Der Kampf um Rom und seine Inszenierung
AutorIn: Magnus Pahl
Am 18. Mai 1944 war die Schlacht um den Monte Cassino für die Wehrmacht verloren. Die Alliierten hatten den umkämpften „Wellenbrecher Cassino“, wie ihn die deutsche Propaganda nannte, nach knapp einem halben Jahr schwerer Kämpfe eingenommen und drangen auf Rom vor. Goebbels Propaganda aber agierte so geschickt und nachhaltig, dass viele Deutsche bis auf den heutigen Tag mit den Namen „Monte Cassino“ in erster Linie einen letzten deutschen Abwehrsieg und keine verlorene Schlacht verbinden. Insbesondere das Bild unbesiegter deutscher Fallschirmjäger prägt oft das Klischee bei militärgeschichtlich Interessierten. Aber sogar die wissenschaftliche Literatur übernahm diese Propagandainhalte.
Magnus Pahl hinterfragt in seinem Buch den Mythos der deutschen Kampfkraft bei Cassino. Er wirft dabei den Blick aber ebenso auf die multinationalen Streitkräfte der Alliierten, unter denen das neuseeländische wie auch das polnische Kontingent eine besondere Rolle spielte. Monte Cassino ist auf seine Weise auch ein europäischer, ja globaler Erinnerungsort des Zweiten Weltkriegs. In diesem Sinne ist dem Band ein Geleitwort des polnischen Militärhistorikers Zbigniew Wawer beigegeben.
Ereignis - Narrativ - Erinnerungsort
AutorIn: Christian Ganzer
Die „heldenhafte Verteidigung der Brester Festung“ vom Sommer 1941 gehörte in der Sowjetunion zu den zentralen Staatsmythen und zu den wichtigsten Erinnerungsorten. Hier soll der Krieg begonnen haben, hier sollen die „ersten Ziegel im Fundament des Großen Sieges“ gelegt worden sein.
Die Dauer der Kämpfe wurde von realen acht auf 32 Tage aufgebauscht, für Kriegsgefangene war im Narrativ kein Raum. In diesem Buch wird die Militärgeschichte des Ereignisses neu geschrieben. Dabei werden Topoi des offiziellen sowjetischen Narrativs mit Quellenbefunden kontrastiert und dessen Entstehung und Entwicklung nachgezeichnet. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit den in deutsche Gefangenschaft geratenen Festungsverteidigern. Schließlich werden Geschichte und Formen der Erinnerung untersucht. Im Zentrum steht dabei die Gedenkstätte „Brester Heldenfestung“ mit ihren Museen.
Verdeckte deutsch-niederländische Rüstungsproduktion und die Firma IvS 1922-1945
AutorIn: S.J. de Groot
1922 wurde das Ingenieurbüro für Schiffbau (IvS/ Inkavos A.G.) unter der Leitung von Dr. Hans Techel in Den Haag gegründet. Auf diesem Wege sollten durch eine geheime Kooperation mit den Niederlanden die technische Erfahrung und der Technologievorsprung des Deutschen Reiches im U-Bootbau erhalten bleiben – obwohl der Versailler Vertrag dem Deutschen Reich die U-Bootrüstung untersagte.
Kurz nach seiner Gründung bezog das IvS seine Büros im selben Gebäude wie die Schiffbauliche Abteilung der niederländischen Marine. Hieraus ergab sich eine enge Zusammenarbeit in der U-Boot-Konstruktion. So im Bereich des Rumpfdesigns, der Torpedoausstoßvorrichtungen und der Torpedos, Sehrohre, Echolote, Schallortungsgeräte und des Schweißens von hochfestem Stahl. Die Ergebnisse der Kooperation beeinflussten sowohl die U-Booteigenbauten der Niederländischen Marine wie jene des IvS für seine ausländischen Kunden. Gegenüber diesen erfüllten beide Parteien ihre vertraglichen Verpflichtungen zwischen 1922 und 1940. 1945 übernahm die niederländische Regierung das IVS. Es wurde erst 1957 geschlossen.
The Portrayal of Destruction and Mass Violence
HerausgeberInnen: Frank Jacob und Mor Presiado
The present volume provides a critical insight into the relationship of art and war. It shows how artists perceive war and how they depict it, to warn the spectator but to cure their own trauma at the same time.
War causes destruction, loss, and trauma. Many artists have used their art to express feelings and memories related to these losses and their own traumatic experiences. The artwork that came into existence due to such processes reflects on events of our past, but should be considered a warning at the same time. To deal with human suffering means to fully engage with the artist remains of human war experiences. The present volume aims to provide a first critical insight into the relationship between art and war, showing how artists dealt with human losses, destruction, and personal trauma.
