König im großen Welttheater
AutorIn: Sven Externbrink
Hinter die Kulissen des Lebens Ludwigs XIV. schauen, eines Monarchen, mit dem sich so viele Klischees verbinden, und einen Eindruck vom „wahren“ Leben hinter dem roten Samtvorhang vermitteln – das will die Biographie von
Sven Externbrink.
Ausdrücklich richtet sich dieses Buch nicht nur an Fachhistoriker, sondern bringt auch dem historisch interessierten Laien eine sehr ferne und fremde Epoche nahe. Dabei bricht das Buch mit der traditionellen chronologischen Darstellung eines Lebens, beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod. Statt dessen blicken wir aus verschiedenen Perspektiven auf den Sonnenkönig – beginnend mit seiner Person, zweitens mit dem Blick auf Zeitgenossen, Untertanen, Monarchie und Ludwigs Regierung, drittens auf Ludwig und Europa. Eingeschoben werden „Miniaturen“, in denen aus nächster Nähe Schlüsselereignisse seines Lebens thematisiert werden. Wie kaum ein anderer Monarch vor ihm in Europa hat Ludwig XIV. die Kunst in den Dienst der Monarchie gestellt. In der Person Ludwigs tritt dem Leser daher auch ein „Künstler“, und zwar ein „Schauspieler“ entgegen, der zeitlebens die Rolle des König gespielt hat, als Schauspieler auf der Bühne der Welt und des Lebens.
Energiewende im Badezimmer 1880-1939
AutorIn: Nina Lorkowski
Die Arbeit untersucht den Wandel der Energienutzung im Privathaushalt am Beispiel der Körperpflege in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen dabei Geräte zur Warmwasserbereitung, die als Bestandteil komplexer Ordnungen wie Wohnen und Energieversorgung untersucht werden. Die Autorin nimmt dabei einen Zeitraum in den Blick, als in Deutschland weder Badezimmer noch moderne Geräte zur Warmwasserbereitung bereits massenhaft im Haushalt Verbreitung gefunden hatten. Doch wurden Anwendungsmöglichkeiten für den privaten Haushalt diskutiert und ausprobiert. Auch flossen die ersten Erfahrungen von Nutzern in die Entwicklung von Geräten oder Konzepten für den Massenwohnungsbau ein. Durch die Einbeziehung von Egodokumenten und weiteren Hinweisen auf die Aneignung der Geräte im Privathaushalt kann die Weiterentwicklung insbesondere der elektrischen Warmwassergeräte als Aushandlungsprozess zwischen Herstellern, Energieversorgungsunternehmen und Nutzern beschrieben werden.
AutorIn: Lisa Ebert
Since its publication, Emily Brontë’s Wuthering Heights has given rise to an unusual plurality of interpretations, leading to the impression that the novel somehow resists interpretation. The author offers a new reading of the novel that takes this effect into account by investigating its reason: ambiguity is a thematic focal point and structural key element of the novel.
This study is concerned with the ambiguity of Wuthering Heights which arises through a complex interplay of distinct but interdependent ambiguities of perception, narration, and the narrated world. In particular, it shows how specific ambiguous utterances (e.g. a clash of implicatures and presuppositions) are linked with each other and contribute to the global ambiguity of the text. In this way, not only the function of ambiguity for understanding Wuthering Heights is explored but also the function of Wuthering Heights for understanding ambiguity. The book should thus be of interest not only to Brontë scholars and Victorianists but also to literary scholars and linguists in general.
