Nach Titel durchsuchen

Die Brüder Fritz Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza
Fritz und Heinrich Thyssen traten Anfang des 20. Jahrhunderts als reiche Söhne des Konzerngründers August ins Licht medialer Öffentlichkeiten. Während der eine als Geldgeber Hitlers in die Geschichte einging, begründete der andere eine private Kunstsammlung von Weltrang.
Öffentlichkeit stellt eine zentrale Kategorie im Leben und Handeln von Bürgern aus der Wirtschaftselite dar. Felix de Taillez untersucht das Medieninteresse an den prominenten Brüdern – von Heinrichs frühen Skandalen bis zu Fritz‘ Aufstieg und Fall im NS-Regime. Die Studie arbeitet ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit und ihre spezifischen Formen der Mediennutzung heraus – der eine zunehmend distanziert, der andere auch international umso exponierter. Ihre Images waren gegensätzlich: Fritz Thyssen als politisch engagierter »Wirtschaftsführer« und Heinrich Baron Thyssen-Bornemisza als ebenso weltläufiger wie zurückhaltender »Aristokrat«.
AutorIn: Hajo Bernett
HerausgeberInnen: Berno Bahro und Hans Joachim Teichler
Der Band versammelt die zentralen Aufsätze Hajo Bernetts zur Sportgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus, die von der zeitgeschichtlichen Forschung in der Regel kaum rezipiert wurden.
Hajo Bernett gilt als Begründer der deutschen Zeitgeschichte des Sports. Ausgelöst durch seine Pionierarbeiten gilt das Kapitel des NS-Sports inzwischen als das am gründlichsten erforschte Kapitel der deutschen Sportgeschichte. Seine zahlreichen Aufsätze und Bücher erschienen jedoch zumeist verstreut in Zeitschriften und Verlagen, die von der Forschung nicht oder nur unzureichend wahrgenommen wurden. Mit der gesammelten Herausgabe seiner wichtigsten Aufsätze zur nationalsozialistischen Sportgeschichte sollen seine ertragreichen sporthistorischen Studien einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
Eine deutsche Geschichte 1890 bis 1945
AutorIn: Markus Pöhlmann
Der Panzer ist eine alte Idee, aber eine junge Erfindung. In seiner charakteristischen Anordnung von Feuerkraft, Panzerung und Beweglichkeit hat er den Landkrieg im 20. Jahrhundert revolutioniert.
Dieses Buch untersucht die Geschichte des Panzers als Waffe und Symbol in Deutschland zwischen dem Aufkommen erster Planungen und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anhand der zeitgenössischen Kriegsbilder, der Rüstung, der Operationen und der Bilder vom Panzer beschreibt das Buch den Stellenwert des Waffensystems in den deutschen Streitkräften. Dabei wird deutlich, dass idealisierende Vorstellungen vom Panzer seine tatsächliche militärische Wirkung oft überlagerten. Das Waffensystem »Panzer« wurde zum Indikator für soldatische Auffassungen über Technik, zum Symbol für die Niederlage von 1918, aber auch für die »Blitzkriege« von 1939/40 und für militärische Hybris. Im Panzer treffen Mensch und Maschine auf existenzielle Weise aufeinander. Das macht ihn bedeutsam bis in die Gegenwart.
Krieg im Nordosten des Deutschen Reiches
AutorIn: Richard Lakowski
Der »Endkampf um das Reich« dauerte in Ostpreußen von Sommer 1944 bis Ende April 1945. Auf sehr begrenztem Raum fanden zahlreiche Angriffs- und Abwehroperationen statt – mit verheerenden Begleiterscheinungen auch für die Zivilbevölkerung.
Der Zweite Weltkrieg erreichte Ostpreußen im Sommer 1944. Die Kämpfe dauerten bis Ende April 1945. Während dieser Zeit fanden auf relativ kleinem Raum mehrere große Angriffs- und Abwehroperationen sowie unzählige kleinere Gefechte und Kämpfe statt.
Im Fokus der Untersuchung stehen die weitgehend unbekannten operationsgeschichtlichen Aspekte. In diesem Zusammenhang werden die katastrophalen Begleiterscheinungen des »totalen Krieges« in Beziehung gesetzt: das Schicksal der Flüchtlingstrecks, Übergriffe von Angehörigen der Roten Armee auf Zivilisten, die Tötung Tausender KZ-Insassen, der Terror gegen eigene Militär- und Zivilpersonen, jahrelange Kriegsgefangenschaft für deutsche Soldaten und der Verlust der Heimat für die ostpreußische Bevölkerung.
Stellenwert und Wirkung der »Human Intelligence« in der britischen Kriegführung 1939–1945
Wissen über den Feind ist eine begehrte Ressource im Krieg. Diese Studie beleuchtet erstmals eingehend die Verwendung menschlicher Informationsquellen für die britische Kriegführung im Zweiten Weltkrieg. Von 1939 bis 1945 nutzten die Briten nicht nur entschlüsselte Funksignale, sondern auch eine große Anzahl von Personen als Informationsquelle, darunter Kriegsgefangene, Spione und Flüchtlinge. Diese sogenannte Human Intelligence verschaffte den britischen Entscheidungsträgern und Soldaten einen gewichtigen im Kampf gegen das Deutschland. Anhand von drei Fallbeispielen, der Luftschlacht um England, der Abwehr der Vergeltungswaffen
und der Einschätzungen zur deutschen Moral, wird die geheime Arbeit der britischen Feindaufklärung aufgedeckt. Falko Bell hat eine Vielzahl von Akten ausgewertet, die jahrzehntelang unter Verschluss waren, und eröffnet damit einen faszinierenden Einblick in die Arbeit von Nachrichtendiensten.
