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Mit einem Vorwort von Heinrich Bedford-Strohm
Blick ins Buch

Welche und wie viele Flüchtlinge sollen wir aufnehmen? Über diese Frage wird eine überhitzte öffentliche Debatte geführt. Im Kern geht es um Interessenkonflikte zwischen Schutzsuchenden und Bevölkerungsgruppen in den Aufnahmeländern. In diesem Buch werden die konkurrierenden Ansprüche auf ihre moralische Stichhaltigkeit hin geprüft – und Lösungen vorgeschlagen.
Diskutiert wird die Frage, ob und wie wir Fluchtmöglichkeiten begrenzen dürfen – und ob es wirksame und moralisch akzeptable Alternativen zur Flüchtlingsaufnahme gibt. Schutzsuchende, deren Menschenrechte gefährdet sind, müssen wir aufnehmen. Jedenfalls solange dadurch unsere Fähigkeit nicht gefährdet wird, auch zukünftig wirksam für den Schutz der Menschenrechte einzutreten. Moralisch unabdingbar ist die Öffnung legaler und sicherer Zugangswege nach Europa und Nordamerika, damit Schutzsuchende ihre Rechte überhaupt geltend machen können. 1989 ist der Eiserne Vorhang zwischen Ost- und Westeuropa gefallen – gegen alle Erwartungen. Könnte das auch für die europäischen und nordamerikanischen Außengrenzen ein attraktives und erreichbares Ziel sein: Abrüstung und Durchlässigkeit statt Militarisierung und Abschottung?
Blick ins Buch

Das neue umfangreiche Referenzwerk für Kirchen- und Religionsrecht berücksichtigt über das staatliche Recht und das Kirchenrecht der katholischen und der evangelischen Kirche hinaus auch zentrale Inhalte des Kirchenrechts der orthodoxen Kirchen sowie des islamischen und jüdischen Rechts.
Für Theologen und Juristen in Wissenschaft, staatlicher und kirchlicher Verwaltung sowie in der Seelsorge und der beruflichen Praxis bietet dieses unter Mitarbeit namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstellte Lexikon verlässliche Informationen auf aktuellem Stand. Die Lemmata des dritten Bandes (L-R) behandeln spezifische Themen wie „Laie“, „Menschenrechte“, „Naturrecht“, „Ökumene“, oder „Pfarrer“, als auch einschlägige Begriffe wie„Recht“, „Religionsfreiheit“, oder „Religionsunterricht“.
Frankreichs verkannte Königin
Author: Klaus Malettke
Blick ins Buch

Bis in die Gegenwart ist Katharina von Medici (1519 – 1589) eine sehr umstrittene Herrscherin geblieben. Nach dem Tod ihres Mannes Heinrich II. wurde sie im Alter von vierzig Jahren Regentin Frankreichs in einer Zeit eskalierender innerer und äußerer Krisen. Aus der religiösen Spaltung Frankreichs in Katholiken und Calvinisten (Protestanten) sowie aus sozialen und wirtschaftlichen Konflikten entstand eine Reihe blutiger Bürgerkriege. Katharinas Entscheidung, die politischen Anführer der französischen Protestanten – der Hugenotten – in der „Bartholomäusnacht“ von 1572 ermorden zu lassen, prägt bis heute ihr negatives Bild in vielen historischen Darstellungen, kann aber in der Rückschau als eine notgedrungene Präventivaktion gedeutet werden. Vor wie nach der „Bartholomäusnacht“ hielt Katharina an einer Politik des Ausgleichs politisch-konfessioneller Spannungen fest. Klaus Malettke zeigt, dass Katharina von Medici weder eine „diabolische“ noch eine „eisenharte“ Königin war. Macht und politischer Einfluss waren für sie unverzichtbare Instrumente, um die Krise der Monarchie und der Dynastie überwinden zu können. Sie erweist sich als eine für ihre Zeit erstaunlich modern und pragmatisch anmutende Frau und eine herausragende Persönlichkeit über ihre Epoche hinaus.
Author: Hans Rothe
Tolstojs Hauptwerk, der Roman Krieg und Frieden, ist wahrscheinlich einer der meist gelesenen Romane der Weltliteratur. Dies lag nicht allein am Stoff, der künstlerischen Darstellung der nach-revolutionären Napoleonzeit, sondern ebenso an Tolstojs Erfindungsgabe wie an seiner Schreib- und Darstellungskunst.
Zum Wert des Menschen im Judentum, Christentum und Islam
Author: Herbert Rommel
Die Menschenwürde ist gefährdet: durch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und durch eine grenzenlose Ökonomie. Sogar die Existenz der Menschenwürde wird immer wieder bestritten. – Gibt es eine ethische Basis, von der aus die Menschenwürde gegen ihre Gefährdungen global verteidigt werden kann? Die Studie geht von einem säkularen Begriff der „Menschenwürde“ aus. Im Zentrum des interreligiösen Denkweges steht die Frage, ob es in den Heiligen Schriften des Judentums, des Christentums und des Islams Begriffe oder Metaphern gibt, die dem säkularen Würdeverständnis entsprechen. Als Ergebnis der vergleichenden Vorgehensweise kann festgehalten werden, dass es sehr wohl eine ethische Basis gibt, von der aus religiöse und säkulare Menschen die Menschenwürde gemeinsam verteidigen können. Dabei ist es wichtig, dass die monotheistischen Religionen lernen, ihren theologischen Blick zu weiten: Friedensstiftend sind nicht religiöse Selbstwahrnehmungen, die den Anderen ausgrenzen; friedliebend ist es vielmehr, die universalen Dimensionen in der eigenen Religion zu stärken.

