutsche Arbeiterpartei – die zukünftige NSDAP. Auf breiter Quellenbasis schildert das Buch Hitlers Wechsel vom Militär zur Politik, korrigiert verbreitete Annahmen und analysiert die antisemitischen und antibolschewistischen Einflüsse auf ihn.
Rumäniens Vernichtungskrieg und der vergessene Massenmord an den Juden 1941
Anfang Juli 1941 begann Rumänien an der Seite Deutschlands seinen Vernichtungskrieg im Osten. In den ersten Kriegstagen kam es in der Nordbukowina und in Bessarabien zu Massenmorden an der jüdischen Bevölkerung. Täter waren meist rumänische Soldaten und Gendarmen. Vielerorts beteiligten sich die Nachbarn der Juden an den Massakern oder initiierten selbst Pogrome.
Simon Geissbühler schildert die Vorgeschichte der antisemitischen Radikalisierung im Rumänien der Zwischenkriegszeit und rekonstruiert die bislang kaum untersuchten blutigen Ereignisse des Sommers 1941. Er analysiert die Motive und Handlungsspielräume der Täter und fügt die wenigen Zeugnisse zusammen, die vom Leiden der Opfer berichten.
Die Suche nach der Erinnerung an den Holocaust in Ru-mä-nien ist Thema des letzten Teils des Buches. Beeindruckende Fotografien verfallender Mahnmale, Massengräber und Friedhöfe zeigen: Viel ist nicht geblieben; die jüdische Vergangenheit wurde weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verbannt.
Ein eindringliches Buch, das durch den Blick aufs Detail neue Einsichten in die regionalen Variationen des Holocausts in Osteuropa eröffnet und die historische Analyse mit dem kritischen Blick auf die Gegenwart verbindet.
Teil II: Deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte 1933-1945
Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundstrukturen des nationalsozialistischen Herrschaftssystems in einem Band.
Dieses Grundlagenwerk behandelt die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Deutschen Reiches von der Machtübernahme der Nationalsozialisten bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Das Manuskript wurde von M. A. Denzel um fehlende Teile ergänzt und zur Druckreife gebracht.
Über die Popularität eines Unrechtsregimes
Die Krisen der Weimarer Republik führten zu einer Radikalisierung von Bevölkerung und Eliten. Aber warum sahen viele gerade im Nationalsozialismus den Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft? Und warum konnte das Regime diese Zustimmung bis in den Krieg hinein wahren und sogar noch steigern? Thomas Rohkrämers zeigt, dass Erklärungen, die vor allem auf den wirtschaftlichen Nutzen des Nationalsozialismus für weite Teile der Bevölkerung verweisen, zu kurz greifen. Sie lassen offen, warum ein großer Teil der Deutschen den visionären Versprechungen der neuen Machthaber so begeistert folgte. Verständlich wird dieser Enthusiasmus nur vor dem Hintergrund einer politischen Kultur, die geprägt war von der Sehnsucht nach einer in einem gemeinschaftlichen Glauben vereinten, machtvollen Nation. Der Verfasser verfolgt die Wurzeln der NS-Ideologie im späten 19. Jahrhundert, den Aufstieg der Bewegung in der Weimarer Republik und die Realität des Regimes nach 1933. Die Untersuchung verwendet neben Stimmungsberichten vor allem vielfältige Ich-Dokumente wie Briefe, Interviews und Erfahrungsberichte, um zu einem besseren Verständnis der fatalen Attraktion des Nationalsozialismus zu gelangen.
Institutionen und Regionen in der Kriegswirtschaft und der Verwaltung des ›Dritten Reiches‹ 1936 bis 1945
Ein neuer Blick auf die Kriegsmobilisierung des ›Dritten Reiches‹: Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen die Kriegsvorbereitung und die Durchhaltefähigkeit des nationalsozialistischen Deutschland aus einer neuen Perspektive. Welchen Anteil hatten regionale Verwaltungen, Gauleitungen, Unternehmen und Besatzungsbehörden an der Bereitstellung von Menschen und Ressourcen für den Krieg? Welchen Stellenwert haben die Mobilisierungsanstrengungen der deutschen Gesellschaft für unser Verständnis von der NS-Diktatur? Welche Forschungsperspektiven bietet der Vergleich der nationalsozialistischen Kriegsanstrengungen mit Mobilisierungsprozessen in anderen politischen Systemen?
