Herausforderungen ethischer Bildung
HerausgeberIn: Markus Tiedemann
Wen oder was schützen die Menschenrechte? Wie weit reicht die Pflicht zur Nothilfe? Wie passen universalistische Prinzipien und kulturelle Diversität zusammen? Welche Aspekte kultureller Identität sind schützenswert, reformbedürftig oder gar rassistisch? Der vorliegende Band thematisiert prinzipielle Unterscheidungen, empirische Befunde und konkrete Unterrichtsplanungen für die Schule und den gesellschaftlichen Diskurs.
Die Gestaltung und Bewertung von Migration haben Gesellschaft und Bildungssystem vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Die politischen, sozialen und kommunikativen Verwerfungen wurden und werden zunehmend von konfrontativen Positionen geprägt. Vorurteile und Stereotypen greifen um sich. Allzu oft fehlt es an der Bereitschaft, die Argumente der Gegenseite ergebnisoffen zu prüfen und die eigene Position einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Der vorliegende Band thematisiert die Frage, wie sich der Ethikunterricht dieser Aufgabe stellen kann. Berücksichtigt werden theoretische Unterscheidungen, empirische Befunde und unterrichtspraktische Konzepte. in.

Edition dokumentarischer Papyri aus der Kölner Sammlung
HerausgeberIn: Eleni Skarsouli
IIm vorliegenden Band werden dokumentarische Papyri aus den unpublizierten Beständen der Kölner Sammlung ediert, die in die Mitte des 2. Jh. v.Chr. zu datieren sind und dem Archiv des Dorfschreiberamtes vom arsinoitischen Dorf Oxyrhyncha entstammen.
Den überwiegenden Teil der edierten Texte machen Eingaben aus, durch welche die Bewohner von Oxyrhyncha den Dorfschreiber Petosiris bzw. seinem Vorgänger Horos strafrechtliche Angelegenheiten meldeten. Durch die Dokumente gewinnen wir Auskünfte über das Berufs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsleben des Dorfes Oxyrhyncha um die Mitte des 2. Jhs v.Chr. Zudem gelten solche Urkunden als aufschlussreich für die Besonderheiten des alltäglichen Griechisch der hellenistischen Zeit.
Die meisten Texte sind Eingaben, durch welche die Bewohner von Oxyrhyncha den Dorfschreiber Petosiris bzw. seinem Vorgänger Horos strafrechtliche Angelegenheiten meldeten. Diese Dokumente ermitteln Informationen über das Berufs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsleben des Dorfes Oxyrhyncha um die Mitte des 2. Jhs v.Chr. Zudem gelten solche Urkunden als aufschlussreich für die Besonderheiten des alltäglichen Griechisch der hellenistischen Zeit.
Bearbeitet von Jyri Hasecker und Judith Schepers
HerausgeberIn: Hubert Wolf
Eifernde Inquisitoren, verfolgte Ketzer, brennende Scheiterhaufen: so die Klischees zur Römischen Buchzensur. Die historische Wirklichkeit ist komplexer. Diese umfassende Reihe zur Grundlagenforschung ermöglicht ihre Aufarbeitung. Das groß angelegte Vorhaben dokumentiert, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, erstmals die konkrete Arbeit der beiden römischen Zensurbehörden, der Inquisition und der Indexkongregation, von 1542 bis 1966. Basis sind akribische Archivstudien. Insgesamt dreizehn Bände für die Zeit von 1701 bis 1917 wurden 2005 und 2009 präsentiert. Abschließend liegen nun sieben weitere Bände für die Jahre 1542 bis 1700 vor. Das interdisziplinär nutzbare und international ausgerichtete Grundlagenwerk führt alle in Rom verhandelten Bücher, egal aus welchem Wissens- und Wissenschaftsbereich, alle Gutachter und Zensoren sowie alle Urteile zur Buchzensur auf.
Dieser Band bietet grundlegende Informationen zu rund 670 Personen, die in den Jahren 1542 bis 1700 an der Buchzensur durch Römische Inquisition und Indexkongregation beteiligt waren. Die bio-bibliografischen Einträge beleuchten nicht nur prominente, sondern auch zahlreiche vergessene Zensoren. Auf Basis umfangreicher Recherchen im Archiv der Glaubenskongregation bietet der Band vielfach bisher unbekannte Lebens- und Karrieredaten, die in besonderer Weise die Zensurtätigkeit der einzelnen Mitarbeiter in den Blick nehmen, stellt systematisch die wichtigsten Werke der Zensoren zusammen und verweist auf einschlägige Literatur. Erstmals wird außerdem die konkrete Gutachtertätigkeit der einzelnen Zensoren dokumentiert. Wer sich mit einem bestimmten Zensurfall beschäftigt, erhält damit umfassende Informationen über die beteiligten Personen.
