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Die katholische Feldpastoral 1939 - 1945
In den deutschen Streitkräften waren von 1939 bis 1945 mehrere Hundert katholische Seelsorger für die religiöse Betreuung der deutschen Soldaten im Eroberungs- und Vernichtungskrieg verantwortlich. Hitlers Krieg und ein Sieg der Wehrmacht konnten kein Sieg der katholischen Geistlichen sein.
Ausgehend von diesem erklärungsbedürftigen Spannungsverhältnis geht Martin Röw der Frage nach, inwiefern die Geistlichen sich im Zwiespalt zwischen katholischer Kirche einerseits, Wehrmacht und NS-Weltanschauung andererseits befanden. Vor allem auf Grundlage von Selbstzeugnissen entsteht ein Bild davon, was katholische Militärseelsorge im Zweiten Weltkrieg bedeutete und welchen Anteil sie an die-sem Krieg hatte.
Die deutsche Armee 1918-1921
Die Jahre zwischen 1918 und 1921 gehören zu den interessantesten Abschnitten der deutschen Militärgeschichte: Das Kaiserreich war untergegangen, seine Streitkräfte in Auflösung begriffen, das notorische 100.000-Mann-Heer noch nicht errichtet. Doch mit der »vorläufigen Reichswehr« verfügte die junge Republik bereits über eine provisorische Armee.
War diese Truppe nur ein »Staat im Staate«? Oder wäre es möglich gewesen, aus ihr eine verfassungstreue Streitmacht zu formen? Anhand vielfältiger Quellen erforscht Peter Keller Entstehung und Entwicklung der »vorläufigen Reichswehr« im Spannungsfeld von politischem Erneuerungswillen und militärischem Sicherheitsstreben. Schritt für Schritt entsteht dadurch das erstaunlich facettenreiche Bild einer zu Unrecht vergessenen deutschen Armee.
Selbstzeugnisse Königlich Sächsischer Offiziere 1914 bis 1918
Die Lebenswelten und das Selbstverständnis der Offiziere des Deutschen Kaiserreichs – erschlossen anhand erstmals ausgewerteter Quellenfunde.
Das deutsche Offizierkorps wollte und sollte das Kaiserreich und seine Truppen im Ersten Weltkrieg zum Sieg führen. Vor diesem Hintergrund untersucht Sebastian Schaar am Beispiel von Tagebüchern, Briefen, Autobiographien und anderen Selbstzeugnissen Königlich Sächsischer Offiziere, welche Vorstellungen diese vom Krieg hatten und wie sie ihn wahrnahmen.
Dabei zeigt er ihre Einstellung zu eigenen und fremden Verwundungen, zu Sexualität und Partnerschaft, zu Sterben und Tod. Zudem wird erkennbar, wie die Offiziere untereinander, mit den Unteroffizieren und Mannschaften sowie mit den Kriegsgegnern und Bewohnern besetzter Gebiete umgingen.
Die Weltanschauliche Schulung in der SS 1933-1945
Die SS verstand sich als weltanschauliche Elite des Nationalsozialismus und betrieb deshalb mit großem Aufwand ein System der weltanschaulichen Schulung und Erziehung, das hier erstmals in seinem Gesamtzusammenhang dargestellt wird.
Tausende von Schulungsleitern und -rednern waren damit beschäftigt, die Aufgaben und Ziele der SS zu erläutern, ihren Führungsanspruch zu legitimieren, die rassenpolitische Praxis der SS zu begründen und die Kampfbereitschaft für das »großgermanische Reich« wachzuhalten. Diese Personengruppe, über die bislang kaum etwas bekannt war, bestand ganz überwiegend aus Akademikern und Wissenschaftlern, aber auch aus vielen Lehrern des Schuldienstes. Sie hatten einen erheblichen Anteil an der Verwirklichung der Ziele der SS. In einer einzigartigen Forschungsleistung versammelt dieses Buch das Wissen über die Protagonisten, die Organisation des Schulungswesens der SS, die Unterrichtspraxis und ihre Inhalte. So eröffnet es einen neuen Zugang zum Verständnis der SS.
Hitler selbst bemerkte, „wenn man den Nationalsozialismus will, muß man Streicher gutheißen.“ Dieses Buch zeichnet erstmals den politischen Lebensweg Streichers und die Entwicklungsstufen seiner Zeitschrift vollständig und detailliert nach. In einer „Doppelbiografie“ entsteht das umfassende Bild einer erschreckend wirksamen, seinerzeit publizistisch hochmodernen Hetzschrift und ihres Schöpfers. Daniel Roos‘ Buch zeigt, wie der vom Nationalsozialismus nach oben gespülte Julius Streicher maßgeblich dazu beitrug, durch die Mobilisierung blutrünstiger und pornografischer Fantasien seiner Leserschaft ein antisemitisches Klima zu schaffen, das die späteren Vernichtungsaktionen vorbereitete.
