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Biographische Perspektiven seit 1970
Das Bismarck-Problem im Spiegel internationaler Biographien
Wer war Otto von Bismarck? Für seinen Zeitgenossen Theodor Fontane die »interessanteste Figur«, die er kannte; für einen klugen Beobachter unserer Tage wie Henry A. Kissinger »die dominante Figur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts«. Die Auseinandersetzung mit der faszinierenden, komplizierten, ambivalenten Persönlichkeit des Eisernen Kanzlers ist auch 200 Jahre nach seiner Geburt keineswegs beendet. Wie stark seine Politik und Person mittlerweile in ein neues Licht gerückt worden sind, lässt sich kaum besser ermessen, als an den Bismarck-Biographien der letzten vier Jahrzehnte. Anhand ausgewählter Kapitel dieser Lebensbeschreibungen dokumentiert die vorliegende Anthologie die in Teilen bereits historisch gewordene Debatte und öffnet den Zugang zu der aktuellen Diskussion der internationalen Historiographie über ein zentrales Problem der jüngeren deutschen Geschichte.
Von Athen bis zu Putins Russland
Blick ins Buch

Mit dem Ende des Kalten Krieges erschien die Demokratie als klares Erfolgsmodell. Doch die um 1990 begonnene Demokratisierung in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika hat allzu häufig mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen „arabischen Frühling“ wurden weitgehend enttäuscht. China zeigt als größte Nation der Erde keine Anzeichen einer Demokratisierung. Und in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf. Selbst die ältesten Demokratien stecken heute in der Krise.
Dieses Buch öffnet den Blick auf die beunruhigende Tatsache, dass das Scheitern von Demokratien ein durchaus häufiges Phänomen ist, für das die Geschichte reiches Anschauungsmaterial bietet. Ausgewiesene Historiker schildern in kompakten Einzelkapiteln das Ende der Volksherrschaft in Athen, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Pakistan, Burma, Chile und Russland. So spannt sich der Bogen vom Ende der ersten Demokratie in Athen über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Doch nichts ist zwangsläufig: Aus den Fehlern der Vergangenheit lässt sich für die Gestaltung der Zukunft lernen.