Biographie. Übersetzt von David Skrabania
AutorIn: Mirosław Węcki
Dies ist die erste Biographie von Fritz Bracht, NS-Gauleiter und Oberpräsident in Oberschlesien, dem zweitgrößten Industriegebiet des Dritten Reiches. In diesem Gebiet befand sich auch das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Fritz Bracht war der wichtigste Nazi-Würdenträger, der während des Zweiten Weltkriegs in Oberschlesien tätig war. Als Gauleiter (Leiter der regionalen NSDAP) und Oberpräsident (Leiter der Zivilverwaltung) gehörte er zu einer Elitegruppe von Offizieren, denen Adolf Hitler die Verwaltung des besetzten Polens anvertraute. Im Gegensatz zu Hans Frank, Arthur Greiser, Albert Forster oder Erich Koch ist Bracht jedoch eine fast unbekannte Figur. Historiker haben bisher relativ wenig über ihn geschrieben. Die vorliegende Studie ist daher der erste Versuch, eine vollständigere Biographie des Mannes vorzulegen, der für die gesamte Politik des Dritten Reiches gegenüber Oberschlesien verantwortlich war. Er ist es, dem man die Mitschuld an vielen NS-Verbrechen und an der Umsetzung der NS-Volkstumspolitik in diesem Bereich zuschreiben muss.
Kanzler des russischen Reiches unter Zar Alexander II.
A. M. Gorčakov gehört zu dem kleinen Kreis herausragender Politiker und Diplomaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, deren Wirken über die Grenzen des eigenen Landes hinaus von kontinentaler und sogar globaler Bedeutung war.
Konfrontiert mit der der fatalen Niederlage im Krimkrieg stellte sich der russischen Regierung die Frage: Wie kann das Zarenreich seinen Großmachtstatus zurückgewinnen? Gorčakovs programmatische Antwort lautete: Stärkung des Regimes im Innern durch Reformen und eine Außenpolitik, die mit Augenmaß den Interessen Russlands Geltung verschafft. Die Umsetzung war bedeutsam und folgenreich gewesen. Auf dem internationalen diplomatischen Parkett suchte Gorčakov Russlands Position im System der europäischen Bündnisse zu sichern und Russlands Einfluss in Eurasien auszudehnen – allerdings fällt auch der Verkauf Alaskas an die USA in diese Zeit. Hitzige öffentliche Debatten, reaktionäre oppositionelle Strömungen, linksradikale Bewegungen bis hin zum Terrorismus prägten die Innenpolitik. Horst Günther Linke legt die erste umfassende, aus den Quellen gearbeitete Biographie des Staatsmannes vor, für die er auch auf bislang nicht erschlossenes Material aus russischen Archiven zurückgreifen konnte – ein unentbehrliches Werk für alle, die sich vertieft für Russlands Geschichte auf dem Weg zur Weltmacht interessieren.
AutorIn: Georg Ziaja
Das Lexikon bietet 80 Biographien der bedeutendsten katholischen Bischöfe Polens im 16. Jahrhundert.
Berücksichtigt wurden folgende elf Diözesen: Gnesen, Lemberg, Krakau, Posen, Włocławek, Płock, Kulm, Ermland, Chełm, Przemyśl und Kamieniec. Jeder der Beiträge bietet dem Leser nicht nur biographische Daten, sondern auch eine Fülle von Fachinformationen bezüglich des „Goldenen Zeitalters“ in Polen, eine reichhaltige Statistik der Zeitperiode 1500-1600 in Form von übersichtlichen Tabellen, zwei Karten Polens bzw. der Rzeczpospolita mit Aufteilung der die Diözesen (um 1000 und 1569) sowie eine sehr detaillierte Literaturliste zu jedem Biogramm – insgesamt ein umfangreiches Nachschlagewerk zur Geschichte und Kultur Polens im 16. Jahrhundert und eine Pionierarbeit auf diesem Gebiet in deutscher Sprache.
Eine Publikation der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn
HerausgeberInnen: Arnold Otto und Nicole Priesching
Die bewegte Biographie des Paderborner Erzbischofs Lorenz Kardinal Jaeger (1892–1975) wird unter Verwendung seines neu erschlossenen Nachlasses in einem interdisziplinären Forschungsprojekt anhand von Themenschwerpunkten erarbeitet.