Abstract

The outbreak of the Great Patriotic War led to an unprecedented evacuation of the Soviet population to the East as well as a significant growth of social conflicts. Consequently, open manifestations of anti-Semitism increased greatly, which were often connected with defeatism and anti-Soviet moods. This article analyzes the reasons for this phenomenon and is based on the materials of judicial investigative cases of the Chelyabinsk Regional Court. This article focuses on the state struggle against anti-Semitism, which was considered by the judicial authorities as quasi-anti-Soviet activity and aid to the enemy. This perception was determined by the catastrophic situation of the Red Army, Nazi propaganda against “Judeo-Bolshevism,” and the beginning of the Holocaust in the occupied territories. In these conditions of socio-political instability, mass anti-Semitism required severe punishments. This article’s conclusions allow a revision of the policy of the Soviet state toward the “Jewish issue” during the Second World War.

In: The Soviet and Post-Soviet Review
Author: Alisher Latypov

Abstract

In this paper I trace sanitation, education, and cultural enlightenment practices in early Soviet Tajikistan, and reassess the role of red teahouses in addressing drug use and other health issues in the country. I examine the assertions of Soviet historians and physicians by drawing on extensive archival records from Russia and Tajikistan and local newspapers published in Tajikistan in the 1930s, and in doing so accentuate an alternative account that illustrates the limits of Soviet undertakings and the appalling gaps between the aspirations of Soviet leaders and reality. Red teahouses failed both to focus on health challenges and to tackle the use of narcotic intoxicants in early Soviet Tajikistan. The majority of these new Soviet facilities functioned as commercial socio-gastronomic entities until the late 1930s and beyond, rather than spreading health propaganda and engaging in the cultural construction and enlightenment of the Tajik people.

In: Central Asian Affairs
Authors: Edward Lemon and Omid Rahimi

The armed rebellion of Deputy Defense Minister Abduhalim Nazarzoda in September 2015 was a critical moment in the post-war history of Tajikistan. The rebellion, which the government blamed on the Islamic Renaissance Party, formed the justification for the Supreme Court to classify the party as a terrorist organization and arrest its leadership. While the government framed the events as a coup attempt, supported by the IRPT, the narrative had inconsistencies and Nazarzoda had been loyal to the state since the end of the civil war. Using the ideas of Carl Schmitt, who argued that sovereignty lies in the ability of a strong executive to monopolize decision-making, define when there is an emergency, and how to resolve it. In this case, president Rahmon used the the sense of emergency and threat created by the “coup” attempt to dismantle the IRPT and then have himself legally declared “Leader of the Nation.”

In: Central Asian Affairs

Abstract

Kyrgyzstan has experienced a rapid and diverse expansion of religious educational offerings in the past two decades and presents a fascinating regional case study of the development of Islamic education. Based on a rich ethnographic study, this article explores recently developed processes by which madrasa-based knowledge is established and transmitted. In revealing these processes, the article draws attention to political struggles for control over the transmission of religious knowledge between state and non-state actors on the one hand, and religious actors on the other. It further delves into the material and spiritual world of madrasas as perceived by students motivated to gain education and their families. In the final section, it uncovers how different madrasas use religious education, under the varied concept of ‘service to community’, to establish and maintain networks of graduates, which are necessary to the further rooting of Islamic fellowships into society, politics and the economy.

In: Central Asian Affairs