Konzernpolitik zwischen Marktwirtschaft und Staatswirtschaft
Im »Dritten Reich« zählte die Vereinigte Stahlwerke AG (Vestag) zu den führenden Industriekonzernen. Alexander Donges‘ Buch untersucht, wie stark staatliche Akteure die Konzernpolitik beeinflussten und welche autonomen Spielräume das unternehmerische Handeln hatte. Während die Konzernentwicklung für die Zeit vor 1933 in der unternehmenshistorischen Literatur bereits umfassend untersucht wurde, blieb sie für die Jahre 1933-1945 weitgehend unbeachtet. Die Studie knüpft an die Debatte über die Frage nach den Handlungsspielräumen von Unternehmen und die Charakteristika der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung an. Sie kombiniert die qualitative Quellenauswertung mit der quantitativen Analyse betriebswirtschaftlicher Kennziffern.
»Stahlverein« und »Baron-Konzern« im Zweiten Weltkrieg
Thomas Urban untersucht den Zwangsarbeitereinsatz bei Thyssen erstmals in großer Breite - von den Hüttenwerken und einer Zeche im rheinischen Ruhrgebiet bis zu zwei Werften in Norddeutschland. Der Name Thyssen steht für eine der bekanntesten deutschen Unternehmerfamilien. Doch welche Rolle spielten die Unternehmen beim „Arbeitseinsatz“ im Zweiten Weltkrieg? Neben dem Ausmaß und der Eingliederung von Zwangsarbeit in die Kriegsproduktion widmet sich der Autor vor allem dem Handeln der Akteure – vom Eigentümer Baron Thyssen-Bornemisza über Vorstände und Meister bis hin zum Lagerpersonal. Dabei wird deutlich, dass die Verantwortlichkeiten im „Stahlverein“ und „Baron-Konzern“ höchst individuell waren und dass Täter durch die Entnazifizierung nach 1945 zu bloßen „Mitläufern“ wurden.
Eine politische Biographie
Das Leben Constantin von Neuraths (1873-1956) ist eng mit der Geschichte des 1871 begründeten deutschen Nationalstaats verknüpft: Dieser hochrangige Diplomat und Poli-ti-ker war am Aufstieg des Reiches beteiligt wie an dessen Untergang – und an den Schrecken des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte.
Lars Lüdickes biographische Studie bietet eine eindrucksvolle Schilderung des Deutschen Reichs und eines seiner Protagonisten. Die sozialen und verfassungsgeschichtlichen Probleme des Kaiserreichs, die Stationen deutscher Außenpolitik von Bismarck bis Hitler, die Ermöglichung der NS-Herrschaft und ihrer Verbrechen: All dies beleuchtet die Lebensgeschichte jenes Mannes, der als letzter Außenminister der Weimarer Republik und erster des »Dritten Reiches« bekannt wurde. Seine Laufbahn begann aber lange davor. Der Blick auf Neuraths Leben führt somit zu den zentralen Entwicklungslinien des »deutschen Jahrhunderts«, und so wird Lüdickes biographische Studie zu einem fesselnden Panorama deutscher Geschichte.
Vernichtungskrieg | Reaktionen | Erinnerung
HerausgeberInnen: Jörg Morré und Babette Quinkert
In der deutschen Öffentlichkeit sind die unfassbaren Verbrechen der deutschen Besatzer in der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges nach wie vor kaum präsent.
Führende Experten und einer der letzten Zeitzeugen des Holocaust in der Ukraine stellen die unterschiedlichen Aspekte der deutschen Besatzungszeit in der Sowjetunion vor. Sie fragen nach den Massenverbrechen, aber auch nach den Reaktionen der Bevölkerung. Wie sah der Alltag in den besetzten Gebieten aus? Welche spezifischen Erfahrungen machten Männer und Frauen? Welche Überlebens- und Widerstandsstrategien gab es? Was wissen wir über die Partisanenbewegung und über die Kollaboration? Wie erinnern sich die Menschen an die deutsche Besatzung? So wird erstmals das Thema in seiner ganzen Breite erfasst und dargelegt, wie der Krieg und die Okkupation bis heute nachwirken.
Kulturelle Inszenierungen und soziale Praxis 1930 - 1960
Gemeinschaft ist ein Sehnsuchtsbegriff. Er diente im 20. Jahrhundert dazu, positive Vorstellungen von der Zugehörigkeit zu einem Kollektiv zu wecken und Bestrebungen zu dessen Realisierung zu begleiten.
Der Band bietet Studien junger Forscherinnen und Forscher zum Verhältnis von Gemeinschaftskonstruktionen, individuellen Erfahrungen und kulturellen Inszenierungen. Anhand konkreter Beispiele werden die aktuellen Debatten zur Wirksamkeit des »Volksgemeinschaft«-Topos aufgegriffen und kritisch reflektiert. Zudem eröffnen sich neue konzeptionelle Perspektiven auf das Verhältnis von Gemeinschaft und Gesellschaft im »Dritten Reich« und Anregungen für die Ausrichtung zukünftiger Forschungen zum Thema über 1945 hinaus.