Nach Titel durchsuchen

Geschichte der Imkerei in Deutschland
AutorIn: Rainer Stripf
„Volksbienenzucht“ und Kampf ums Einheitshonigglas, Kunsthonig, und „Biene Maja“, „völkische“ Ideologie, und Wanderimker in der DDR, aber auch der Boom der Stadt-Imkerei in den letzten Jahren: Rainer Stripf erzählt mit Liebe zum Detail und sachkundigem Blick für die historischen Zusammenhänge die Geschichte der Bienenzucht in Deutschland seit dem Kaiserreich. Der Leser lernt die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Einflüsse auf die Bienenzucht kennen. Es geht um die Einigungsbestrebungen der Imker, ihre methodischen Auseinandersetzungen und die Fortschritte in der Bienenforschung. Aber auch die Ideologisierung durch den Nationalsozialismus und die kriegwirtschaftliche Indienstnahme der Imkerei kommen zur Sprache. Der Ausblick bis heute schließt aktuelle Themen von der Varroamilbe bis hin zum Einsatz von Gentechnik und den aktuell umstrittenen Pflanzenschutzmitteln ein. Ein einzigartiges Buch zum Trend-Thema Imkerei!
Schicksale verfolgter Menschen des Paderborner Landes 1933-1945
HerausgeberIn: Erik Beck
Die Verfolgung aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen griff zwischen 1933 und 1945 auf einen großen Teil des europäischen Kontinents über. Von dem sich zuspitzenden Terror blieb auch die deutsche Provinz nicht verschont. Im vorliegenden Band werden in zehn Lebensgeschichten die Schicksalswege von Menschen aus dem Paderborner Land nachgezeichnet, die aus den unterschiedlichsten Gründen in die Verfolgungsmaschinerie des NS-Staates gerieten. Anhand der Schicksale werden Strukturen des Terrors sichtbar, die die Gesellschaft auch in dieser vorwiegend ländlich geprägten Region durchzogen. Daneben zeigt sich auch, dass für die Überlebenden das Leid nicht mit dem Kriegsende aufhörte. Vielfach seelisch und körperlich gezeichnet, blieb die Erinnerung an das erlittene Unrecht. Zudem mussten sie meist hart um Entschädigungen und finanzielle Hilfen kämpfen.
Das Wagnis eines demokratischen Friedens 1919-1923
AutorIn: Klaus Schwabe
Paris 1919. Politiker und Diplomaten stehen vor einer Aufgabe, der sich noch keine Generation zuvor stellen musste: die Schaffung einer globalen Friedensordnung nach dem Ende eines Krieges, der erstmals die ganze Welt erfasste. Für die Liberalen am Verhandlungstisch war das Ziel ein Frieden im Zeichen freier Selbstbestimmung demokratischer Nationen. US-Präsident Wilson hatte es verkündet. Die Anhänger der traditionellen Großmachtpolitik hingegen wollten vor allem Entschädigungen für die eigenen Opfer. Und Lenins Bolschewiki propagierten den Weltfrieden durch die Diktatur des Proletariats. Die Vielzahl der Kriegsparteien und Fragen der nationalen „Ehre“ erschwerten die Verhandlungen, die sich bis 1923 hinzogen. Von der Glaubwürdigkeit der Friedensbedingungen für Sieger und Besiegte aber hing die Haltbarkeit des Friedens ab. So quellennah wie nötig und so knapp wie möglich veranschaulicht Klaus Schwabe Verhandler und Verhandlungen, die alliierte, deutsche und weltweite Dimension des Versailler Vertragswerkes und bewertet es neu, indem er die Leistungen und bis heute nachwirkenden Konsequenzen dieses Friedensschlusses herausstellt: Versailles musste nicht von vornherein scheitern.
Wanderungen im Deutschen Reich in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Binnenwanderungen 1929 bis 1935 im Spannungsfeld von Weltwirtschaftskrise, Weimarer ›Staatskrise‹ und NS-›Machtergreifung‹. Wie entwickelte sich das innerdeutsche Migrationsgeschehen im Blick auf Verläufe, Strukturen und Praktiken vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre? Die Weltwirtschaftskrise veränderte das Wanderungsgeschehen in Deutschland fundamental: Alte Wanderungstraditionen liefen aus, neue Migrationsbewegungen traten auf, Zielräume und Motive veränderten sich. Gezeigt wird der Wandel am Beispiel der inländischen landwirtschaftlichen Wanderarbeiter, der Krisenwanderungen ›Erwerbs- und Wohnungsloser‹ sowie der Migration im Kontext des Siedlungsprogramms ›vorstädtische Kleinsiedlung‹. Erstmals wer-den durch den Vergleich der Binnenwanderungen in der Endphase der Weimarer Republik und den ersten Jahren der NS-Herrschaft Kontinuitäten und Brüche aufgezeigt.
