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Der Attentäter Carl Ludwig Sand: Die Geschichte einer Radikalisierung
Im März 1819 ermordete der Theologiestudent Carl Ludwig Sand den Schriftsteller August von Kotzebue. Dieser Terrorakt sollte eine allgemeine Volksrache auslösen, wodurch alle Deutschen vom Joch der Feudalherrschaft befreit würden. Zweihundert Jahre nach der Hinrichtung Sands im Mai 1820 legt Harro Zimmermann ein Buch vor, das auf der Erschließung von bislang unbeachteten Quellen beruht, und den so bewunderten wie verteufelten Attentäter in ein überraschendes Licht rückt. Im Hinblick auf die heutigen Mordanschläge von Neo­Nazis und selbsternannten Gotteskriegern erweist sich das Buch als ein luzider Beitrag zur Kulturarchäologie des Rechtsradikalismus in Deutschland.


Industrie und Fotografie im Zarenreich (1860–1917)
Kaum jemand kennt die Vorgänger der sowjetischen Industriefotografie. Dieses Buch nimmt erstmals diese Aufnahmen in den Fokus und zeichnet nach, welche Rolle der Industrie und den Fabriken in den Bildwelten des Zarenreichs zugedacht war. Industriefotografien eröffneten Außenstehenden einen Blick hinter russische Fabriktore. Damit prägten sie in Alben, Fest­ und Zeitschriften sowie auf Postkarten das Bild von Fabriken in der russischen Gesellschaft. An den Schnittstellen von Fotografie­, Industrie­, Technik­ und visueller Geschichte analysiert die Autorin erstmals, wie sich die Industriefotografie im Zarenreich entwickelte und welche Botschaften über Industrialisierung und Fabriken die an der Herstellung und Verbreitung der neuen Bilder beteiligten Akteure mit den Aufnahmen vermittelten. Vergleiche mit Studien aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA stellen die russische Fabrikfotografie in einen größeren Kontext und verdeutlichen, dass weniger von einer nationalen als von einer europäisch/nordamerikanischen Bildsprache gesprochen werden muss.

Eine politische Biographie
Diese erste umfassende Biographie Bernhard Wilhelm von Bülows, 1930–1936 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, eröffnet einen neuen Blick auf die deutsche Haltung zum System internationaler Friedenssicherung vor dem Hintergrund der Bestrebungen, die Folgen des Versailler Vertrags zu revidieren.Das bislang vorherrschende Bild von Bülows als Locarno- und Völkerbundgegner, der als Staatssekretär ab 1930 bewusst die Abkehr von der Verständigungspolitik Stresemanns einleitete, erfährt dabei eine Neubewertung. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung bilden von Bülows Verhältnis zu den Systemwechseln von 1918/19 und 1933 und die Frage nach den Handlungsspielräumen des Auswärtigen Amtes unter dem NS-Regime.
HerausgeberInnen: Berno Bahro und Hans Joachim Teichler
Der Band versammelt die zentralen Aufsätze Hajo Bernetts zur Sportgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus, die von der zeitgeschichtlichen Forschung in der Regel kaum rezipiert wurden.
Hajo Bernett gilt als Begründer der deutschen Zeitgeschichte des Sports. Ausgelöst durch seine Pionierarbeiten gilt das Kapitel des NS-Sports inzwischen als das am gründlichsten erforschte Kapitel der deutschen Sportgeschichte. Seine zahlreichen Aufsätze und Bücher erschienen jedoch zumeist verstreut in Zeitschriften und Verlagen, die von der Forschung nicht oder nur unzureichend wahrgenommen wurden. Mit der gesammelten Herausgabe seiner wichtigsten Aufsätze zur nationalsozialistischen Sportgeschichte sollen seine ertragreichen sporthistorischen Studien einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
Wehrwissenschaft und Medizinverbrechen im "Ahnenerbe" der SS
Im Nürnberger Ärzteprozess wurde Wolfram Sievers für die unter seiner Verantwortung im Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung begangenen Medizinverbrechen zum Tode verurteilt.

