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Westfalen, Deutschland und die USA 1850–2000
Editor: Michael Prinz
In den USA offenbaren sich gleichzeitig die Verlockungen einer Konsumgesellschaft und ihre Schattenseiten: die Omnipräsenz des Kommerzes, eine extreme Autozentriertheit und die Verödung vieler Innenstädte.
An diese Beobachtung anknüpfend fragen die Autoren des Bandes, ob und wie weit Konsumenten hierzulande konsequent fremden Vorbildern wie den USA gefolgt sind: Muss der Weg in die moderne Konsumgesellschaft für die Europäer gar als ein Aspekt kultureller und politischer Abhängigkeit verstanden werden? Oder entstand die Konsumgesellschaft diesseits des Atlantiks überwiegend aus eigenen Wurzeln und bildet damit in ihrer aktuellen Gestalt durchaus ein charakteristisches Element von Europäizität? Veranschaulicht wird dies am Beispiel einer Stadt in der Region Westfalen, die für sich in Anspruch nimmt, stärker als andere den goldenen Mittelweg zwischen Tradition und konsumgesellschaftlicher Modernisierung gewählt zu haben: Die ehemalige Provinzialhauptstadt Münster, die sich seit dem Jahr 2004 mit dem Titel »Die lebenswerteste Stadt der Welt« schmücken darf.
Der westfälische Landeshauptmann Karl Friedrich Kolbow (1899–1945): Biographie eines NS-Täters
Author: Martin Dröge
Karl Friedrich Kolbow – Mitglied der NSDAP seit 1921 – war von 1933 bis 1944 Landeshauptmann der Provinz Westfalen. Der überzeugte Nationalsozialist verfolgte das Ziel, die ‚Volksgemeinschaft‘ durch die „Erneuerung des Volkstums“ zu stärken, um im ideologisch überhöhten „Kampf ums Dasein“ bestehen zu können. Zugleich verkörperte er den Typ des idealistischen ‚Alten Kämpfers‘, der einige parteiinterne Entwicklungen des Nationalsozialismus kritisch bewertete. Kolbow blieb dabei stets Anhänger der nationalsozialistischen Weltanschauung, die vor allem den rassischen Wert der Menschen in den Mittelpunkt rückte. Bereitwillig übernahm er daher auch die Verantwortung für die Durchführung des NS-‚Euthanasie‘-Programms in Westfalen. Er wurde damit zu einem der zahlreichen Schreibtischtäter des ‚Dritten Reichs‘. Die biographische Studie von Martin Dröge nutzt den Ansatz der Männlichkeitengeschichte sowie neuere Forschungen zur nationalsozialistischen ‚Volksgemeinschaft‘, um das Handeln und Verhalten dieses NS-Täters auf eine breitere Erklärungsgrundlage zu stellen. Sie führt beide Perspektiven über das Gemeinschaftsideal der Kameradschaft zusammen, das im ‚Dritten Reich‘ zum gesellschaftlichen Leitbild wurde.
Geschichts- und kulturwissenschaftliche Perspektiven
Mittlerweile wohnen weltweit erstmals in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Gleichzeitig wird vielfach der »Untergang des Dorfes« diagnostiziert. Doch sind wir heute tatsächlich am Ende dörflich-ländlicher Gesellschaften angekommen?
Dominieren mittlerweile ausschließlich hybride Strukturen, Lebensstile und Identitäten? Hat nicht auch der urbane Blick auf Land und Dorf als das »Andere« noch Bestand?
Der Band geht diesen Fragen im Kontext einer wechselseitigen Beziehungs- und Erfahrungsgeschichte der Menschen auf dem Land und in der Stadt nach. Er überwindet die Schwachstellen bisheriger Zentralitätsforschung, macht mit bislang kaum beachteten Lebensentwürfen und Bewegungen von Landbewohnern bekannt und regt zum Dialog zwischen der mehr aktualitäts- und anwendungsbezogenen (Geographie, Stadt- und Regionalplanung, Soziologie) und der kulturgeschichtlich orientierten Stadt-Land-Forschung an.
Gelebte Verfassungskultur im Königreich Westphalen: Das Beispiel Minden-Ravensberg 1807-1813
Mit dem Königreich Westphalen (1807-1813) wurde erstmals in Deutschland ein moderner Verfassungsstaat aufgebaut. Trotz seiner kurzen Existenz leistete er einen bedeutenden Beitrag zu den Reformprozessen um 1800.