Norweger in der Waffen-SS 1941-1945. Aus dem Norwegischen von Sylvia Kall und Michael Schickenberg
AutorIn: Sigurd Sørlie
„Sonnenrad und Hakenkreuz“ begibt sich auf die Spuren eines dramatischen und von Mythen umsponnenen Themas aus der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: das Schicksal jener 4.500 Norweger, die als Freiwillige für das „Dritte Reich“ als Soldaten kämpften – größtenteils in Einheiten der Waffen-SS an der Ostfront.
Sigurd Sørlie legt die erste umfassende Darstellung über diese Männer vor. Er fragt nach ihren Motiven, Erfahrungen, Handlungen, weltanschaulichen Haltungen und Reaktionen auf das Kriegsgeschehen. Wer waren sie und warum ließen sie sich anwerben? Waren sie Zeugen oder Mittäter bei NS-Verbrechen? In welchem Maße konnte die SS die weltanschauliche Haltung und das Handeln der norwegischen Soldaten beeinflussen? Auf der Grundlage umfangreicher, zumeist erstmals ausgewerteter Quellen kann der Autor mit vielen Mythen aufräumen. Er stellt das Thema dabei in den breiteren Zusammenhang des Kriegsgeschehens und der norwegischen Besatzungsgeschichte, auf die sein Buch neue Perspektiven eröffnet.
Materialschlacht in Nordafrika
Die Schlacht bei El Alamein im Herbst 1942 beendete den Siegesmarsch des „Wüstenfuchses“ Erwin Rommel und damit jede Hoffnung der Achsenmächte, in den Besitz des Suezkanals zu gelangen. Den englischen Kriegsbemühungen hatte so ein entscheidender Schlag versetzt werden sollen. Während das populäre Bild des Wüstenkrieges bis heute von der Vorstellung blitzartiger Vorstöße deutscher Panzer geprägt ist, handelte es sich bei El Alamein jedoch eher um eine Material- und Abnutzungsschlacht. Die Achsenmächte waren von Beginn an unterlegen. Alexander Querengässer korrigiert in seinem Buch manche verbreiteten Vorstellungen vom Krieg in Nordafrika. Hatten die Deutschen bis dahin ihren Gegnern eine bewegliche Kriegsführung aufzwingen können, so war es der britischen 8. Armee bei El Alamein gelungen, Rommels Vormarsch zum Stehen zu bringen, die Front zu festigen und später mit großer materieller Überlegenheit einen Gegenschlag zu führen. Alexander Querengässer betrachtet die gemeinhin als Erste und Zweite Schlacht von El Alamein bezeichneten Ereignisse in ihrem Zusammenhang. Er beleuchtet die Bedingungen und konkreten Umstände der Auseinandersetzung im Rahmen der Kriegslage und zeigt die operationsgeschichtlichen Besonderheiten auf. Aber auch die unmittelbaren Konsequenzen für den Kriegsverlauf kommen zur Sprache. Ein eigenes Kapitel ist dem Fortleben der Schlacht in den Erinnerungskulturen der ehemaligen Kriegsgegner gewidmet.
The Cultural Impact of the First World War
The battles of the First World War created a fundamentally new impression of war. Total warfare, the use of propaganda, chemical weapons, and every possible other measure to ensure victory defined the event that should later be known as the »Great War«, because it caused so many deaths and much suffering. The catastrophe also had an impact on the humanities, which inevitably had to deal with the processing of an event that seemed to be too big to be clearly understood by the human mind. The present volume covers several interdisciplinary perspectives by dealing with the impact of the war on the humanities during and after the conflict that deeply influenced the mindset of the 20th century.
Dutch Shoah, 1933/45 and beyond
AutorIn: Hans Derks
How was it possible that, in a rather peaceful and, to all intents and purposes, not particularly antisemitic Dutch society, more than 75% of the Jewish population were arrested, deported or murdered in concentration camps during the Shoah? Can all of this be blamed on the Nazi occupiers?