Seit seinem Amtsantritt als Erzbischof in Paderborn engagierte sich Jaeger für die Ökumene. Damit gehörte er zu den katholischen Pionieren auf diesem Gebiet. Welches Verständnis er von Ökumene hatte, wie sich sein Engagement veränderte, wie sich dieses auf diözesaner, nationaler und internationaler Seite entwickelte, zeigen die Beiträge im zweiten Band des Forschungsprojektes. Jaeger spielte eine wichtige Rolle für die Entstehung des Sekretariats der Einheit. Für seine Verdienste auf diesem Gebiet wurde ihm die Kardinalswürde verliehen.
Perspektiven aus der Vergangenheit für die Zukunft
HerausgeberInnen: Michael Altripp und Harald Suermann
Das Buch bietet Vorträge, die anläßlich einer internationalen Konferenz zum „Orientalischen Christentum“ in Greifswald gehalten worden sind.
Inhaltlich bieten sie historische, theologische, kunsthistorische und politische Themen, die den Zeitraum von der Vergangenheit bis in die Gegenwart abdecken. Ziel war es ein Forum zu bieten, um die vielfältigen Aspekte zu diskutieren, die die gegenwärtige Situation im Nahen Osten und darüber hinaus im allgemeinen und die Orientalischen Kirchen und ihr Verhältnis zu den muslimischen Mehrheits-Gesellschaften im besonderen betreffen.
Codices Sabaiticus 232 & Holy Cross 104, Jerusalem
HerausgeberIn: Panayiotis Tzamalikos
This new and revolutionary edition of Origen’s Commentary on Matthew is based on the version in Codex Sabaiticus 232, the most important of all because, unlike the 24 codices consulted by Erich Klostermann in his standard edition of 1941, it contains not only episodic ‘passages’, but also unique flowing text. The same codex also reveals for the first time how heavily Origen’s work was used, and sometimes copied to the letter, by ancient authors. Against the prevailing opinion, Professor Panayiotis Tzamalikos incontrovertibly confirms his long-standing thesis that the Commentary on Matthew is much later that the Contra Celsum. Origen’s detractors, both ancient and modern alike, in order to show how much of a ‘heretic’ Origen was, point the finger at a garbled, untrustworthy, and heavily interpolated Latin rendering of his De Principiis, whereas reference to his Commentary on Matthew has always been scarce, and Pamphilus’ illuminating and documented Apology for Origen is normally paid almost no attention.
The author demonstrates that, unless the correlations of Origen’s work to both Greek philosophy and subsequent Patristic literature are knowledgeably delved and brought to light, it is impossible to recognise the real Origen, which has far too little to do with current allegations concerning pivotal aspects of his thought.
By means of his commentary on this Greek text, P. Tzamalikos, as he did with his previous books, casts light on the widespread and multiform miscomprehension of Origen’s fundamentals, and demonstrates that this is a terra still calling for informed and unbiased exploration.

Eine Stoffgeschichte der Steinkohle im 19. Jahrhundert
AutorIn: Nora Thorade
Die Steinkohle gilt als das „Schwarze Gold“ der deutschen Industrialisierung. Das Buch zeigt, wie sich die Wahrnehmung und Bedeutung dieses Rohstoffs begleitet vom wirtschaftlichen und technologischen Wandel dieser Zeit veränderte.
Was ist Steinkohle? Woraus besteht sie und woher kommt sie? Welche Vorteile hat sie und warum? Wozu war sie zu gebrauchen und wozu nicht? Fragen wie diese rückten im 19. Jahrhundert zunehmend in das Blickfeld von WissenschaftlerInnen und Bergbautreibenden. Anlass waren der steigende wirtschaftliche Wert der Steinkohle, die zunehmende Notwendigkeit einer sicheren Versorgung aber auch die flächendeckende Nutzung der Steinkohle. Dennoch ist bisher wenig darüber bekannt, wie die Zeitgenossen der Industrialisierung die Materialität dieses Rohstoff betrachteten. Dieses Buch blickt hinter die Kulissen der Industrialisierung und macht mit der Steinkohle einen ihrer zentralen und bedeutendsten Rohstoffe zur Akteurin der Geschichte.