Wehrmachtgeneral – Kanzlerberater – Lobbyist
Die Biographie eines unangepassten Soldaten: Vom Kadett im Kaiserreich zum Offizier in der Weimarer Republik, vom General im Nationalsozialismus zum Politikberater und Rüstungslobbyisten in der Bundesrepublik. Gerhard Graf von Schwerin war Freikorpskämpfer und Putschist, diente in der Reichswehr und der Wehrmacht, erhielt höchste Auszeichnungen und brachte es zum General der Panzertruppe. Gleichzeitig geriet er immer wieder mit seinen Vorgesetzten aneinander und hatte Kontakte zu Angehörigen des militärischen Widerstands gegen Hitler.
Seine Kooperation mit den Westalliierten während der Kriegsgefangenschaft fiel dabei immer wieder auf ihn zurück. Machte sie ihn zunächst zu einem Vordenker der militärischen Westintegration und zum ersten Sicherheitsberater Konrad Adenauers, wurde sie später zum Stolperstein für Schwerins Ambitionen in der Bundeswehr.
Unter Auswertung einer breiten Quellenbasis schildert Peter M. Quadflieg die Karrierepfade dieses ungewöhnlichen Generals, Lobbyisten verschiedener Rüstungsunternehmen, V-Manns der CIA, Vertrauten von Franz Josef Strauß und FDP-Beraters.
Der Osteuropahistoriker Peter Scheibert
AutorIn: Esther Abel
Seit Jahren beschäftigt sich die Zeitgeschichte mit der Verstrickung von Vertretern der eigenen Zunft in das NS-Regime. In diesem Buch geht es um die inhaltlichen und personellen Kontinuitäten in der Osteuropäischen Geschichte am Beispiel der Biographie des Osteuropahistorikers Peter Scheibert (1915-1995).
Seine Aktivitäten in der Waffen-SS und seine Verstrickung in den NS-Kulturgutraub werden ebenso beleuchtet wie sein Wirken als Hochschullehrer in der Bundesrepublik und sein Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Esther Abels Buch zeichnet das Bild einer ambivalenten Persönlichkeit und einer problematischen Laufbahn.
Politikbegründung und politische Kommunikation im Katholizismus der Weimarer Republik (1918–1925)
Der politische Katholizismus in Deutschland auf dem Weg vom Kaiserreich in die Weimarer Republik: Orientierungssuche nach einer unerwünschten Revolution.
Der deutsche Katholizismus stand mit dem Umbruch vom Kaiserreich zur Weimarer Republik 1918 vor einer fundamentalen Herausforderung: Die Republik war durch eine Revolution zustande gekommen, wie man sie bisher stets abgelehnt hatte. Es galt, sich »auf den Boden der Tatsachen« zu stellen und breitenwirksame Argumente für die politische Mitverantwortung im neuen Staat zu entwickeln. Die Studie analysiert die Diskussion, in der Publizisten, Pfarrer, Theologen und Schriftsteller um diesen Wandel in der Politikbegründung rangen. Weltanschaulich grundgelegter Pragmatismus und eine produktive Kulturkritik ebneten den deutschen Katholiken, trotz heftigen Widerspruchs, den Weg in die erste deutsche Republik.
Von »Großalbanien« zur Division »Skanderbeg«
Die Rekrutierung muslimischer Albaner für die Waffen-SS auf dem Gebiet des heutigen Kosovo ist eine historische Tatsache, die man zunächst kaum glauben kann. Bis heute wird dieses brisante Thema emotional diskutiert, insbesondere von Serben, Kosovaren und Albanern. Der Balkan wird in Darstellungen zum Zweiten Weltkrieg nur selten berücksichtigt. Benito Mussolini machte aus dem kleinen Balkanstaat Albanien eine italienische Kolonie, die er wirtschaftlich ausbeuten und militärisch als Brückenkopf gegen den Osten nutzen konnte. Nach Hitlers Balkanfeldzug 1941 wurde der Kosovo unter den Achsenmächte aufgeteilt: Italien erhielt Mittel- und Südkosovo, die zusammen mit Albanien zu »Großalbanien« vereint wurden, während der Nordkosovo unter deutsche Militärherrschaft kam. Auch die Deutschen hegten vielerlei Absichten: Einerseits sollten wichtige Rohstoffvorkommen in deutschen Besitz gebracht werden, andererseits versuchten sie, Soldaten zu rekrutieren, um die durch den Russlandfeldzug entstandenen enormen Verluste auszugleichen. Höhepunkt war der Aufbau der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS »Skanderbeg«.
Von »Mein Kampf« bis zum »Nero-Befehl«
AutorIn: Lars Lüdicke
Kann man Hitlers Weltanschauung durch die Lektüre von „Mein Kampf“ auf die Spur kommen? Lars Lüdicke, ausgewiesener Experte für die Geschichte des Nationalsozialismus, hält einen solchen Zugang für problematisch: „Mein Kampf“ bedürfe der fachkundigen Analyse und Interpretation durch den Historiker, um Bedeutsames von Nebensächlichem zu trennen. Zudem müssten andere Selbstzeugnisse Hitlers, etwa sein zu Lebzeiten unveröffentlichtes „Zweites Buch“ oder Reden aus der „Kampfzeit“ der NSDAP, hinzugezogen und diese Quellen mit internen Mitteilungen, Anordnungen oder Reden aus der Zeit von 1933 – 1945 in Beziehung gesetzt werden. Auf dieser Basis entschlüsselt der Autor mit souveräner Knappheit die zwar widersprüchliche, aber durchaus geschlossene Weltanschauung Hitlers, aus der sich der Zusammenhang zwischen Ideologie und Verbrechen erklärt – vom Rassendenken und Massenmord über Kriegsplanungen und Allianzen bis hin zu Zukunftsvisionen und Untergangswahn.