Treatment and Reintegration of Soldiers in Post War Societies
HerausgeberInnen: Stefan Karner und Frank Jacob
War creates veterans and societies are reminded by their existence that violent conflicts had been waged in the past. Even when the wars have been long forgotten by many, veterans are the ones whose fate has been tied to war and destruction.
Societies often struggle with their veterans, especially when they have to address the former soldiers’ traumatic experiences and acknowledge the wounds that hurt beyond the body. While veterans are often a steady reminder of violent conflicts of the past, they are often ignored by their societies, once peace is achieved. Nevertheless, veterans play an important role in postwar contexts as well and their role, their possible influence and impact in the supposedly non-violent world need to be addressed. The present volume discusses the role of veterans in the aftermath of war and shows how they had been treated by and how societies tried to reintegrate them in narratives of the past.
Der letzte Kommandant des Panzerschiffs Admiral Graf Spee. Eine Biographie
Im Dezember 1939 verweigerte Hans Langsdorff vor der La-Plata-Mündung einen letzten, aussichtslosen Kampf gegen überlegene britische Seestreitkräfte, sprengte sein Schiff vor Montevideo, rettete seine Besatzung von 1.200 Mann und nahm sich wenige Tage später das Leben. Um seine Gestalt hat sich ein Mythos gebildet, der eine rationale Auseinandersetzung mit seinen Handlungsmotiven zwischen militärischer Loyalität und moralischer Integrität bisher erschwerte. Langsdorff handelte in einer Grenzsituation, räumte der ethischen Dimension den Vorrang ein und übernahm die persönliche Verantwortung, indem er aus dem Leben schied.
In seiner Gesamtbiographie Langsdorffs beschreibt der Autor einen Offizier, der zeitlebens versuchte, seine geistige Unabhängigkeit – selbst in der hierarchischen Struktur des Militärs – zu bewahren. Die Achtung vor der Würde des Menschen kennzeichnete seinen Wertekanon, den er auch in Kriege einhielt. Indem Kaack seinen Protagonisten in dessen jeweilige politische und soziale Umwelt einbettet, legt er zugleich ein Stück Mentalitätsgeschichte der deutschen Marine in drei Epochen vor.
The Urban Context of Conflict and Mass Destruction
A crucial collection of new insights into a topic too often ignored in military history: the close interrelationship between cities and warfare throughout modern history. Scenes of Aleppo’s war-torn streets may be shocking to the world’s majority urban population, but such destruction would be familiar to urban dwellers as early as the third millennium BCE. While war is often narrated as a clash of empires, nation-states, and ‘civilizations’, cities have been the strategic targets of military campaigns, to be conquered, destroyed, or occupied. Cities have likewise been shaped by war, whether transformed for the purposes of military production, reconstructed after bombardment, or renewed as sites for remembering the costs of war. This conference volume draws on the latest research in military and urban history to understand the critical intersection between war and cities.
HerausgeberInnen: Jörg Hillmann und Stephan Huck
Die Reihe „Schriften zur Marinegeschichte“ will ein Forum für neue und kontroverse Forschungsergebnisse zu ausgewählten Themenkreisen der Marinegeschichte bieten. Damit öffnet sich diese Reihe einem weiten inhaltlichen Spektrum und dem Interessentenkreis aktiver und ehemaliger Angehöriger der deutschen Seestreitkräfte sowie militär- oder maritim-historisch interessierter Leser. Die Veröffentlichungspalette soll von der Verschriftlichung von Vortragsreihen über wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten bis zur Publikation unbekannter oder seltener Dokumente reichen. Ein besonderes Augenmerk möchten die Herausgeber neben Biographien auch auf Publikationen richten, welche sich der kommentierenden Bearbeitung von Selbstzeugnissen widmen. Steht zwar das erzählende Ich im Mittelpunkt und muss gebührend zu Wort kommen, so soll doch eine umfassende Kommentierung den erklärenden Rahmen bieten. Auf diese Weise soll versucht werden, Ereignisse und Strukturen – vielleicht auch nur die Normalität – vergangener Zeiten aus der personalen Perspektive heraus sichtbar zu machen, wissenschaftlich begründet einzufassen und insgesamt für weitergehende Forschungen zu öffnen. Die „Schriften zur Marinegeschichte“ werden vom Freundeskreis des Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum der Marineschule Mürwik e.V. und der Stiftung Deutsches Marinemuseum gemeinsam herausgegeben. Beide Einrichtungen wollen mit der Schriftenreihe Kenntnis und Verständnis der politischen, militärstrategischen, technischen, sozialen und kulturellen Aspekte deutscher Militär- und Marinegeschichte erweitern und vertiefen.
in Kapitän zur See Hans Langsdorff
in Kapitän zur See Hans Langsdorff