Nun liegt erstmals eine Gesamtdarstellung dieser aus dem »Ahnenerbe« der SS hervorgegangenen Einrichtung vor. Nahezu ausschließlich auf der Grundlage von Archivquellen rekonstruiert der Autor die Arbeit aller Bereiche des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung.

Dabei werden nicht nur bisher unbekannte Abteilungen vorgestellt, sondern auch zahlreiche weitere neue Erkenntnisse präsentiert: Die bislang ungeklärte Identität der Opfer von Kampfstoff-Versuchen wird ebenso aufgedeckt wie die Beteiligung des Instituts an der Entwicklung von B- und C-Waffen oder die Aneignung von Immobilien teils prominenter Voreigentümer.

Ferner wird die komplexe Personal- und Finanzstruktur des Ahnenerbe e.V., der Ahnenerbe-Stiftung, des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung und des Amtes A (Ahnenerbe) im Hauptamt Persönlicher Stab Reichsführer SS sichtbar gemacht.

Das akribisch recherchierte Buch führt in die Welt der SS-Forscher und ihrer Zielsetzungen. Gleichzeitig wird ein plastisches Beispiel dafür gegeben, wie es einem ehrgeizigen und opportunistischen Wissenschaftsmanager durch die Kooperation mit Heinrich Himmler gelang, dass sein Forschungsinstitut noch in der Endphase des Krieges weiter expandieren konnte.

„Das wichtigste Buch über das SS-Ahnenerbe seit Jahrzehnten. Vergleichbar profunde Studien wünscht man sich auch zu anderen Teilen des SS-Imperiums.“
(Sven Felix Kellerhoff, Geschichtsredakteur DIE WELT)

„Die gewählte Form stellt nicht nur ein ‚Kompendium‘ zum Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung zur Verfügung. Es gelingt darüber hinaus, Schneisen durch das Dickicht der Polykratie zu schlagen und aus diesem Blickwinkel die Enthegung der deutschen Wehrmedizin zu durchleuchten.“
(Dr. Richard Kühl, Medizinhistoriker)
Praxis und Alltag im Militärverwaltungsgebiet der Heeresgruppe Nord
Die 900tägige Belagerung Leningrads stellt eines der großen Verbrechen des Ostkrieges dar. Das Schicksal der Zivilbevölkerung, die im Umland der Metropole an der Neva unter die Herrschaft der Wehrmacht geriet, ist jedoch bis jetzt in der Forschung vernachlässigt worden.
Die vorliegende Studie zeigt hier ausführlich die vielfältigen Motive und Handlungsoptionen eines militärisch dominierten Besatzungsapparates. Denn auch im russischen Nordwesten kam es zu eklatanten Verstößen gegen Völkerrecht und Humanität (Ermordung von Juden, Roma und Geisteskranken, rücksichtslose Partisanenbekämpfung).
Todfeindschaft und totaler Krieg
30. Januar 1933: Adolf Hitler kommt an die Macht. 4. März 1933: Franklin Delano Roosevelt wird als 32. amerikanischer Präsident vereidigt. In den nächsten 12 Jahren wird sich zwischen dem Diktator und dem Demokraten eine Rivalität entwickeln, die über das Schicksal Deutschlands, Europas und der Welt entscheiden wird.

