Theater in der Region

Westfalen und Yorkshire 1918-1945
1. Aufl. 2012, 340 Seiten, 31 s/w Abb., Festeinband
ISBN: 978-3-506-77631-0
EUR 42.90 / CHF 52.30 Portofreie Lieferung innerhalb Deutschlands
erschienen in der Reihe:
LWL-Institut westfälische Regionalgeschichte Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster
Band: 70

Informationen zum Buch

Theatergeschichte ist allzu oft die Geschichte der Hauptstadttheater. Die große Mehrheit der Theater sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien waren und sind allerdings Regionaltheater – so wie die hier untersuchten Häuser in Westfalen und Yorkshire. Im Gegensatz zu häufig beschworenen fundamentalen Unterschieden zwischen dem deutschen und britischen Theaterwesen kann Anselm Heinrich zeigen, dass sich die Theater in Bradford, Hull, Leeds, Sheffield und York nicht grundsätzlich von den Spielstätten in Münster, Bielefeld, Dortmund, Bochum, Hagen oder vom Westfälischen Landestheater unterscheiden. In beiden Ländern unterlagen die Theater einem ganz ähnlichen wirtschaftlichen Druck. Ein Spielplan musste populär sein, Zuschauerzahlen wurden genau beobachtet, und auf die kommunalen Subventionen konnte sich kein Intendant verlassen. Weder für britische noch für deutsche Theater gab es Bestandsgarantien – bis 1933, als die Nationalsozialisten damit begannen, Zuschüsse in bisher nicht gekannten Höhen zu zahlen. Ihr Bestreben nach totaler Kontrolle scheiterte jedoch kläglich.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs setzte schließlich ein Denken in Gang, das die regionalen Theater nicht mehr nur als Wirtschaftsunternehmen begriff, sondern diesen auch eine stärkere kulturelle und politisch Funktion zuschrieb. Nach 1940 erhielten auch britische Theater Subventionen, und die Erwartungen an einen nicht mehr rein unterhaltenden Spielplan waren denen in Deutschland nicht unähnlich. Shakespeare, Opern und zeitgenössische Dramen dominierten nun einen Spielplan, der in dieser Form auch an deutschen Regionaltheatern Erfolg gehabt hätte.

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