Bärbel Sunderbrink stellt die Erfahrungswelt der Bevölkerung im Königreich Westphalen in den Mittelpunkt ihrer Darstellung. Am Beispiel Minden-Ravensbergs untersucht sie die Handlungen und Reaktionen der Bewohner angesichts der revolutionären Neuordnung.
Die Integration einer jungen, aufgeklärten Verwaltungselite in die westphälische Bürokratie, die Inszenierung der neuen Staatsordnung, die Einführung politischer Mitwirkungsmöglichkeiten und gesellschaftlicher Reformprojekte führten zunächst zu vorsichtiger Akzeptanz der neuen Verhältnisse. Diese schlug jedoch in Ablehnung um, als die Herrschaftsansprüche Napoleons gegenüber der Reformpolitik Oberhand gewannen.
Briefwechsel von Annette Schücking mit ihrer Familie (1941-1943)
Feldpostbriefe bieten aufschlussreiche Einblicke in den Alltag des Krieges und das subjektive Erleben. Bislang kaum erforscht wurde die Feldpost der zahlreichen weiblichen Helfer der Wehrmacht oder des Deutschen Roten Kreuzes.
Die Edition der Briefe und Tagebücher von Annette Schücking, die von 1941 bis 1943 als DRK-Schwesternhelferin in der Ukraine und im Kaukasus tätig war, sowie der brieflichen Korrespondenz ihrer Familie, die in Westfalen den Kriegsalltag an der »Heimatfront« erlebte, trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei. Annette Schücking berichtete nicht nur über den Alltag in den Soldatenheimen, sondern auch über ihre eigenen Erfahrungen – offen und kritisch reflektiert.
Landes- und regionalgeschichtliche Zeitschriften im 19. und 20. Jahrhundert
Editor: Thomas Küster
Die historischen Journale erfüllen eine wichtige Aufgabe, wenn es um Professionalisierung und Popularisierung landeskundlicher Forschung geht. Auch am Entstehen regionaler Identitäten und Erinnerungskulturen wirken sie mit.
Die Beiträge des Bandes behandeln Funktionen und kommunikative Bedeutung regionalhistorischer Zeitschriften seit dem 19. Jahrhundert: Die Autorinnen und Autoren fragen nach den wissenschaftspolitischen Einflüssen und den »ungeschriebenen Regeln«, unter denen diese Teildisziplin an die Öffent-lichkeit tritt. In welcher Form präsentierte sich Landesgeschichte, in welche inhaltlich-programmatische Richtung wurden die Zeitschriften gelenkt, wie entstanden Autorennetzwerke und neue Paradigmen? Heute stellt sich zudem die Frage, wie sich die auf einen begrenzten Raum ausgerichteten Periodika im räumlich entgrenzten Online-Zeitalter entwickeln werden.
Westfalen als Gegenstand landes- und regionalgeschichtlicher Forschung
Der mit dem spatial turn initiierte Raum-Diskurs hat die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften nach jahrzehntelanger „Raumvergessenheit“ zunehmend raumbewusster gemacht. Dieses Anregungspotential hat auch den Blick für die Pluralität von Raumbegriffen und -konzepten geschärft. Die Autoren des Bandes greifen deshalb die inzwischen vorliegenden theoretisch-konzeptionellen Ideen auf, um ihre Brauchbarkeit und ihren erkenntnisfördernden Gewinn am konkreten Gegenstand ‚Westfalen‘ zu überprüfen. Ihre Beiträge verdeutlichen die gesellschaftliche Funktion und Wirkung von Raumvorstellungen und -bezügen in historischer Perspektive.
Die Konstruktion eines Raumes ‚Westfalen‘ durch die Kulturraumforschung der 1930er bis 1960er Jahre wird anhand kritischer Analysen in sprachgeschichtlicher und geographischer Perspektive beleuchtet, die Konkretisierung dieser Raumkonstruktion auf die Sichtweisen und das Handeln der Kulturpolitik und kultureller Eliten zurückgeführt. Studien zur Wechselwirkung von politischen Grenzen und mentaler Orientierung, von sozialem Handeln und regionaler Identität, zu Konflikten zwischen Regionalismen und zur niederländischen Sicht auf Westfalen beantworten die Frage nach dem Einfluss von Raumbegriffen, der nur selten mit dem Anspruch und der Fähigkeit der Raumkonstrukteure gleichzusetzen ist. Beiträge zur raumprägenden Wirkung von Religiosität, Wirtschaftsstrukturen, Herrschaft, Verwaltung und Recht veranschaulichen die unterschiedliche Reichweite von Raumfaktoren und belegen die vielfache Überlagerung unterschiedlicher Raumkonstruktionen in Westfalen.