Eine politische Biographie des letzten bayerischen Gesandten am Heiligen Stuhl Otto von Ritter (1909-1934)
AutorIn: Jörg Zedler
HerausgeberIn: Frank Kleinehagenbrock
Inwiefern beeinträchtigte eine Enzyklika von 1910 den gesellschaftlichen Frieden im Reich? Warum erklärte der Papst das Bayerische Konkordat von 1924/25 zum Mustervertrag für alle weiteren Staatskirchenverträge? Und wieso gelang es 1919, die bayerische Gesandtschaft am Heiligen Stuhl gegen den erklärten Willen des Reichs zu erhalten, 1933/34 aber nicht?
Vor dem Horizont bayerischer wie deutscher Politik wird das Wirken des letzten bayerischen Gesandten in Rom (1909-1934) einer intensiven Analyse unterzogen. War 1871 noch über »finis bavariae« lamentiert worden, stellte die Kirchenpolitik auch unter den Bedingungen von Kaiserreich und Weimarer Republik dasjenige Feld dar, auf dem Bayern weiterhin Deutschland-, ja sogar Außenpolitik betreiben konnte.
Die Edition des persönlichen Taschenkalenders Heinrich Himmlers aus dem Jahr 1940 beleuchtet Politik, Persönlichkeit und Ziele dieses nationalsozialistischen Multifunktionärs in der Frühphase des Zweiten Weltkriegs. Für Heinrich Himmler, den Reichsführer-SS, Chef der Deutschen Polizei, Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums und Mentor der Waffen-SS, fing mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs eine neue Zeitrechnung an: Der Krieg war für ihn das geeignete und legitime Mittel, um die rassistisch begründeten machtpolitischen Ziele und Visionen der SS zu verwirklichen. Die Edition seines persönlichen Taschenkalenders aus dem Jahr 1940 liefert wichtige Einblicke in das politische und private Jahresprogramm Himmlers in der von deutschen »Blitzsiegen« und ersten Verbrechen geprägten Frühphase des nationalsozialistischen Eroberungskriegs. Einleitende Beiträge der Herausgeber und weiterer Experten wie Michael Wildt, Jan Erik Schulte, Jean-Luc Leleu, Bastian Hein und Katrin Himmler erörtern die wichtigsten Themenfelder, mit denen Himmler im Jahr 1940 beschäftigt war, und erschließen das Dokument für die Leser.
Die großen Nothilfesammlungen in den Krisenjahren der Weimarer Republik
AutorIn: Lothar Kilian
Sind private Nothilfesammlungen im modernen Wohlfahrtsstaat überflüssig? Der Verfasser erschließt die »unbekannte« Winterhilfe am Ende der Weimarer Republik und sieht in ihr ein zivilgesellschaftliches Experiment zur Überwindung der Not während der Weltwirtschaftskrise.
Im Einzelnen werden vorgestellt: die »Ludendorffspende« (1918) zugunsten von Kriegsbeschädigten _!_ die »Deutsche Notgemein-schaft« (1922) zugunsten von Inflationsgeschädigten _!_ das »Deutsche Volksopfer« während des Ruhr-kampfs (1923) _!_ die »Deutsche Nothilfe« (ab Herbst 1923), die ihre Katastrophenhilfe mit dem Verkauf von Wohlfahrtsbriefmarken finanzierte _!_ die Aufnahme von deutschen Kindern bei Gastfamilien im europäischen Ausland (1917-1924) _!_ das »Kinderspeisungswerk« (1920-1924), das private amerikanische Organisationen in Deutschland aufbaute.