Das Tor zur Seele

Schlaf, Somnambulismus und Hellsehen im frühen 19. Jahrhundert
1. Aufl. 2015, 383 Seiten, 12 s/w Abb., Festeinband
ISBN: 978-3-506-77935-9
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Informationen zum Buch

Philipp Ostens Buch schildert die Umstände, unter denen der Schlaf nach 1800 zum Objekt wissenschaftlichen Interesses und zum Faszinosum der Literaten wurde. Bei seinen Recherchen stieß der Autor auf bislang unveröffentlichte Quellen aus dem Königreich Württemberg, die über medizinische Untersuchungen und Experimente an sogenannten Somnambulen berichten, denen zum Teil hellseherische Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Das Selbstzeugnis einer 17-jährigen Probandin offenbart, welche Nähe die wissenschaftlichen Deutungen der Hofärzte zu tief im Volksglauben verankerten Vorstellungen aufwiesen. Darüber hinaus geht der Autor der Frage nach, inwiefern die Alltagskultur des frühen 19. Jahrhunderts von den damaligen medizinischen Schlaftheorien und von der Vorstellung einer Analogie von Schlaf und Tod geprägt war. Und er führt seine Leser an jene Epochengrenze, hinter der an die Stelle philosophischer Theorien über die Seele und ihre verschiedenen Zustände disziplinierende Regeln traten, die darauf zielten, den Schlaf vor allem als Mittel zum Erhalt der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit anzusehen.

Pressestimmen

Sehpunkte 15 / 2015, Nr. 9, 15.09.2015

"Osten ist ein profunder und breit gebildeter Kenner seiner Materie und schreibt ausgesprochen lesbar. Er bewegt sich mit Leichtigkeit in der für gegenwärtige Leserinnen vielleicht zunächst verschwurbelt wirkenden Philosophie der Romantik und bündelt griffig, was sie wirklich brauchen"

(Sonja Kinzler)

Die gesamte Besprechung lesen Sie hier.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2015

Rezensent Thomas Weber meint, Philipp Osten gebe mit seinem Buch "anschaulich und dennoch in größere Kontexte eingebettet [einen] faszinierenden, dabei kultur-, sozial- und wissenschaftsgeschichtlich fundierten Einblick in die Sattelzeit zwischen früher Neuzeit und Moderne".

Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 38 (2015), 01.06.2015

"Ostens gut lesbare Studie pr•äsentiert vielfä•ltiges Quellenmaterial, dessen Analyse ein facettenreiches Bild der zeitgenössischen Auseinandersetzungen um Schlaf und Somnambulismus entstehen lä•sst."

(Hans-Walter Schmidt-Hannisa)

Literaturkritik, 01.04.2015

"Eine sehr reichhaltige, kulturgeschichtliche Darstellung des Schlafs in seiner historisch gesehen vielleicht umstrittensten Zeit" urteilt Rezensentin Jana Scholz auf Literaturkritik.

Hier lesen Sie die vollständige Rezension.

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