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In: Erkenntnispolitik und die Konstruktion pädagogischer Wirklichkeit
In: Handbuch Qualitätsmanagement Schule
In: Erkenntnispolitik und die Konstruktion pädagogischer Wirklichkeit
Analyse und Kritik pädagogischer Vereinnahmungen
n den gegenwärtigen Reformprozessen ist Bildung zu einem Instrument für Effizienz, Flexibilität und Integration geworden.

Bildungseinrichtungen haben sich immer stärker auf betriebswirtschaftliche Kontrollverfahren eingelassen. Die vorliegenden Beiträge diskutieren neoliberale Vereinnahmungen, die von der Pädagogik selbst betrieben werden, und fragen danach, wo sich Akteur/innen im Bildungswesen diesen Mechanismen entziehen und wo sie sich widersetzen können. Bildung wird in gesellschaftlichen Spannungsfeldern auf dem Hintergrund einer sozialphilosophischen Machtanalyse betrachtet und unter Kritik gestellt.

Mit Beiträgen von: Harald Bierbaum, Franz Bockrath, Carsten Bünger, Agnieszka Dzierzbicka, Peter Euler, Yvonne Kehren, Bärbel Kühner, Andrea Liesner, Ralf Mayer, Astrid Messerschmidt, Michael Peters, Roland Reichenbach, Alfred Schirlbauer, Stephan Snyder, Daniel Wrana, Achim Würker, Olga Zitzelsberger.
Herausforderungen kritischer Bildungstheorie
Heinz-Joachim Heydorn war zweifellos einer der bedeutenden Erziehungswissenschaftler der noch jungen und auf die Bildungsreform der 60er zutreibenden Bundesrepublik. Ohne akademischen Stammbaum, mit vielen heterogen scheinenden Quellen passte sein Denken und Schreiben nicht in den Mainstream. Er irritierte als bekennender Linker, der das in Verruf geratene Gymnasium verteidigte. Er verlangte nach der Einheitsschule und trug die vielleicht beißendste Kritik an der real eingeführten Gesamtschule vor. Er war ein Bildungshistoriker, der die vergrabenen Emanzipationskämpfe der Pädagogik wieder ans Tageslicht brachte. Er geißelte die oft heillose Politiknähe ebenso wie die Politikferne der Pädagogik und brachte damit die Vertreter der Systempflege und des Akademismus gegen sich auf. Beim Übergang von der Pädagogik zur Erziehungswissenschaft und sozialwissenschaftlichen Schreibweise kultivierte er einen literarisch philosophischen Stil, mit dem er versuchte, mit jedem Satz aufs Ganze zu gehen. Heute, mehr als 30 Jahre nach seinem akademischen und publizistischen Wirken, beweist Heydorn sich als ein Klassiker, dessen ungeheure Aktualität nach Wiederaneignung verlangt. Der Band gibt dafür wertvolle Orientierung und bietet verschiedene Zugänge zur Auseinandersetzung mit Heydorns Schriften.
Ein Lehr- und Lernbuch
Angesichts einer offenen und ungewissen Zukunft und im Hinblick auf den nicht mehr vorgegebenen, sondern vom einzelnen selbst zu bestimmenden Lebenssinn wird eine Erziehung immer fragwürdiger, die den Menschen in erster Linie für Zwecke abrichten und auf Funktionen vorbereiten will. Daher erscheint es dringend notwendig, das Projekt Erziehung von der Idee der mündigen Person her neu zu denken und zu entwerfen. Statt die europäische Tradition von Antike, Christentum und Aufklärung preiszugeben, wird diese im Hinblick auf aktuelle Probleme und Herausforderungen der Zukunft projiziert. Das von den deutschen Pädagogen und einem südamerikanischen Bildungsplaner ursprünglich für amerikanische Leser konzipierte Buch erörtert die zehn wichtigsten Grundfragen der Erziehung und versteht sich als Aufforderung zu eigenem kritischen Nachdenken. Die junge Erziehungswissenschaftlerin Sabine Seichter hat das inzwischen weltweit erprobte Lehr- und Lernbuch für ein breites deutschsprachiges Publikum überarbeitet und neugefasst. In dieser Form wendet es sich an alle an Erziehung Interessierten (Eltern, Erzieher, Lehrer, Studierende, Bildungspolitiker, Pädagogen) und eignet sich gleichermaßen für die Ausbildung von Erziehern und Lehrern wie als Lernbuch für das individuelle Selbststudium.
Von der Meinungsabstinenz zur Meinungsgerechtigkeit
Wie kann in der pluralistischen Gesellschaft eine pädagogische Förderung der freien Meinungsbildung aussehen, die nicht zugleich in unzulässiger Weise lenkend oder manipulierend ist? Die in diesem Buch entwickelte Konzeption der Neutralität als Meinungsgerechtigkeit will eine Antwort auf diese Frage geben.
Grundlagenreflexionen und Anwendungsfelder. 2. Auflage
Author: Dietrich Benner
Der Band tritt für eine Erziehung ein, welche Schülerinnen und Schüler befähigt, selbständig und reflektiert zu urteilen und für ihr Urteil im privaten und öffentlichen Handeln einzustehen. Der erste Teil stellt die bildungstheoretischen Grundlagen für eine Bildungsforschung vor, die an dieser Perspektive ausgerichtet ist. Der zweite Teil erläutert die Konzeption an den Beziehungen zwischen Bildung und Demokratie, Bildung und Kultur, Bildung und Religion, Bildung und experimenteller Ethik sowie Bildung und Globalisierung. Der dritte Teil enthält Studien zu einer Bildungsforschung, die Urteils- und Partizipationskompetenz als Basiskompetenzen öffentlicher Erziehung und Bildung ausweist. Urteilskompetenz wird dabei als Befähigung zu einem Denken definiert, das zwischen lebensweltlichen, wissenschaftlichen, hermeneutischen sowie ideologie- und voraussetzungskritischen Formen des Urteilens unterscheidet und Abstimmungsprobleme zwischen diesen nicht leugnet, sondern reflektiert. Partizipationskompetenz wird als die Fähigkeit gefasst, an öffentlichen Diskursen über Fragen der Ökonomie, der Moral, der Politik, der Bildung, der Kunst und der Religion mit eigenen Stellungnahmen partizipieren zu können.
In: Die offene Frage der Mündigkeit
In: Die offene Frage der Mündigkeit