Konflikte um die Neugliederung des Kreises Borken in den 1960er und 1970er Jahren
Wer bestimmt die Leitlinien der Kommunalpolitik? Rat und Kreistag, die als legitimierte Gremien Beschlüsse fassen? Die Verwaltungen, die die Beschlussvorlagen fertigen und den Lokalpolitikern beratend zur Seite stehen? Oder die Bürgerinnen und Bürger als politische Auftraggeber und Mitgestalter? Die Studie geht diesen Fragen am Beispiel der kommunalen Neugliederung nach, die das Land Nordrhein-Westfalen in den 1960er und 1970er Jahren vollzog. Sie zeigt die Dimension des Reformprojektes und welche Bedeutung die Kreise und Gemeinden dem Erhalt ihrer Selbstständigkeit beimaßen. Der Autor beschreibt deren Reaktionen zwischen Hilflosigkeit und Protest und wie es der Landesregierung trotz allem gelang, ihren Planungsanspruch durchzusetzen.
Wirtschaftliche Zukunftserwartungen, Selbstversorgung und regionale Vorbilder: Westfalen und Südwestdeutschland 1920-1960
Author: Michael Prinz
Dass Gärten nicht nur der Erholung, sondern in Krisenzeiten regelmäßig auch der Selbstversorgung und der Stadtbevölkerung als Zuflicht dienten, ist eine unumstrittene und in der älteren Generation noch weithin bekannte Tatsache. Wer aber weiß schon, dass einige der bekanntesten Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft eine neue Gesellschaft um die Selbstversorgung bauen wollten. "Additive Autarkie" lautete ihre Rezeptur, um den, wie sie meinten, überforderten Sozialstaat beim Wiederaufbau zuentlasten. Diese auf den ersten Blick fremd anmutenden Forderungen einzuordnen und ihre weite Verbreitung im gesellschaftspolitischen Denken wie auch in der lebensweltlichen Praxis der Zwischenkriegszeit aufzuzeigen, nimmt sich die vorliegende Studie vor. Besondere Aufmerksamkeit findet die Wechselwirkung zwischen den langfristigen wirtschaftlichen Zukunftserwartungen der Zeitgenossen, der Krise des Weimarer Sozialstaates und der besonderen Popularität der Figur eines »Arbeiterbauern« als Existenzform des modernen Industriearbeiters. Große Bedeutung für die Rechtfertigung dieser Ideen besaßen regionale Vorbilder wie die Erwerbs- und Versorgungsstruktur Württembergs, des Saarlandes und von Teilen Westfalens. Dank der Verbindung von Erwerbsarbeit und Selbstversorgung schienen diese Regionen eine besondere Krisenfestigkeit aufzuweisen. Auf der Suche nach Zukunftsmodellen richtete die deutsche Gesellschaft im 20. Jahrhundert ihren Blick nicht nur, wie in der Literatur so oft betont wird, auf das ferne Amerika, sondern immer wieder auch nach innen.
Konflikte zwischen Staat und Selbstverwaltung um den Aufbau des Bundeslandes (1945-1953)
Author: Ansgar Weißer
»Formal« wurde das Land Nordrhein-Westfalen am 23. August 1946 gegründet. Die Entscheidung für den Zusammenschluss der nördlichen Rheinprovinz und der Provinz Westfalen hatte allerdings weder die Bevölkerung noch die Politik, sondern die britische Besatzungsmacht getroffen. Erst nach der Gründung Nordrhein-Westfalens stellte sich die Frage nach dem Staats- und Verwaltungsaufbau.
Von besonderer Bedeutung für die »innere Landesgründung« war die Neudefinition des Verhältnisses von Staat und kommunaler Selbstverwaltung. Die vorliegende Untersuchung rückt die politischen Konflikte zwischen den Vertretern beider Ebenen um die Verteilung von Aufgaben und Kompetenzen in den Mittelpunkt. Detailreich stellt sie u.a. die gescheiterten Bemühungen um eine Beteiligung von Kommunalvertretern an der Gesetzgebung dar.