U-Boote im Nordatlantik, Bombenkrieg gegen deutsche Städte, die Invasion in der Normandie, die Befreiung Westeuropas, der Konzentrationslager und auch der Deutschen durch amerikanische Soldaten, schließlich die Besetzung des größten Teil Deutschlands durch die Westalliierten: Der Konflikt zwischen Deutschland und den USA war ein zentrales Geschehen des Zweiten Weltkrieges und legte die Grundlage für das Nachkriegseuropa. Dieser Krieg ist auch die Geschichte einer persönlichen Feindschaft zwischen dem amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt und Adolf Hitler. Dieses Buch, teils Biografie, teils Zeitgeschichte, erzählt auf spannende Weise vom Ringen eines Präsidenten, der als Politiker und Mensch seine Fehler hatte – dem jedoch die historische Größe zugesprochen wird, mit aller Entschlossenheit gegen das Übel des Faschismus und des Nationalsozialismus vorzugehen – gegen den Mann, der über Europa die Finsternis der Diktatur und des Holocaust niedergehen lassen wollte.
Legenden, Mythos, Geschichte
HerausgeberInnen: Hans Henning Hahn und Eva Hahn
Die Vertreibung der Deutschen im östlichen Europa infolge des Zweiten Weltkriegs gehört zu den umstrittensten Themen der deutschen Zeitgeschichte; denn die Geschichte und vielfältigen Erfahrungen der Vertriebenen sind trotz aufwändiger Quellen- sowie Zeitzeugeneditionen und vieler Detailstudien wenig bekannt. Wer wurde wo und wann von wem warum vertrieben?

Das vorliegende Buch klärt anhand einer umfassenden Untersuchung des Erinnerns im breitesten Sinne des Wortes zahlreiche bis heute kursierende Legenden, während es zugleich die ihnen zugrunde liegenden Vorgänge erläutert. Somit entsteht ein detailreiches Bild der gemeinhin als Vertreibung erinnerten Ereignisse. Zugleich zeigt diese Geschichte des öffentlichen Erinnerns, wie jenes Geschehen zwar häufig, meist aber nur metaphorisch erwähnt worden ist, wie manche Berichte der Betroffenen oft wiederholt worden, andere in Vergessenheit geraten sind, und wie aus gefestigten Redewendungen ein Mythos Vertreibung entstanden ist.
Eine Kulturgeschichte der Prohibition
Seit 1920 war ein nationales Alkoholverbot Bestandteil der amerikanischen Verfassung. Wie konnte es dazu kommen? Wie veränderte die Prohibition die amerikanische Gesellschaft? Welche Gründe führten zu ihrer Abschaffung im Jahre 1933?
Thomas Welskopp legt eine Gesamtgeschichte und zugleich umfassende Gesellschaftsgeschichte der Vereinigten Staaten in der Zeit des nationalen Alkoholverbots vor. Ebenso anschaulich wie spannend erzählt der Autor, welch dramatischen Einfluss die Prohibitionsfrage und ihre Behandlung auf fast alle gesellschaftlichen Bereiche der USA ausübte.
Wie entwickelten sich das Verfassungsrecht, die illegale - aber auch die legale - Alkoholwirtschaft, die Kultur des Trinkens und die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die Organisierte Kriminalität, die religiösen Milieus, die staatlichen Institutionen, die massenmediale Landschaft und schließlich die politische Kultur mitsamt dem amerikanischen Parteiensystem in den Jahren zwischen der Durchsetzung (1919) und der Abschaffung (1933) der National Prohibition?
Eine Biographie
Friedrich Paulus (1890–1957) zählt zu den bekann-testen, aber auch umstrittensten Heerführern des Zwei-ten Weltkriegs. Sein Name ist untrennbar mit der Schlacht um Stalingrad und mit dem Untergang seiner 6. Armee verbunden. Das Drama von Stalingrad markierte den Wendepunkt des Krieges – auch für Paulus. Als er am 31. Januar 1943 in den Ruinen der Stadt kapitulierte und für 10 Jahre in russische Gefangenschaft ging, endete eine glänzende Karriere. Er wandelte sich zum Geg-ner Hitlers; 1953 ging er in die DDR, in deren Dienst er sich nehmen ließ – ein Abschnitt seines Lebens, der völlig unbekannt geblieben ist. Torsten Diedrichs fesselnde Biographie ist die erste vollständige Darstellung von Paulus’ Lebensweg – vor Stalingrad und danach. Sie räumt mit vielen Vorurtei-len auf und gibt Einblick in das Denken und Handeln eines Mannes, der deutsche Geschichte mitschrieb und dabei zu einer tragischen Figur wurde.