"Das stille Sterben..."

Feldpostbriefe von Konrad Jarausch aus Polen und Russland 1939-1942
1. Aufl. 2008, 388 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-506-76546-8
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Informationen zum Buch

 Am 26. August 1939 wurde der promovierte Theologe und Germanist Konrad Jarausch, Studienrat an einem Magdeburger Gymnasium, zur Wehrmacht einberufen. Er war Soldat im Feldzug gegen Polen und im Krieg gegen die Sowjetunion. Am 27. Januar 1942 starb er in einem Seuchenlazarett in Roslawl an Fleckfieber.

 In seinen zahlreich überlieferten Feldpostbriefen ist der „Atem des Krieges“ direkt spürbar. Ihre Genauigkeit und ihre Offenheit sind einzigartig. Sie beeindrucken durch die scharfe Beobachtungsgabe des Verfassers und dokumentieren wie kaum ein anderes Zeugnis eines deutschen Soldaten den Alltag des Vernichtungskrieges im Osten, das Leben der Truppe und ihren Umgang mit dem Gegner.

 Als Leiter einer Lagerküche wird Konrad Jarausch 1941/42 Augenzeuge des massenhaften Sterbens sowjetischer Kriegsgefangener in deutscher Hand. Die ausführlichen, mitfühlenden Berichte an seine Frau sind ein erschütterndes menschliches Dokument und zugleich eine seltene Quelle, die aus der Nahperspektive Licht auf diesen lange Zeit vernachlässigten Aspekt des nationalsozialistischen Eroberungskrieges  im Osten wirft.

Ihr Reflexionsniveau lässt die Briefe weit über die Masse der bekannten Feldpostbriefe hinausragen. Konrad Jarausch beschreibt intensiv seine Empfindungen, die die Erlebnisse und Beobachtungen in ihm auslösten. So dokumentieren die Briefe in seltener Eindringlichkeit den Wandel eines deutschnationalen, protestantischen Bildungsbürgers, der anfangs den Krieg bejaht, später jedoch immer mehr zum Gegner des Regimes wird, das diesen Krieg angezettelt hat.

 Die Briefe wurden von seinem Sohn Konrad H. Jarausch gesammelt, der den an Fleckfieber verstorbenen Vater niemals kennenlernte. Der renommierte deutsch-amerikanische Historiker begibt sich in seiner Einführung auf eine schwierige »Vatersuche« und setzt sich kritisch mit dem »Vorbild eines virtuellen Übervaters« auseinander. Außerdem ordnet Klaus Jochen Arnold, Verfasser einer Studie zur Wehrmacht und der deutschen Besatzungspolitik im „Unternehmen Barbarossa“, die Briefe in den Rahmen des Krieges und in die nicht abreißende Diskussion um die Verbrechen der Wehrmacht ein.

  Ein bewegendes Buch, das auch die Frage nach der Verantwortung des einzelnen Menschen in der Maschinerie des Krieges neu stellt.

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