Author:
Erik Ode
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Jedes Buchprojekt gleicht einer langen Reise. Am Anfang steht der Wunsch, unbekanntes Terrain zu erkunden, Neues zu entdecken und sich durch zahlreiche Begegnungen bereichern zu lassen. Ist der Entschluss gefasst, denkt man über mögliche Ziele nach, plant Zwischenstationen und Aufenthalte ein, setzt Wegmarken und lässt Raum für Erholung oder alternative Routen. Das Einholen von Ratschlägen und die Informationsbeschaffung gehören ebenso mit in die Reisevorbereitung wie die grundsätzliche Bereitschaft, sich auf Unwägbarkeiten einzulassen und offen zu sein für Fremdes, das sich in Befreundetes verwandeln kann.

Gemäß dieser Analogie kann jeder wissenschaftliche Text anfangs den Eindruck eines schwer zugänglichen und unübersichtlichen Geländes vermitteln, da er auf widersprüchliche Erwartungen zu reagieren versucht. Einerseits gilt es ein originelles, bislang nicht behandeltes Feld zu bearbeiten, anderseits soll die Position anschlussfähig an vorhandene und etablierte Fachdiskurse sein. Um im Bild zu bleiben: Wer zu weit vom Weg abkommt, kann sich verirren und sichere Pfade aus den Augen verlieren. Die Reise droht zur Odyssee mit ungewissem Ausgang zu werden. Die ursprüngliche Idee kann nach und nach verblassen, so dass eine weitere Verfolgung nicht mehr lohnenswert erscheint. Die erhoffte Ankunft am Ziel im gesteckten Zeitrahmen und die Bewährung vor anderen, die geübter und reicher an Erfahrung sind, können in weite Ferne rücken.

Was ist das Ziel der Reise oder: Was sind „Bildungsfiguren“? Im Entstehungsprozess dieses Bandes habe ich die unterschiedlichsten Kommentare, Tipps und Rückfragen erlebt. Das Thema erschien spannend und reizvoll, zuweilen wurde es aber auch skeptisch und zweifelnd zur Kenntnis genommen. Nicht selten erhielt ich die Rückmeldung, dass sich der Begriff recht amüsant anhört. Damit kann man als Rheinländer leben. Dass das vorliegende Projekt trotz manch ungeplanter Abzweigungen und Aufenthalte ein glückliches Ende genommen hat, verdanke ich vielen Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden, die sich als verlässliche, inspirierende und geduldige Gefährtinnen und Gefährten erwiesen haben, und die ich hier nicht alle erwähnen kann. Eine echte Forschung darüber, wie und wo die ersten Einfälle für wissenschaftliche Projekte ihren genauen Ursprung haben, ist noch nicht ausgebildet. Dies mag dem grundsätzlichen Ereignischarakter von Bildungsprozessen geschuldet sein. Dennoch erinnere ich mich gut an die entscheidenden Momente, die zum erfolgreichen Abschluss der Unternehmung beigetragen haben. Unter den vielen fachkundigen Diskussionspartnerinnen und -partnern verdient Jörg Zirfas eine besondere Erwähnung, in dessen Büro im Kölner Triforum die Idee ihre ersten vielversprechenden Konturen gewonnen hat. Eine denkwürdige Autofahrt von Salzburg nach Würzburg, die ich mit Winfried Böhm zurückgelegt habe, hat für weitere wichtige Impulse gesorgt und meine Zuversicht gestärkt, auf dem gewählten Kurs zu bleiben. Ursula Frost hat mir nicht nur eine akademische Heimat geboten, sondern stets auch riskante und waghalsige Manöver mitgetragen, wofür ich ihr und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar bin. Michael Obermaier, mit dem ich kollegial und freundschaftlich seit vielen Jahren verbunden bin, hat ebenso wie Rita Molzberger für den nötigen Rückhalt und Zuspruch gesorgt. Für die letzten Etappen stand mir Volker Ladenthin zur Seite und Burkhard Schäffer hat mit seinem Feedback und Zuspruch einen wichtigen Teil zum Abschluss beigetragen. Für den nötigen Rückenwind und Beistand sind auch Thorsten Fuchs und Thomas Mikhail verantwortlich. Die gewissenhafte Lektüre und Korrektur durch Christina Strauß, Mala Büsing und Bernhard Hemetsberger verpflichtet mich ebenso zum Dank.

Wer lange unterwegs ist, freut sich, wenn er irgendwann wieder zu Hause ankommt. Umso größer ist die Freude, wenn dort Menschen warten, die mit ihren Gedanken und guten Wünschen stets dabei waren und ohne deren bedingungsloses Vertrauen man sich gar nicht erst aufgemacht hätte.

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