The eminent historian, Hans Derks, explains this mystery for the first time by looking closely at the social and religious characteristics of Dutch society. He also unveils the extensive collaboration of the country’s state-bureaucracy with the German authorities. This uniquely perpetratororiented book about the Dutch Shoah offers shocking conclusions about the persistent contribution of Dutch scholars to racist ideologies and eugenic measures aimed at creating a new, racially pure Dutch society under an authoritarian leadership.
Die Wehrmachtgeneralität im Nürnberger Prozess 1945/46. Zur Entstehung einer Legende
"Brüggemanns „Männer von Ehre?“ wird auf jeden Fall für lange Zeit ein Standardwerk zum Thema bleiben." (Historische Zeitschrift, Bd. 310/2020, S. 255)

Der Mythos, die Wehrmacht sei an Kriegs- und NS-Verbrechen nicht beteiligt gewesen, wurde zu einem der wohl einflussreichsten historischen Narrative der Nachkriegszeit. Entscheidenden Anteil daran hatten Spitzenoffiziere der Wehrmacht selbst. Durch die politische Situation begünstigt, konnten diese in den 1950er Jahren geschichtspolitische Forderungen durchsetzen, die zu ihrer Rehabilitierung und Integration in die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft maßgeblich beitrugen.

Jens Brüggemann geht mit dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess erstmals an den Ausgangspunkt dieser Entwicklung. Er zeigt auf breiter Quellenbasis, wie es den in Nürnberg anwesenden Spitzenvertretern der Wehrmacht und ihren Anwälten gelang, eine Argumentation zu entwickeln, die zur Grundlage ihrer Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit wurde. Ein Verlauf, der keinesfalls vorhersehbar war. Aufgrund alter und neuer Konflikte stand die Zusammenarbeit der Offiziere vor einer immensen Belastung, die fast zum Auseinanderbrechen einer gemeinsamen Front vor Gericht geführt hätte.
Der Autor leistet einen erhellenden Beitrag zu den Biographien einiger der hochrangigsten Wehrmachtoffiziere nach 1945, blickt aber auch immer wieder auf die Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs zurück. Während bisherige Veröffentlichungen zum Nürnberger Prozess maßgeblich auf gedruckten Quellen basieren, fußt die Studie fast ausschließlich auf zeitgenössischen Primärquellen, hierunter auch bisher nicht genutzte Tondokumente. So können einige etablierte Darstellungen des Prozesses in Frage gestellt, andere mit weiteren Details gestützt werden. Über das Verfahren hinaus wird aber auch verfolgt, welchen Einfluss die dort entstandenen Erzählungen auf das Geschichtsbild in der Nachkriegszeit hatten, die frühe Forschung zu NS-Zeit und Zweitem Weltkrieg prägten und teils noch auf die heutige Literatur wirken.
HerausgeberIn: Bernd Lemke
Die baltischen Staaten sind in den letzten Jahren immer stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Dies hat mit der krisenhaften Entwicklung in Osteuropa zu tun, in deren Zentrum die Konflikte zwischen Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion stehen, vor allem der Bürgerkrieg in der Ostukraine und die völkerrechtswidrige Besetzung der Krim 2014. Estland, Lettland und Litauen, die seit 2004 Mitglieder in der NATO und der EU sind, waren militärisch von diesen Entwicklungen zwar nicht betroffen, haben aber die politischen Auswirkungen deutlich zu spüren bekommen. Auch die drei Bündnispartner gehörten, wie die Ukraine, zum Staatsgebiet der UdSSR. Die Befürchtungen sind groß, dass Moskau langfristig eine Revision der Verhältnisse anstrebt. Die NATO hat beschlossen, Truppenverbände in das Baltikum und nach Polen zu schicken, um die Region zu stabilisieren und Bündnissolidarität zu zeigen. Vier Kontingente sind daher seit Mitte 2017 in diesem Teil Europas stationiert. Außerdem wurde 2015 eine Schnelle Eingreiftruppe (Very High Readiness Joint Task Force) aufgestellt, die bei Bedarf rasch in die Region verlegt werden kann. Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften fügt vor diesem Hintergrund den bereits für zahlreiche Länder und Regionen vorliegenden Bänden der Reihe »Wegweiser zur Geschichte« eine weitere Publikation hinzu. Dieses Buch versammelt zahlreiche Beiträge von renommierten Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachdisziplinen. Die Beiträge sind übersichtlich und allgemeinverständlich formuliert und mit Bildern, Grafiken und Karten sowie einem umfassenden Anhang ausgestattet.