Schönburger Gespräche zu Recht und Staat

Herausgegeben von Otto Depenheuer und Christoph Grabenwarter

Der Staat repräsentiert politische Einheit, generiert und garantiert das geltende Recht, ist kategoriale Größe juristischer Argumentation. Diese Selbstverständlichkeiten sind der neueren deutschen Staatsrechtslehre fragwürdig geworden: sie neigt zu ideeller Auflösung des Staates und begrifflicher Ersetzung durch "Verfassung", "Freiheit" und "Demokratie". Die staatliche Bedingtheit dieser Errungenschaften wird ausgeblendet mit der paradoxen Folge, daß die Staatsrechtslehre das Substrat ihres Faches zunehmend aus den Händen gibt. Der Staat und das von ihm garantierte Recht sind ungeachtet dessen auch und gerade in Zukunft unverzichtbare Voraussetzungen und Bezugspunkte der politischen und staatsrechtlichen Diskussion. Staat und Recht bleiben die Adresse, unter der Fragen nach Sicherheit und Gerechtigkeit, nach der guten Gemeinschaft und den Lebensbedingungen freier Menschen gestellt, diskutiert und Antworten entwickelt werden können. Wissenschaftlich geboten ist nicht eine Abwicklung, sondern eine weitere Entwicklung der Lehre vom Staat. Denn nur im Staat kann und muß immer wieder neu um die Balance von Mensch und Gemeinschaft, von Freiheit und Bindung, von Tatsache und Norm, von Bewahrung freiheitlicher Werte und den Funktionsbedingungen für Sicherheit, Frieden und Wohlstand gerungen werden. Die "Schönburger Gespräche zu Recht und Staat" versuchen mit dieser Zielsetzung Beiträge zur Ausbildung einer modernen Staatslehre zu leisten.

 

Eine Übersicht aller Titel der Reihe können Sie hier herunterladen.

 

 

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