HerausgeberIn: Hans Rothe
Im dritten und letzten Band der Studia Hymnographica liefert Hans Rothe zwei ausführliche Kommentare zum Gottesdienstmenäum nach ostslavischen Handschriften des 11. bis 13. Jahrhunderts.
So stellt der erste Beitrag eine ausführliche Untersuchung zur Bildung von Composita in der kirchenslavischen Hymnographie des Mittelalters dar unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen Übersetzungsvorlagen in den griechischen Quellen. Als Ergänzung ist ein Register aller Composita angefügt. In seinem zweiten Beitrag begründet er den Beginn des Kirchenjahres in der orthodoxen Kirche im September mit der hohen Anzahl an Sonderfesten, die in diesen Monat fallen. Zur Veranschaulichung dient die Edition eines der wichtigsten Sonderfeste, der Geburt der Gottesmutter am 8. September, die anhand der Moskauer Handschrift des Synodalmuseums vorgenommen und mit möglichen griechischen Quellen verglichen wurde.
Aktuelle christologische Debatten im Horizont koranischer Perspektiven
AutorIn: Cornelia Dockter
Das Persongeheimnis Jesu Christi ist eine der meist diskutierten Glaubenswahrheiten des Christentums. Wie kann gedacht werden, dass Jesus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch ist? Die Autorin zeigt, wie die koranische Rede vom Propheten Jesus als Wort und Geist von Gott helfen kann, zu einem vertieften Verständnis der Person Jesu zu gelangen und Jesus Christus als geisterfülltes Wort Gottes zu verstehen. Damit soll nicht nur die innerchristliche Diskussion zwischen Logos- und Geistchristologie weitergeführt werden. Es zeigt sich zudem, wie die Beschäftigung mit einer anderen Religion dazu verhelfen kann, Glaubenswahrheiten aus der eigenen Tradition wieder neu zu entdecken.
Sozialwissenschaftliche und sozialethische Analysen
„Gemeinwohl“ (Common Good) galt über lange Zeit als eine Schlüsselkategorie christlicher Sozialethik. Diese Selbstverständlichkeit ist einem selbstkritischen Sozialkatholizismus sowohl in der Theorie als auch im politisch-ethischen Praxisbezug abhandengekommen. Ist der Appell an die Gemeinwohlverpflichtung mehr als ein diffuses und hilfloses Postulat? Lässt sich, zumal unter den Bedingungen globaler Verflechtungen und Abhängigkeiten, mit dieser Kategorie sozial-ethische Relevanz erzeugen? Wie verhält sich die Vorstellung einer sozialen Ganzheit zu der Pluralität von Vorstellungen des guten Lebens und zu der Vielheit von Interessen? Was legitimiert und welche Akteure tragen eine soziale Ordnung? Wie verhält sich eine Theorie des Gemeinwohls zu Theorien öffentlicher Güter (Commons) – angesichts internationaler Herausforderungen wie Migration, Klimapolitik, Welthandel oder Finanzmarktregulierung? Die Beiträge des Bandes gehen zurück auf die Jahrestagung 2019 der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik“, die der Frage nach dem „globalen Gemeinwohl“ gewidmet war.
"Ausländerehen" in Deutschland 1870–1945
AutorIn: Christoph Lorke
Heiraten über nationale und kulturelle Grenzen hinweg: Solche Liebesbeziehungen, die heute immer häufiger vorkommen, wurden in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen auf vielfältige Weise problematisiert. Sie erregten immer wieder die Aufmerksamkeit von Politik, Institutionen und der Öffentlichkeit. Die verschiedenen Formen von Argwohn und Skepsis bieten ein faszinierendes Panorama von Einstellungen und Werthaltungen und ihrem Wandel im Laufe der Zeit.
Das Buch erzählt erstmals die Geschichte der (erfolgten und verhinderten) Eheschließungen Deutscher mit Nichtdeutschen. Dabei konzentriert es sich auf die Zeit zwischen Kaiserreich und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dieser Zeitraum offenbart, wie umstritten solche intimen Grenzüberschreitungen immer wieder sein konnten. Bürokratische Hürden und ausländerrechtliche Regelungen, zunehmend aber auch eugenisch-rassistische und ethnozentristische Ordnungsvorstellungen haben die Chancen solcher Ehevorhaben stark beeinflusst. Deutlich wird aber auch: Solche Eheschließungen veränderten die Wirklichkeit und Wahrnehmung von Aufnahmegesellschaften und stellen Gewesenes vor verschiedene Herausforderungen.

in Globales Gemeinwohl
in Globales Gemeinwohl
in Geist im Wort